Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1909)
- Date
- 1909-04-16
- Page
- Seite 186 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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dessen . Authentizität, denn, es ist kaum densbar.. daß irgend ein Mensch : mitgesunden Sinnen (8aue anü sounä psople) in Japan, wo es nicht das geringste Vorurteil gegen die Juden gibt, eine solche Behauptung, aufgestellt.habe. Ich bedauere die Verspätung dieser Antwort, welche die Folge eines Versehens im Bureau war, und bin . - Ihr ganz ergebener Hamhara, Sekretär. - Hoffentlich wird sich die ..Staatsbürgerzeitung" beeilen, ihren Leserkreis aufzuklären und in Zukunft gegenüber Meldungen der .„Nowoje Wremja“ vorsichtiger sein, wie wir das bei der bekannten Gewissenhaftigkeit und Wahrheitsliebe der antisemitischen Presse voraussetzen dürfen. Ich hoffe übrigens, in einiger Zeit aus Japan direkte Nachrichten über dieses Interview zu erhalten. ' Ihr ganz, ergebener Gotthard Deutsch. . / Cincinnati, 28. März 1909. «ML»- . . ■ v Stricht über dir Grurrslorrssminlung der „tzilfsdsffr für ifrsriitischr Ksntorm und Kultusbr-lintr, deren Witwen und Waisen in Deutschland". m 28. Februar d. I. hielt der obenerwähnte Verein seine - ordentliche Generalversammlung im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Rosenstraße 2—4, ab. Anwesend/; : waren die Herren: Rentier Gustav Michalski, Rentier Julius Cohn,' Bankier Siegbert Daniel, Landgerichtsrat Kalischer, die Kantoren der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Abraham Rosenthal, Königlicher Musikdirektor A. Friedmann, I. Epstein, L. Kalischer, Max Sacher, Ad. Kirschner, F. Asch, S. Neustadt und M. Baer, ferner die Kantoren Dubowski, Keiles, Schwarz, Caro, Berggrün, Eoldberg, sämtlich in'" Berlin, Kantor Fabisch-Göttingen, Kantor Bellak-Zittau, Kantor' Lent-Müncheberg. Als Gäste waren anwesend: Herr Kantor Wilh. Klein-Berlin, Salomon-Rixdorf, Kroll-Berlin und die Herren Martin und Paul Epstein. Der Vorsitzende Herr G. Michalski eröffnete um 10^/z Uhr die. Sitzung mit einer herzlichen Begrüßung an die anwesenden Mitglieder und Gäste. An der Hand des Jahresberichtes zeigte er, daß die „Hilfskasse" seit der letzten Generalversammlung eine ersprießliche Tätigkeit entfaltet, hat. Besonders zollte er dem Schatzmeister des Vereins,, Herrn Bankier S. Daniel Hierselbst, rückhaltlose Anerkennung für seine umsichtige und musterhafte Kassenführung sowie für seine erfolgreiche propagandistische Tätigkeit. Auch die Herren Kantoren Musikdirektor Fricdmann und Kirschner wurden lobend erwähnt Der erstere hat das Vereinsvermögen durch den Vertrieb seines Werkes ,,Der synagogale Gesang", letzterer durch Werbung von außerordentlichen Mitgliedern und durch Zuführung von namhaften^ einmaligen Spenden erheblich vermehrt. Nach diesen Mitteilungen, die von der Versammlung, beifällig ausgenommen wurden, erteilte der Vorsitzende Herrn Kantor Epstein das Wort zu seiner, aus Anlaß des 25. Jubiläums der „Hilfskasse" angekündigten Ansprache. Herr" Epstein schildert in kurzen aber markanten Zügen die segensreiche Tätigkeit des Vereins, der Unter schwierigen Verhältnissen ziemlich viel geleistet, manche Träne getrocknet und manches Leid gemildert hat. Seine Ausführungen fanden den Beifall der Versammlung. —« Hierauf wurde der Bericht der Kassenrevisoren, des Herrn Rentiers. Emil Frankel und des Herrn Kaufmanns Emil Stadthagen, verlesen und dem Schatzmeister Entlastung erteilt. Der Zweckmäßigkeit wegen wurde danach Punkt 6 der Tagesordnung (Anträge)' zur Beratung gestellt, und zwar zuerst der Antrag Fabisch- Göttingen und Bellak-Zittau betreffs Fusion der „Hilfskasse" mit dem „Allgemeinen Deutschen .Kantorenverband". Zu diesem Punkte hielt Kollege Fabisch ein nach.Form und Gedanken glänzendes und eingehendes'Pefepät. . Trotz der von idealem Geiste getragenen -Gedanken konnte bie Versammlung äuS praktischen Gründen dem Anträge des Referenten „Auflösung/der. .Hilfskasse undAuf- / gehen derselben in den Kantorenverband" — nicht billigen. Nach -; einer ziemlich lebhaften, teilweise sogar erregten Debatte, in' die besonders die Herren Rentier Julius Cohn. Kollege Lent-Müncheberg. Abraham Rosenthal-Berlin, Siegfried Neustadt-Berlin, sowie die Herren ' Landgerichtsrat Kalischer und Bankier Daniel eingriffen, würde auf . Antrag der Herren Kirschner, Asch, Kalischer, Sacher, Schwarz und Keiles die Bildung einer Kommission behufs Prüfung der Angelegenheit beschlossen. Die Kommission soll aus je.drei Mitgliedern der „Hilfskasse" und des „Kantorenverbandes" unter Hinzuziehung einer unparteiischen Person bestehen. Kollege Sacher beantragte, hierauf, den Jahresbeitrag der ordentlichen Mitglieder von 6 Mark auf, 15 Mark zu erhöhen, mit der Maßgabe, daß jedes ordentliche Mitglied einen rechtlichen Anspruch aus eine nach bestimmten Quoten zu erteilende Jahresrente, und nicht, wie bisher, aus eine nach Ermessen des Vorstandes zu gewährende Unterstützung haben solle. Im Prinzip stand eine Anzahl von Mitgliedern dem Sacherschen Vorschläge sympathisch gegenüber, die Versammlung hielt jedoch denselben wegen der beantragten Höhe des Jahresbeitrags einerseits undauspraktischen Gründen anderseits für undurchführbar; hingegen wurde der Antrag Rösenthal-Kalischer, die Sterbegelder von eine Mark auf zwei Mark zu erhöhen, genehmigt. Verschiedene Anträge konnten, da die Antragsteller nicht die statutenmäßig vorgeschriebene'Frist innegehalten hatten, nicht zur Beratung gelangen. “ ‘ . Auf Vorschlag des Herrn Kalischer werden die Statutenänderungen vor der Vorstandswahl zur Beratung gestellt. Die von einer Kommission, bestehend aus den Herren S. Daniel, E. Stadthagen und M. Sacher, vorgenommenen Statutenänderungen wurden vom Kollegen Max Baer in der früheren und vorgeschlagenen Fassung verlesen. Die Aenderungen wurden mit ganz winzigen redaktionellen Verbesserungen en bloc angenommen. Hierauf wurde die Vorstandswahl in geheimer Abstimmung vorgenommen; aus derselben gingen als gewählt hervor: 1. Herr Rentier Gustav Michalski, Motzstraße 53 2. „ „ Julius Cohn, Landgrafenstraße 9 3.. „ Stadtverordneter Max Bergmann, Kurfürstendamm 42 4. „ Bankier Siegbert Daniel, Johannisstraße 4 6. „ Kantor Abraham Rosenthal, Alt-Moabit 14 6. „ „ Musikdir. Friedmann, Gr. Hamburger Straße 38 7. „ „ Josef Epstein. Oranienburger Straße 74 8. „ „ L. Kalischer, Holzmarktstraße 60 9. „ „ Max Sacher, Weißenburger Straße 80 10. „ „ S. Neustadt, Neuenburger Straße 15 11. „ „ F. Asch. Kurfürstenstraße 163 12. „ „ Ad. Kirschner, Luüenwalder Straße 14. Herr Kantor Musikdirektor Friedmann lehnte die auf ihn gefallene Wahl ab, an dessen Stelle tritt mit der nächsthöheren Stimmenzahl Herr Kantor Dubowski in den Vorstand ein. Auch Herr Daniel lehnte die Wahl ab, erklärte sich jedoch bereit, das Amt des Schatz- / meisters bis April zu . verwalten. Nachdem der Sturm über den Ausgang der Wahl sich gelegt hatte, schloß der Vorsitzende um 3 Uhr die Versammlung. Max Sacher, Schriftführer. Molk v. Svnmnthal. in großer Künstler ist von uns gegangen, ein Mehrer der deutschen Kunst. Und daß dieser Künstler ein glaubenstreuer Jude war, ist für uns, ein Ruhmestitel in einer Zeit, in der selbst im Deutschen Reichstag, die Klage über die Juden, die das Theater überfüllen, sich hervorgewagt hat. „Man braucht es nicht zu sagen, es sagt sich selbst: Adolf Sonnenthal ist der erste deutsche Schauspieler." Mit diesen Worten leitete Ludwig Speidel den Aufsatz ein, den er Adolf. Sonnenthal zu seinem sünfundzwanzigjährigen Burgtheater- Jubiläum bescherte. ' Der erste deutsche Schauspieler!