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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-09-10 · Heft 37 (10.9.1909) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 37 (10.9.1909)
Date
1909-09-10
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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von derartigen Verbänden eine ganz besondere Förderung, insbesondere der kleinen Vereine verspricht. — Die Vorarbeiten für die Bezirksverbände sollen an verschiedenen Teilen unseres Vaterlandes bald in Angriff genommen werden. Besondere Aufmerksamkeit will der Verband der Frage der Versorgung der Verbandsvereine mit Rednern widmen; die literarische Kommission übernimmt es, eine Rednerliste herauszugeben. Dieselbe Kommission wird auch mit Verlegern, Buchhändlern und Schriftstellern in Verbindung treten, um den Vereinen eine Anschaffung von guten Büchern zu ermäßigten Preisen zu ermöglichen. Eine eingehende Aussprache findet über die Notwendigkeit von hebräischen Sprachkursen innerhalb der Jugend- Vereine statt. Auf Wunsch wird der Vorstand zwecks derartiger Kurse, die er sehr empfiehlt, mit praktischen Ratschlägen zur Hand gehen. Die Frage zur Begründung einer Verbandszeitung soll womöglich schon in der nächsten Sitzung ihre Lösung finden. Mit Rücksicht auf die Verdienste des verewigten Dr. Gustav Karpeles wird den Verbandsvereinen empfohlen, in geeigneter Weise des Verstorbenen zu gedenken. — Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich Berlin SW., Wilhelm.^, ff. 118, III. Tr. Zuschriften sind zu richten an den Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, zu Händen des Herrn Rabbiner Dr. Finkel. Lp. Ans der Provinz Posen, im. August. Kantor Jacobsohn in S ch l o p p e ist nach Kletzko berufen worden. — Kaufmann Feibelsohn in Schildberg ist zum Magistratsmitglied daselbst gewählt und als solcher vom Regierungspräsidenten bestätigt worden. — Kaufmann Hermann Ziegler in Ostrowo ist zum Ehrenmitglied des dortigen Radfahrvereins ernannt worden. — Kantor Baermann in Czarnikau ist nach Wongrowitz gewählt worden. — Die in Znin durch Pensionierung des Lehrers Salinger erledigte Lehrerstelle an der jüdischen Volksschule ist dem Lehrer Destler aus Strelno übertragen worden. — Lehrer Petschkowski in Rakel beging kürzlich sein 25jähriges Amtsjubiläum. — Neulich feierte bei voller Rüstigkeit das Fleischermeister To bias. Jak ubowski sche Ehepaar in Labischin das 'Fest der goldenen Hochzeit. — Rabbiner Dr. Friedmann in Grätz ist nach Wongrowitz berufen worden. — In der letzten Generalversammlung des israelitischen Frauenvereins in Rogowo ist Frau Friedländer daselbst zur Vorsitzenden gewählt worden. — Die jüdische Schulklasse in Fi lehne ist mit den anderen kommunalisiert worden. Der jüdische Schulvorstand wurde dieserhalb aufgelöst. In die städtische Schuldeputation wurde Kaufmann Salinger gewählt. — Vor kurzem feierte Herr Lehrer Peczkowski von der jüdischen Volksschule in Posen sein 25 jähriges Lehrerjubiläum im Schützenhause im Kreise der Mitglieder des Lehrervereins — In Fried heim ist Kaufmann Isaak Machol zum ersten Vorsteher der Shnagogengemeinde gewählt worden. Dortselbst ist der Bau eines neuen Bethauses geplant. Herr Jacoby stiftete eine namhafte Beihilfe für den Bau. — Herr Hauptlehrer I. Hahm in Ostrowo beging kürzlich sein 25 jähriges Ortsjubiläum daselbst. Aus diesem Anlasse ist ihm in Anerkennung seiner segensreichen Wirksamkeit als, Leiter der jüdischen Volksschule vom Schulvorstande ein sehr ehrendes Dankschreiben zugegangen. — Sanitätsrat Dr. Mannheim Lande in Rakel ist gestorben. — In Rawit sch ist die Armenbüchse in der Synagoge erbrochen und beraubt worden. Der Einbrecher ist noch nicht ermittelt. — Getreidekaufmann Hermann Weißbart in Borek beging neulich seinen 70. Geburtstag unter reger Teilnahme der dortigen Bevölkerung. — Zum Kantor der Synagogengemeinde in Landeck in Westpreußen ist Kantor Jeremias Singermann aus Berlin berufen worden. — In Skalmierzyce bei Ostrowo hat sich eine Filialgemeinde gebildet, die an Festtagen ihren eigenen Gottesdienst, veranstaltet, aber organisch zur Gemeinde Ostrowo gehört. — Die Synagoge in Ostrowo ist mit einer Heizungsanlago versehen worden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf über 5000 Mark. 6. V. Nettstettin, 2. September. Einen interessanten Einblick in die Verhältnisse an dem königlich Fürstin Hedwig Gymnasium in N eust ettin gewährte eine vor dem Stettiner Schöffengericht verhandelte Beleidigungsklage eines ehemaligen Primaners, bezw. dessen gesetzlichen Vertreters, gegen einen Lehrer genannter Anstalt. Bei Vernehmung eines Zeugen, ebenfalls eines ehemaligen Primaners, wurde sestgestellt, daß in die an dem Gymnasium bestehenden verschiedenen Vereine (Ruder-, Turn- und Gesangverein) jüdische Schüler nach den statutarischen Bestimmungen nicht ausgenommen werden. Es ist wohl kaum glaublich, daß die Vorgesetzte Behörde von diesen Bestimmungen Kenntnis hat. wenigstens ist dies nicht anzunehmen, denn eine Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums in Stettin vom 8. März d. I., nach welcher der Herr Minister dem Gymnasium in Neustettin aus dem Zentralfonds eine Beihilfe von 500 Mark zu den Kosten der Beschaffung eines Ruderbootes für den Ruder- und Turnverein bewilligt habe, enthält nichts davon, daß jüdische Schüler von der Benutzung dieses Bootes auszuschließen seien-Es ist — nicht allein in Neustettin —. bekannt, daß an dem Gymnasium daselbst ungesunde Zustände betreffs der Behandlung jüdischer Schüler-im Gegensatz zu denjenigen christlicher Konfession herrschen. Daß man aber unter den Augen der Behörde und mit Wissen des Anstaltsleiters — mit dessen Einwilligung doch wohl die verschiedenen Vereine an dem Gymnasium bestehen — das Gift des Klassen- und Rassenhasses unter den Schülern verbreitet, .ist ein trauriges Zeichen der Zeit. V Stettin, 1. September. Der israelitische Frauenverein hat soeben eine Koch- und Haushaltungsschule eingerichtet, in der junge Mädchen hierorts die rituelle Küche und die Leitung eines gut geführten Haushaltes, unter Aufsicht der Vorstandsdamen erlernen können. Die Dauer des Kursus ist auf drei Monate berechnet. Das Pensionat, in bester Gegend gelegen, bietet berufstätigen jungen Mädchen und Frauen..die Annehmlichkeiten einer guten Familienpension. Die behaglich eingerichteten Schlafzimmer, sowie ein gemeinsames Speisezimmer sichern den hierorts Fremden bei äußerst mäßigen Preisen und bei bester ritueller Verpflegung ein angenehmes Heim. Prospekte stehen Interessenten zur Verfügung. Der Preis beträgt 45 bis 65 Mark pro Monat (inklusive Wohnung, Verpflegung, Bad). Nähere Auskunft erteilt jederzeit der Vorstand des israelitischen Frauenvereins, Frau Dr. Vogelstein, Barnimstraße 1, Frau E. Rosenbaum, Moltkestraße 19. ML Hamburg, 30. August. Aus den Kreisen, der Mitglieder des Synagogen Verbandes hat sich ein Komitee gebildet, welches soeben eine Versammlung der Verbandsmitglieder nach dem Logenheim einbe- , rief, um über die Stellungnahme zur bevorstehenden Wahl eines Oberrabbiners zu beraten. Den Vorsitz in der von mehr denn 300 Personen besuchten Versammlung führte Herr E. Helft, der einleitend hervorhob, daß eine Aussprache über Personen nicht beabsichtigt werde, lediglich die Frage, in welcher Weise die Besetzung der vakanten Oberrabbinerstelle vorgenommen werden könne, ohne gegen die Satzungen des Synagogenverbandes zu verstoßen und den Frieden innerhalb der Gemeinde zu gefährden, soll in der Versammlung erörtert werden. Der Referent Herr A. Auerbach führte.aus, daß durch den Tod des unvergeßlichen Oberrabbiners M. Hirsch hier eine Lücke entstanden, die wohl schwer auszufüllen sei. Der Verstorbene, der weit über die Hamburger Gemeinde hinaus einen Weltruf besaß, hat es während seiner zwanzigjährigen Amtstätigkeit verstanden, die Institutionen des Verbandes zu einer hohen Blüte zu bringen, aber sein größtes Verdienst bestand wohl darin, daß er den Frieden in der Gemeinde gefördert und befestigt habe. (Laute Zustimmung.) Jetzt gelte es, dem Verewigten einen würdigen Nachfolger zu geben, einen.Oberrabbiner zu wählen, der in seine Fußstapfen trete, der sein Werk fortführe und in seinem Sinne zum Wohls aller Glieder dieses Verbandes wirke. Es habe nun allgemein überrascht, daß der Vorstand schon in so kurzer Zeit nach dem Tode des Oberrabbiners Hirsch di ) Neuwahl ausschreibt. Nach Ansicht des Referenten, ist es nicht z! billigen, daß die Wahl schon in den nächsten Monaten vorgenommeu. werden soll. Die Neuwahlen zum Delegiertenkollegium finden erst im Dezember statt, und vor der neuen Zusanimensetzung des Kollegiums dürfte auch die Wahl des Oberrabbiners nicht vorgenommen werden. Ferner müsse, in Erwägung gezogen werden, ob es nicht richtiger sei, die Zahl der Wahlmanner zu vermehren; unbedingt müsse aber den Verbandsmitgliedern mehr Einfluß bei der. Vornahme der Wahl eingeräumt werden. In der Diskussion wurde von zwei Herren die frühe Ausschreibung der Wahl gebilligt und als richtig bezeichnet, der Vorstand habe sich an das Statut gehalten und korrekt gehandelt, die meisten. Redner

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