Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1910)
- Date
- 1910-01-07
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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Jerusalemer Institutionen veranlaßt, sür die zurückgelassenen Frauen und Kinder während ihrer Abwesenheit zu sorgen. Wenn auch vorläufig die Folgen schwer sind, so ist dennoch zu hoffen, daß in Zukunft sich die ganze Lebensweise der Jerusalemiter ändern wird. Die Schulen werden darauf bedacht sein müssen, durch körperliche und geistige Erziehung sie sür ihre Militärpflicht fähig zu machen. Auch werden sich die Frühheiraten im Hinblick auf diese Pflicht einstellen. Aus beiden zu erwartenden Reformen ist nur Gutes zu erhoffen. * Amerika. Z. New Aork, 18. Dezember. Bekanntlich beabsichtigt die Einwanderungskommission der Vereinigten Staaten auf Grund ihrer Erfahrungen während der beiden letzten Jahre demnächst neue Einwanderungsgesetze ins Leben zu rufen. In dieser Angelegenheit hat am 4. Dezember als Delegierter des Amerikanisch- JüdischenEinwanderungskomitees Herr W. M a ck, einRichterausChicago, eine Rede zugunsten der armen Emigranten vor der Einwanderungs-, kommission in Washington gehalten. Der treffliche Redner führte aus, daß es bis jetzt den Vereinigten Staaten stets zur Ehre gereicht habe, als eine Zuflucht ffür Vertriebene und Unterdrückte zu gelten. Auch haben die eingewanderten jüdischen Elemente dem Lande großen Nutzen gebracht, da sie durch ihren Bildungsdrang sich bald zu tüchtigen Staatsbürgern herangebildet haben. Herr Mack protestierte alsdann gegen das beabsichtigte Verbot der Einwanderung körperlich schwacher Personen; denn in den meisten Berufen, denen sich die jüdischen Emigranten zuzuwenden pflegen/ seien keine großen Körperkräste erforderlich; überdies beweist die geringe Kindersterblichkeit bei den eingewanderten jüdischen Elementen ihre körperliche Leistungsfähigkeit. Daraus wandte sich der Redner gegen den verlangten Bildungsnachweis der Einwanderer; diese Forderung müsse zu einer Trennung der einwandernden Familien führen, weil die meisten männlichen Emigranten imstande sind, den Bildungsnachweis zu führen, unter den Frauen hingegen sich eine große Anzahl von Analphabeten befindet. Ferner geißelte der Fürsprecher jener armen, heimatlosen Glaubensgenossen die für dieselben in den Berichten der Einwanderungskommission übliche Bezeichnung Juden und verlangte ihre Rubrizierung nach der Nationalität aber nicht nach der Konfession. — Am 3. Dezember starb in Boston an den Folgen eines Magenkrebses der allgemein beliebte und hochangesehene Professor Dr. Charles Groß, der seit 1900 den Lehrstuhl für Geschichte an der Harvard Universität bekleidet hatte. 1857 in Troy bei New York geboren, erhielt der Verblichene seine Ausbildung am Williams Kollege und auf den Universitäten Leipzig, Göttingen, Berlin und Paris. Nach seiner in Göttingen erlangten Promotion zum Dr. phil. stellte er seine ganze Arbeitskraft in den Dienst der Geschichtsforschung. Die englische Geschichte speziell verdankt ihm manche interessante Arbeit; erwähnt sei nur sein bedeutendstes Werk „tlie Sources and Literature of english History up to 1485", das ihm auch die Berufung an die Harvard Universität einbrachte. Auch als Jude betätigte er sich im Dienste Klios, indem er die Monographie des Dr. Kahserling über Columbus und die Juden ins Englische übertrug. Bis zu seinem Tode war er zweite^ Vorsitzender der amerikanisch-jüdischen Geschichtsvereinigung. — Nach einer erfolgreichen Tätigkeit von 22 Jahren als Schauspieler und Leiter seines bekannten jüdischen Theaters in der Grand Street hat Jakob Adler, ein Mann, dessen dramatisches Talent seit den achtziger Jahren weit über die Grenzen New Jorks hinaus Bewunderung und fachmännische Anerkennung gesunden, den Schauplatz seiner Tätigkeit verlassen, nachdem geschäftliche Anfeindung von mehr als einer Seite dem alten Manne das Leben während der vergangenen sechs Monate bitter genug gestaltet hatten. Da sein Theater seit einiger Zeit nicht mehr den früheren glänzenden finanziellen Erfolg aufwies, überließ er letztes Frühjahr die Benutzung desselben an fünf Abenden der Woche einem anderen Unternehmer, während er für seine Truppe den Sonnabend abend und den Sonntag reservierte. Aus dieser Vereinbarung ergaben sich Konflikte. Dieser> Tage wurde das Theater endgültig geschlossen. Adler und seine Truppe begeben sich in nächster Zeit nach Europa und werden auch in Berlin jüdische Vorstellungen geben. BERLIN C. Spandauer Strasse 26-32 N. JSRAEL BERLIN C. König - Strasse 11-14 Wäsche-flusstattunnen Die Anfertigung erfolgt in eigenen Zuschneiderei- und Näherei-Sälen. Eigene Veredelung der verarbeiteten :: Baumwoll- Stoffe :: Spandauer Str. 26 — 32 König-Str. 11 —14 Gegründet 1815 .MW Wohnungs-Einrictituiigen Ständige Ausstellung fertig eingerichteter Zimmer. Eigene Polsterei- sowie Tischlerei- und De ko rations-Werkstätten Entwürfe kostenfrei Die reich illustrierten HdUpf- Und SondGP"KdtdlOUQ werden kostenfrei versandt Marmeladen «iw., naturrein, frei von den gesundheitsschädlichenZusätzen: Salizhl, Weinstein, Sprit, Farbe usw Feinstes Aroma, köstlicher Geschmack vollwertiger Ersatz für Frischobst. Obstbau-Kolonie „Eden Oranienburg bei Berlin. Preisliste mit ärztl. u. a. Gutachten frei Berlins«., GörlitzerUfer24. Großwäscherei für Hauswäsche, Gardinen usw. 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