Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 72 (1908)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1908)
- Date
- 1908-12-25
- Page
- Seite 2 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Personen, die der Zentralstelle als Wohltäter bekannt sind, soll auf Anfrage Auskunft über die Petenten, gegeben werden, sür Privat- Personen undVereine, die keine eigene Auszahlungsstelle haben, wird eine einheitliche Auszahlung der regelmähigen Unterstützung durch das Bankhaus A. E. Wassermann, Burgstraße 23, erfolgen. Es soll so verhindert werden, daß Ungeeignete unterstützt werden und würdige Studenten gezwungen sind, mit „Buch" von Haus zu ziehen. Die Personalbogen werden in der Zentralstelle streng vertraulich behandelt; sie werden im allgemeinen vier Jahre nach der letzten Bewilligung vernichtet werden. Um diese Einrichtung wirksam zu machen, wird ersucht: Bei Unterstützung von männlichen und weiblichenStudierenden, Kunstschülern und Seminaristen usw. die Meldungen und Ansragen der Zentralstelle, Rosenstraße 2/4. zugehen zu lassen. Neue Gesuche — eventuell auch ältere — zur Prüfung der Zentralstelle zu übersenden ifür Vereine gilt dies nur, soweit keine eigene nähere Prüfung vorgenommen wird). Bewilligte Beträge mit einer Anweisung über ( die Art der Auszahlung an das genannte Bankhaus auf „Studenten-! konto" gelangen zu lassen. Die Benachrichtigung der einzelnen! Studierenden wird durch die Zentralstelle erfolgen.! sBerli«, 15. Dzbr. Tie Großloge für Deutschland VIII j U. O. B. B. hat beschlossen, zunächst in den Logenstädten human itüre; Arbeitsnachweise bezw. entsprechende Komitees zu errichten. i Ten deutschen Logen sind bereits diesbezügliche Vorschläge und ein ■ Organisationsplan unterbreitet worden. Dieser Beschluß wird! hoffentlich für zahllose Glaubensgenossen segensreich wirken und einen! wesentlichen Faktor in der Einschränkung des Wanderbettels, namentlich von ein- und rückwandernden armen Glaubensgenossen aus Rußland, Galizien und Rumänien bedeuten. e. Berti«, 16. Dezember. Es war ein wackerer guter Mann, . den wir gestern zu Grabe getragen haben. Am vergangenen Sabbat verschied plötzlich und ganz unerwartet der in weiten i Kreisen wohlbekannte und hochgeschätzte Kaufmann, Herr Max '< Heiman n. Aus dem Wege zur Synagoge, den er allsabbatlich I freudigen Herzens unternahm, erkrankte er, und wenige Stunden I später hauchte er seine reine Seele aus, umgeben von seinen treuen Kindern. Aus Wreschen stammend, kam er vor mehr als zwei Jahrj zehnten fast nngekannt hierher. Wie er sich nach wenigen Jahren! schon Dank seiner Gewissenhaftigkeit, seiner strengen Redlichkeit und seines gegen jedermann freundlichen Wesens eine große Zahl von Freunden und Verehrern erworben hatte, davon zeugen die zahlreichen Ehrenämter, die er bei jüdischen und nichtjüdischen Korporationen innehatte. In dem Stadtteil Moabit, den er seit seinem Hiersein bewohnte, war er eine bekannte und allgemein hochgeschätzte Persönlichkeit, und sein Tod hat dort eine fühlbare Lücke gerissen. Fast unersetzbar aber ist er dem Synagogenverein Moabit, zu dessen Gründern er zählte, und dessem Vorstand er seit langen Jahren angehörte. Es ist nur schwer in Worten zu schildern, wie sehr ihm dieser Verein, sein Blühen und Gedeihen am Herzen lag, es ist noch schwerer zu sagen, mit welch glühender Liebe er am Judentum überhaupt hing. Kein Opfer war ihnzu groß, keine Aufgabe zu schwer, wenn es galt, für den Glauben seiner Väter einzutreten. Sein Tod reißt eine tiefe Lücke. Möge er friedlich ruhen! Seine Kinder und Freunde werden sein Andenken hoch in Ehren halten! rn. Cöpenick, 21. Dezember. Weiteren Kreisen dürste es von Interesse sein zu erfahren, daß — im Gegensätze zu anderen Vororten der Reichshauptstaüt — hier neben der großen jüdischen Gemeinde zu Berlin eine mit Korporationsrechten ausgestatteten Synagogen.Gemeinde besieht. Bei dieser Gemeinde, welche etwa 20 Ortschaften des Amtsgerichtsbezirks Cöpenick umfaßt, sind drei Beamte beschäftigt, ein Lehrer, der zugleich Kantor und Prediger ist, ein Synagogendiener und ein Gemeindesekretär. Religionsunterricht wird von der Gemeinde aus auch noch in Adlershof und Friedrichshagen an dortigen Schulen erteilt. Eine Religionsschule im eigentlichen Sinne wird es aber vom 1. Januar 1909 an in Cöpenick nicht mehr geben. Den Bemühungen des Gemeindevorstandes, namentlich denen des stets rührigen und rastlosen Vorsitzenden des Vorstandes Herrn Max Cohn ist es gelungen, von dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium und hiesigen Magistcat die Genehmigung zu erhalten, daß analog Berlin, der israelitische Religionsunterricht als Lohrgegenstand im Lehrplane der städtischen Lehranstalten . ausgenommen wird. Ein von Herrn. Lehrer Franks ausgearbeiteter Lehrplan ist bereits den listreffenden Behörden über-l reicht. In der letzten gemeinsamen Sitzung der Repräsentanz und des Vorstandes nahm erstere von dieser mit Befriedigung Kenntnis. In genannt mit Freude begrüßt, daß der Vorstand welche energisch Schritte unternehmen st den Bau einer Synagoge zu erwerben. Mitteilung des Vorstandes Sitzung wurde es auch sine Kommission ernannte, Grundstück sür!s steht nun zu erwarten daß die hiesige Gemeinde, die bis jetzt t eu Gottesdienst regelmäßig ttd ihr Eigentum besitzen einem gemieteten Betlokal abhält, btt wird — Die Repräsentanten!! ersammlunc en leitet mit immer seltener Frische der langjährige Vorsitzende Herr £ abrikbesitzer Moritz Jacoby. deni anläßlich seines 70. Geburtstages neben einem praktischen Geschenke einkj < Adresse überreicht wurde. Herr M. Jacob), der auch Borsihender der Chewra und Vorstandsmitglied in mehre Stadtgemeiude ist, iourde bei den letzte Stadtverordneten gewühlt. Er ist in hiesi rechte länger als Berlin besitzt, der erste 'ertragen ist. Außer dem allgemeinen bei Herrn Mar C ob n, der Mitglied des Kurc toriums der Fortbildung?. den Gemeindebehörden geschniackvolle, sinnreiche :en anderen Vereinen der städtischen Wahlen zuin Stadt, die doch die Stadtaelit, dem dies Ehrenamt ebten Gemeindevorsitzenden 1 chule ist, und Herrn Julius Jl gerichts ist, hat hier noch kein Jsrac kleidet. Vivant segusntes! I. Danzig, 19. Dezember Am 1/ Chewrah Kadiseha unserer Gemeinde aller Kreist ihr Wjähriges Stijinngsiest. rs in einer so ehrwürdig alten Stadt im 15. Jahrhundert Juden beherbergt hat einer jüdischen Genwinde, eine Lima 25 Jahre sein sollte. — Der Kenner d iveiß, daß die Danzigor Judenschast früher meinden zerfiel mit ebensovielen Chewra müden Arbeit des verewigten Gustav D Münchener Rabbiners Dr. Werner 1883 und einer einzigen Chewra Kadiseha zusan diesjährige Feier der Danziger Chewra eine Feier der Zusammengehörigkeit Danziger Gemeinde, und dieser Bedeutung Mitglied des Kaufmannsöffentliches Ehrenamt be- Dezember beging die nter großer Teilnahme könnte befremden, daß zig, die nachweislich schon chtigste Institution ciadiseba nicht Ater als liesigen Verhältnisse aber fünf setbständige Gedie erst dank der nimmer- >sohn und des derzeitigen einzigen Gemeinde mengefaßt lourden. Die m war also zugleich Einigkeit der ganzen der Feier entsprach auch die Beteiligung an derselben und ihre wist dige Ausgestaltung. Am Nachmittage fand in der neuen Synagoge dienst statt, bei dem Rabbiner Dr. Kaelter predigt hielt und in einem Gebet der glieder gedachte; der Shuagogenchor Friedländer und Herr Oberkantor Weiset Verlaus der Feier bei. Der Abend vcreini des „Danziger Hos" eine außergewöhnlich durch bemerkenswerte Reden gewürzt war das Ehrenmitglied der Chewra Kadiseha, derj des ganzen verflossenen Vierteljahrhnnderts Spitze gestanden, gedachte in bewegten Wor Brüderschaft; ihm selbst und dem gesain Kadiseha galt der nächste Toast des Synagogen-Gemein de, Herrn Justizrat Steinhr feierte dann die Chewra Kadiseha als die religiösen Lebensbetätiguug und wies aus der Geschichte der ehemaligen alten Danzst er Teil-Clrewraus nach, daß nur durch die Vereinigung der Geist >er Kleinlichkeit, der jenen geherrscht, überwunden und diejenige Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten der Wohltätigkeit erzeugt worden sei, deren Danziger Chewra Kadiseha sich jetzt erfreue; sein Glas weihte er dem Geist der Einigkeit, den die Chewrah verkörj ei Tischreden bildete ein bedeutungsvoller, feierlicher Festgottesdie eindrucksvolle Festgeschiedenen Chswra-Mitter Leitung des Herrn trugen zum erhebenden li;te im großen Festsaale tattliche Tafelrunde, die Herr Martin Kadisch, urige Mann, der während ihres Bestehens an ihrer der Entwicklung der Vorstand der Chewra wsttzenden der Danziger rd. Rabbiner Dr. Kaelter uintessenz aller jüdischmehreren Beispielen c der spärlichen Geschichtsquellen und sicherer Br herrschrmg des Materials zeugender historischer Rückblick der Vorsitzer Kollegiums, Justizrat Behrendt. Mit Details aus dem fast vierhundertjähriger Danziger Judenschaft und ihrer Jnstitutionei; so zu fesseln, daß sein Hoch auf die liebe He jubelnde Zustimniung fand. Die Chewra Ss Den Abschluß der. gründlichem Studium;ben des Repräsentanten- Fülle von interessanten Entwicklungsgang der wußte er seine Zuhörer ratstadt Danzig allseits discha Danzig darf auf