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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-01-08 · Heft 2 (8.1.1909) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Ausgabedes verstorbenen Lektor Friedmatm-Wien mit' einer kürzend Biographie des verdienstvollen Gelehrten zu veröffentlichen und genehmigte' den endgültigen Plan für die Herausgabe der 6ermnnia Judaica, b.ett die betreffende Kommission auf Grund ihrer letzten Beratungen vorlegte. In einer Resolution, die demnächst in dem Organ der Gesellschaft, der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, zur Veröffentlichung gelängen soll, nahm der Ausschuß' sodann noch Stellung zU der Jacobschen Kritik des Lehrbuches „Jüdische Religion" von Dr. Coblenz-Bielefeld. Wir bemerken noch, daß'der Jahresbericht und die Satzungen sowie auch Prospekte über die' von der Gesellschaft herausgegebenen Schriften kostenlos von ihrem stellvertretenden Schriftführer, Tr. N. M. Nathan, Berlin N. 24, SlrtiCfcrieftr. 85 A, zu beziehen sind. * » * Berliir, 3. Januar. Ter Verein für indische Geschichte und Literatur hielt am 30. v. M. im Restaurant Breslauer seine ordentliche Generalversammlung ab. * Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung und gab einen ausführlichen Bericht über das Wachstum und die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahre. Bei dieser Gelegenheit brachte er die schriftliche Beschwerde eines Mitglieds, das zum Vortrag des Herrn Geheimen Rats Geiger keinen Einlaß finden konnte, zür Verlesung. Hierauf erstattete die Revisionskommission den Kassenbericht und beantragte für den Schatzmeister Herrn Julius Frankel die Entlastung, die einstimmig und unter warmer Anerkennung der eifrigen Tätigkeit des Herrn Schatzmeisters erfolgte. Die Einnahmen betrugen' 15 527.33 Mark, die Ausgaben 13 377.44 Mark und der Kaffenbestand 2149.89 Mark. Im Anschluß an den Kaffeubericht wurde aus der Mitte der Mitglieder die Anregung gegeben, aus Vereinsmitteln eine neue Auflage der „Parallelen" in der ursprünglichen Fassung zu veranstalten, möglichst auch eine Uebersetzung derselben ins Englische zu veranlassen und sie in den weitesten Kreisen zu verbreiten, sodann aber auch nunmehr eine Zusammenstellung der Unterscheidungslehren von Judentum und Christentum durch dieselbe Kommission bearbeiten zu lassen Die Anregung wurde zum Beschluß erhoben und der Vorstand mit der Ausführung betraut. Allgemeine Zustimmung fand der wiederholt gemachte Vorschlag, zur Erlangung einer guten Novelle für das Jahrbuch zwei Preise in Höhe von 500 und 300 Mark auszuschrciben. Zu Preisrichtern wurden die Herren Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Ludwig Geiger, Dr. I. Kaftan und Professor Dr. Martin Philippson gewählt. Bei den sodann vollzogenen Wahlen wurde der Gesamtvorstand sowie die Revisionskommission per Akklamation wiedergewählt. Zum Schluß fand die Bewilligung verschiedener Subventionen und die Feststellung des Haushaltes statt. L2 Berlin, 5. Januar. Wie seit Jahrzehnten veranstaltet auch in diesem Jahre die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten ihres Stipendienfonds. Die Vorlesungen finden - in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestraße' 14, Montags, abends 8'Uhr statt. Es spricht am 11. Januar Dr. Julius Hülsen, Dozent an der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt, über die alte Judengasse° in Frankfurt als Baudenkmal (mit Lichtbildern); am 25. Januar Landrabbiner Dr. A. Lewinsky aus Hildesheim über das Thema- „Jud Michel, Finanzrat deutscher Fürsten im 16. Jahrhundert"; am 8. Februar Dozent Dr. A. S. Uahuda über das samaritauische Volk von Sichern in Palästina (mit Lichtbildern); am 22. Februar Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Ludwig Geiger über Moritz Veit und das deutsche Geistesleben; am 8. März Dr. S. Kalischer, Professor an der Technischen Hochschule, über die Wertschätzung der Arbeit in der Bibel und Talmud; am 22. März Geheimer Archivrat Professor Dr. Warschauer aus Posen über den Hostienprozeß der Inden von Sochaczewo; 's. Berlin, 4. Januar. Die Einweihung des Denkmals für Moses Mendelssohn, die am 123. Todestage des D.ahingeschiedenen' in dem Vorgarten der Knabenschule der jüdischen Gemeinde, Große Hamburger Straße stattfinden sollte, mußte aüfgeschoben werden, da das' Denkmal' umgeändert werden soll. Von dem Sockel aus' grünem Dolomit'ist die Bronzebüste wieder abgenonrmen worden; d.a der Sockel umgestältet werden soll. s. Berlin 3. Januar. Den Anschuldigungen gegenüber, die von antisemitischer Seite so oft gegen die Juden erhoben werden, ist es ■■ nicht ohne ^Interesse zu ersann, daß bei dem Feste, das der -B un d Deuts cher Bod enresormer am 7. d. M. im Neuen 'königlichen Operntheater veranstaltet und bei dem ein historisches Festspiel von besonderem Interesse sein wird, das in sechs Bildern den. Zug der Bodenreform durch die. Weltgeschichte, darstellt (Ein Nichterspruch Mosis ist der Inhalt des ersten Bildes,), Dr. Franz Oppenheimer den Text gedichtet und E. M. Lilien die künstlerische. Leitung übernommen hat. s. Berlin, 1. Januar. Am . 29. v. M. ist hier plötzlich am Herzschlag der Buchhändler Emil Apolant, Inhaber der Sortimentsbuchhandlung Walther & Apolant (E. Apolant) im 58. Lebensjahre gestorben. Am 1. September 1879 gründete er gemeinschaftlich mit dem inzwischen verstorbenen Hermann Walther die Sortimentsbuchhandlung, die am 1. Januar 1891 in seinen alleinigen Besitz überging. Durch rastlosen Eifer und Fleiß hatte er es verstanden, die Buchhandlung zu einer in weitesten Kreisen und in der Gelehrtenwelt rühmlichst bekannten zu machen. Emil Apolant^ ein Neffe des Predigers Dr. S. Apolant seligen Andenkens, war ein bescheidener und liebenswürdiger Mann,, ein guter Jude, ein würdiger Vertreter seines Berufes, dem alle, die ihn kannten, ein treues' Andenken bewahren werden. — Am 30. v. M. ist in Charlotteuburg der frühere Zeitungsverleger Stadtrat a. D. Rudolf Jsaac im Alter von fast 78 Jahren gestorben. Er gründete im Jahre 1869 in Charlottenburg das „Jntelligenzblatt" und im Jahre 1871 die „Neue Zeit". Jahrzehntelang wirkte er für den Liberalismus und betätigte sich in den verschiedensten städtischen Aemtern und in Vereinen liberaler Richtung. Rudolf Jsaac war Mitbegründer der Charlottenburger Religionsgemeinde und hat bis zu seinem Tode dem Vorstande derselben, zeitweise auch als Vorsitzender angehört. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden. 6. Aus der Provinz Posen, im Januar. Der Israelitische Verein „Frauenhilfe" in Posen, welcher nunmehr 17 Jahre besteht, hatte im abgelaufenen Geschäftsjahre eine Gesamteinnahme von 9624.27 Mark. Dieser stehen folgende Ausgaben gegenüber: Für kranke Frauen, Wöchnerinnen und Kinder 3253.29 Mark; Beihilfe zur Badereise 60 Mark. Beitrag für die Kurhospitäler Kolberg, Königsdorf-Jastrzemb, israelitische Taubstummen-Anstalt, Frauenbund 76 Mark. Beisteuer zum Erholungsheim Unterberg 100 Mark. Beitrag für die Latzsche Krankenanstalt 489 Mark, Gehalt und Gratifikationen 420.20 Mark, für Drucksachen und Porti 111.17 Mark. Anschaffungen von Wohtätigkeitsbüchsen 18.75 Mark, mithin Gesamtausgabe 4528,41 Mark, so daß ein Bestand von 5095.86 Mark verblieb. Frau Rabbiner Dr. Feilchenfeld, Vorsitzende; Frau Lea Calvary, stellvertretende Vorsitzende; Frau Amalie Behr, Frau Helene Cavliner, Frau Flora Ephraim, Frau Johanna Kuczysnky, Frau Sanitätsrat Dr. Popprier, Frau Jenny Strantz, Beisitzende. — Der Israelitische Armen-Hilfsv erei n in Posen verabreicht wie im vorigen Jahre an hiesige bedürftige jüdische Glaubensgenossen Brot zu ermäßigtem Preise. Die Abgabe von Marken erfolgt von den Vorstandsmitgliedern Stadtrat I. Schleyer und Herrn SalomonBergel. — Kantor Gold stein in Witkowo verläßt, nachdem er zehn Jahre zu größter Zufriedenheit sein Amt verwaltet hat, diese Gemeinde, da ihn die Synagogengemeinde in Jannowitz engagiert hat. --- Posen, 3. Januar. Wie bereits kurz gemeldet ist hier unerwartet am Herzschlage der Senior der Stadtverordnetenversammlung, Königlicher Auktionskommissarius Julius Manheimer gestorben. Er stand im 77. Lebensjahre, gehörte der Stadtverordnetenversammlung seit langen Jahren an und war eins ihrer fleißigsten und gewissenhaftesten Mitglieder. Als Vorsitzender des Finanzausschusses erfreute er sich wegen seiner hervorragenden Verdienste um. das städtische Finanzwesen, die sich besonders bei der jährlichen Festsetzung der städtischen Steuerzuschläge im hellsten Lichte zeigten, bei allen Stadtverordneten ohne Unterschied der Parteirichtung allgemeiner Wertschätzung. Auch sonst war er in den Kreisen der Posener Bürgerschaft wegen seines freundlichen und zuvorkommenden Wesens weit und breit geachtet. ---Dresden, 4. Januar. Hier ist am 21. v. M. Herr Mannheim Auerbach, Religionslehrer und stellvertretender Rabbiner unserer Gemeinde, plötzlich gestorben. Länger als ein Menschen alter

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