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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-10-29 · Heft 44 (29.10.1909) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 44 (29.10.1909)
Date
1909-10-29
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Jugend schriften usw. mit Dank entgegen. Frau Julie Neumann, Vorsitzende, Potsdamer Sir. 1216/ Frau Marcus Adler, Geörgenstraße 46 a. Frau Anna Bach mann, Königin Äugustastr. 49. Frau Max Benjamin, Königgrätzer Str.8. Frau Julius Böhm, Lützowplatz 3. Frau Dr. Frankl; Kurfürstenstr. 147. Frau Dr. Ginsberg, Karlsbad 7. Frau Professor Dr. Grabow er, Karlsbad 9. Frau Anna Jtzig, Potsdamer Str. 31. Frau Justizrat Edwin Katz, Lenn6str.'8. Fräu Profesför Dr. F. Liebermann, Bendlerstr. 10. Frau'Clara Meyer, Wichmannstr. 10? Frau Professor Dr. Max Mosse, Kurfürstendamm 241. Frau Sattitätsrat Dr. Mühsam. Kurfürstenstr. 112a. Frau L o u i s e O l i v e n, Alsenstr. 11. Frau Louis Oppenheim, Potsdamer Stv. 118a. Frau HeleNe Schön» wald, Charlottenburg, Bismarckftr. 13. Frau Geh. Sanitätsrat Dr. Stern, Potsdamer Str. 126. Frau Dr. Ungerleider, Magdeburger Str. 33. Frau Sanitätsrat Dr. Otto Wiesenthal, Karlsbad4. Frau Dr. Wreschner, Müllerstr. 173. Berlin, 18.Oktober. Der Verein für Arbeitsnachweis schreibt uns: „Neue Bahnen" zur Lösung der Personalfrage in der gesamten „Deutschen Handelswelt", das ist die Losung der letzten Jahre, welche die Leistungsfähigkeit der Unternehmungen steigert und daher ein Hauptfaktor im Handel sein sollte. Diese Bahnen er-' folgreich weiter zu verfolgen, ist das Ziel unseres Arbeitsnachweises. Die für alle Teile kostenlose Engagements-Vermittlung gerade ist es, welche den Verein auf durchaus unabhängiger Basis erhält und die Interessen des Arbeitgebers mit Erfolg wahrnehmen läßt. Von dem Grundsatz ausgehend, daß nur eine zielbewußte Leistung den Erfolg gewährleistet, ist es eifriges Bestreben des Vereins, den Betrieb in seinen verschiedenen Abteilungen weiter zu vervollkommnen, neue Ideen zu entwickeln, um einen ' durchaus mustergültig organisierten Betrieb zu schaffen. Die Arbeiten verteilen sich auf folgende Geschäftszweige: Kaufmann ische und gewerbliche Stellenvermittlung für männliche und weibliche Personen, Schreibstube und Inkasso-Abteilung. Trotz der Ungunst der Zeiten ist die Arbeit des Vereins von guten Exfolgen begleitet gewesen und hat sich als nutzbringend für die Herren Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer erwiesen. Es sind im September vermittelt: 230 feste Stellungen, 58 Aushilfestellungen. Die Herbst- und Wintersaison erfordert eine Ergänzung des Personals. Es liegt im eigenen Interesse der Herren Chefs, den Verein für Arbeitsnachweis, Monbijouplatz 10, mit Zuweisung der erforderlichen Kräfte zu betrauen; denn dieser bietet hinreichende Gewähr, für schnelle und zufriedenstellende Bedienung. E- Wrescheir, 18. Oktober. Am Sonnabend den 16 d. M. beging Herr Lehrer Cohn hier sein 25jähriges Amtsjubiläum- Dieser Tag war für den Jubilar ein ehrenvoller Festtag. In seinem Hause wurde ihm fast von allen Mitgliedern seiner Gemeinde, in welcher er über 22 Jahre wirkt, gratuliert, wobei dem Jubilar wertvolle Geschenke und kostbare Blumenarrangements überreicht' wurden. Seine.früheren Schüler, soweit sie hier noch wohnen, erschienen vollzählig. In ihrem Namen richtete 8tuä. meä. R. Lewin herzlichste Begrüßungs- und Glückwunschworte an Herrn Cohn und überreichte ihm eine prachtvolle Adresse mit den Namen der früheren Schüler. Die zeitigen Schulkinder beglückwünschten ihren Lehrer durch einen von einer Schülerin vorgetragenen Prolog und überbrachten Blumenspenden. Namens des jüdischen Schulvorstandes sprach Herr Bürgermeister Patschke, namens der Schulaufsichtsbehörde Herr Ortsschulinspektor Pfarrer Jüterbock. Hierauf erschienen die Mitglieder des hiesigen Lehrervereins, dessen Mitbegründer der Jubilar ist. Der Vorsitzende Herr Rektor Fedtke, hielt eine Ansprache und überreichte eine Ehrengabe des Vereins. Am Sonntag den, 17. d. M. veranstalteten die Freunde des Jubilars im Saale des „Schwarzen Adlers" ein Festessen, das durch Ansprachen und Vorträge ausgezeichnet war. Auch der Verein jüdischer Lehrer der Ostprovinzett, dessen Mitbegründer der Jubilar vor zirka 20 Jahren gewesen ist, ließ sich durch eine Deputation von Kollegen, vertreten. Auf alle Ansprachen und Ovationen erwiderte der Jubilar in der ihm eigenen rhetorisch meisterhaften Weise. Die treuesten Segenswünsche begleiten ihn für seine weitere, reich gesegnete Tätigkeit. M, Hamburg, 18. Oktober. Bei der Wahl von Vertrauensleuten, die bei der Neuwahl Oberrabbiners mit wirken sollen,. wurden die Herren Michel David, Hermann Philipp, Emil Helft, D. Jsaaf, H. I. Bachrach Und S. Hilsheim gewählt. Die Wahlbeteiligung war eine äußerst rege, wie sie seit Jahrzehnten bei den Wahlen zum Synagogenverband nicht zu verzeichnen war. Es waren auch von drei verschiedenen Seiten Wahlzettel heraüsgegeben worden, die mehr oder Minder einer bestimmten Parteirichtung angehörten. Die jetzt gewählten Herren verdanken ihre Wahl einem Kompromiß der beiden Komitees. Das Zustandekommen des Kompromisses beruht bekanntlich auf der Grundlage, daß von der einen Partei erklärt wurde, man habe nicht bereits eine bestimmte Persönlichkeit im Auge, während die Gegenpartei die Versicherung abgab. nicht eine bestimmte Persönlichkeit als Bewerber auszuschließen. Die Wahl wird vom Delegiertenkollegium und Vorstand, in Gemeinschaft mit den sechs von den, Mitgliedern des Shnagogenverbandes gewählten Vertrauensleuten, unter Hinzuziehung von zwei Schriftgelehrten (Norenug) mit beratender Sfimme vollzogen. Der neuzuwählende Oberrabbiner muß mindestens zwei Drittel der Stimmen der 21gliedrigen Wahlkommission auf sich vereinigen. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, sind, die Meldungen so zahlreich eingegangen, daß die Prüfung der Bewerbungen längere Zeit in Anspruch nehmen, und die Wahl wohl kaum noch in diesem Kalenderjahr erfolgen durfte. — Neuwied, 15. Oktober. Der hiesige „Israelitische Wohltätigkeit sverein" (für Männer) feierte am Donnerstag 7. d. M. . das Fest seines 125 jährigen Bestehens. Gegründet im Jahre 1784 von jüdischen wohltätigen Männern, deren Namen in den ältesten Vereinsberichten noch erhalten sind, hat dieser Verein seinem Zwecke entsprechend nur GuLeL gewirkt: Pflege der Kranken, Fürsorge für die Bestattung der Totem Unterstützung der Armen und wohltätiger Stiftungen, Pflege des Studiums der heiligen Gebote. So hat der Verein bis heute unter Leitung und Mitwirkung wackerer Männer nur Segen verbreitet. — An der Festfeier nahm die ganze Gemeinde herzlichen Anteil. Der vormittägige Feiertagsgottesdienst war zu einem würdigen Festgottesdienste gestaltet. Mittags fand im „Hotel Stelting" ein Festessen statt. Abends versammelte sich dort die ganze Gemeinde mit vielen Gästen zu einer Freudenfeier,> die durch Musik,, Theater, Vorträge und Tanz mancherlei Genüsse bot. — Viele auswärtige Vereine und größere Verbände hatten Grüße und Glückwünsche gesandt. Den Gratulanten schließen wir uns gern an und wünschen dem „Israelitischen Wohltätigkeitsverein-", daß er im segensreichen Wirken blühen möge für fernste Geschlechter. Amerika. 2. New Aork, 10. Oktober. Vorgestern verschied hier im Mt. Moriah-Hospital der hebräische Dichter Naphtali Herz Jmber an den Folgen eines Schlaganfalls. Derselbe stammte aus Zlotfchow in Galizien, wo er. im Jahre 1853 geboren wurde. Von der Natur mit herrlichen Geistesgaben ausgerüstet, wendete er sich frühzeitig dem Studium der hebräischen Sprache zu, begann aber ebenso frühzeitig ruhelos durch die Welt zu streifen. Er wohnte überall und nirgends. Nach längerem Aufenthalt in Palästina, wo er ein Bändchen hebräischer Gedichte herausgab, die bald die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf sich lenkten, ging er nach Europa zurück, hielt sich bald in Konstantinopel, bald in Wien, und Budapest auf und kam dann nach Berlin, wo er durch die Vermittlung von Professor A. Berliner und Albert Katz auch zu dem. verewigten Redakteur dieses Blattes, Gustav Karpeles, in nähere Beziehung getreten war. Dann ging er nach London, wo er die Bekanntschaft von Zangwill machte und, von diesem nach Kräften gefördert, einige Jahre ein sorgenloses Leben führte. Endlich .kam er nach New Pork. Auch hier gewann er Freunde und Gönner, aber seine Kraft war gebrochen, der dichtende Geist hatte ihn verlassen, und er sehnte sich nach Ruhe, die er nun für immer gefunden hat. Möge ihm. die Erde leicht sein. Sein Name wird in-seinen Gedichten fortleben.—Der langjährige Mitarbeiter der „Allg. Zeitung des Judentums" Professor Dr. Gotthard Deut sch in Cincinnati: hatsoeben eine sünfaktige historische Tragödie- „Israel Bruna" herausgegeben. Zum Vorwurf für dieses Drama hat er sich das tragische Schicksal des berühmten deutschen Rabbi Israel Chajim aus Brünn gewählt. Das Werk ist in Boston bei R. G. Badger erschienen. —In Philadelphia ist der Grundstein zu einemjüdischen Waisenhaus gelegt wordeui Dort-'

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