Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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rn K all m au -...... v...... . Cf;'-na '.-"'Z:f.-'--C-rC'-CC'" CfC-fff Hochzeit konnte am 4. Januard. I. das Na -Ehepaar in Wreschen im Kreise zahlreicher Verwandten und Freunde feiern. — Am 15.' d. M. ist in Ostrowo der weithin bekannte Fabrikbesitzer und Stadtrat Fabian Frankel im Alter von 67 Jahren gestorben. .Derselbe war fast 30 Jahre hindurch Vertreter der Stadt, zuletzt als Magistratsmitglied, war ferner Kreistagsabgeordneter und/Mitglied der Posener Handelskämmer. Früher war Frankel auch eine Reihe von Jahren erster Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Anläßlich, der im Jahre 1900 in Ostrowo stattgehabten Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals erhielt erden Kronenorden IV. Klasse. Der Entschlafene war der größte Steuerzahler der Stadt Ostrowo. — In Wörmditt ist Dr. med. Jakobsohn zum zweiten Vorsitzenden des dortigen Kriegervereins gewählt worden. — Geheimer Kommerzienrat Michael Herz in Posen beging am 21. d. M. das Jubiläum seiner 25 jährigen Zugehörigkeit zur Handelskammer. Seit 15 Jahren ist er Vorsitzender derselben Ihm zu Ehren wird ein Bankett veranstaltet. — Kaufmann Nathan Schubin er in Gembitz ist zum stellvertretenden Bürgermeister daselbst gewählt worden. — Lehrer Kadisch in Gollub ist zum ersten Vorsitzenden des Lehrervereins gewählt worden. — Kommerzienrat Gold färb in Pr.-Stargard hat dem Vorstande des Westpreußischen Krüppel-Fürsorgevereins 1000 Mark als Spende überwiesen. V Dresden, 19. Januar. Der kürzlich verstorbene Kommerzienrat Konsul Max Arnhold hat zahlreiche Vermächtnisse an Vereine und Privatpersonen gemacht, unter anderem 120000 Mark an, die Beamten und Beamtinnen des Bankhauses Gebrüder Arnhold, 100 000 Mark dem Gebrüder Arnhold-Pensionsvereiu. dem nahezu alle dem Bankhause Gebrüder Arnhold nahestehenden Aktiengesellschaften angehören,-und 100 000 Mark an die hiesige israelitische Gemeinde,' welche Stiftung unter dem Namen „Soziale Stiftung" verwaltet werden soll. Den diesbezüglichen Bestimmungen hat der Erblasser hinzugefügt, er wisse, daß durch dieses Vermächtnis nach Jahrhunderten große Summen anwachseu, und alljährlich zur Verwendung gelangen können. Er hoffe, daß. wenn auch dann noch Religions. und Nationalitätshader unter den Menschen bestehen sollten, das Vermächtnis dazu beitragen werde, solche sorgsam zu bekämpfen. --Chemnitz im Januar. Der hiesige Synagogen-Chorverein hielt am 12.d. M. in seinem Vereinslykal seine zehnte ordentlicheGeneral- . Versammlung ab, die der Vorsitzende, Herr Max Grünberg gegen 9 Uhr eröffnete, indem er die zahlreich erschienenen Mitglieder, wie auch, den zweiten Vorsitzenden des hiesigen Gemeindevorstandes, Herrn Bernard Kupferberg, welcher von demselben delegiert war, auf das herzlichste begrüßte und sodann zur Tagesordnung überging. Herr Fleischer als Schriftführer des Vereins brachte seinen vorzüglich abgefaßten Jahresbericht zur Verlesung, nach welchem der Chorverein aus 42 aktiven und 46 passiven Mitgliedern besteht. Der Chor hat im Lause des Jahres 115 mal bei den Gottesdiensten mitgewirkt, und auch bei Barmizwah und Hochzeiten in vorzüglicher Weise seine freiwillig übernommenen Pflichten ausgeführt. Der Kassierer, Herr Adolf Wertheimer, welcher leider durch Krankheit' am Kommen verhindert, ließ durch den Kassenrevisor, Herrn Lehrer Sonnenfeld einen Kassxnbericht vortragen, und hatte der Chorverein hiernach eine Einnahme von 1554.75 Mark und eine Ausgabe von. 1091.53 Mark, also einen Kassenbestand von 463.22 Mark. Die Kasse ward richtig befunden und dem Kassierer die Decharge erteilt. Diejenigen Mitglieder, welche am meisten den Gottesdienst besucht und diejenigen, welche am meisten an den Proben teilgenommen, wurden durch schöne Bücher prämiiert, und zwar mit je einem ersten, zweiten und dritten Preise. Da die Amtsperiode des Gesamtvorstandes mit dem heutigen Abend abgelaufen, legte derselbe sein Amt nieder; vorher ergriff jedoch der Delegierte des Gemeindevorstandes das Wort und sprach im Namen der Gemeinde dem Chorverein in . herzlichen Worten seinen Dank für die vorzügliche Erfüllung seiner freiwillig übernommenen Pflichten während des verflossenen Jahres aus und knüpfte hieran den Wunsch, daß auch für' die Folge der Synagogen-Chorverein wachsen und gedeihen möge zur Freude und Ehre der ganzen Gemeinde. Darauf nahm der Vorsitzende, Herr Grünberg, das Wort und sprach dem Herrn Kantor Goldberg, dem gesanglichen Leiter des Chores, den herzlichsten Dank für sein großes Interesse und viele Mühe um den Chorverein j:: . . Gesamtvorstandes aus und übertrug ihm den 3 bis zur Wahl eines neuen Vorstandes. Auf Vorschlag des Herrn Kantor-G old b erg wurde Herr Max Grünberg durch Akklamation als erster Vorsitzender wiedergewählt, er nahm sein Amt, welches er seit Begründung des Chorvereins verwaltet, dankend an. Vor der Wahl eines Schriftführers erklärte Herr Fleischer, er könne das Amt nicht wieder annehmen und wählte man an seiner Stelle Herrn Lehrer Nathan. Als Kassierer wurde Herr Adolf Wertheimer wiedergewählt, und als Beisitzer Frau Martha Guthmann, Frau Rosa Blumenfeld. Fräulein Dora Kohn und Herr Julius Steinberg. Damit war die Tagesordnung erschöpft; hierauf dankte der Vorsitzende den Mitgliedern für die Aufmerksamkeit und schloß die Versammlung um 11 Uhr. Chemnitz, 25. Januar. Die hiesige Chebrah Ke do sch ah, JsraelitischerKrankenpflege-Unterstützungs-undBestattungs-VereinE.V. versendet ihren Jahresbericht für 1908. Sie hat 1908, wie alle Zeit seit ihrem Bestehen, sich der ihr obliegenden vielseitigen Bestrebungen nach Kräften gewidmet. Es wurden 14 Mitglieder neu aufgenommen, ausgeschieden durch Fortzug und Ableben sind 7 Mitglieder, die gegenwärtige Mitgliederzahl beträgt 245 (gegen 238 — 1907). Allerdings gehören damit noch nicht sämtliche Gemeindemitglieder der Chebrah Kedoschah an, man hofft aber, dieses Ziel in nicht zu ferner Zeit zu erreichen. Der Verein beklagt den Heimgang seines Beigeordneten'Herrn Rafael Tebrich. Dem Verein zur Bekämpfung der Schwindsucht in Chemnitz und Umgebung (E. V.) wurde erstmalig ein Jahresbeitrag pro 1908 gewährt. Die seitherigen Beiträge an die Grauen Schwestern und die Diakonissen sind den betreffenden Institutionen übermittelt worden. Des weiteren wurden wie in früheren Jahren Beiträge für Kurkosten, ärztliche Behandlung und Arznei, sowie Unterstützungen an Rekonvaleszenten für Mazzoth und Heizungsmaterial an hiesige Bedürftige gewährt. Für einmalige und dauernde Unterstützungen an Hiesige wurden 1250.75 Mark (1907 1432.20 Mark) aufgewendet. Ferner wurden 428 durchreisenden Glaubensgenossen 817.10 Mark in Beträgen von 1 bis 15 Mark (1907 990.75 Mark an 394 Durchreisende gewährt). In nötigen Fällen erhielten die Durchreisenden auch Obdach und Verpflegung. Der Bestattungsverein war 1908 in 13 Fällen tätig. Es starben elf Erwachsene (sieben Männer, vier Frauen) und zwei Kinder. Die Einnahmen betrugen 5540.09 Mark, die Ausgaben 3182.72 Mark, das Vereinsvermögen 11715.55 Mark. ^-Hannover, 22. Januar. Von hier aus soll eine neue, für ganz Deutschland bestimmte Institution begründet werden, deren Aufgabe es sein soll, die jüdische Schuljugend .planmäßig zum Gartenbau und zur Handfertigkeit zu erziehen. An die Spitze dieser Bestrebung, die bisher nur vereinzelt verwirklicht werden konnte, hat sich die Simonsche Stiftung gesetzt, die ein Zusammenwirken mit der Anstalt Ahlem, mit den bestehenden Vereinen zur Förderung des Handwerks und des Ackerbaues unter den Juden und mit Organisationen ähnlicher Tendenz bezweckt. 1. 6. Ph. Hamburg, 22. Januar. Der hiesige „Humanitäre Frauenverein" erstrebte seit Jahren die Schaffung eines „Jüdischen Mäd chenheims". .Für eine große Handelsstadt wie Hamburg ist ein solches Heim, welches alleinstehenden, arbeitenden jungen Mädchen eine freundliche Wohnstätte, ein gemütliches Zusammenleben, eine Stütze gegenüber den Versuchungen der Welt bietet, eine besondere Notwendigkeit. Der hingebenden Arbeitsleistung opferfreudiger edler Frauen ist es gelungen, das schöne Werk zu begründen und am Sonntag den 17. Januar fand sich eine große, froh.bewegte Versammlung ein, um das neue Heim würdig einzuweihen. In mustergütiger Ordnung und Sauberkeit, in gemütlichen, anheimelnden Räumen, allem Luxus fern, aber dem Auge einen freundlichen Anblick gewährend, bot es sich den Beschauern. Es soll vor allem den jungen Mädchen Aufnahme gewähren, welche der Eltern entbehren oder aus der Ferne herkamen, um hier tüchtig zu arbeiten' und sich einen geachteten Unterhalt zu erringen' Auch für Weiterbildung ist gesorgt; ein gutes Pianino, eine bünderreiche Bibliothek steht den Bewohnerinnen zur Verfügung; eine bewährte Dame ist zur mütterlichen Leiterin engagiert, und Damen des Vorstandes widmen sich Hingebungsvoll der Aufsicht. Die Mädchen zahlen monatlich 40Mark. — Die Einweihungsfeier begann mit Musik; nach einem tief empfun-