Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 72 (1908)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- Seite 612 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Gesang hinter der Szene:, Harre meine'- - (Seele usw.! VIII. Krnd (auftretend): Hat hier in Seufzern (nicht ein Herz gebangt? Hat eine Seele, hier nicht mein verlangt? . . (sich zur Frau niederbeugend) O Schwester, (birg' Dein Haupt an meiner Brust, Hier find'st Du gleiches Weh' und gleiche (Lust! Frau: O Mägdlein, Dü, in Glückes (Sonnenglanz, Und ich, welch' Unterschied! VIII. Kind: Dein Leid, verbann's! Ein Gott uns schuf, ein Gott uns Vater ist, Drum Du mir vielgeliebte Schwester bist! Ich leite Dich, ich stütze Dich — zu zwei'n Da findest Du in's Leben Dich hinein. Ich will mit Gaben Dich bedrücken nicht. Ich helfe Dir, Du mir, so ist es Pflicht! Ick stärke Dich, ich heb' Dein Selbstvertrau'n, Dann wirst allmählich Du auch heiter (schau'n; Bald schaffst Du rüstig — bringst es köstlich . (weit, Hast übrig bald, zu mildern an d'rer Leid. Frau: Wie wird mir plötzlich doch so frei - (und leicht! Du gutes Mägdlein, das hast Du erreicht! Die andern gaben Geld mir und Gewand, Du, Edle, gibst mir hilfreich Deine Hand, Und von ihr wirkt's auf mich mit Wunder- (kraft! Lttkrsrilchr Mittkliungen. — In der Sitzung der philosophisch-historischen Klasse der Berliner Akademie der Wissenschaften am 8. d. M. sprach Geheimer Rat Professor Sachau über einen Papyrus aus Elephantine. Derselbe enthält ein großes Namensverzeichnis, aus dem sich ergibt, daß die israelitische Kolonie in Elephantine im 5. Jahrhundert vor.Christi Geburt eine Militärkolonie war. Im Anschluß daran wurde der ültsemitische Gottesname Bethel sowie-eine altkananäische Kriegsgöttin namens Anat-Bethel besprochen. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir die folgende Mitteilung bringen, die uns von einem angesehenen - Gelehrten zugeht: . „In der Novembernummer der „Zeitschrift für Assyriologie" (S 126 bis 136) untersucht S. Daiches die Frage: „Kommt das Jntergrammatnr nin'* in den Keilinschristen vor?" Nach sorgfältigster und umfassendster Forschung kommt er zu einem durchaus verneinenden Ergebnis und schließt: „Es kann also von einem Jave respektive Java in der ganzen babylonisch-assyrischen Literatur bis jetzt.nicht die Rede fein." Was sagt nun Herr Delitzsch, der auf solchem Vorkommen der Jahve in den Keilinschriften sein ganzes System von dem babylonischen Monotheismus und dem Plagiat der Bibel aufgebaut hatte?" - I Zangwill: Träumer des Ghetto. Deutsch von H. H. Ewers. Berlin 1908. S. Cronbach. II. Ein neues Buch von. Zangwill bedarf keiner Empfehlung bei unseren Lesern. Sie kennen : und lieben diesen Autor, dessen Geist und Herz, dessen Humor" und Ernst ihnen so viele heitere und angeregte Stunden bereitet hat. Die „Träumer des Ghetto" sind ein Meisterwerk seiner Kunst. Man kann sagen: Es ist eine Geschichte des Judentums in Einzelbildern. Die Männer, die er uns vorführt und oft mit wenigen Strichen so zeichnet, daß wir glauben, sie vor uns zu sehen, haben alle große Bedeutung für unsere Gemeinschaft gehabt. Sie find aber fast alle- Scha mm es '(eintretend): Das ist die Güte, - (welche Segen schafft. Ggr herrlich, Kind, o sei gebenedeit,.-. Du beste Tochter der Barmherzigkeit. Frau: Du Himmelskwte, recht behieltest, (trau'n, Die gold'ne Stufenleiter dürft' ich schau'n! Der Güte Hände, mich berührten lind, Vor ihrer Wärme schmilzt die Eisesrind'. Schammes: Wohl Lber allen Zweifeln (köstlich thront Die Güte, die im Judentums wohnt. Und wenn am achten Tag vom Weihefest Acht Lichter hell empor man flammen läßt, Und Ihr sie seht, das Herz von Freud' (geschwellt, Dann wißt, die Leuchten sind's, die oft erhellt Und oft erwärmt, heut und in früh'rer Zeit Die trüben Seelen durch Barmherzigkeit! (Indessen sind die acht Kinder wieder erschienen und haben sich, jedes ein Licht an einem Stirnreif befestigt, stufenförmig im Hintergrund aufgestellt.) S ch amm es, (einen Schritt, vortretend, - zum' Publikum): Und Ihr, die Ihr im Bilde (heut geseh'n. Die Macht der Güte immer aufwärts gehtn,: ' An Kraft, an Größe und an Edelmut, . Ruft voller Stolz es aus: „Ich bin ein Jud! Und diesem Vorzug meinen Dank ich zoll,. 'Indem ich suche — edlen Strebens voll —- Einst zu erreichen, lindernd jedes Leid'— Die höchste Stufe der Barmherzigkeit. (Tritt zurück, um die Lichter der Kinder anzuzünden, bleibt in deren Mitte stehen.) Knabe (jubelnd). Ach Mütterlein, nun ist (mein Glück erst ganz, HeilChanuka, im heil'gen Lichterglanz! Folgendes Lied kann auch fortbleiben, da . sich, der Schluß nach den Worten des Knaben wirkungsvoller erwies. - > Gesang der Kinder. Sittel.: „Moa^s zur jesclmossi“. Deiner Brüder großen Not Mögest Du Dich stets erbarmen; Milde schützt vor'm ew'gen Tod, - Hilf durch Güte jedem Armen. - Geht es einst in's Grab mit Dir, Scheidest doch Du nackt von hier. Darum der Barmherzigkeit Sei Dein Leben ganz geweiht. an ihren Träumen zugrunde gegangen oder haben doch den Erfolg nicht gehabt, den sie ihrer Bedeutung nach hätten erreichen müssen. Jeder einzelne dieser Essays ist. ein Meisterwerk der Darstellungskunst, das ganze Büch eine außerordentlich fesselnde Lektüre. Die Uebersetzung ist meist gut, die Ausstattung eine vorzügliche. SpreHssÄ. Sehr geehrter Herr! 3cf) richte an alle, die im Besitz von Briefen oder sonstigen Schriftstücken meines Vaters sind, die Bitte, mir sämtliches Material entweder originalster oder in Abschrift zu überlassen oder zum Zwecke einer Abschrift mir gütigst zur Verfügung zu stellen. Da mein Vater, die meisten seiner Zeitgenossen überlebt hat, so mag manches, so weit es noch vorhanden ist, sich in zweiter oder dritter Hand befinden, so daß es mir auch aus diesem Grunde, wie überhaupt wegen des Umfanges seiner Korrespondenz unmöglich ist, mich an alle in Frage kommenden persönlich zu wenden. Originalkorrespondenzen werden auf Wunsch nach genommener Abschrift den Eigentümern zurückgesendet und für den Fall einer dereinstigen Veröffentlichung von Korrespondenzen wird die Erlaubnis ' der Eigentümer ausdrücklich eingeholt werden. Sendungen, die mit aufrichtigem Dank empfangen werden, sind bis Ende des Jahres 1908 zu richten an Frau Dr. Meyer, Kurfürstenstr. 126 ' Berlin W. 62 . hon.Januar 1909 an Frau Brünn, Kurfürstenstr. 126. ■ Berlin W. 62. Im voraus für jede freundliche Hilfe, verbindlichst dankend, zeichnet in aufrichtiger Wertschätzung - - - Elsbeth Meyer, geb. Neumann. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.