Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1909)
- Date
- 1909-09-24
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3228852-3228892--65885-3278035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
widmete Ami o ü L i n d n e r. der Kunstkritiken -der .„Neuey^ Hamburger i Zeitung", dem Verblichenen einen warmen Nachrufs worauf unter den > üblichen Gebeten die Beisetzung erfolgte. Have pia anima! Berlin, 15. September. Der „Verein für Arbeitsnach-' weis" (Monbijouplatz 10, Tel. Amt III 2589) versendet nachfolgenden - Augustbericht: Deutlich tritt die Wahrnehmung hervor, daß die bis vor kurzem verzeichnete/Stille im Geschäftsleben einer mehr und mehr bemerkbaren Belebung Platz macht. Infolge des ein setzenden .Ge» chäftes im Groß- sowie Detailhandel macht 7ich in Jnteressentenckreisen eine starke Nachfrage nach Personal in allen Branchen geltend, auch nach ersten Kräften. Der „Verein für Arbeitsnachweis" beginnt mit berechtigten Hoffnungen für eine umfangreiche Inanspruchnahme seiner Stellenvermittlung die Herbstsaison. Der August schließt mit der Vermittlung von 199 festen und 34 Aushilfestellungen ab. Die kaufmännische und gewerbliche Abteilung offerieren den Herren Chefs kostenlos erprobtes Personal, insbesondere Verkäufer,. Lageristen, Reisende, Buchhalter, Kontoristen usw., männliche und weibliche Personen, ferner Hausdiener, Packer und dergleichen. Die Schreibstube empfiehlt sich zur Anfertigung von Schreibarbeiten aller Art, Vervielfältigungen sowie zum Versand von Offert- und Reklamebriefen, Preislisten, Drucksachen usw. Die Preise, welche hierfür in Ansatz kommen, sind außerordentlich niedrig. Die Aufmerksamkeit, welche auch dieser Abteilung gewidmet wird, bürgt den Herren Auftraggebern für prompte und zuverlässige Bedienung. Alles in allem erscheint und der Bericht als ein glücklicher Vorbote für eine allgemeine und hoffentlich andauernde Besserung im Berliner Geschäftsleben. ----- Beulin, 15. September. Der bekannte Verlagsbuchhändler Hugo Steinitz wurde gestern auf dem Friedhof in Weißensee zur letzten Ruhe bestattet. Der Sarg war hoch mit herrlichen Blumen und Palmen bedeckt, und die weite Leichenhalle konnte die Zahl der Teilnehmenden kaum fassen, die sich hier um die tieftrauernde und gebeugte Witwe vereinten. Vertreter unserer Schriftstellerwelt, unseres vornehmen Buchhandels, Mitglieder unserer ersten Theater, namentlich auch des Königlichen Schauspielhauses, Angehörige der Gesellschaft hatten sich eingefunden, und Rabbiner Dr. Weiße widmete dem Dahingeschiedenen einen warmen, von schönem menschlichen Verständnis für das schwere Schicksal beseelten Nachruf, in dem er den trefflichen Charakter, das menschenfreundliche, unermüdlich hilfsbereite Wesen des Dahingeschiedenen gebührend würdigte. — Bintta, 14. September. Am Sonntag, den 12. d. M. fand hier die feierliche Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. Unter den Klängen eines Chorliedes wurden die Thorarollen in die heilige Lade gestellt. Die wirkungsvolle Festpredigt des Kreisrabbiners Dr. Beermann aus Insterburg knüpfte an das Bibelwort an: „Hier ist nichts anders als ein Gotteshaus und hier ist eine Pforte zum Himmel, und zeigte, daß das Heiligtum ein Hort der Ideale und ein Born der Weihe für das Leben sein. will. Er sprach dann den Dank der Gemeinde aus an alle die opferwilligen Spender, die den Neubau eines Gotteshauses durch ihre reichen Gaben ermöglicht haben, zumal für die hingebende Tätigkeit der beiden Gemeindevorsteher Hermann.Fürst und Arthur Lewinsky, deren rastlose Energie es gelang, der Gemeinde eine so würdige Andachtsstätte zu schaffen. An der Stelle der alten Synagoge, die vor einem Jahre ein Raub der Flammen wurde, erhebt sich der neue Tempel, ein schönes .Denkmal der Opferwilligkeit und des frommen Sinnes. der hiesigen jüdischen Gemeinde. An die Synagogenfeier schloß sich ein Festmahl im Hause des Vorstehers Kaufmann Arthur Lewinsky. * Breslau, 15. September. Die Breslauer Schachkreise und mit ihnen diejenigen von ganz Deutschland werden durch die Nach» ' richt vom Hinscheiden des Altmeisters Arnold Schottländer mit Trauer erfüllt. Seit Jahren kränkelnd, ist er auf der Heimreise von Wiesbaden gestern früh einem Schlaganfall erlegen. Schottländer wurde am 2. April 1854 zu Münsterberg i. Schl, geboren. Von" Geburt, an mit einem schweren körperlichen Leiden behaftet, das ihm die Wahl eines Berufes -unmöglich machte, verlegte er sich schon frühzeitig auf die edle Schachspielkunst, in deren Ausübung sein allzeit reger Geist einen Ersatz für . die ihm versagte, Tätigkeit sand> Im Hauptturnier zu Frankfurt a. M. 1878 gewann er den ersten Preis und damit die Meisterschaft, die er seitdem in zahlreichen Turnieren, : u. a. zn Nürnberg 4883, Hamburg 1885 und Dresden 1892, bewährte. Seine eigentlich^Kraft lüg in der Analyse und in der kurzen, ohne allzu langes Ueberlegen gespielten Partie. Schottländer war ein fast regelmäßiger. Besucher der deutschen' und internationalen Schachkongresse. Die Breslauer SchaGwel^werliert in ihm. ihre markanteste Persönlichkeit und einen stets opferwilligen. Förderer des königlichen ^Spiels.- * , . ’:r ,; W. Posen, im September. Der Berband der Shnagogengemeinden des Regierünjjivezirks Posen hielt seine zwölfte ordentliche Generalversammlung iiiu Repräsentanten-Sitzungs saale der Synagogengemeinde hierselbst ab.. Vertreten waren - folgende Gemeinden! 1. Dobrzyca, Pieschen, Zerkow/ durch Rabbiner. Dr. Königsberg er-Pieschen; 2. Jaratschewo,- Jarötschm;und Koschmin durch Rabbiner Dr. H ePpNer-Koschmin; 3. Krotoschin durch Julius Neumark; 4. Lissa i. P.: Sigismund Goldschmidt; 5. Moschin; I. Fraenkel jun.; 6. Pinne: Max Szamatolski; 7. Posen durch die Herren Gemeinderabbiner Dr. Feilchenfeld, Ignatz Goldschmidt , Silberberg, Schefftel. Justizrat Manheimer und D. Peltesohn; 8. Rawitsch: Georg Hermann Loevy; 9. Samter: Rabbiner Dr. Wreschner; -10. Schmiegel: H. Kurzezunge; 11. Schwerseyz: Lehrer M. Erünfeld und 12. Wreschen durch Rabbiner Dr. M. Lewin Außerdem waren auf erfolgte Einladungen anwesend. die Rabbiner Dr. Cohn-Rawitsch, I. Nobel-Filehne. Dr. Silb erborg» Schrimm sowie fünf persönliche Mitglieder. Vor Eintritt in die eigentlich Tagesordnung begrüßte der Verbandsvorsteher, Bankier Ignatz Goldschmidt, die Erschienenen. Hierauf erwähnte derselbe des herben. Verlustes, welchen. der Verband durch am 20. Februar d. I erfolgten Tod des Justizrat Julius Sa lz rlitten hat. Der^Verbandsvorsteher widmete dem Verblichenen einen warm empfundenen Nachruf, in welchem er hervorhob, daß Justizrat Salz dem Verbände seit dessen Begründung als stellvertretender Vorsitzender angehörte und stets mit regem Eifer seine unschätzbaren Dienste der Förderung der Verbandsinteressen erfolgreich . widmete. Des > ferneren gedachte - der Verbandsvorsteher des verstorbenen G.-Auerbach-Krotvschin, welcher ln her vorjährigen Generalversammlung in den Ausschuß des Verbandes gewählt worden war. Das Andenken beider. Heimgegangenen ehrten die Anwesenden, indem sie sich von ihren Plätzen erhoben. Zu Punkt 1 der Tagesordnung berichtet der Verbandsvorsteher, daß im Berichtsjahre sich die Gemeinde Kobylagora dem Verbände neu angeschlossen hat, dagegen ist wiederum der Abgang einer Gemeinde,-. Bomst, die sich aufgelöst hat, zu verzeichnen. Zurzeit gehören dem Verbände folgende 36 Gemeinden an:. Birnbaum, Bojanowo, Buk, Dobrzyca, Grätz, Jaratschewo, Jarotschin, Jutroschin, Kobylagora, Kobylin, Koschmin, Kosten, Krotoschin, .Lissa i. P., Moschin, Murowana-Goslin, Neustadt bei Pinne, Ostrowo, Pinne, Wreschen, Posen, Rackwitz, Rawitsch, Samter, Santomischel, Schmiegel, Schrimm, Schroda, Schwerin - a. W.; Schwerfenz, Tirschtiegel, - Wöllstein, Wreschen, Wronke, Ziduny, Zerkow. Der Vorstand der Synagogengemeinde Posen hat auf Antrag, des Verhandsvorsitzenden in seinem Etat pro 1909/10 den.: Betrag von 300 Mark zugunsten des Verbandes eingestellt. Zur Förderung des Religionsunterrichts ist den Gemeinden Dobrzyca, Jaratschewo und Xions auf. deren Antrag ein Zuschuß gewährt worden. Ebenso hat der Deutsch-Israelitische Gemeindebund wiederum, den Beitrag von 300 Mark als Zuschuß zu den Kosten der Bezirksrabbinate, und zwar für die Zeit vom 1. April 1909 bis dahin 1910 bewilligt. Wie aus den Einzelberichten der acht Bezirksrabbinate hervorgeht, haben sich die letzterenfortgesetzt als eine in jeder Beziehung segensreiche und der tatkräftigsten Unterstützung würdige Einrichtung bewährt. Auf dem Gebiete der Kultusbeamten-Ausbildung, die in bewährter Weise von Gemeinde» rabbiner Dr. Feilchenfeld-Posen geleitet und durch den Verband materiell gefördert, wird,. sind - weitere erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Von den bisher ausgebildeten Schülern des Instituts sind 13 im Regierungsbezirk Posen, 3 im Regierungsbezirk Bromberg beamtet. Gegenwärtig sind sieben Kandidaten in der Ausbildung begriffen, von denen zwei bis drei im September für ihre Anstellung reif sein dürften^ An den Beratungen des XI. Deutsch-Israelitischen Gemeindetages und; des III. Deutsch-Israelitischen Verbandstages haben sich als Delegierte unseres Verbandes die. Ausschußmitglieder Jgn.a tz G ol d sch m i dt und Samüe l S ilb erberg beteiligt. Zur Teil-