Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-10-29 · Heft 44 (29.10.1909) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 44 (29.10.1909)
Date
1909-10-29
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3228852-3228897--65974-3278129
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

er ferner, vielleicht jetzt schon ^die Möglichkeit zu geben,. Vormerkungen auf Plätze zu gestatten. — Die Einrichtung jüdischen Religiosunterrichts" in Lankwitz und Groß-Lichterfelde wurde beschlossen. Geheimrä^t B lu menth al bittet hierbei, für die kleineren Vorortgemeinden die Institution der. Wanderlehrer in Erwägung zu' ziehen. - Syndikus - Justizrat Lilienthal bezeichnet diese Anregung als außerordentlich beachtenswert und bittet, hiesen Gegenstand ^unächt im Schulvorstand, zur Beratung zu steüen. Der Gemeindevorstand halte es für seine. Pflicht, allen Kindern möglichst bequeme Gelegenheit zu bieten, Religionsunterricht erhalten 'zu können. Direktor- Minden, weist aus den Erfahrungen im . D. I. G. V. auf die ungemein großen Schwächen der Institution der Wanderlehrer hin und bittet, di'e'Angelegenheit'in sehr.sorgsame Erwägung zu ziehen.. Die Ab-, änderung des Tarifes und Einrichtung einer dritten Zelle im Quellbade wurde angenommen. In den Vorstand des.Krankenhauses wurde Herr Hugo Heilmann wiedergewählt, und in die Kommission!.- zur Beratung, des Gesetzentwurses über die Verfassung der jüdischen Gemeinden in Preußen die Herren Direktor Minden, Professor. Blaschke, Emil Cohn und Louis Sachs abgeordnet. In dring-, licher Vorlage wurden noch 20 000 Mark als weitere Ausgabe zu den bisherigen Kosten in Höhe von 43 600 Mark für den Bau der zweiten Gebethalle auf dem Friedhofe in Weißensee bewilligt.?. *** Berlin, 25. Oktober. Der Verein für jüdis che Ge.schichte und Literatur (E. V.) versendet soeben folgendes reichhaltige Pro< gramm für das Winterhalbjahr 1909/1910. Am Sonntag, 31. Oktober 1909, präzise 12 Ühr7 findet im großen Saale der Philharmonie, Bernburger Straße 22/23, eine Gedächtnisfeier für Dr. Gustav. Karpeles s. A., statt. Die Gedenkrede hält Herr Prediger Dr. Mr. Levin. Außerdem haben Ansprachen übernommen: Herr Professor Dr. M. Philipps on, für die Gesellschaft zur Förderungder Wissenschaft des.Judentums; Herr Professor Dr. M. Schäfer', für die Jüdische Lesehalle und Bibliothek;', Herr Zahnarzt,M. Lip^ schitz, für den Akademischen Verein für jüdische Geschichte unt> Literatur Die Gesänge werden vom Chor der neuen Synagoge, unter Leitung des'Dirigenten Herrn Albert Kellermänn aüsgeführt. Solo: Herr Kantor Wilhelm Klein, In der Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Straße 9, spricht am Donnerstag, 11. November 1909, Rabbiner Dr. Grün Wald, Wien, über: „Juden als Erfinder und Entdecker." Im Oberlichtsaal der Philharmonie,. Bernburgerstraße 22/23, finden' folgende Vorträge statt: Dienstag; 16. Dezember 1909, Rabbiner Dr. Ackermann, Brandenburg: „Ein Kapitel aus der Geschichte der Berliner Juden." . Dienstag 1l. Januar 1910, Privatdozent Dr. Julius Goldstein, Darmstadt': „Die Poesie der Bibel." Dienstag, 15. Februar 1910, Rabbiner Dr. I. Eschelbach er, Berlin: „Die Anfänge der jüdischen Diaspora." Dienstag, 1. März 1910, Rabbiner Dr. I. Bergmann, Berlin: „Das Judentum, eine psychologische Studie." Dienstag- 22. März 1910, Rabbiner Dr. Warschauer, Berlin: „Zum Gedächtnis Abraham Geigers, 1810/1910." Populär-wissenschaft-. liche Unterhaltungsabende: Dienstag, 7. Dezember 1909, Rabbiner Dr. Emil Levy, Berlin: „Ein Streifzug durch den Orient." Lichtbildervortrag nach eigenen Photographien. Dienstag, 25. Januar 1910, Dozent der Musikwissenschaft Dr. Leopold Hirschberg: „Die Bibel in der Musik." III. (Schluß) Teil: „Von Elias bis Esther." Mit Erläuterungen am Klavier und durch Gesang. Die Vorträge und populär-wissenschaftlichen Unterhaltungsabende beginnen pünktlich 81/2 Uhr abends. -- 'Berlin, 24. Oktober. Die bedeutungsvollen Verhandlungen des III. Deutsch-Israelitischen Verbandstages'von 18. Mai' d. I. schlossen mit der Annahme des Antrages Elb-Straus ab, dahingehend: „Der D. I. G. B. möge innerhalb 6 Monaten eine Konferenz einberufen, die sich ausschließlich mit der Frage des Wanderbettels beschäftigen soll, und zu der alle Provinzial- und Landesverbände sowie alle großen Hilfsorganisationen je ein Mitglied abordnen." Es , wurde ferner dem D. I. G. B. die Hinzuziehung auch kleinerer Armen- Verbände anheimgegeben. In Ausführung dieses Beschlusses richtet der Deutsch-Israelitische Gemeindebund an sämtliche im Deutschen Reich bestehenden freiwilligen Verbände für jüdische Angelegenheiten^ an die Zentralkassen für Fremden-Unterstützungen, an die Vorstände bezw. Armenkommissionen der jüdischen Gemeinden zu Berlin, Hamburg und Hannover sonne an die großen Hilfsorganisationen d'er Alliance 'Tsräelfte Universelle, des Hilfsvereins der Deutschen Juden und der Groß-Loge, Bnei-Briß die Einladung. zur Teilnahme an der am Sonntag, 'den 5. Dezember 1909, vormittags 10y3 Uhr präzise, im "-MMtzrMltÄ'Ngs'M'äÄde-'Üer-'Mdischen''Heme'inde"!KWin7^Nofenjrr:^2 stattfindenden' Konferenz über die Frage deh-Wa-chexbe.tteleüx-Aer D.J.G.B. hofft, daß alle beteiligten KörPerscha'sMHiN^'.ErNk'aö§ng Folge leisten werden, und daß das Ergebnis dieser Zusammenkunft von segensreichen praktischen, Folgen brgleitetrWn. Mird/^ ü' - - . Berlin^ 25. Mtober, ,AgM^OiWper-ein^-üer autschen Juden gehtuns nachstehendeLuschrjft zu: Me:.in .früheren Jcihren richten wir auch diesmal bei.- herannahender Winterzeit am Unsere Glaubensgenossen' die herzliche Bitte,- uns für die. armen Auswanderer gut erhaltene Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhzeug usw^ .für Männer) Frauen , und Kinder zukommen zu .lassen. . Durch, die Ginkleidung schützen wir die. Auswanderer nicht.-nur vor. d'en-..-WbildeÄ' ib&t Witterung auf ihrer beschwerlichen Reise,, sondern: wir -erleichtern ihnen auch..die Landung, die. zerlumpt Gekleideten verweigert'werden kanp. Die Adressen für die Sendungen sind: - Hamburg:.Zentral-» bureau für, jüdische.Auswanderungsangelege;cheiten. Kl; Bäckerstm'21; - Bremen: Hilfsverein der Deutschen Juden, iDÜsternstr.^ 7.; -Berlin: Hilfsverein der Deutschen Juhen,, Steglitzer- Str.. 12. . ’ r . — Brrliu, 24. Oktober. Die Legezeit 'in--der.^Jü.d-i-sch.en.'.L.«ser halle und. Bibliothek", Oranienburger Str. 58, Darterre, wird auf Wunsch zqhlrejcher Leser - versuchsweise . wesentlich erweitert . werden: Vom 1. November ab lpird .das -.Institut wochentägliÄ-von 10> Uhr morgens bis 9 Uhr abends ununterbrochen geöffnet-sein, am Sonnabend und .Sonntag, von 11^2-Uhr und von7—10 Uhr.abends: Die Bibliothek umfaßt jetzt über 6500/Bände jüdischen Inhaltes; im Lesesaal liegen ständig 84 jüdische /Zeitungen, und 1 Journale, »mutz.: Die Benutzung der Bücher und Zeitschriften ist für jedermann ftei.: ---Berlin, 24.. Oktober. Vom Komitee für Chanüka-: Bescherung werden-wir um Aufnahme nachfolgenden- Ausrufes' ersucht: Fünfundzwanzig Jahre sind vergangen, seitdem 12. Frauen in den einfachsten Vereinsformen, aber zusammengehalten durch den ernsten Willen, der-bittersten Not hilfloser Kinder .zu steuern, an die Mitglieder der. jüdischen Gemeinde zu Berlin, mit der Bitte um milde Gaben für die Bekleidung bedürftiger Kommunalschüler herantraten- Der städtische Lehrer,Herr A. Levy und Frau Sanitätsrat Mühsam hatten festgestellt, daß hiesige Gemeindyschulen 1 jüdische Kinder,. besonders der aus dem Osten hergezogenen ärmsten Familien abweisen rnußten wegen mangelhafter Bekleidung. Herr M. S. Me her. und: seine Gemahlin, die ein Jahrzehnt lang an der Spitze des'Komitees standen, vereinten sich mit zwölf hilfsbereiten Damen, um Abhilfe zu schaffen. Noch heute wirken, hon den Mitbegründerinnen Frau Julie Neumann,. Frau Dr. Frankl, Frau Professor.Grabower,. Frau Dr. Ungerleider. — Herr Levy meldet wie von Anbeginn der Begründung unserem Verein die bedürftigen Kinder an. Seit: dem Hin scheiden des Ehepaares Meyer, dessen wir in Dankbarkeitgedenken, hat die geschäftliche Leitung Herr B. Behrens, den Vorsitz- Frau Julie Neumann übernommen. Aus den baren Einnahmen desersten Jahres, 12086 Mark und wertvollen Stoffen wurden 562 Kinder vollständig eingekleidet; im Jahre 1908 dagegen,, da 18.400 Mark eingingen, 1383 Kinder. Lediglich das dringend Nötige wird aus.Ver- . einsgeldern gedeckt. Nurwas uns in natura an Spielzeug oder Jugendschriften überwiesen wird, verwenden wir,. um den Kinderneine besondere Freude zu bereiten. Indem die Schöpfung, .die..der» dringendsten Not des Augenblicks begegnen wollte, .sich entwickelte zw einer dauernden Einrichtung, wurde es möglich, tiefer als mit.einemmateriellen Almosen auf die Empfänger einzuwirken. Die. elterliche $ Wohnung, unserer Schützlinge wird besucht, die Schulleistung . des. Kindes geprüft und so unsere Gabe zu einer Prämie auf den. Ord-.» nungssinn der Mutter und den Fleiß der Kleinen erhoben.... Und/ nicht selten zeitigt dieses Ausstreuen sittlicher Keime, schöne? Frucht.. Wir. beginnen daher im neuen Viertelsahrhundert unsere .Arbeit im Vertrauen auf die fernere Hilfsbereitschaft unserer Glaubensgenossen.: Die. Not pocht unentwegt an die Pforten der Mühseligen.und Be?.; ladenen. Die herannahende rauhe Winterszeit erfordert.gebieterisch > warme Kleidung und Stiefel für die armen jüdischen Kornmuyalschüler. Jede der Unterzeichneten nimmt Gaben an Geld, Stoffen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.