Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1910)
- Date
- 1910-01-21
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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„Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft' des Judentums." 7. Jahresbericht 1910. Berlin. Der Einheitsgesang eine literarisch-historische Studie von Professor A. Berliner. Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des Rabbinerseminars zu Berlin für 1908/9. Berlin, H. Jtzkowski. 1910. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald. 13. Jahrgang. 1. Heft. Leipzig 1916. Oskar S. Schweriner. Die gefundene Handschrift. Eine wahre Geschichte. Berlin W. 35, Carl Duncker. Adda Gannuschkina. Leben. Novellen. Berlin-Leipzig. Modernes Verlagsbureau Curt Wigand 1910. Von Ghetto zu Ghetto. Reisen und Beobachtungen von E. N. Adler. Stuttgart, Verlag v. Strecker & Schröder. Preis geheftet 3.50 Mark. geb. 4.50 Mark. Ln Avant. Sermon prononce par M. le Rabbin J. Leonard Levy, Paris. Union liberale israelite. : Psalmvorträge, gehalten von Dr. Simon Nosenblüth. Frankfurt a. M., Sänger & Friedberg 1909. Preis 1 Mark. Heinrich Heine. Noch ein Denkmal von Carl Krähe. Riga. G. Neuner. . The Renaissance of llebrew Literature (1743 bis 1885) by Nahum Slouschz. Translated from tlie French.. Philadelphia 1909. XVI. Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. 1909. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. 7. Jahresbericht 1909. Berlin. Notice sur.la vie et les travaux de M. Hartwig Derenbourg par Je P. V. Sclieil, Paris 1909. Firmin-Didot et Co. Wc Sprechsaal. ir erhalten folgende Zuschrift: Auf die von Ihnen in Nr. 53 v. I. gebrachten Ausführungen des Herrn James Simon über mein Vorgehen in Sachen des Hilfsvereins der deutschen Juden habe ich folgendes zu erwidern. Ich weise den mir gemachten Vorwurf einer Unterlassung zurück. Bald nach meiner Rückkehr aus dem Orient habe ich meine grundsätzlichen Bedenken im Punkte des Schulwerks dem geschäftsführenden Ausschüsse des Hilfsvereins mitteilen lassen, und zwar in einem ausführlichen Schreiben, das ich einige Tage vor der Generalversammlung am 23. Mürz 1909 dem Leipziger Mitgliede des Zentralkomitees persönlich eiuhändigte und zu dem ausgesprochenen Zwecke übergab, den vollen Inhalt in meinem Namen der Zentralinstanz des Hilfsvereins zur Kenntnis zu bringen. Daß dieses, wie es sich jetzt erst für mich herausstellt, unterblieben ist, scheint mir höchst befremdlich und bedauerlich, ist aber nicht meine Schuld. Ich habe meine Pflicht gegen die Vereinsleitung erfüllt. Nach meiner Heimkunft von der Reise habe ich mich keineswegs gedrungen gefühlt, mein Ehrenamt als stellvertretender Vorsitzender des Leipziger Lokalkomitees niederzulegen, darum nicht, weil ich trotz meiner Kritik des Schulwerks ein Anhänger des Vereins bin, den ich niemals wissentlich geschädigt oder „unter der Hand" zu schädigen beabsichtigt habe. Ich bin es mir schuldig zu erklären, daß ich lediglich wegen der persönlichen Angriffsweise, deren sich Herr Dr. Paul Nathan in der Propaganda-Versammlung gegen mich bedient hat, am darauffolgenden Tage meinen Austritt aus dem Lokalkomitee angezeigt habe. Zu der von Herrn Simon erwähnten ersten „Vorbesprechung der Leipziger Mitglieder" waren am Dienstag den 16. November außer mir nur noch vier oder fünf Herren erschienen, denen ich in zwangloser einstündiger Aussprache unter Betonung meiner Anhänglichkeit an den Hilfsverein, unter voller Anerkennung des von ihm geleisteten Hilfswerks wie auch der Güte einzelner seiner Schulen meine ernsten Bedenken wegen der Vorherrschaft des Hebräischen in den Kindergärten und Schulen des Hilfsvereins eingehend auseinandersetzte. Ich bedauere sehr, gegen die Schlüsse, die Herr Simon aus diesem meinem Verhalten gezogen hat, mit aller Entschiedenheit mich verwahren zu müssen. Ich mußte meine Kritik in den beiden Vorbesprechungen erledigen, da ich mich nach., reiflicher Erwägung entschlossen hatte, in der Propagandaversammlung mir die weitestgehende Zurückhaltung aufzuerlegen, um nicht den Anschein zu erwecken. als wollte ich durch Geltendmachung meiner Anschauung in breitester Oeffentlichkeit den Hilssverein diskreditieren. Das ist auch der alleinige Grund, der mich bewogen hat, meine Behauptungen in der Propagandaversammlung möglichst abzuschwächen. Ich überlasse nunmehr die von Herrn. Simon versuchte Bemängelung meines Vorgehens dem öffentlichen Urteile. Für meine Person vertrete ich auch jetzt noch sowohl auf eigener Wahrnehmung als auch auf Grund genauen Studiums der Jahresberichte des Hilfsvereins die Meinung, daß der Hilfsvercin der deutschen Juden von seinem ursprünglichen Programme abgewichen ist und sich in seinem Schulwerk allmählich den Anschauungen, Wünschen und Bedürfnissen der jüdisch-nationalen Kreise des Orients anpaßt. * Rabbiner Dr. Porges. Im Anschluß daran wird uns geschrieben: „Mag es mit dem Briefe des Herrn Dr. Porges, den er an uns gerichtet haben will, bestellt sein wie ihm wolle, jedenfalls bleibt es in hohem Grade merkwürdig, daß der stellvertretende Vorsitzende einer Ortsgruppe des Hilfsvereins sich dazu hergibt, bei der Vorberatung zur Einberufung einer Propaganda-Versammlung, bei der zudem niemand anwesend war, der ihn widerlegen konnte, und in der Propaganda-Versammlung selbst eine übelwollende Kritik anzubringen. Es sei schließlich bemerkt, daß nicht nur Herr Dr. Nathan, sondern auch Herr Geheimer Justizrat Landtagsabgeordneter Dr. Cassel und ich in der Leipziger Versammlung den Darlegungen des Herrn Dr. Porges entgegengetreten sind. James Simon." (Für die Redaktion dieses Blattes ist mit dem Abdruck dieser Briefe der Zwischenfall erledigt.) . mit Unterstützung des Hilfsvereins der Deutschen Juden habe ich hier eine jüdische Bibliothek begründet, die neben den anderen Instituten des Hilfsvereins dazu bestimmt ist, unsere Brüder im Orient moralisch und intellektuell zu heben. Ich richte an alle Menschenfreunde die herzlichste Bitte, mir gebrauchte Bücher gratis zu überlassen. Jugendschriften jüdischen Inhalts, aber auch gut geschriebene Bücher aus der großen Jargonliteratur wären uns ganz besonders willkommen. Rabbiner Dr. Rosenwasser. Sofia in Bulgarien. Dn dir Herren Mitarbeiter I Neuerliche Vorkommnisse, besonders das zu späte Eintreffen der Bacherschen Photographie, nötigen mich zu folgender Erklärung, die ich die Herren Mitarbeiter dringend zu beachten bitte. Die „Allgemeine Zeitung des Judentums", die am Donnerstag ausgegeben und versendet wird, muß, damit sie rechtzeitig erscheint, Dienstag ausgedruckt werden. Der Satz muß daher am Montag vollendet sein, da an dem genannten Tage bereits die technische Anordnung für die Nummer getroffen sein muß. Ich bitte daher die Herren Mitarbeiter ebenso höflich wie dringend, Zusendungen, die für die Donnerstag-Nummer bestimmt sind, spätestens am Sonntag früh in meine Hände gelangen zu lassen, nur in diesem Falle bin ich in der Lage, einige Artikel noch in die nächste Nummer aufzunehmen. Berlin, 12. Januar 1910. Ludwig Geiger. Druck und Verlag von Rudolf Mosfe in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.