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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-12-10 · Heft 50 (10.12.1909) · p. Seite 600

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 50 (10.12.1909)
Date
1909-12-10
Page
Seite 600 (sequence 12)
Language
German
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600 Jakob Fromer, Geschichte eines LebenSwerkes. Charlottenburg, Selbstverlag des Verfassers. Hauptsächlich gegen Lazarus Goldschmidt, auch gegen Strack gerichtet, mit manchen Bemerkungen über das eigene Werk des Autors und dessen Tendenz. Finanzgrößen und große Finanzen von Adolf Kohut. Finanzverlag von Alfred Neumann, Berlin W 57. Dies neue Buch des unermüdlichen Schriftstellers enthält wenigstens einen Beitrag, der unser besonderes Interesse erregt: Einiges von der Dynastie Rothschild. Eeschichtchen einzelner Häupter des großen Bankhauses werden unterhaltend erzählt und ein paar Züge mitgeteilt, die ihre Weltbedeutung illustrieren. Lüchereintsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Lord Beaconsfield (Disraeli) „Contarinio Fleming“. Ein Psychologischer Roman. Uebersetzt und eingeleitet von Oskar Levy, London. Oesterheld & Co., Verlag, Berlin 1909. Palästina und seine Kultur in fünf Jahrtausenden. Nach den neuesten Ausgrabungen und Forschungen dargestellt von Dr. Pete^ Thomsen. Mit 36 Abbildungen. Aus Natur und Geisteswelt' Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. 260. Bändchen. Druck und Verlag von B. G. Teubner in Leipzig 1909. Bibliotheque de Critique Religieuse. Une Religion Rationelle et Laique. La Religion du XXe Steele par Louis-Germain Levy. Paris, Emile Nourrit 1908. Aus einer stillen Welt. Erzählungen aus der modernen jüdischen Literatur, ins Deutsche übertragen und eingeleitet von Theodor Zlocisti. Zwei Bände. Verlag Winz & Co., G. m. b. H. 1910. Mitteilungen zur Jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grnnwald. 12. Jahrgang. 4. Heft. Leipzig 1909. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. 5. Jahrgang. November 1909. Heft Nr. 11. Fiflh Biennial Session. Tlie National Conference of Jewisli Cliarities in the United States lield in the City of Richmond# May 4th to 6tli 1908. Baltimore 1909. Geschichte der Jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt in Berlin. Eine Festschrift von Dr. M. Holzman. Berlin 1909. Druck von H. S. Hermann. Das Rassenproblem. Unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlage der Jüdischen Rassenfrage von Dr. Ignatz Zollschan. Wien und Leipzig 1910. Wilhelm Braumüller. Predigten und Schristerklärungen von Pros. Tr. S. Maybaum. Viertes und fünftes Buch Moses. Berlin 1909. Poppelauersche Buchhandlung. Israel Zangwill. Komödien des Ghetto. Deutsche autorisierte Ausgabe durch Hanns Heinz Ewers unter Mitwirkung des Verfassers. Berlin 1910. Verlag Siegfried Cronbach. Biblische Studien. XIV. Band. V. und VI. Heft. Die Menschenopfer der alten Hebräer und der benachbarten Völker. Von Dr. Evaristus Blader. Freiburg im Breisgau. Herdersche Verlagshandlung 1909. Sprechsaal. u dem Artikel „Zur Frauenfrage" wird uns geschrieben: „Zurzeit arbeiten 61 Herren und 8 Damen in der Armenkommission der Berliner jüdischen Gemeinde; 2 weitere Damen sind von den Abteilungen und dem Plenum gewählt, und ihre Bestätigung ist bei dem Vorstande der jüdischen Gemeinde nachgesucht. Da nach dem Wortlaute der Satzungen der Armenkommission die Damen nicht als Mitglieder gewählt werden können, sind sie als Ehrendamen herangezogen. Sie haben in unserer Kommission alle Rechte und Pflichten der Mitglieder mit Ausnahme des Stimmrechts. Um auch dieses ihnen zu verschaffen, haben die Mitglieder eine Eingabe an den Vorstand abgesandt, mit der Anfrage, ob nicht auf Grund des § 46 Abs. 2 des „revidierten Statuts für die jüdische Gemeinde zu Berlin" es möglich sei, die Damen als Mitglieder zu wählen. Die ungezogene Stelle lautet: „Die Verwaltungskommissionen bestehen in der Regel aus Mitgliedern des Vorstandes, beziehungsweise nach dem Befinden derselben aus Vorsteherstellvertretern, Repräsentanten und sonstigen wahlberechtigten Gemeindemitgliedern". Eine Antwort auf diese Eingabe ist zurzeit bei der Armenkommisfion noch nicht eingelaufen. Unsere Ehrendamen haben erklärt, von dem Vorrechte, das ihnen die Satzungen gewährt, indem sie lebenslänglich gewählt werden, keinen Gebrauch machen zu wollen. Die amtsälteften Ehrendamen haben demgemäß nach Ablauf einer dreijährigen Amtszeit — solange währt die Wahlperiode der Mitglieder — ihr Amt jetzt niedergelegt, um ebenso wie die männlichen Kollegen den Abteilungen und dem Plenum es zu überlassen, ob sie Wiederwahl für angezeigt halten und entsprechende Vorschläge den Gemeindebehörden zugehen lassen wollen. Die Damen gingen dabei von der richtigen Voraussetzung aus, daß in einer Kommission, in der von jedem Mitgliede ernste und verantwortungsvolle Arbeit zu leisten ist, nur Personen geduldet werden können, die gewillt und befähigt sind, ihre schwere Pflicht zu erfüllen.. . Alle neuen Gesuche sowohl in der Armenkommission wie auch in den mir unterstellten Stiftungen werden in der Wohnung der Petenten geprüft; eine Ausnahme machen nur die Studenten gesucht, da bei Studenten naturgemäß — falls sie überhaupt anzutreffen — in dem Mietszimmer wenig zu erkunden ist, was nicht ebenso gut bei einer Rücksprache in der Wohnung des Recherchenten zu erfahren ist. Gesuche von bereits wohlbekannten Personen werden nur dann ohne erneute Prüfung in dieser Wohnung erledigt, wenn die Durchsicht der Akten und die darin enthaltenen Berichte aus letzter Zeit ein sicheres Urteil ermöglichen." W. Feilchenfeld. - * Sehr geehrter Herr Redakteur! ie Briefe von Seelig Paulus Cassel an M. Wiener in Nr. 48 Ihrer geschätzten Zeitung brachten mir von ersterem nachstehendes in Erinnerung, das für die Leser von Interesse sein dürfte. Vor Jahren nahm ich Einsicht in seine „Geschäftsbriefe" aus den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an einen mir befreundeten Herrn. Ich möchte hier nur den Inhalt eines dieser Briefe mitteilen, welcher für den „Judenchristen" Cassel bezeichnend erscheint. Cassel wandelte während seiner Studienzeit, auch später nicht auf Rosen. Er entnahm die zu seinem Studium erforderlichen Bücher von einem jüdischen Buchhändler gegen Abzahlung. Der Buchhändler siedelte dann nach Amerika über und überließ die Einziehung der Schuldfordernngen einem seiner Verwandten. Cassel zahlte laut Vereinbarung seine Schuld eine Zeitlang pünktlich in Raten ab, blieb aber später einige Termine mit den Zahlungen im Rückstände. Auf die Mahnung des Gläubigers ersuchte er um weitere Stundung; sei er doch stets seinen Verpflichtungen mit größter Pünktlichkeit nachgekommen, und werde er, sobald es seine Verhältnisse erlauben, mit der Zahlung nicht ausbleiben; leider aber befinde er sich gegenwärtig nicht in der Lage, seiner Verpflichtung gerecht zu werden. „Seien Sie versichert," so schloß sein Schreiben, „ich bin cin Christ mit jüdischem Herzen." — Daß er später seine Schuld mit Dank zu Heller und Pfennig abtrug, bedarf kaum der Erwähnung. Hochachtungsvoll Moritz Grünfeld-Berlin. Berichtigung. In Nr. 48 Seite 572 Spalte 2 Zeile 21 muß es heißen „Bemerkung" statt Bewertung. Seite 572 Spalte 2 Zeile 27 muß es heißen „Blicke" statt Winke. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Verantwortlich für dir Redaktion: Mar Bauchwitz in vertt».

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