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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-10-08 · Heft 41 (8.10.1909) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 41 (8.10.1909)
Date
1909-10-08
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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rabbiner, Herr Dr.- Ehrenpreis, in bulgarischer Sprache folgenoe schwungvolle Rede: „Eure Majestäten! Sehr geehrte Herren! Andächtige Festversammlung! Mit Gottes Hilfe erlebten wir diesen denkwürdigen Lag. an welchem unsere langjährigen Hoffnungen in Erfüllung gehen, ein würdiges Gotteshaus zu erbauen für die in der Hauptstadt Bulgariens lebenden Juden. Grenzenlos ist unsere Freude, daß es uns beschieden war, dieses geheiligte Werk glücklich zu vollenden, das wir vor vier Jahren begonnen haben. Unsere Freude ist um so inniger, als diese Feier gekrönt ist durch das selten glückliche Ereignis — die allerhöchste persönliche Teilnahme Seiner Majestät unseres geliebten Königs und Ihrer Majestät, unserer geliebten Königin. Dieses monumentale Gotteshaus, geschaffen zur Verherrlichung des göttlichen Namens, allwo unsere Herzen sich.in Reinheit zu Gott erheben werden, ist das Ergebnis einer langen geschichtlichen Entwicklung. Seit fast tausend Jahren leben Juden in dieser Stadt, aus verschiedenen Gegenden und, zu verschiedenen Zeiten, hierhergekommen; im 10. Jahrhundert aus Byzanz, im 14. Jahrhundert aus Deutsch, land und gegen Ende des 15. Jahrhunderts in zusammenhängenden größeren Gruppen aus Kastilien und Aragonien. Stets gruppierten sie sich in gesonderten Synagogen, welche den Namen der Ursprungsorte ihrer Begründer trugen. Diese unsere Stadt hat im Wechsel ihrer eigenen Geschichte viele ähnliche Synagogen entstehen und verschwinden gesehen. Erst unserer Generation war es bestimmt, zum erstenmal dieses allgemeine Gotteshaus für unsere Glaubensgenossen in. dieser Stadt zu schaffen, ein monumentaler und unvergänglicher Mittelpunkt, ein Sammel- und Einigungspunkt, ein würdiges Heim für die ewigen Wahrheiten des Glaubens und der Gesittung. Dieses Gotteshaus, das uns mit vergangenen Geschlechtern verbindet, wird von uns erzählen denjenigen, die nach uns kommen werden. Den bescheidenen Männern, welche es vermocht haben, in aller Stille dieses große Werk zu Ende zu führen, mag von dieser Stelle und in dieser Stunde Dank und warme Erkenntlichkeit gesagt sein. Möge sie Gott belohnen für dieses edle Werk. Dieser Bau ist gleichzeitig ein unvergängliches Denkmal für die Toleranz unseres hochherzigen Herrschers, dessen väterliche Liebe alle Söhne des Landes ohne Unterschied des Glaubens und der Rasse gleichmäßig beschützt, unter dessen Szepter, alle Bekenntnisse sich frei entwickeln und zur vollen Blüte gedeihen können. Dank dieser Freiheit der Bekenntnisse, welche in diesem schönen Lande herrscht, ein wirkliches Merkmal vorgeschrittener Kultur, dank den brüderlichen Gefühlen des edlen bulgarischen Volkes, welches selbst nach voller Freiheit strebend, die Freiheit aller Söhne Bulgariens gleich in Ehren hält — konnte dieses Gotteshaus errichtet werden, als Wahrzeichen der Glaubensduldsamkeit, der Gleichberechtigung und der wahren bürgerlichen Freiheit, die in diesem Lande herrschen. Möge Gott die Fülle seines Segens spenden dem Herrscher dieses Landes, seiner Allerhöchsten Gemahlin, der hilfreichen Mutter aller Leidenden und der ganzen Königlichen Dynastie. Gott segne unser schönes Vaterland, an dem wir in kindlicher Liebe hängen, das bulgarische Volk, an dessen Freuden und Leiden wir teilnehmen, diese schöne blühende Stadt, deren Glück, und Gedeihen wir innig wünschen, sowie alle diejenigen, die an diesem Bau gearbeitet haben und für dessen Erhaltung sorgen werden." Beim Verlassen des Tempels drückte der König dem Großräbbiner seine große Zufriedenheit über den vorzüglichen Verlauf der Feier aus und versicherte ihn seines „Blut ist ein ganz besonderer Saft." Dieses Wort Goethes, zu dessen Zeit die Kenntnis der Zusammensetzung des Blutes noch wenig :; entwickelt war, weist vorahnend auf die wichtige Rolle hin, die dem Blut im menschlichen Organismus zusällt. „Blut ist Leben." Ohne.Blut, ohne seinen Kreislauf im Körper ist keine Lebenstätigkeit denkbar. Innerhalb weniger Minuten durchströmt sämtliches Blut einmal den menschlichen Körper. Blutreichtum entspricht reichem Lebensgefühl; Blutarmut bewirkt eine geschwächte Lebensbetätigung. Die wichtigsten Faktoren für die Erhaltung der Lebensvorgänge sind die Nahrungsaufnahme und die Atmung. Das Blut vereinigt das durch diese beiden Vorgänge dem Körper zugeführte Material und verteilt es auf alle einzelnen Organe. Bei dieser Aufgabe ist es natürlich von größter Wichtigkeit, daß. das Blut von guter gesunder Beschaffenheit und in genügender Menge vorhanden ist. Erfüllt es diese Bedingungen nicht, so treten Erscheinungen ein, die wir mit Bleichsucht und Blutarmut bezeichnen und die eine große Menge von Leiden im Gefolge haben. Es ist bekannt, daß namentlich das weibliche Geschlecht diesen Leiden ausgesetzt ist. Eine Erläuterung dessen, was Blut ist und wie es beschaffen sein muß, ist deshalb für die Frauen von besonderem Interesse. Blut besteht aus einer hellen Flüssigkeit, die nährendes Eiweiß enthält, und aus darin schwimmenden zahllosen außerordentlich kleinen roten und weißen Blutkörperchen. Für die oben genannten wichtigen Funktionen der Ernährung und Atmung kommen die Blutflüssigkeit und die roten Blutkörperchen in Betracht. Das Blut liefert beim Durchströmen des Körpers das nährende Eiweiß für alle Gewebe zur weiteren Verarbeitung. Bei der Bildung der Milch durch die Brustdrüse, bei dem Aufbau von Fleisch und Muskeln, ja bei der Ergänzung der Nervensubstanz entstammt das Eiweißmaterial ursprünglich dem Blute. Die roten Blutkörperchen enthalten einen eigenartigen Erseneiweißkörper, den roten Blutfarbstoff. Diese roten Körperchen haben die wichtige Aufgabe, den Sauerstoff der Luft, berechnen durch die Atmung zugeführt wird, im Körper zu verteilen. Wie die Heizköhle im Ofen unter Wärme und Lichtentwicklung in Kohlensäure verwandelt wird, so erhält auch der menschliche Körper Wärme und Energie dadurch, daß die Nährstoffe-durch den ' Sauerstoff der Atmung verbrannt werden zur Kohlensäure; diese aber wird wieder-mit der ausgeatineten Luft abgegeben. Ist nun infolge anormaler Vorgänge oder Zustände die Blutflüssigkeit gering an Menge und arm an Eiweißgehält, so ist die Ernährung der Körpergewebe unzureichend! und manches; bereits gebildete Gewebe wird aufgezehrt, statt daß es 'erhalten und gekräftigt wird. Und ist die Zahl der roten Blutkörperchen gering, was durch blasse Hautfarbe erkennbar wird, so fehlt es. an den Sauerstoffträgern, Aren Tätigkeit die Herstellung' der Lebensenergie ermöglicht.. Die sind Memnot,^ Frösteln, ^allgemeino Mattigkeit^un b Unlust zur Arbeit. Der- Körper sucht sich durch beschleunigte Herztätigkeit zu helfen, als ob er durch häufigen Umlauf der roten Blutkörperchen die durch den Mangel an denselben herbeigeführten Erscheinungen wieder gut. machen will. Dies geschieht natürlich auf Kosten der vorhandenen Kraft unter vermehrter; Abnutzung des Körpers und , wird, oft als beängstigendes Herzklopfen empfunden. Wie wird dem abgeholfen? Es gilt in erster Linie die nährende Kraft des Blutes wieder herzustellen, die Blutflüssigkeit mit einer genügenden Menge Eiweiß zu versehen und dieses gekräftigte Blut nimmt dann Nährstoffe und Salze, auch hinreichende Mengen Eisen aus der gewöhnlichen Nahrung wieder auf. In der richtigen Ernährung liegt hier die Hilfe. Durch die fehlerhafte Blutzusammensetzung leidet die Gesamterrkährung, also auch die Verdauungstätigkeit und der Appetit. Diesem Umstande muß durch eine Aenderung in der Diät Rechnung. getragen werden; man muß dem Körper durch konzentrierte leicht verdauliche Ernährungsmittel zu Hilfe kommen, wenn er nicht imstande ist, das f^ ihn Erforderliche aus großen Mengen gewöhnlicher Nahrung herauszuschälen, deren unverdauliche Abfälle ihn belasten und seine Darmtätigkeit stören. Nicht jede Nahrung ist zu diesem Zwecke gleichgeeignet, und es liegt auf der Hand, daß besonders bei geschwächten Verdauungsorganen, wie sie bei Blutarmut vorhanden sind, ein Nährmittel in Frage kommt, das größte Reinheit und Kräftigungswert mit leichtester Verdaulichkeit in sich vereinigt. Die Erfolge, die Gutachten der Aerzte Und des Publikums erklären als das für diese Zwecke geeignetste Mittel das Sanatogen. _ Sanatogen wird auch vom schwächsten Magen gut ausgenommen/ es wird schnell resorbiert und bereichert nach kurzer Zeit das Blut mit den wichtigsten Bestandteilen. Durch dies nährkräftige Blut werden die Organe des Körpers gekräftigt, zur Bildung neuen Blutes angeregt und befähigt. Die allgemeine Ernährung bessert sich, und in naturgemäßer Weise wird auch das dem Blute notwendige Eisen aus den Nahrungsmitteln ausgenommen. So'ist gerade die Vermehrung des' Eisengehalts und der roten Blutkörperchen eine Folge der durch Sanatogenzufuhr verbesserten Nahrungsaufnahme. . Schlechte Verdauungstätigkeit und mangelhafte Blutbeschaffenheit stehen im engsten Zusammenhang mit Nervosität und Neurasthenie. Sanatogen verbindet mit seiner Wirkung als blutverbesserndes Kräftigungsmittel die Eigenschaft, auch den Nerven die für ihre Neubildung und Tätigkeit erforderliche Nahrung in leichtverdaulicher Form zuzuführen. Mit Sanatogen wird also auf dem natürlichen Wege die Ursache der Bleichsucht und Blutarmut beseitigt, der Körper wird durch die bessere Ernährung seiner Organe in den Stand gesetzt, sich selbst zu kräftigen, das heißt, sich selbst zu helfen. Darum hat die blutbildende Wirkung des Sanatogens sich so tausendfältig bewährt in allen Zuständen von Schwäche und Mattigkeit und namentlich in bestimmten Krankheitsfällen, wo von schneller Auffrischung und von der Ernährung des Blutes die Genesung abhängt, so z. B. nach starken -Blutverlusten nach Operationen, im Wochenbett, in zehrenden Krankheiten usw. usw.

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