Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 72 (1908)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- Seite 2 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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; Vereme' frört* 224" Mark bis' 29 122 MarF'r GinznäligWeMA tzche^ 7: wir von 77 Vereinen und Znjtttuten -ftMellett^öMeE?-'Sie-^fiÄ^-iE' Höhe von 365 952 Mark gespendet, worden/ wobei größere Geschenke und Stiftungen, die der Gemeinde zufließennicht' mithinetUgezogen sind Die Gemeindezuschüsse, die 311 den einmaligen Betragen hinzu-. - kommey/ergeben die Summe von 231 660 Mark. Eine besonders wichtige Gruppe der Einnahmen besteht in den Extraeinnahmen. Sie setzen ' sich zusammen aus Nenjahrsablöfungen einmal — 3600 Mark, aus VorträgM einmal ---, 3.344 Markdie meist unentgeltlich gehalten Werden, auS Sammelbüchsen zehnmal — 40 880 Mark, die für bestimmte Zwecke und an bestimmten Stellen aufgestellt werden, ein Brauch, der. außerordentlich sympathisch zu begrüßen ist, da fast gar- .keine Unkosten darauf ruhen: und nicht unerhebliche Einnahmen in einfacher und, würdiger Weise dadurch erzielt werden. Die Einnahmender einzelnen Vereine aus Büchsen schwanken Don 113 bis 13 569 Mark. Die Jahresansgaben von 79 Vereinen . und Instituten (ohne diejenigen, die ihre Tätigkeit wesentlich oder - ganz außerhalb Berlins ausüben) betragen 1 937 678 Mark. Sie differieren bei den einzelnen Vereinen usw. von 140 bis 260 OO0 Mark. Die gegebenen Zahlen zeigen, wie der Vortragende seinen interessanten -Bericht schließt, den Umfang der glänzenden Leistungen der Privatwohltätigkeitspflege. Die Leistungsfähigkeit ist nach seiner Meinung noch bedeutend zu steigern, wenn die Vereine mit gleicher Tendenz sich vereinigen und so den Umfang ihrer Tätigkeit vergrößern, und durch Erschließung neuer Arbeitsgebiete die soziale Fürsorge erweitert .werden könnte. In Ergänzung dieses' Berichts spricht Frau Regina Mosse in trefflicher Weise über den Brauch, in Form von Festen der Wohltätigkeit zu dienen. Sie teilt mit, daß von 98 Verneinen 15 Feste veranstaltet haben. Die Einnahmen schwanken .zwischen 3182 bis 55 Mark. Unter den Vereinen befinden sich zehn Frauenvereine, während die übrigen fünf in verschiedene Rubriken fallen. Die Gesamteinnahme der letzteren beläuft sich auf 3946 Mark, von denen ein Verein allein mit 3182 Mark beteiligt ist. Die zehn .Frauenvereine erzielten einen Ueberschuß von 5487 Mark, die größte ' Einnahme betrug 1047, die kleinste 133 Mark. Dabei ist zu bemerken, daß einzelne Vereine diesen Ertrag .erst durch mehrmalige .Feste erzielen konnten. Der an sich geringfügige Betrag von .5487 Mark stellt durchaus noch keinen Nettouberschuß dar. Die Unkosten dieser Feste sind zum Teil sehr beträchtlich hoch und werden von einzelnen Vereinen mit unter die Jahresausgaben gerechnet. Die Vortragende empfiehlt den Frauenvereinen ebenfalls dringend den Zusammenschluß aller Bestrebungen. Nicht allein, daß dadurch . die Leistungsfähigkeit, erhöht, könnten auch die Bureaüunkosten, die bei den kleinen Vereinen verhältnismäßig sehr groß wären, bedeutend verringert werden. Die Vereine selbst brauchten von ihrer Selbständigkeit nicht, das. geringste einzubüßen; die Vorsitzenden der Vereine könnten Vorsitzende von Bezirksabteilungen werden. Zur weiteren Beratung über die gegebenen Anregungen würde zum Schluß der Sitzung ein Komitee gewählt, das aus Frau Professor Mosse, Frau Dr. Frankl, Frau Graetzer, Frau Clara Jordan, Frau Hermann, Frau Seligsohn, Frau Henriette David und den Herren Oskar Berlin, Julius Cohn, Dr. Max Ginsberg, Oskar Wassermann - und Dr. Metzenberg zusammengesetzt ist. : s. Berlin, 11..Dezember. Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen in Berlin hat ihre Generalversammlung am 5. d.M. abgehalten. Aus dem vom ersten Schrift, führer erstatteten Jahresbericht sei hervorgehoben: Es fanden im verflossenen Jahre 8 Sitzungen mit 7 Vorträgen statt. Die Mit-, .gliederzahl ist um 4 Kollegen, und 3 Kolleginnen gestiegen und beträgt jetzt 76, und. zwar 61 Herren, 15 Damen. Auf Veranlassung der Wissenschaftlichen Vereinigung hat Herr Dr. Kellermann einen Zyklus von Vorlesungen über „Die Bergpredigt und die Ethik des Judentums" äh^ehälten Außer dem fast regelmäßigen gemütlichen ZusammenbieibM/nach der offiziellen Sitzung dienten einige Ausflüge und .zwei 'Familienabende der Pflege der Geselligkeit Für das Jahr 1909 wurde der alte Vorstand mit seiner bisherigen Geschäftsverteilung, .wiedergewählt? Ein nach erfolgter Vorstandswahl vom Kollegen Sacher eingegangener Antrag: L)en Vorstand .mit Rücksicht auf die steigende Mitgliederzahl zu vergrößern — kam, wiewohl er erst in einer neuen GeneralsiversaÄckläng halte-endgültig verhandelt wekdÄi können^' doch schoA-^ - Vorbesprechung: -Dabek verneinten alle sich'zu Worte meldenden^ Redner, ohne ^Widerspruch zu finden, die.- Notwendigkeit einer-VorDÜ standsvermehrung; sie versprachen sich-von einer solchen keine.Er-//- , leichterung,. sondern vielmehr eine-Erschwerung,in der Führung.der // Geschäfte. Darauf zog der Antragsteller seinen Antrag zurück. --,? Der a.ngekündigte Vortragdes Kollegen. Flanter: -Der biblisch e./ Geschichtsunterricht a u f de r U n t e r stufefiel aus Und 7 wird erst bei der Sitzung des/Brandenburger Lehrer- ' Vereins am 28. d. M. stattfinden.. — Die Verlagsbuchhandlung - I. Kauffmann, Frankfurt, a.'M. - chatte der Wissenschaftlichen : Vereinigung in liebensÄüUr^er^'^Weife eine -' Reihe'>--/-in -.'--threm-^-E Verlage erschienenen Schulbücher zur Kenntnisnahme und freien \ Verfügung eingesandt, darunter: das Gebetbuch Ledsare Veülla - in neuester Auflage, die Tef. Keza.ra, zweite Auflage, Kuttner: Bibel- ' spräche, Apolant:, Psalmen, Groß: Religionsbuch, zweite Auflage. - Rosenfelder: Sprachheft, zweite Auflage. Kollege Falkenberg wies . darauf hin, daß namentlich das . von Levy bearbeitete Gebetbuch: : Schaare Tefilla in seiner jetzigen "vorzüglichen Form und bei seinem außerordentlich niedrigen Preise eine ganz hervorragende, empfehlens- werte Leistung bedeute. Die eingesandten Bücher wurden gegen " einen bestimmten Mindesteinsatz verlost und der ansehnliche Ertrag einem? \. stellungslosen^ schwerkränken, der WissenschaftlichenVereinigung nicht an- - gehörenden Kollegen zügestellt. In der Sitzung am 7. v. M. sprach Herr Dr. Kellermann über „Die Philosophie des Maimonides". .. Eine Besprechung darüber, ob Fortbildungskurse' zum Zwecke der Vorbereitung auf die von der Wissenschaftlichen Vereinigung bean- - tragten, vom Schulvorstände genehmigten weitergehenden Prüfungen in den Religionswissenschaften eingerichtet werden beziehungsweise ' aus welche Fächer und Themata sich die Vorlesungen erstrecken sollen, ergibt die prinzipielle Geneigtheit dafür. Jedoch könne der Einrichtung der; Kurse erst nähergetreten werden, wenn die Prüfungskommission ernannt sein werde. Die Versammlung beschäftigte sich dann noch mit der von 5? Dr. Jacob verfaßten Besprechung des Coblenzschen Buches „Jüdische * Religion", die in der Juli-Augustnummer der Monatsschrift'-'für -die<.^ Wissenschaft des Judentums veröffentlicht worden ist, und beschloß <' folgenden Protest an den Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums zu richten: „Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin spricht als korporatives Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, daß die von Herrn Dr. Jacob verfaßte Besprechung des Coblenzschen Buches „Jüdische Religion" in der Juli-Augustnummer der Monatsschrift für die Wissenschaft des Judentums Aufnahme gefunden hat, da der ... darin angeschlagene persönliche und verletzende Ton ihr weder der Würde der Gesellschaft noch dem wissenschaftlichen Charakter ihres Organs angemessen erscheint." L2 Berlin, 14: Dezember. Aus dem Nachlaß der am II. Juni 1908 in Berlin verstorbenen Frau Professor Felicie . ' Bernstein sind dem Hilfsverein der Deutschen Juden 20000 Mark überwiesen worden. Diese Stiftung ruft die Erinnerung wach an den angesehenen Berliner Universitätslehrer Professor Bernstein, der im Jahre 1894 verstorben ist. Bei den ersten russischen ' Judenverfolgungen unter Jgnatiew hat er sich in eifrigster Weise an \- der Hilfsaktion zugunsten der Unglücklichen beteiligt. Seine ihn um -?■ diel Jahre überlebende Gattin war nicht nur durch ihre Wohltätigkeit bekannt; sie war auch eine feinsinnige, namentlich auf dem Gebiete der Kunst hervorragende Dame, deren Haus der Mittelpunkt. angesehener gebildeter Kreise war. ' . / s Berlin, 10. Dezember. Mit dem Oberamtmann Ludwig Cohn, der in voriger Woche in Charlottenburg verstorben ist, hat . die deutsche Landwirtschäft einen ihrer an praktischen Erfahrungen ' kenntnisreichsten Vertreter, eine Kapazität ersten Ranges, verloren. Cohn genoß in den Kreisen der schlesischen Großgrundbesitzer gerade' wegen seiner hervorragenden Tüchtigkeit als Landwirt das größte Ansehen. Welcher Wertschätzung er sich auch im Preußischen Landwirtschaftsministerium erfreute, zeigt die Tatsache, daß er noch vor wenigen Wochen vom Ministerium als einzige ausschlaggebende - Instanz für Gutachten berufen wurde. Der Verstorbene, der lange Fahre an der 'Spitze des' „Vereins -zur Förderung der BodenkulturK