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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-01-07 · Heft 1 (7.1.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 1 (7.1.1910)
Date
1910-01-07
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Schum?. — Lausanne, 24. Dezember. Anläßlich der Grundsteinlegung für die neue Synagoge bringt die „Tribüne de Genöve* einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der hiesigen Gemeinde. Die israelitische Gemeinde Lausanne wurde 1848 durch die Herren Schwab-Picard, Friedrich Maas und zwei Herren Weiler begründet. Das erste '.war, einen Friedhof zu erwerben. Da die Gemeinde nur sehr langsam zunahm, währte es zehn' Jahre, bis sie dies erreichte. Im Jahre 1858 erwarb sie das dafür bestimmte Terrain. Dieser Friedhof reichte bis 1905 aus. Gegenwärtig ist nur noch für zwei Gräber dort Platz. 1865 stellte die Gemeinde den ersten Vorbeter an. Als Rabbiner fungierte der Genfer Rabbiner, Professor Wertheimer. Seit 25 Jahren bekleidet Herr Lehmann das Amt des Vorbeters. 1903 wurde ein neuer Friedhof angekauft, der seit 1905 benutzt wird. Die Gemeinde wuchs allmählich an, sie umschließt gegenwärtig 116 Mitglieder. Für den Gottesdienst dienten bisher gemietete Räumlichkeiten. Das Legat des Herrn Osiris im Betrage von 50 000 Francs bildete den Grundstock für den Bau der Synagoge, die etwa 300 000 Francs kosten dürfte. * Palästina. M. 8. Jerusalem, 23. Dezember. Jerusalem zählt zirka 60000 Einwohner, von denen 48 000 Juden sind. Abgesehen vo.i den vielen jüdischen Schulen, welche von mehr oder minder begüterten jüdischen Gruppen in jedem Judenviertel unterhalten werden, gibt es sogenannte öffentliche Anstalten, die von Vereinen, Organisationen der Juden des Auslandes unterhalten werden. Der Unterricht in allen diesen Anstalten ist unentgeltlich. Insgesamt sind es 33 Elementarschulen mit 5277 Schülern, 233 Lehrern und. einem Budget von 865 622 Francs; drei Mittelschulen mit 222 Schülern, 18 Lehrern und einem Budget von 71 000 Francs. Darunter sind ein Lehrerseminar, eine Realschule und eine Kunstgewerbeschule, elf talmudische Hochschulen mit 398 Hochschülern, 17 Dozenten und einem Budget von 379 906 Francs. Insgesamt beansprucht der Unterricht -von 5897 Schülern einen Ausw'änd von 1316 528 Francs, das verhältnismäßig sehr hoch ist, sowohl.im Vergleich zu den Unterrichtskosten in Europa als auch zu d.em erreichten Bildungsgrad der Schüler. Die hohen ' Unkosten lassen sich nur dadurch erklären, daß keine einheitliche Verwaltung für all diese Schulen vorhanden ist. Was die Unterrichtsstoffe anbetrifft, so werden nur in fünf der Elementarschulen neben den jüdischen Fächern, wie Bibel, Mischna, Talmud mit Kommentaren, auch allgemeine Elementarfächer wie Geographie, Naturkunde, Rechnen, Geschichte und Sprachen unterrichtet. Die Talmudischen Hochschulen sind nur dem Studium, des Talmuds gewidmet, und zwar nicht nur in theologischer, sondern auch in juristischer Hinsicht. — Bekanntlich enthält der Talmud außer theologischen auch reine, juristische Abhandlungen. In diesen Hochschulen werden also die Höchschüler nicht nur zu Rabbinern, sondern auch zu Richtern, „Dajamin", ausgebilbet. Dieselben werden sehr oft von den Juden in Rechtsprozessen angerufen. Die Wirkung des neuen Militärgesetzes für die Juden Jerusalems ist vorläufig keine gute. Bekanntlich wollte das türkische Ministerium die Einreihung der Nichtmohammedaner in das türkische Heer erst nach einigen Jahren vollziehen. Das Ministerium wollte den Nichtmohammedanern, die bis jetzt im Heere nicht gedient haben, Zeit lassen, sich für die neue Pflicht vorzubereiten. Allein die Griechen und die Armenier drängten im Parlament auf die sofortige Anwendung des Gesetzes. Nachdem die sofortige Anwendung im Parlament beschlossen worden ist. begannen die Griechen unter der Agitation ihrer Volksführer, scharenweise zu fliehen und sich ihrer Pflicht zu entziehen. Wenn die Griechen aus politischen Gründen im Heere nicht dienen wollen, so fällt den Juden Jerusalems die Erfüllung dieser Pflicht besonders schwer.- Bekanntlich find die Leute so fern von jeder körperlichen Hebung erzogen worden, daß sie einen Horror vor der militärischen Zucht haben. Auch sind meistens >die Leute schon so früh' verheiratet, daß sie mit' 20 Jahren zwei bis drei Kinder haben. Und nun müssen sie Frau und Kind verlassen, um ihrer Militärpflicht zu genügen. Dennoch sind es nur wenige, welche flüchten. Vielmehr haben sich alle Einberufenen vereinigt und die Pro/. Br. Soxhlet’s Nährzncker wird von der Nährmittelfabrik München G. m. b. H. in Pasing bei München nach Angabe - und unter Kontrolle des Herrn Geheimen Hofrats Prof. Dr. v. Soxhlet hergestellt und ist dank seiner Zusammensetzung im vollen Masse dazu berufen, in der Reihe der künstlichen Kindernährmittel eine hervorragende Stelle einzunehmen. Dafür sprechen vor allem die zahlreichen Urteile der Fachpresse, die mehrfach und ausführlich über Ernährungsversuche mit diesem Präparate berichtet hat, und deren Urteile ^einstimmig die vorzüglichen Erfolge seiner Anwendung in der Säuglingsernährung betont. Der Nährzucker ist in erster Linie bestimmt, als Zusatz zur Kuhmilch, gesunden Kindern als Nahrung in den Fällen zu dienen, in denen die Mutter nicht oder nicht ausreichend imstande ist, selbst zu nähren, und hat sich hierzu seit Jahren in jeder Weise bewährt. Da er leicht und vollständig resorbiert wird, eignet er sich zur Nahrung für Säuglinge vom ersten Lebenstage an; er befördert-den Körperansatz, ohne jedoch einen einseitigen Fettansatz zu begünstigen, wird dauernd gut vertragen, auch während monatelangem Gebrauche, bei einem und demselben Kinde gern genommen und beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden der Säuglinge in hervorragender, ganz augenscheinlich günstiger Weise. Doch auch in der Ernährung kranker Säuglinge hat er sich vortrefflich bewährt. Während daher die Zugabe von Soxhlet’s Nährzucker zur üblichen Milchmischung für den Säugling immer und in jedem Falle von Vorteil ist, ist seine Anwendung in gewissen Fällen besonders angezeigt, und zwar: . 1. Bei schwächlichen Säuglingen, die ein ihrem Alter nicht entsprechendes, zu niedriges Körpergewicht besitzen und trotz vorhandener Trinklust nicht recht gedeihen wollen. Die Erfahrung hat gelehrt, dass in solchen Fällen die Verabreichung von Soxhlet’s Nährzucker unerwartete Erfolge gezeitigt hat, und dass diese Kinder bald nach der Zugabe von Soxhlet’s Nährzucker überraschende Zunahme ihres Körpergewichtes aüfzuweisen begannen. ' . , ' 2. Bei Säuglingen, welche an Verdauungsstörungen (Durchfall, Sommerdiarrhöen) leiden oder einen Magendarmkatarrh überstanden haben, überhaupt in allen Krankheitsfällen, in denen Wert darauf zu legen ist, heben spezieller une medikamentöser Behandlung den Ernährungszustand und die Körperkräfte durch eine leicht verdauliche, bekömmliche Nahrung zu heben, ist die Zufügung von Soxhlet’s Nährzucker zur Nahrung ein 'gezeichnetes Mittel, um den durch die Krankheit geschwächten Organismus in kürzester Zeit wieder vollständig herzustellen. Vßl'k/tllfccfollfHI *-)er Nährzucker wird nur in Originalpackungen, Blechdose mit Schraubenverschluss, mit Auf- JrIlllV FUR(UIJmU»1U»I1 druck unserer Firma und genauer Bezeichnung des Inhalts in den Handel gebracht und ist durch alle Apotheken und Drogenhandlungen erhältlich; nach Orten, wo keine Niederlage, auch direkt von der Fabrik. \ Jede Bose ist mit einer ansllrlitlieo üekraut&saüweisnng verseilen. :: - AusfütiFliche Prospekte versenden wir auf Wunsch gern kosten- und spesenfrei. NährmittelfäbriK München G.m. b. H., Pasing b. München.

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