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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-03-19 · Heft 12 (19.3.1909) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 12 (19.3.1909)
Date
1909-03-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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7i. kw-«,:* ' Der <§emrtndrbote. Vellage zur „Allgemetnen Leitung drK Judentums lkorrrlpvnÄrn?rn und Mschrichtrn. Deutschland. s. Berlin, 12. März. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt am 10. d. M. Herr Dr. Leopold Hirschberg seinen zweiten Vortrag über „Die Bibel in der Musik". Diesmal wurden die Stoffe: Deborah, Jephta, Saul. Samuel und Elias ebenso interessant und geistvoll behandelt wie im ersten Vortrag die Patriarchen der Bibel. Der Vortragende erläuterte seine Ausführungen über die betreffenden Oratorien und Lieder von Händel, Loewe und Mendelssohn-Bartholdh durch ausgezeichnete Gesangs- und Klaviervorträge, die allgemeinen lebhaften Beifall seitens des so zahlreich versammelten Auditoriums gefunden haben. — Am 11. d. M. hielt der Verein den dritten seiner Propaganda-Vorträge, und zwar in Moabit ab. Herr Chefredakteur Dr. I. Landau hielt gleichfalls in dichtgefülltem Saale einen Vortrag über das Thema „Der Jude auf dem Theater", in dem die Beziehungen zwischen Bühne und Judentum in ebenso fesselnder wie interessanter und sachkundiger Darstellung erörtert wurden. Auch dieser Vortrag erfreute sich allgemeinen und wohlverdienten Beifalles. — Aus den auswärtigen Literaturvereinen: 'In Potsdam sprach Dr. Kaelter-Danzig über „Die Religion der Zukunft", Dr. Schreiber über „Hebbels Herodes und Mariamne", in Cüstrin Prediger Karlsberg-Reichenbach i. Schl, über „Jüdisches Schulleben in den letzten drei Jahrhunderten", in Memel Redakteur M. Ä. Klausner-Berlin über „Gebräuche und Mißverständnisse", in Elbing Dr. Kaelter-Danzig über „Moritz Lazarus", Archivrat Pros. Warschauer über „Die Wanderungen der deutschen Juden in Westpreußen", Dr. Leopold Hirschberg über „Judäas Kriegshelden in der Musik", Dr- Rieger- Hamburg: „Ein Wunderrabbi als Märchendichter", Dr. Silberstein-Elbing über „Denkmäler aus ältester Zeit im Lichte moderner Forschung", in Lauen bürg Schriftsteller Fab ins Schach-München über „Jüdische Kultur in Ost und West",' in Hohensalza Dr. Binetter über „Wertschätzung der Arbeit in Bibel und Talmud", Dr. Pick-Straßburg über „Uriel Acosta in Bibel und Drama", Dr. A. Kohut-Schöneberg über „Herder und die Hagada", Dr. Eppenstein-Briesen über „Die Vertreter der jüdischen Wissenschaft im 19. Jahrhundert", in Grünberg i. Schl. Dr. L. Hirschberg über „Die Bibel in der Musik", in Magdeburg Oberlehrer Dr. Wolbe-Berlin über „Don Josef Nassi von Naxos", in Zwickau Dr. L. A. Rosenthal-Berlin über „Die Ausgrabungen in Elephantine", in Coethen Referendar Dr. Regensburger-Braun» schweig über „Die Aufgaben der jüdischen Jugend in unserer Zeit", in Essen Dr. Ernst Samuel über „Tolstois sittliche Forderungen und den Geist der jüdischen Lehre", in Köln Dr. Caro über „Napoleon und die Juden", Dr. Ja mp el-Karlsruhe über „Die moderne Frauenfrage vom biblischen Standpunkt aus", in Mainz Generalkonsul von Hesse-Wartegg über „Die Juden in der Sahara", in Heilbronn Dr. Jampel über „Ein neu gefundenes Stück biblischer Geschichte", in Mannheim Schauspieler I. Auerbach-Frankfurt a. M^: „Rezitationen aus Werken jüdischer Schriftsteller", in Metz Prof. Jaques Kahn-Paris über „Maimonides", in Westhofen i. E. Dr. Marx über den „Bann im Talmud"., in Ingweiler Dr. Bloch-Sulz über „Arbeitergesetzgebung und Arbeiterbehandlung im Talmud". — Ein neuer Literaturverein wurde in Gütersloch begründet. Derselbe umfaßt außerdem die Gemeinden Rheda, Oelde, Versmold, Neuenkirchen und andere. Lehrer Goldschmi dt°Dortmund hat dort einen Vortrag über „Spiele der Juden im Mittelalter" gehalten. 8. Berlin, 17. März. Am 6. November d. I. werden 50 Jahre vergangen sein, seitdem die Lehrerbildungsanstalt der jüdischen Gemeinde eröffnet worden ist. Der Schul- und Talmud- Thora-Vorstand hat deshalb beim Gemeindevorstand beantragt, liefen Gedenktag durch eine angemessene Veranstaltung feierlich zu begehen, und hierfür die Herausgabe einer Festschrift und die Veranstaltung einer Festfeier vorgeschlagen. Die Festschrift soll eine kurze aktenmäßige Darstellung der Vorgeschichte des Seminars, der Bemühungen von Weyl und Heinemann vom Jahre 1825 und des Schicksals der Gründung von 1840, im Anschluß daran die Gründungs- und Entwicklungsgeschichte der Lehrerbildungsanstalt von 1859 bis 1909 enthalten. In dieser Geschichte sollen auch biographische Daten über sämtliche Lehrer, die an der Anstalt gewirkt haben, und die Namen sämtlicher Schüler, welche aus ihr hervorgegangen sind, mitgeteilt werden. Der Umfang der Festschrift soll höchstens zehn Druckbogen betragen. Herr Direktor Dr.Holzmann hat sich bereit erklärt, die Abfassung zu übernehmen. Die Drnckkosten sind auf etwa 800 Mark veranschlagt. Der Gemeindevorstand ist der Ansicht, daß es der Bedeutung der Lehrerbildungsanstalt für unsere Gemeinde und über dieselbe hinaus entspricht, das Jubiläum festlich zu begehen; auch die vom Schulvorstand hierfür gemachten Vorschläge erschienen ihm angemessen. In einer Sitzung am 6. Januar hat er deshalb die Bewilligung der beantragten Beträge beschlossen. Die, Repräsentantenversammlung hat sich, wie von mir bereits mitgeteilt worden ist, in ihrer vorigen Sitzung diesem Votum debattelos angeschlossen. s. Berlin, 8. März. Am 20. v. M. abends 8 Uhr fand die vierzehnte Generalversammlung des Vereins für Arbeitsnachweis in den - Vereinsräumen Monbijouplatz 10 unter reger Beteiligung der Mitglieder statt. Der Vorsitzende, Dr. Max Ginsberg, eröffnete die Versammlung mit einem Bericht über das abgelaufene Jahr. — Trotz der schlechten Geschäftslage hat der Verein 3352 Personen dauernde Stellungen und aushilfsweise Beschäftigung nachgewiesen; 70 Bewerber mit Sabbatheiligung wurden untergebracht. Die mannigfachsten Berufe, die verschiedensten Altersstufen kamen in Betracht, Jünglinge und Greise, Mädchen und Frauen; allen wurde geholfen, soweit es nur möglich war. Durch das Inkasso von Beitragsquittungen wohltätiger Vereine und durch die Schreibstube konnte gleichfalls eine größere Anzahl Personen beschäftigt werden. Eine Anregung des Herrn Greiffenhagen, dahin zu wirken, daß die sich meldenden weiblichen Stellungsuchenden sich weniger dem Berufe von Stenographistinnen und Schreibmaschinistinnen widmen, sich vielmehr für die Arbeiten in der Putz-, Konfektionsbranche und dergleichen entschließen mögen, fand nach längerer Debatte allgemeine Zustimmung. Der Schatzmeister Herr Emil Cohn berichtete, daß 19 100 Mark für die humanen Zwecke des Vereins ausgegeben wurden und daß ein Fehlbetrag von 564 Mark vorhanden ist. Dankbar wurde anerkannt, daß die jüdische Gemeinde, die Großloge an der Spitze einer großen Anzahl Logen, die Alliance Israelite Universelle und der Hilfsverein der deutschen Juden durch Subventionierung die Ziele des Vereins hervorragend förderten. Nachdem dem Schatzmeister Decharge erteilt war, teilte Herr Gustav Michalski unter lebhaftem Beifall der Anwesenden namens des Vorstandes mit, daß dieser Herrn Adolf Ginsberg seligen Andenkens, sowie Frau Franziska Ginsberg als Anerkennung für das dem Verein allzeit bewiesene große Interesse zu Ehrenmitgliedern ernannt hat. Der Vorstand, dem die Herren Dr. Max Ginsberg. Gustav Michalski, Max Beer, Emil Cohn, Eugen Caspary, Louis Foerster, H. Davidsohn, I. Wer. Siegfried Brünn, Th. Bernheim, Oscar Tietz, Justizrat Timendorfer, D. Lichtenstein, O. Haber, A. Echrenberg. H. Abraham, A. Bloch, Dr. Leichtentritt angehören, wurde wieder, Herr Geheimrat Potsdamer neugewählt. Mit dem Wunsche, daß der Verein sich auch ferner des Wohlwollens der G^neindemitglieder erfreuen möge und mit einem besonderen Appell an die Arbeitgeber, sich bei Bedarf von Personal in erster Reihe des Vereins zu erinnern, schloß der Vorsitzende die Versammlung. 22 Berlin, 10. März. Die Jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee versendet soeben ihren siebenten Jahresbericht. Dem sozialen Werke ist auch während des letzten Jahres reicher Erfolg beschieden gewesen. 635 arbeits- und obdachlose Glaubensgenossen

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