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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-05-07 · Heft 19 (7.5.1909) · p. Seite 223

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 19 (7.5.1909)
Date
1909-05-07
Page
Seite 223 (sequence 7)
Language
German
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Anzahl Anzahl Gesamtsumme der Gesamtsumme Gesamtsumme eine oder Anstalten Vereins gr üppe der' des der Mitglieder Jahres-; beitrage Einmaligen Beiträge Extra- Einnahmen Käpitalvermög. Jahresausgabe. . ’ 2 Armen- und Waisenkommission der jüdischen Gemeinde . . ,. . 1190 0 17345 0)* 1273193 224908 («); 9 Anstallen zur Versorgung von Kranken, Siechen und Waisen . 4762 (6) 56108 (6)* 1012.91,(6) 13918 0! 9555483 793679 0 '8 Erholungsheime, Ferienkolonien und ähnliches . . . . . . . 2146 26100 33705 («) 9000 0 250362 (3) 62181 0 " 2 Wöchnerinnenvereine . . . . . 1058 9777 .5166 1047 0 76675 14151 3 Hilssvereine für Taubstumme . . 2580 15433 9741 104 0 135200 - 49259 4 Vereine zur Bekleidung Bedürftiger . . . ... . . . . 1147(3) 7496 (3) 23619 0 3182 0 60500 0 261880 2 Miete-Unterstützungsvereine . . . > 864 11469 5211 0 3344 0 113000 16650 : 18 Frauenvereine für allgemeine Unterstützungszwecke . .. 6285 . | 33949 22141 (0 4953 (0 j 376209 ' 69723 (0 12" Vereine zur Versorgung von Kindern, (Kinderheime, Mädchenheime, Lehrlingsheime usw.) 5616! 50431 423980 .3600 0; 492263 (7) 172525 0 9 Provinzialvereine zur Unterstützung! . von Landsleuten . . ..... 1822 0 23336 7703 0 55 0 : 670028 0 | 33984 0 25 Vereine zu verschiedenenWohlfahrts-! i zwecken . . . ..... 13693 (23) 157974 (23) 67478 (0 15310 0 | 1830111 (0 | 246330 (2v) 4; Vereine zur gegenseitigen Unter- \ - stützung.. . . . 5948 152563 57.599 1 4844608 (3)! 228000 (3) 98 Summe |; 47111 (8») 561981 (0 365952 (") 54513 (0 . 19677632 (0 | 1937578 (0 Institute und Stiftungen in Verwaltung des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, die oben noch nicht verrechnet. 5036927 . 362817 24714559 2300395 NB. Da nicht alle Vereine zuverlässige Zahlen angaben, ist bei den Hauptzahlen links oben in Klammer angegeben, für wie viele Vereine oder Anstalten die Hauptziffer gilt, falls die Zahl geringer ist als in der ersten Reihe vorn angegeben. * Dazu Zuschuß der Jüdischen Gemeinde. Der jüdilchr Frauenbund und die Königin von Mummen. er Vorstand des Jüdischen Frauenbundes sendet uns die nachfolgende Petition und den Bericht von Fräulein Pappenheim über ihren Aufenthalt in Rumänien. Wir sehen darin, daß die Königin von Rumänien Fräulein Pappenheim angehört hat, schon einen Fortschritt in der jüdischen Frauensache und hoffen, daß dadurch der Bekämpfung des Mädchenhandels genutzt wird. Die Petition des jüdischen Frauenbundes an die Dichterkönigin lautete: Herrliche Worte der Milde und der Gerechtigkeit, wie sie nur der Feder einer Frau, einer Dichterin und Königin entstammen können, klingen durch die Kulturwelt. Ermutigt durch solche Worte, wagt es ein Verband von Frauen, der jüdische Frauenbund in Deutschland, die Königin und Frau auf den furchtbarsten Schimpf unseres Geschlechtes hinzuweisen — auf den Mädchenhandel. Seitdem von England durch Josephine Butler unsere Sinne geweckt und geschärft sind für die tausendfältigen Formen von Frauenelend — seitdem William Coote angefangen hat, den geheimen Wegen des Verbrechertums nachzugehen, das aus den Töchtern eines Landes eine Handelsware macht, die den niedrigsten Zwecken dient — seitdem wir wissen, daß es einen Mädchenhandel gibt — ist es Pflicht und Aufgabe der Frauen aller Stände, aller Nationen uyd aller Konfessionen, der Bekämpfung des Mädchenhandels ihre Kräfte zu weihen. Besondere soziale Verhältnisse des Königreichs Rumänien sind für tausende von Frauen und Mädchen dort verhängnisvoll geworden, so verhängnisvoll, daß ihr sittliches Bewußtsein von dem einfachen Selbsterhaltungstrieb übertönt wird. Wir finden darum zahllose rumänische Jüdinnen in die Wege des Lasters gedrängt. . Anstatt daß sie aufrechte Trägerinnen einer uralten Kultur bleiben, anstatt daß sie wertvolle sittliche Elemente bilden innerhalb der Nation, der sie durch Geburt, Sprache und Erziehung unauslöschlich angehören, werden sie, gemeinsam mit vielen ihrer christlichen Schwestern zur Schande getrieben. Wenn wir jüdischen Frauen aus Ew. Majestät Heimatland es wagen, Ew. Majestät ehrfurchtsvoll zu bitten, der Bekämpfung des Mädchenhandels in Rumänien Allerhöchst Ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, so sprechen wir zwar als eine Organisation aus einem verhältnismäßig kleinen Kreise, doch sprechen wir auch für die Allgemeinheit der rumänischen Frauen und Mädchen. Das Schicksal der christlichen Rumänin. die zum Laster gedrängt ist, ist dasselbe wie das der rumänischen Jüdin — psychische und moralische Vernichtung des Individuums — und gleichzeitig Schädigung der Volksgesundheit, der Volkswohlfahrt und des sittlichen Empfindens der Allgemeinheit. Und darum hoffen wir, daß diese Worte, bestätigt und unterstützt von der Unterschrift vieler Frauen, die ihre Kraft und ihr Interesse

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