Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1909)
- Date
- 1909-04-23
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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'.2'; * H f vi 1190-"Mark Subventionen von Gemeinden.^ Das -gesamte Kaffep;. .vermögen weist eine erfreuliche Zunahme von 27 444H5 Mark auf; e§> ^beträgt jetzt insgesamt 326926.87 Mark, reicht jedoch zum Ausbau der Kasse als Pensionskasse noch lauge > nicht -aus,' zumal bie Jahres-. Überschüsse -satzungsgemäß zunächst .in die Reserven „fließen. Für "einige Rabbinerwitwen, deren Ehegatten, wegen zu hohen Lebens- / alters nicht' als Mitglieder ausgenommen werden konnten, standen / infolge eines Aufrufs im Vorjahre private. Mittel zur. Verfügung, aus: denen ein Witwengeld zur Auszahlung gelangte. Diese Mittel s.sind jedoch erschöpft. Die. erste ordentliche Mitgliederversammlung sollte erst nach Ablauf des nächstfolgenden Geschäftsjahres stattfinden. Da jedoch 1910 das Reichsgesetz über den Verficherüngsvertrag in Kraft treten wird, das einige Abänderungen der Satzung notwendig ' macht, so 'muß auf Veranlassung des Kaiserlichen. Aufsichtsamts die - erste ordentliche Mitgliederversammlung schön im Laufe des Jahres 1909 einbettofen werden. Das Kuratorium besteht aus den Herren . Rabbiner Professor Dr. Maybaum-Berlin, Vorsitzender. Handelsrichter Jakob Weinberg-Berlin, stellvertretender Vorsitzender. Fabrikbesitzer Aron Hirsch-Berlin, Rendant. Bankier Ernst Wolf Meyer- Berlin, stellvertretender Rendant. Kaufmann Benno Braun-Berlin, Kontrolleur. Rabbiner Dr. Freudenthal - Nürnberg, Schriftführer. - Kaufmann Manuel 'Schwarz-Berlin, stellvertretender Schriftführer. Rabbiner Dr. Cohn-Rawitsch. Rabbiner Dr. Grünfeld-Bingen. Rabbiner Dr. Guttmann-Breslau. Die Geschäftsstelle der Kasse be-' findet sich zu Berlin, Steglitzer Straße 68 parterre, die Kassenstelle daselbst, Kronprinzenuser 5/6. Den Aufsichtsrat bilden in Berlin: Oskar Berlin, Benas Levh, Moritz Rosenow, Justizrat Dr. Seligsohn, Paul Veit Simon. Frankfurt a. M.: Jsaac Dreyfus, Emil L. Heidenheim er, Benny Oppenheimer, Will). Th. Stern. Breslau: Lippmann Bloch, Eugen Schiff. Beuthen: Samuel Förster. Dresden: Gustav Tuchler. Hannover:- Senator Leopold .Fischer. Katto- Witz: Stadtrat Salomon .Wiener. Posen: Israel Friedlaender. s. Berlin, 20. April. Aus dem Bericht des.. Vereins für Arbeitsnachweis lbegr. von den Berliner Lo gen U. O. B. B. im Jahre 1896) für Monat.März geht hervor, daß derselbe auch im vergangenen-Monat eine rege Tätigkeit entfaltet und unbeeinflußt der noch flauen Geschäftslage in manchen Industriezweigen vorzügliche Resultate erzielt hat. Es sind 226 Personen in feste Stellung gebracht, und 101 Personen ist eine vorübergehende Tätigkeit nachgewiesen worden. Die Vermittlung ist bekanntlich für Prinzipale sowie. Stellungsuchende kostenfrei. Der Verein bringt nur empfehlenswerte männliche und weibliche Kräfte für Handel und Gewerbe in Vorschlag , und ist in der Lage, den Herren Chefs jederzeit brauchbares Personal zuweisen zu können. Die Schreibstube tvar ebenfalls gut beschäftigt und konnte hierdurch eine größere Anzahl in Not befindlicher Kaufleute zu Verdienst bringen. Dieselbe übernimmt die Anfertigung von Vervielfältigungen und Schreibarbeiten sowie Versand von Drucksachen, Offerten, Reklamebriefen usw. bei billigster Berechnung. - 8. Berlin, 8. April. Das Genesungsheim in Lehnitz für Frauen und Mädchen ist in diesem Jahre am 15. d. M. wieder eröffnet worden. Mit Rücksicht darauf, daß in den Sommermonaten (Juni, Juli, August) das Heim stets überfüllt ist und infolgedessen in jedem Jahre eine größere Anzahl von Gesuchen abgelehnt werden muß, empfiehlt es sich für Erholungsbedürftige, ihre Eingaben sofort unter Beifügung eines ärztlichen Attestes an das Bureau des Vereins Jüdisches Genesungsheim, Rosenstr. 2/4, zu richten. 8. Charlottenburg, 19. April. In seiner Sitzung vom 11. v. Ml beschloß der Vorstand der Synagoge Bismarckstraße auf Antrag des Vorsitzenden Dr. Arthur Kahn, den zurzeit in/Neustettin amtierenden Rabbiner, Dr. Wilhelm Lewy, hierher zu berufen. Der Antrag 'des Herrn Dr. Kahn wurde einstimmig angenommen und Herrn Dr. Lewh mitgeteilt. Derselbe Hai nunmehr die auf ihn gefallene Wahl angenommen und wird noch vor den jüdischen Zebabuotts- Feiertagen sein Amt antreten. Inzwischen werden in der. Synagoge in der Bismarckstraße umfassende bauliche Veränderungen.vor? genommen. Obwohl die Synagoge erst vor einem halben Jahre eingeweiht worden ist, haben sich so vielerlei Mängel, besonders in der Verteilung der Sitzplätze, fühlbar gemacht, daß eine Umgestaltung sich als unabweisbar notwendig erwiesen hat. Nachdem dieselbe voll- /ended <sein wird,' ^betragt-Idie Gesamtzahl _ der:«Sitze./ üngefähr/700' außer denetwa 1V0 Sitzplätzen des kleinen Betsaales, der aber, hauptsächlich für Jugendgottesdienst und als Sitzungszimmer des Vorstandes eingerichtet bleibt. Mit der feierlichen Installierung des Rabbiners ist eine Neueinweihung der Synagoge in Aussicht genommen. d. Beuthen (O.-S.), 16. April. Ist eine rituelle Ehe.'gültig, wenn sie durch einen aüslandischen Rabbiner vollzog enwird? Mit dieser Angelegenheit hatte sich die hiesige Strafkammer zu beschäftigen. Angeklagt war der Kaufmann Josef I. aus Kattowitz, der sich im November v. I. mit'der /Sara F. am Sterbebette ihrer Mutter von einem Rabbiner aus Russisch-Polen hatte trauen lassen, ohne vorher die. Ziviltrauung genommen, und die vorschriftsmäßigen : Papiere bei gebracht zu haben. Da, sich der Angeklagte nicht hat standesamtlich trauen lassen, durfte er die Sara I. nicht als. seine Ehefrau bezeichnen. Der Angeklagte erklärt, daß ihm die deutschen Gesetze nicht bekannt gewesen sind. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten drei Wochen Gefängnis. Der Gerichtshof hat die Sache sehr milde angesehen, obwohl der Angeklagte wissen mußte, daß er eine rituelle Ehe ohne vorherige standesamtliche Eheschließung nicht erngehen durfte. Der Gerichtshof hat auf. eine Geldstrafe erkannt, die auf 30 Mark bemessen wurde. - Seesen a. Harz, im. April. . In dem Jahresberichte der Jacobson-Schule (Realschule und Realprogymnäsiüm mit Erziehungsanstalt) berichtet Direktor Dr. Friedland, daß im verflossenen Schuljahre die Anstalt von insgesamt 306 Schülern besucht wurde. Davon waren 117 Juden und 189 Christen; dem Alumnat gehörten 145 Zöglinge als. „Hausschüler" an, darunter 34 Freizöglinge; aus der Stadt Seesen und Umgegend besuchten 161 Knaben, von denen 7 kein Schulgeld zahlten, die Schule. Hinsichtlich ihrer Heimat waren 150 Schüler Braunschweiger, der Rest stammte aus Norddeutschland (darunter 41 aus Hannover, 28 aus Brandenburg-Berlin und 12 aus Hamburg), ein kleiner Teil 3-6% waren Ausländer. — Die Klassen sind von IV. ab geteilt. Im Laufe des Schuljahres 1908/09 sind mit dem Berechtigungsscheine für den einjährig-freiwilligen Militärdienst 36 Untersekundaner entlassen worden, die teils auf die Obersekunda von Oberrealschulen oder Realgymnasien übergingen, teils die kaufmännische oder mittlere Beamtenlaufbahn einschlugen, zwei wollen Techniker werden. Das Kuratorium der Stiftung setzt sich zusammen aus den Herrn Justizrat Dr. I. Jacobson zu Berlin als dem geschäftsführenden Mitglieds desselben- Herrn Bankier August Jacobson in Hamburg , und Herrn Justizrat Dr. Berend in Hannover.- — Der Lehrkörper wird gebildet aus.dem Direktor, acht akademisch gebildeten Lehrern in fester Oberlehrerstellung, fünf ordentlichen seminaristisch gebildeten Lehrern (einschließlich des „Hausvaters") und zwei akademisch gebildeten Lehrern als „Erzieher". Der evangelische Religionsunterricht wird von einem Rektor und zwei Pastoren erteilt. — Ferner ersehen wir aus dem Bericht, daß der kürzlich verstorbene bekannte Tiefseeforscher, Geheimer Regierungsrat Dr. Karl Möbius, ordentlicher Professor an der Universität Berlin, neun Jahre lang (von . 1844 bis 1853) Lehrer an der Jacobson-Schule war, und daß der seit 23 Jahren im Ruhestände zu Charlottenburg lebende frühere Direktor der Anstalt, Dr. Arnheim, im Oktober seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. — Im Mai hat die Reichsschulkommission die Schule einer eingehenden Besichtigung unterzogen, deren Ergebnis laut amtlicher Mitteilung eiN'günstiges war. — Hervorgehoben wird im Berichte die Pflege der Leibesübungen und die Erziehung zu körperlicher Tüchtigkeit (Beteiligung am Wettschwimmen, Kreiswetturnen, Handfertigkeitsunterricht, Neueinrichtung eines Uebungsgartens und eines Gartenbaukursus, an welchem sich zahlreiche Schüler beteiligen. — Dem Bericht geht eine schulgeschichtliche Skizze voraus: „Eine Schülerfahrt der Jacobson-Schule vor hundert Jahren", worin Direktor Dr. Friedland unter Benutzung von Akten des Schularchivs -ausführt, daß die Jacobson-Schule mit zu den ersten Schulen Deutsch, lands gehört, welche die Idee der. Schulreisen im Sinne der Philanthropisten als Erziehungs- und Bildungsmittel verwertet haben — In einem zweiten Aufsatze berichtet der Direktor über den erfolgreichen Versuch eines Schüleraustausches mit einem französischen Gymnasium. . M. Hamburg, 16. April., Der Ifraelitische Friedhof vor dem Dammtor ist infolge gesetzlicher Bestimmung mit dem