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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-04-23 · Heft 17 (23.4.1909) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 17 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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73; Jahrgang. Nr. 17. Berlin, 23. April 1909 g Deilsge zur „Allgemeinen Leitung drK Judentums. LarrrlpcrnÄrn?kn und Machrichten. Deutschland. s. Berlin, 20. April. Wie wir erfahren, wird im Anschluß an den von uns bereits angekündigten Deutsch-Israelitischen Gemeindetag, am 18. Mai, noch ein Verbandstag der sogenannten freiwilligen jüdischen Gemeindeverbände stattfinden, zu dem auch Vertreter der israelitischen Kirchenbehörde in Württemberg, des israelitischen Landesverbandes der Gemeinden Bayerns, Vertreter des Synagogenrates respektive der Shnodalbehörde Badens, Delegierte des Kasseler Gemeinderates, ferner Vertreter der »Alliance Israölite Universelle“, t>e§ „Hilfsvereins der deutschen Juden", der Logen und wahrscheinlich auch des Rabbiner- und Lehrerverbandes erscheinen werden, so daß hier neben den verschiedenen freiwilligen Synagogenverbänden respektive den provinzialen Gemeindeverbänden ein Vertretertag der Gemeinden des ganzen Reiches zusammentreten wird. Seit dem nahezu 4Ojährigen ^Bestehen des Deutsch-Israelischen Gemeindebundes ist es erst das drittemal, daß ein solcher Verbandstag deutsch-israelitischer Gemeindeorganisationen abgehalten wird. Die letzte derartige Tagung, bei der aber nicht die gleiche, nahezu vollständige Vertretung der Gemeinden Deutschlands zu verzeichnen war, bei welcher insbesondere auch die Alliance, der Hilfsverein, die Logen usw. nicht vertreten waren, fand vor nunmehr sieben Jahren statt.-Der diesmalige Verbandstag wird, abgesehen von einer Beratung über die Nutzbarmachung der Bestimmungen des neuen preußischen Volkschnlunterhaltungsgesetzes für die jüdischen Gemeinden, sich auch m' der Frage der Wanderrabbiner, der Wanderlehrer, mit der gegenseitigen Hilfeleistung der Gemeinden auf Grenzgebieten beschäftigen und vor allem einen Austausch von Erfahrungen auf den verschiedensten Gebieten des Gemeindelebens herbeiführen. Den Hauptgegenstand der Beratungen aber bildet eine außerordentlich wichtige Frage, deren gründliche, erfolgverheißende und zufriedenstellende Lösung nur durch eine gemeinsame, von gleichen Grundsätzen geleitete Handhabung herbeigeführt werden kann. Es ist jene Frage die schon so oft Gemeinden wie Gemeindeverbände und Landest Organisationen beschäftigt hat, nämlich die Frage der Wanderbettelei. Obwohl man an einzelnen Stellen, wie in Bayern, Frankfurt, Berlin und anderer, die ersten Ansätze einer gemeinsamen Regelung vorgenommen hat, ist eine durchgreifende Abhilfe dieses sozialjüdischen Krebsschadens bei dem Mangel einer einheitlichen Regelung im ganzen Reiche und seitens aller zuständigen Stellen der jüdischen Gemeinden nicht zu erzielen gewesen. Jetzt trägt man sich mit dem Gedanken der Schaffung einer zentralisierten Organisation, die eine zielbewußte, einheitliche Eindämmung, wenn möglich Beseitigung des Wanderbettelwesens herbeiführen soll. Von diesem Gesichtspunkte aus * erschien es nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig, diese Frage gewissermaßen auf einem Kongreß aller an diesem Problem beteiligten Faktoren zu lösen. Daß dabei indirekt auch eine größere und innigere Fühlungnahme der Gemeinden aus Ost und West, aus Nord und Süd herbeigeführt wird, kann als eine verheißungsvolle Nebenerscheinung nur mit Freuden begrüßt werden. Es bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung, daß die Frage der staatlichen Organisation der preußischen Gemeinden, die den Gemeindetag zwei Tage lang beschäftigen wird, aus dem Verbandstage nicht zur Diskussion gestellt wird. s. Berlin, 19. April. Das Vorlesungsverzeichnis der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums für das Sommersemester ist soeben erschienen: Herr Dr. Baneth wird lesend 1. Talmud, Synhedrin, Kapitel 1 (Fortsetzung), 4 Stunden, Montags und Donnerstags 10 bis 12 Uhr. \ 2. Talmud, babli, Chullin, Kapitel 1 (Fortsetzung), 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8 bis 10 Uhr. 3. Mischna Tora, Buch 8 (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntags . 8 bis 10 Uhr. 4. Jore De’a, Hilch. Ta’arubot (Fortsetzung), 2 Stunden, Mittwochs 8 bis 10 Uhr. 5. Eben Haezer, Hilch. Jschut, 1 Stunde, Montags 12 bis 1 Uhr. 6. Einleitung in den Talmud, 1 Stunde, Mittwochs -10 bis 11 Uhr. Herr Dr. El bogen wird lesen: 1. Einleitung in die Wissenschaft des Judentums, 2 Stunden, . Montags und Donnerstags 10 bis 11 Uhr. _ 2. Pentateuch mit alten Kommentaren, 2 Stunden, Mittwochs 11 bis 1 Uhr. 3. Talmud babli, Pesachim, Kapitel X, 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8 bis 10 Uhr. 4. Geschichte der Juden im amoräischen Zeitalter, 2 Stunden, Dienstags und Donnerstags 10 bis 11 Uhr. : 5. Historische Uebungen, Dienstags 8 bis 10 Uhr. , Herr Professor Dr. Maybaum wird lesen: .1. Midrasch, 1 Stunde, Dienstags 9 bis 10 Uhr. 2. Homiletische Uebungen, 2 Stunden. Freitags 8 bis 10 Uhr. Herr Dr. Aahuda wird lesen: . 1. Einleitung in die Heilige Schrift (Fortsetzung), 2 Stunden, Montags und Freitags 10 bis 11 Uhr. 2. Genesis (Schluß) und Exodus, 4 Stunden, Montags, und Dienstags 11 bis 1 Uhr. 3. Chobot hallebabot von Baclija ben Josef mit Berücksichtigung des arabischen Originals. 2 Stunden, Dienstags 10 bis 11 Uhr, : "\ Freitags 11 bis 12 Uhr. 4. Ausgewählte Gedichte von Abraham ibn Ezra, 1 Stunde, Freitags 12 bis 1 Uhr. 5. Arabisch: Magani al-Adab, 2 Stunden, Mittwochs 6 bis 8Uhr abends. Herr Dr. Freund wird lesen: ' Das Staatskirchenrecht dec Juden in Preußen, 2 Stunden wöchentlich. Herr Dr. Hochfeld wird lesen: ' Methodik des Unterrichts in der nachbiblischen jüdischen Geschichte mit anschließenden Uebungen, 2 Stunden, Montags 6 bis 8 Uhr. Vorbereitungskurse im Hebräischen werden von mehreren der vorgenannten Herren Dozenten und Herrn.Dr. Barol in noch zu bestimmender Zeit gehalten. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt am 21. d. M. 11 Uhr vormittagss. Berlin, 20. April. Der Bericht über das zweite Geschäftsjahr (1908) der Witwen- und Waisenkasse der Rabbiner Deutschlands meldet, daß zwei Rabbiner als ordentliche Mitglieder hinzutraten, so daß die Zahl der letzteren 26 betrug. Die Zahl der außerordentlichen Mitglieder beträgt 46 (im Vorjahre 44), darunter 30 Rabbiner. Außerdem gewährte Herr Lippmann-Aachen der Kasse in dankenswerter Weise eine Subvention von 100 Mark. Beiträge und Subventionen gingen ferner von zwölf Gemeinden und Verbänden ein. Die - Jahresbeiträge der ordentlichen Mitglieder, wurden nach § 62 der Satzung durch Zuschüsse aus den Zinsen des Stammvermögens je nach der Gehaltssumme und den Lebensjahren der Versicherten so herabgemindert, daß sie sechs Prozent des Amtsgehalts nicht überschritten. Für die meisten Versicherten übernahmen .ihre Gemeinden die Hälfte der zu zahlenden Beiträge. Nur vier Mitglieder besitzen diese, Vergünstigung leider immer noch nicht. Die Gemeinde Kottbus, deren Rabbiner neu eintrat, hat in rühmlicher Weise die gesamte Versicherung auf eigene Kosten übernommen. Die , gesamten tarifmäßigen Jahresbeiträge der ordentlichen Mitglieder betrugen 11 537.65 Mark. An Zuschüssen wurden von seiten der Kasse hierauf geleistet 5701.20 Mark, also fast die Hälfte. Der höchste' Zuschuß an ein Mitglied betrug 436.65 Mark, der. niedrigste 81.80 Mark. Die außerordentlichen Mitgliederbeiträge bestanden aus 880 Mark (im Vorjahre 835 Mark) persönlichen Beiträgen und ::r:m ' J ■»l'Ä-rf??if '!>. v-*«

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