Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1909)
- Date
- 1909-09-24
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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nähme an . der im Oktober 1909 in Breslau tagenden dritten Haupt* Versammlungdes ■ Verbandes der Deutschen Juden;sind :2llfred M a rk us-Pinne und Sigi s mu n d G o l d s ch mi dt-Mssa vorgeschlagen worden. An der in Posen abgehaltenen 21. Jahrespersammlung des Vereins jüdischer Lehrer in den. Ostprovinzenzu der an den Verband eine Einladung,ergangen war, hat der Verbandsvorsteher teilgenommen. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Wahl der. Kommission zur Prüfung der Jahresrechnung . pro . 1908, wurden . G old schm idt-Lissa, Herzog-Posen, Georg Hermayn Loevy bestimmt. Im Jahre. 1908 wurden' vereinnahmt: An Beiträgen von. Synagogengemeinden 1110 Mark, außerdem waren noch. verschiedene Einnahmen, vgn 1385,70 Mark; hierzu der Bestand am 1. Januar 1908 von 41,55 Mark, mithin belief sich die .Gesamteinnahme auf 2537,25 Mark der sich eine Gesamtausgabe von 2207,69 Mark gegenüberstellt. Nach vorgenommener Prüfung der Einnahmen und Ausgaben wurde die Entlastung erteilt.. Von den ausscheidenden . Ausschußmitgliedern wurden wiedergewählt: Geheimrat Herz-Posen, Manasse Werner- Posen, Leopold Lippmann-Buk, Rechtsanwalt Goldschmidt- Ostrowo, Sigismund Goldschmidt-Lissa. Anstelle des verstorbenen Jüstizrat Salz wurde Justizrat Man heim er, an Stelle des im Vorjahre in den Ausschuß gewählten, inzwischen verstorbenen G. Auerbach-Krotoschin wurde Bankier Georg Hermann Loevy- Rawitsch für das Jahr 1909 gewählt^ Auf Antrag des Verbandsvorstehers wurde beschlossen, das Verwaltungsjahr aus die Zeit vom 31. April bis 31. März zu verlegen. H. B. Worrgrowitz, 12, September. Am 5. d. M. fand in der hiesigen jüdischen Gemeinde die feierliche Einführung. des Herrn RabbiUer Dr. Friedmann aus Erätz statt. In der festlich geschmückten Synagoge hielt nach der Begrüßung durch den ersten Vorsteher Herr Rabbiner Dr. Dünner-Rogasen die Einführungsrede worauf Herr Dr. Friedmann mit der Antrittsrede sein neues Amt übernahm. Solo- und Chorgesänge erhöhten die stimmungsvolle Feier. Mit Herrn Dr. Friedmann wird das seit 40 Jahren verwaiste Rabbinat neu besetzt. M. Hamburg, 13. September. Im Israelitischen Tempel, Poolstraße, fand die Enthüllung einer für den verstorbenen Vorsitzenden des Tempelverbandes, Herrn Gemeindevorsteher Jos. S chö nfel d, gestifteten Gedenktafel statt. Nachdem die Familienmitglieder unter den Klängen der Orgel zu ihren Ehrenplätzen geleitet worden waren, und sich die Geistlichkeit sowie der Vorstand und das Repräsentantenkollegium vollständig versammelt hatten, übergab Herr Robert Hinrichsen im Aufträge des Komitees die Gedenktafel dem Vorstande' Er hob in . seiner Rede die Verdienste des unvergeßlichen Jos. Schönfeld um die Entwicklung des Tempelverbandes hervor, dem er mehr als.40 Jahre als Vorstandsmitglied angehörte. Der Verewigte hat sich große unvergängliche Verdienste um die Gemeinde erworben, die Anbringung der Gedenktafel im Gotteshause, an dem er mit so großer Liebe bis zu seinem Tode hing, möge ein schwacher Beweis der Dankbarkeit sein für den Mann, dessen Wirken uns allen unvergeßlich sein wird. Der Vorsitzende des Tempelverbandes, Herr Joseph Lippmann übernahm die Gedenktafel in die Obhut des Vorstandes und . sprach den Wunsch , aus, daß es dem Tempelverband nie .an, Männern fehlen möge, die gleich Jos. S.chönfeld ihr ganzes Können dem Wöhle der Gemeinde widmeten. Die aus dem hiesigen Kunstatelier don. D. Römer stammende Marmortafel ist in der Vorhalle des. Tempels angebracht. . Sie weist, in erhöhten Goldbuchstaben die Widmung auf: „Dem treuen unvergeßlichen Führer des Israelitischen Tempelverbandes Joseph Schönfeld zum ewigen Gedenken." Am Fuße der Tafel befindet sich die Inschrift : „IM Vorstand tätig 1869—1909." - Hamburg, 2. September. Aus der Harnburgischen Judenmission meldet das Hamburger Kirchenblatt: „In Verbindung mit dem Leipziger evangelisch-lutherischen Zentralverein für Israel hat seit' Ende vorigen Jahres Fräulein.Elisabeth Delitzsch von Altona aus unter den Juden Altona-Hamburgs zu arbeiten - versucht. Sie hat nicht in die jüdischen Kreise eindringen können. Fräulein Delitzsch geht nach Leipzig zurück." Als Grund dieses erfreulichen Fiaskos gibt das kirchliche Blatt an, daß; „sich die Hamburger Juden jeder Mission gegenüber.schroff ablehnend verhalten, weil sie mit den beiden Proselytenheimen vor Augen die Mission als Seelenkauf und Proselhtenmacherei und die Judenchristen-als Schnorrer anzusehen sich: gewöhnt haben." — Auch vernünftige Christen-, verurteilen - die^ Proselytenmacherei und denken, über die sogenannten Judenchristen nicht anders als wir. - . Magdeburg, 10. September. Dem Rabbiner unserer Gemeind e - Herrn Dr. Wilde, ist auf ein von ihm an das hiesige Generalkommando eingereichtes - Gesuch nachstehende Benachrichtigung zugegangen: Magdeburg, den 9. September 1909. Generalkommando des-W. Armeekorps. Auf Ihr unter dem 6. d. M. an Seine Exzellenz -den kommandierenden Herrn- General gerichtetes Gesuch wird Ihnen erwidert, daß nach einer am 7. d. M. hier eingegangenen Verfügung des Kriegsministeriums vom 2; September 1909 die Mannschaften -jüdischen Bekenntnisses an den -hohen Feiertagen des Monats September vom Dienst-befreit und-zum-Besuch des Gottesdienstes nach der nächstgelegenen jüdischen Gemeinde beurlaubt werden können sofern es die Interessen des Dienstes gestatten und die Manövers Verhältnisse - zulassen. Diese Anordnung, die auch für die Zukunft Gültigkeit hat, ist den Truppenteilen öekanntgegeben worden". R. Cassel, 9. September. Nach 15 jähriger, selbstloser und hingebender Tätigkeit verließ heute der Jüspektor des hiesigen Waisenhauses, Herr Adolf Sch ehe, seine Anstalt, um in den Ruhestand zu treten. In geräuschloser Weise hat er seines schweren, verayt. wortungsvollen Amtes gewaltet und war den gegenwärtigen und entlassenen Zöglingen ein Waisenvater in des Wortes bester Bedeutung. Jeder war hier von seiner intensiven Tätigkeit überzeugt. In bewegten Worten dankte der Vorsitzende des KüMoriums, Herr Fiorino. dem Scheidenden für seine Pflichterfüllung und überreichte ihm eine wertvolle Stutzuhr als Angebinde. Herr Landrabbiner Dr. Doktor wünschte Herrn Schehe einen ungetrübten Lebensabend, da der hier gestreute Segen ihm in der neuen Heimat nur beste Früchte und schönsten Lohn bringen könne. — Sicherlich werden die vielfachen Erfahrungen auf allen Gebieten des Schulwesens und der Waisenerziehung, auch in Breslau, dem nunmehrigen Rühefitz des verdienstvollen Beamten, Beachtung finden. München, 10. September..Am 1, September d. I. > wurde das 25jährige Dienstjubiläum des' Herrn. -ÄerlehpeM He sprich Friedmann, dahier, der seit dieser Zeit den RetigionNnterxicht an den Königlichen Gymnasien und städtischen Volks- und Mrttelschüleü erteilt, von der Gemeinde, dem Rabbinate und den Kollegen.festlich und feierlich begangen. Die Vorstandschaft der ersteren überreichte mit wärmsten Worten der Anerkennung für ersprießliches segensreiches Wirken in der Schule und besonders in der technischen Leitung des israelitischen Religionsunterrichtes, die ihm.obliegt, eine Dankadresse nebst kostbarem, prachtvollem Ehrengeschenk. Standesgenossen, Freunde und Bekannte schlossen sich in Rede und Werk diesen an. Blumenspenden, Depeschen und Glückwunschzuschriften liefen in zahlreicher Menge ein. „Dem Verdienste seine Krone" lautete die Parole des Tages und speziell der erhebenden, weihevollen Stunde. Herr Friedmann, aus Höchheim in Untersranken gebürtig, zählt nunmehr 41 Dienstjahre, wovon er zwei an Privatlehrinstituten, zwei in Sulzburg, zwölf in Neumarkt (Oberpfalz), an den dortigen Volksschulen und den Rest dahier verbrachke.. Möge es dem pflichttreuen, .zielbewußten.. liebenswürdigen Jubilar beschieden sein, bei vollster Kraft und Gesundheit noch eine Reihe von Jahren in dem schönen, wenn auch oft dornenvollen Berufe des Unterrichtes und der Jugenderziehung mit gleichen Resultaten zu wirken. Dem wackeren Kämpen auf dem Gebiete des Schulwesens, unserem lieben, treuen Friedmann, gilt der herzlichste Wunsch: Ad multos annos. Gesterrrich-Angsrn. ' 0. W. Wien. 19, September. Ans Anlaß des Umstandes, daßdie israelitische Kultusgemeinde beabsichtigt, die Grabsteine auf dem bekannten israelitischen Friedhof im 9. Bezirk, Seegasse 9, zu restaurieren, hat die Zentralkomwission für Erforschung und Erhaltung der Künste und historischen Denkmäler einen Lokalaugenschein vorgenommen, bei welchem folgendes konstatiert wurde. In dem malerisch sehr wirksamen Friedhof befinden sich etwa tausend Grabsteine, von denen die ältesten, allerdings nicht in loeo erhaltenen, sondern .anderswoher, zum Teil aus Wiener-Neustadt übergesührten, bis ins 13. Jahrhundert.