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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-02-05 · Heft 6 (5.2.1909) · p. Seite 65

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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Mgrmkiner Deutscher SsMrrnorrbsnd. (L. V.)r re diesjährige Ansschußsitzung fand am^ 28. Dezember v.J.,zu Frankfurt statt und dauerte ohne Unterbrechung von morgens 9Z/2 .bis abends 7 Ubr. Zunächst gibt der Vorsitzende Henle-Hamburg eine allgemeine Uebersicht über die Tätigkeit des Ausschusses im verflossenen Jahr und weist den in verschiedenen Rundschreiben zum Ausdruck gebrachten Vorwurf auf die bisherigen nicht genügenden Erfolge des Verbandes als ungerechtfertigt zurück. Wenn er es auch begreiflich finde, daß die Verbandsmitglieder teilweise mit Ungeduld einen rascheren Fortschritt erwarten, so müsse doch darauf hingewiesen werden, daß der Verband noch i n seinen Anfängen wäre und mit ungeahnten Schwierigkeiten nach innen wie nach außen zu kämpfen habe. Wenn also in manchem der erwünschte Erfolg noch nicht, erreicht sei, so könnte dafür die Tätigkeit des Ausschusses nicht verantwortlich gemacht werden. Der Allgemeine Deutsche Kantorenverband befinde sich in dieser Beziehung in der gleichen Lage wie alle ähnlichen Vereinigungen mit weitgesteckten Zielen, die nicht im Handumdrehen genommen werden können. — Trotzdem können auch im Allgemeinen Deutschen Kantorenverband tatsächlich Erfolge sestgestellt werden. Der Verband ist sowohl im Kreise der maßgebenden Fachgenossen, wie nach außen bei den großen jüdischen Vereinigungen, und Großgemeinden in seinen Zielen Und Bestrebungen anerkannt und wird von ihnen geistig und materiell gefördert. Die Frage der Vor- und Fortbildung ist vom Allgemeinen Deutschen Kantorenverband angeregt und in Fluß gebracht. Und. wenn die beim Deutschen Israelitischen.Gemeindebund eingereichte Denkschrift zu dieser Frage auch nicht zu dem erhofften Erfolg geführt hat, so haben wir uns nicht nur die Zusicherung der Unterstützung von seiten des Deutschen Israelitischen Gemeindebundes gewonnen, sondern die Anregungen des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes haben bereits weitere Kreise gezogen, so daß auch in Lehrerkreisen die Erkenntnis sich Bahn gebrochen hat, so daß die von unserm Verbände geforderte Vor- und Fortbildung eine, unbedingt notwendige ist. Auch noch in anderer ° Richtung, wie. A n st e l l u n gs v.erh ä ltnisse, Pensions- und Reliktenversorgung usw. sind vorbereitende, Arbeiten geschaffen worden, die aber naturgemäß in so kurzer Zeit und bei den beschränkten Mitteln des Verbandes noch nicht zum Abschluß zu bringen sind. Vor allem ist aber als am bedeutsamsten in Betracht zu ziehen, daß in dem Allgemeinen Deutschen Kantorenverband der längst gewünschte Mittelpunkt geschaffen ist, in welchem sich alle Interessen des Kantorenstandes konzentrieren und durch den der solange brach gelegene kollegiale Sinn Hebung und Förderung erfahren hat' Die Einzelheiten zu diesen Ausführungen gibt hieranf der Schriftführer Fa b is ch - G ö ttingen in einer übersichtlichen, stofflich geordneten Darstellung der in 17 Rundschreiben erfolgten ^Verhandlungen. 1. Kantoren-Vor-und Fortbildung. Die Verhandlungen in dieser Frage mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund wurden teils schriftlich, teils mündlich, geführt. Resultat: Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund steht den Bestrebungen sympathisch gegenüber, will sie auch fördern, so weit ihm dies möglich ist, bedauert jedoch, die Mittel zur Ausführung der Pläne des Allgemeinen Deutschen Kontorenverbandes vorläufig, nicht zur Verfügung stellen zu können. 2. Ferienkurse. - Die Beratungen zeitigen das Ergebnis, daß Ferienkurse bisher nur einen äußerst bescheidenen Erfolg zu verzeichnen haben, und daß man erst an die Ausarbeitung eines Lehrplans für die Ausbildung des Kantors gehen müsse, bevor man, Ferienkurse errichten könne. 3. Ausarbeitung eines Lehrplans für Kantoren-Vox- und Fortbildung. Im Zusammenwirken mit der Kantorenkommission des, Lehrerverbandes wird eine. Kommission zur Bearbeitung eines Lehrplans eingesetzt. Der Vorsitzende, dieser Kommission wird der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbändes Henle-Hamburg. Ferner werden Jacobsohn-Friedenau, I. B. Levy-Frankfurt a.-M. und ' Fabisch-Göttin g en. in die Kommission delegiert. Außerdem sollen die Lehrer für kontorale Fächer an den. Lehrerseminaren um ihre Mitarbeit ersucht werden. 4. Schaffung eines Fachorgans. Es fanden ausgedehnte Verhandlungen statt. Besonders hat die: dafür unter. dem Vorsitz Jacob sohns-Friedenau eingesetzte Kommission eine umfangreiche Tätigkeit entwickelt. Durch die Bemühungen von Zivi-Elberfeld fanden zuletzt Unterhandlungen, statt, die sich bis zu Vertragsverhandlungen verdichtet haben.. Der vorgelegte Vertrag wird eingehend beraten und bedarf noch der Zustimmung dös Verlegers. Da so das Erscheinen des Fachorgans in nächster Zeit gesichert erscheint, murde auch sogleich zur Wahl des Redakteurs geschritten. Die Führung der Redaktionsgeschüfte übernimmt Zivi-Elberfeld , seine Stellvertretung Fabisch-Göttingen. Der Redaktion wird eine „Pressekommission", bestehend aus, Henle-Hamburg, Jacobsohn-Friedenau, I. B. Levi-Franksurt a. M., als beratendes beziehungsweise beaufsichtigendes Organ zur,Seite gestellt. Feste Satzungen sorgen dafür, daß das Verbandsorgan stets unter Kontrolle des Verbandes bleibt. 5. Dispositionsfonds. Diesem Fonds waren durch vorjährigen Beschluß 300 Mark zugeführt worden. Es wurden daraus zwei schwer erkrankte Mitglieder, sowie eine Kollegenwitwe unterstützt. Auch für das neue Rechnungsjahr werden wieder 300 diesem Fonds zugeführt und bestimmt, daß er in gesonderter Rechnung zu führen ist. 6. Rechnungsablage. Die durch den Schatzmeister Zivi-Elberfeld erstattete Rechnungsablage zeigt einen relativ günstigen Stand der Finanzen, so daß dem Schatzmeister einmütig Dank für seine Tätigkeit gezollt wird. 7: Verhandlungen mit der „Hilfskasse", Berlin zwecks Fusion. Durch den ablehnenden Standpunkt des Vorstands dieser Kaffe sind leider die Verhandlungen vorläufig gescheitert. 8. Antrag Bellak-Zittau und Hofstein-Dresden - auf Einrichtung einer Stellen-Auskunftei . . beziehungsweise Stellenvermittlung. Der Ausschuß erklärt seine Sympathien mit diesem Antrag und behält sich vor, diesen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen und beauftragt die Antragsteller, bis dahin weiteres Material zu sammeln. Nachdem noch verschiedene Beschlüsse in bezug auf die Geschäftsführung^. des nächsten Jahres gefaßt worden waren, wurde als Ort der am 1. Juni 1909 tagenden Generalversammlung Breslau bestimmt. Zum Schluß gab noch der^ Vorsitzende dem Dank: der Versammlung Ausdruck-für die genossene Gastfreundschaft, der Gemeinde Frankfurt a. M., .die den Ausschuß während des ganzen Tages in splendider Weise hatte bewirken lassech und dann beschloß ein glänzendes Souper, an dem sich auch die Ortskollegen beteiligten, .die anstrengende Sitzung. Göttingen, den 20. Januar 1909. H. Fa bisch-Göttingen, Schriftführer. HM- Grbsnken eines Laien über basIudentum. Veröffentlicht von Dr. I. Ziegler-Karlsbad. VII. . Die Eheschließung. * ürden wir mündlich disputieren, geehrter HerrRabbiner, Sie fragten sicherlich: Haben Sie auch da etwas auszusetzen und niederzureißen? Nicht viel. Ich bin mit der heutigen Form unserer kirchlichen Eheschließung ganz zufrieden. Ich stelle nur mehrere kürze Anträge:

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