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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-03-12 · Heft 11 (12.3.1909) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 11 (12.3.1909)
Date
1909-03-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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73. Jahrgang. Nr. 11. Berlin. 12. März 1909. | Beilage jiir „$#HgtincfnEix ^Eitong üe^ 3lu&entunijS" | LorreljwnÄen?m und Sachrichten. Deutschland. 22 Berlin, 9. März. Die neueste liberale Bewegung im Judentum, die alle fortschrittlich Gesinnten zu sammeln sucht, hat auch der Berliner Reformgemeinde,.die schon seit 1845 besteht, zu einer Stellungnahme Veranlassung gegeben. Am 17. März wird im Saale der «Gesellschaft der Freunde", Potsdamerstraße 9, der Prediger der Reformgemeinde, Herr Dr. M. Levin Lber die Reformbewegung im Judentum einen öffentlichen Vortrag halten. Eintrittskarten für Damen und Herren sind im Bureau der Reformgemeinde, Johannisstraße 16, kostenlos zu haben, werden auch aus Wunsch per Post zugesandt. 22 Berlin, 8. März. Der Vorstand des Vereins fürsüdische Geschichte und Literatur veröffentlicht das folgende Preisausschreiben: Der Unterzeichnete Vorstand des «Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin" setzt hierdurch einen Preis von Fünfhundert Mark aus für eine Erzählung aus dem jüdischen Leben oder aus der jüdischen Geschichte, die sich zum Abdruck im „Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur" eignet. Der Umfang darf nicht vier Druckbogen übersteigen. Außerdem wird ein Preis von Dreihundert Mark für die zweitbeste Erzählung gleichen Inhalts ausgesetzt. Die Manuskripte müssen bis zum 15. Juni d. I., und zwar anonym mit.einem Motto und verschlossenem Kouvert an den Vorsitzenden des Vereins. Herrn Dr. Gustav Karpeles, W. Kurfürstenstraße 21/22, eingesandt werden. Das Preisrichteramt haben übernommen die Herren Professor Dr. M. Philippson, Redakteur Dr. I. Kaftan und Rabbiner Dr. Emil Levy hier. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur erhält das Recht der Veröffentlichung beider Erzählungen im Jahrbuch. Das Verlagsrecht steht dem Autor zwei Jahre nach der Veröffentlichung zu. Das Resultat des Preisausschreibens wird seinerzeit öffentlich mitgeteilt werden. Der Vorstand des „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin." 22 Berlin, 9. März. Am 2. d. M. wurde im zweiten Verwaltungsgebäude der hiesigen jüdischen Gemeinde die 24. Delegierten- Versammlung des Verbandes für jüdische Wohltätigkeitspflege abgehalten. Der Vorsitzende Justizrat Breslauer eröffnete die Versammlung und berichtete über die Tätigkeit des Verbandes seit der letzten Delegierten-Versammlung vom 8. Dezember 1908. Dem Verbände sind zwei weitere Vereine als Mitglieder beigetreten, nämlich 1. das Lokal-Komitee der israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem. 2. die Gesellschaft für Unterstützung, jüdischer Handwerker und Künstler in Krankheitsfällen, so daß der Verband jetzt 82 Mitglieder umfaßt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist besonders hervorzuheben, daß der Verein «Helfende Hand", welcher in seiner früheren Tätigkeit Befriedigung nicht gefunden hatte und auf Anraten des Verbandes sich nunmehr mit der Hilfe für verkrüppelte und sieche Kinder befaßt, in der kurzen Zeit dieser seiner neuen Tätigkeit bereits gute Erfolge erzielt hat. Der Bericht des Vereins ergab, wie notwendig seine jetzige Tätigkeit ist, zumal besondere Einrichtungen dieser Art für jüdische Arme nicht bestehen. Nach erteiltem Geschäftsbericht fand eine teilweise Neuwahl des geschäftsführenden Ausschusses statt. Die ausgeschiedenen Mitglieder des Ausschusses Jnstizrat Bernhard Breslauer, Gustav Sachs,-Dr. Albert Levy und Frau Direktor Henriette May wurden sämtlich, durch Zuruf wiedergewählt und nahmen die Wiederwahl an. Sodann hielt Religionsschuldirigent A. Levy Fortsetzung seines Vortrages über die Aufgaben der Für- . sorgekommission der jüdischen Gemeinde" (Jugendfürsorge). Der •';§ interessante .Vortrag, welcher eine große Anzahl fast unbekannter ' 1| Tatsachen brachte, erweckte das lebhafte Interesse der Versammlung, Sz was sich daraus kund gab, daß sich eine lebhafte Diskussion anschloß. Die Diskussion, au welcher sich Frau Julie Neumann, Herr Professor ' Dr. Schäfer, Herr Dr. Albert Levy, Herr Gustav Sachs, Frau Direktor May, Herr Roth und verschiedene andere Anwesende beteiligten, er- 7^ gänzte den Vortrag noch in manchen Punkten und gab praktische - ',7 Ratschläge für die Ausführung der so notwendigen vorbeugenden * | Fürsorgetätigkeit. . s. Berlin, 8. März. Der Jahresbericht: der Hilfskasfe für -I israelitische Katttoren und Kultusbeamte, deren Witwen und Waisen in Deutschland E. V. pro 1906 bis 1908 enthält zugleich . 7 einen interessanten Rückblick zum 25jährigen Jubiläum der Hilfskasse ~ aus der Feder des Herrn Kantors Ludwig Kalischer. Es fehlt 'fl uns leider der Raum, um diesen wertvollen und interessanten Rück- : ~ blick ganz zu veröffentlichen, wie wir es gerne möchten; wir müssen uns deshalb begnügen, darauf hinzuweisen und die Lektüre desselben 4 allen Interessentenkreisen angelegentlichst zu empfehlen. Die Hilfs- . kaffe selbst hat sich auch im abgelaufenen Jahre gedeihlich fort- '4 entwickelt, obwohl das Institut bei den Freunden der Wohltätigkeit % und namentlich bei den wirtschaftlich starken Gemeinden Deutschlands noch immer nicht die notwendige Beachtung gefunden hat. Immer- . f: hin liegt nach Lage der Dinge keine Veranlassung vor. einen Rück- „4 gang der Leistungsfähigkeit der Kasse zu beklagen, zumal durch das rege betätigte Interesse von Gönnern nicht unerhebliche einmalige . v Beiträge zugeflossen sind, während sich anderseits auch die Zahl der \ regulären Beiträge, sowohl von Einzelpersonen als auch von größeren ,.5? Provinzialgemeinden vermehrte. Die Einnahmen betrugen 12 780 Mark. die Ausgaben 12 971 Mark, der eiserne Fonds 42 200 Mark. Zeigt .4 die Einnahme-Uebersicht, mit der früheren verglichen, das Bild fortschreitender Entwicklung der Hilfskasse, so wurde dieselbe umsomehr ,.7 zur Notwendigkeit, als die Zahl der an diese herantretenden Unter- 7' stützungsgesuche auch wesentlich größere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit stellte. Die Unterstützungen von 7677,50 Mark übersteigen die Summe der in der vorigen Berichtsperiode gewährten 7 Beihilfen um 1752,50 Mark. Der Verein wird also die rege Pro- . paganda, welche er bisher zur Förderung seiner Ziele gepflegt hat, auch in Zukunft eifrigst üben. Es ist zu hoffen, daß diese Gönner ‘-~k in voller Erkenntnis der Notwendigkeit dieses sozialen Hilfswerks, mit ihrer tatkräftigen Unterstützung den Ausbau der Hilfskasse herbei- >5' führen werden. Der Vorstand besteht aus folgenden Herren: Justiz- - v rat Dr. Fedor Stern, Ehrenvorsitzender; Rentier Gustav Michalski, ' / 1. Vorsitzender; L. Kalischer, Kantor, 2. Vorsitzender; Bankier Siegbert 'S Daniel, Johannisstraße 4, Schatzmeister; Max Sacher, Kantor, I 1. Schriftführer; Felix Asch, Kantor, 2. Schriftführer; Julius Cohn, Rentier; Emil Stadthagen, Kaufmann; I. Epstein, Kantor; H. Caro, -■■■x Kultusbeamter. j s. Berlin, 9. März. Aus Anlaß eines Vorschlages zur Verleihung der Ehejubiläums-Medaille an ein jüdisches Ehepaar* > hat das Geheime Zivilkabinett mitgeteilt, daß der Kaiser als maß- 7 gebend für die Verleihung der Medaille an jüdische Eheleute den Zeitpunkt der rechtsgültigen Eheschließung betrachtet, als welcher nach dem Gesetz vom 23. Juli 1847 über die Rechtsverhältnisse der Juden nicht der Tag der rituellen Trauung, sondern der Tag der Eintragung der Ehe in das gerichtlich zu führende Register anzusehen ist. Für die Bewilligung der an jüdische Eheleute zur Feier ‘4 der goldenen oder diamantenen Hochzeit vom Kaiser zu verleihende Medaille kommt danach derselbe Tag in Frage. ,7. s. Berlin, 10. März. Eine eigenartige Familienfeier . fand am 9. d. M. in den oberen Sälen der Ausstellungshallen ' Zoologischer Garten statt. Im Jahre 1809 heiratete am 9. März der 5 Rabbiner Simon Silberstein zu Blesen seine Ehefrau Nosalie '

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