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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-06-18 · Heft 25 (18.6.1909) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 25 (18.6.1909)
Date
1909-06-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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73, Jahrgang Nr. 25. Fulin, 18. Juni 1909 Vellage zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums. korrrlponden-m und Machrichten. Deutschland. " 8. Berlin, 10. Juni. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat jetzt Prüfungskommissionen eingesetzt, vor denen solche staatlich geprüften Lehrer und Lehrerinnen, die eine ^seultas für die Erteilung jüdischen Religionsunterrichtes nicht besitzen, den Nachweis ihrer Befähigung zur Erteilung desselben erbringen können. Diese Einrichtung wird allseitig gewiß mit Tank begrüßt werden. Die Prüfungen .finden, wie aus der Anzeige in der vorigen Nummer hervorgeht, zweimal im Jahre, und zwar Ende Februar und Ende September statt: eine Prüfungsgebühr wird nicht erhoben. Meldungen sind mindestens zwei Monate vorher an den Vorstand der jüdischen Gemeinde, Berlin, zu richten. Als Prüfungskommission für die Lehrer ist die an der Lehrerbildungsanstalt der jüdischen Gemeinde bestehende Kommission, für die Lehrerinnen die Kommission zur Prüfung der Teilnehmerinnen an den Kursen zur Ausbildung von Religionslehrerinnen eingesetzt. 8. Berlin, 14. Juni. Soeben ist der 19. Jahrgang des vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde herausgegebenen Handbuches der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege (Statistisches Jahrbuch) erschienen. Das Werk, an dessen Vervollkommnung fortwährend gearbeitet wird, erweist sich immer mehr als ein unentbehrliches Nachschlagebuch für das gesamte jüdische Leben in Deutschland. Es gibt ein möglichst getreues Spiegelbild aller Leistungen des deutschen Judentums und dient dabei doch dem praktischen Zweck einer leichten Orientierung über jede den Benutzer interessierende Einzelgemeinde oder sonstige Vereinigung einer Institution. Auch der neue Jahrgang weist vielfach Verbesserungen auf. Am meisten gewinnt an Präzision und Umfang des Inhalts der wichtigste Teil des Buches, die jüdischen Gemeinden und Vereine im Deutschen Reich. Man kann schon jetzt sagen, daß es dem Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes gelungen ist, dem erstrebten Ziel nahe zu kommen, nämlich ein praktisches, brauchbares und theoretisch wissenschaftliches Nachschlagewerk zu schaffen, das für jeden unentbehrlich ist, der sich mit jüdischen Angelegenheiten beschäftigt. 8. Berlin, 15. Juni. Von dem „Korrespondenz-Blatt des Verbandes der Deutschen Juden" ist soeben Nr. 4 erschienen. Dieselbe bringt an der Spitze einen warmen Nachruf auf Dr. Edmund Lachmann, den verstorbenen Vorsitzenden des Verbandes, dessen Verdienste um diese Institution gebührend gewürdigt werden. Sodann folgt ein sehr wertvoller Artikel „Die Korrespondenz 1908". Die materiellen Ergebnisse dieser Korrespondenz verdienen besondere Aufmerksamkeit; sie erstrecken sich über alle Gebiete des öffentlichen Lebens und gewähren so einen authentischen Blick über die Lage der Juden im Deutschen Reiche. Es folgt eine Darstellung der wichtigeren, seit dem letzten Bericht ausgesührten Arbeiten des Verbandes, die Liste der Korrespondenten mit Angabe des Bezirks und das instruktive Beispiel eines erschöpfenden Korrespondenzberichts, das eifrige Nachahmung verdient. Das Korrespondenz-Blatt wird von dem Generalsekretär des Verbandes, Herrn Justizrat Lövinso n, vortrefflich geleitet. V Berlin, 15. Juni. Der Verein „Lehrlingsheim Pankow" hielt am 13. d. M. seine ordentliche Generalversammlung ab. Da der Vorsitzende sowie dessen Stellvertreter ortsabwesend waren, wurde die Versammlung von dem ersten Schriftführer, Justizrat Kraft, eröffnet und geleitet. Wie aus dem Verwaltungsbericht, der sämtlichen Mitgliedern gedruckt zugegangen, ersichtlich, ist die Zahl der Mitglieder, sowohl der einen Jahresbeitrag entrichtenden als auch der immerwährenden, in erfreulicher Zunahme begriffen. Dem Verein sind wiederholt durch letztwillige Verfügungen reiche Spenden zugeflossen. Aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens seiner Firma hat Herr Max Fränkel der Vereinskasse 3600 Mark überwiesen. Im Laufe des Berichtsjahres ist auch die von dem Vorstande der jüdischen Gemeinde zu Berlin verwaltete Stiftung des Geheimen Medizinalrats Dr. Wolfs Cohn in Wirksamkeit getreten, und das Kuratorium dieser Stiftung hat am 10. September v. I. beschlossen, mehreren Zöglingen Erziehungsbeiträge zu gewähren, was für den Verein bei seiner Finanzlage von nicht geringer Bedeutung ist. In den 13 Jahren seines Bestehens hat der Verein 111 Lehrlinge nach beendeter Lehrzeit entlassen, von denen 69 aus Groß-Berlin, 34 aus den Reichsprovinzen und je 4 aus Oesterreich und Rußland stammten. Gegenwärtig betragt die Zahl der Zöglinge 36, die ebenfalls, bis auf 4 Ausländer, deutsche Reichsangehörige sind. Von den 31 Aufnahmegesuchen während des Geschäftsjahres mußten leider 15, zum Teil, weil die Bewerber ungeeignet erschienen, und zum Teil aus Mangel an Mitteln, abschlägig beschieden werden. Der Bericht schließt daher mit der dringenden Bitte an Gönner und Wohltäter, die Bestrebungen des Vereins durch reiche Zuwendungen zu fördern. Alsdann verlas Herr Julius Cohn den Kassenbericht und beantragte namens der Revisionskommission für den Schatzmeister Kommerzienrat Leopold Friedmann und das Kuratorium die Entlastung, die auch einstimmig erfolgte. Bei den hierauf vollzogenen Wahlen wurden die bisherigen Revisoren, Herr Emanuel Appel und Herr Julius Cohn wieder-, Herr Jacob Pasch als Stellvertreter und an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Julius Boden sie in Herr Oscar Tietz als Kurator neugewählt. Die Versammlung genehmigte sodann den Voranschlag des Etats für 1969/1916 bei einem Bestand von 40 Zöglingen mit 30 000 Mark und stimmte beifällig dem Anträge des Kuratoriums zu, Herrn Geheimen Kommerzienrat Dr. S. Loewe, der im Berichtsjahr seinen 60. Geburtstag gefeiert, und in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein Lehrlingsheim-Pankow, zum Ehrenmitglied zu ernennen. Außer den genannten Herren gehören dem Kuratorium noch an: Herr Rudolf Mosse als zweiter Vorsitzender, Professor Dr. Strelitz, Dr. I. Ginsberg, Negierungsrat Dr. Magnus, Dr. S. Feist, M. D. Feilchenfeld, Maurermeister Max Fränkel. *** Berlin, 15. Juni. Im Logenhaus, Wilhelmstraße 118, ist seit einiger Zeit eine Ausstellung zu besichtigen, auf die wir gern die Aufmerksamkeit weiter Kreise lenken möchten. Es sind Modelle der Tempel Salomons und Herodes, sowie das Tabernakel Moses, die Herr Aron Cohn aus Jerusalem in jahrelanger Arbeit, nach genauen Quellenstudien, angefertigt und in vollendeter Form konstruiert hat. Der Besuch dieser Ausstellung ist allen Freunden des jüdischen Altertums, ganz besonders aber unserer Schuljugend aufs wärmste zu empfehlen. L Posen, 10. Juni. Der Verein jüdischer Lehrer in den Oftprovinzen hielt am 1. und 2. d. M. im Sitzungssaale der jüdischen'Gemeinde Hierselbst seine 21. Jahresversammlung ab. Da mit dieser Versammlung eine Jubiläumsfeier verbunden war, war die Beteiligung recht stark. Hierorts waren als Ehrengäste erschienen: Rabbiner Dr. W. Feilchenfeld, Dr. Bloch, Dr. Josephsohn, Bankier Goldschmidt, Kaufmann Israel Friedländer, Kaufmann Manasse Werner und Religionsschuldirigent Dr. Joseph Feilchenfeld. Der deutsch-israelitische Gemeindebund Berlin, der Verband der Synagogengemeinden des Regierungsbezirks Posen, der Vorstand und die Repräsentaytenversammlung unserer Synagogengemeinde haben ihre Vertreter zur Versammlung entboten. Der Verbandsvorsitzende, Rektor Feiner-Hamburg, war ebenfalls anwesend, um den Jubilar, Herrn Hauptlehrer Herbst-Lissa, zu seinem 70. Geburtstage mitfeiern zu können. Der stellvertretende Vorsitzende, Lehrer Becker-Wollstein, hielt die Festansprache und würdigte die Verdienste des Kollegen Herbst um den Verein. Hierauf wurde Herr Herbst zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die zwei Vorträge: „Sind die Erzählungen des alten Testaments für die Charakterbildung der Jugend entbehrlich?" von Schweitzer-Glogau und „jüdischerReligionsunterricht,jüdische Religions» bücher und jüdische Religion" von Dr. Coblenz von Roßkarnm-Fordon gaben Anlaß zu einer sehr ausgebreiteten Debatte, und war es ein

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