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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1908-11-13 · Heft 46 (13.11.1908) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
72 (1908)
Issue
Heft 46 (13.11.1908)
Date
1908-11-13
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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f-V' m~ M - -s. Berlin, 8. November. Tie von -er. Vereini gu n g' der 'liberalen Rabbiner Deutschlands in der . letzten Tagung' erwählte pädagogische Kommission, bestehend aus den' Rabbinern Dr. Blumenthal-Berlin, Fabian-Breslau, Freudenthal-Nürnberg, Jacob-Dortmund und Vogelstein-Königsberg, trat am 3. d. M. zum ersteymal zu einer Sitzung im Sitzungssaals der hiesigen jüdischen Gemeinde zusammen. Sämtliche Mitglieder sowie der Vorsitzende der Vereinigung, Rabbiner Dr. Vogelstein-Stettin, nahmen an den Verbandlungen teil. Der Vorsitz der Kommission wurde Dr. Freudenthal- Nürnberg übertragen. In mehrstündiger Beratung wurde nach einem Referat, das von Fabian-Breslau erstattet und durch Anträge Jacobs ergänzt wurde, das gesamte Pädagogische Arbeitsgebiet eingehend dnrchgesprochen und nach bestimmten Gesichtspunkten zu gründlicher spezieller Inangriffnahme disponiert und verteilt. Aus der unübersehbaren Materie heraus, die noch der Bearbeitung von den ersten Anfängen an bedarf, soll vor allem an die Schaffung einer pädagogischen Sämmelstelle, an die Aufstellung von Lehrplänen für die höheren Lehranstalten und die Ausarbeitung von nörnrativen Grundsätzen sowohl für den Unterricht als auch für die Bearbeitung von Lehrbüchern zum Gebrauch der Schüler wie der Lehrer in den einzelnen Disziplinen herangezogen und hierfür eine Anzahl geeigneter Mitarbeiter gewonnen werden. Die Begründung einer pädagogischen Zeitschrift wurde wiederum als unbedingt erforderlich bezeichnet, und sollen nochmals vorbereitende Schritte hierfür unternommen werden. Es gereicht uns zur Genugtuung, Ihnen mitteilen zu können, daß Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. H. Aron auf unser Ersuchen sich bereit gezeigt hat, die bis zur ersten Generalversammlung der Organisation erforderlichen Schritte, mit Unterstützung des Initiators der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation, Dr.' Alfred Nossig, zu leiten. Obwohl die kolonisatorische Tätigkeit der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation von den parallellaufenden, auf die Bildung eines ständigen Ausschusses der Organisationen gerichteten Bestrebungen für die nächste Zeit, formell getrennt sein soll, möchten wir doch nicht umhin, zu betonen, daß nach den uns zugegangenen Informationen die baldigste Konstituierung einer wirklich leistungsfähigen, weltumspannenden jüdi-' schen Kolonisations-Gesellschaft auch für die wirksame Förderung des Zusammenschlusses der Organisationen unerläßlich ist, da erst auf dieser Grundlage der von der Konferenz vom 20. September 1908 in Aussicht genommene Weg mit Aussicht auf wirklichen Erfolg betreten werden kann." Kurz nach der Versendung obigen Schreibens erging an die für das Komitee der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations- Organisation in Aussicht genommene Personen ein vom Geheimen Negierungsrat Professor H. Aron und Dr. Alfred Nossig Unterzeichneter Brief, in dem das nächste Aktionsprogramm skizziert und die unmittelbar bevorstehende formelle Konstituierung der neuen Organisation angekündigt war. Dienstag, den 27. Oktober fand die konstituierende Versammlung der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations- Organisation statt. Als Zweck der Organisation wurde .festgesetzt: Die Allgemeine Jüdische Kolonisations-Organisation erstrebt die Förderung der dauernden, geschlossenen Ansiedlung, besonders im Orient, jener Juden, die durch die Verhältnisse in ihren Heimatsländern zur Auswanderung gezwungen sind. Die Allgemeine Jüdische Kolonisations-Organisation verfolgt lediglich, humanitäre Ziele. — Nach Annahme provisorischer Satzungen, deren endgültige Redaktion einer Kommission anvertraut wurde, schritt man zu den Wahlen. An der Spitze der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation wird ein Präsidium stehen, in dem die - einzelnen Länder vertreten sein sollen. Zum geschäftsführenden Präsidenten der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation und zum.Vorsitzenden des.Vorstandes wurde Geheimer Regierungsrat Professor. Dr. Aron gewählt. In den Vorstand wurden gewählt: Justizrat Dr. Edmund Friedemann als Schriftführer; Professor Dr. .Ferdinand Blumenthal als stellvertretender Schriftführer; Eugen Panofsky (in Firma: Jacquier L Securius) als Schatzmeister. Als Beisitzer: Siegmund Berget, Geheimer Sanitätsrat Dr. Blnmenthal, Siegfried Brünn, Kommerzienrat Heinrich Eisner, Dr. Isidor Ginsberg. Dr. Hirsch Hildesheimer, Berthold Israel, Alois Mvrcus (in Firma: Veit, Selberg & Co.), C. L. Netter, Manuel Schwarz, Generaldirektor Konsul Segall. Außerdem wurde ein aus führendes' Komitee unter; dem Vorsitz von Dr. Alfred. Nossig gewählt.. Die Allgemeine Jüdische Kolonisationsi, Organisation hat ihre Tätigkeit bereits nach verschiedenenRichlungen begonnen. ' ■; ... s. Berlin, 10. November. ^Das von der Konferenz jüdischer Notabeln am 20. September eingesetzte permanente vorbereitende Komitee einer Al lg eMeinen Jü di sch e n K o lo ni sa'ti o n s - O r g a n i sä t i o n hat. im Laufe der letztem Wochen an eine Reihe hervorragender. Glaubensgenossen ein Schreiben gerichtet, dem wir nachstehende Stellen? entnehmen: „In Ausführung der ihm von der Konferenz-jüdischer Notabeln am 20. September zu Berlin erteilten Aufträge hat das Unterzeichnete Komitee die beiden Hauptgegenstände der Konferenz: die Bildung eines ständigen Ausschusses jüdischer Organisationen und die Gründung der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation, einer eingehenden? Erwägung unterworfen. Es ist hierbei zu einem Ergebnisse gelangt, das sich wohl den meisten, wenn nicht allen Teilnehmern an dem zwei Berliner Konferenzen aufgedrängt haben wird: daß nämlich der gedeihliche Fortgang der beiden erwähnten Aktionen, denen unbedingt eine gleiche Wichtigkeit und Aktualität zuerkannt werden muß, in dem gegenwärtigen Stadium außerordentlich gefördert werden würde, wenn sie nicht mehr gelegentlich derselben Veranstaltungen zur Diskussion gestellt wären, wenn jede von ihnen gesondert behandelt,, und jeder die Fürsorge eines speziellen Komitees zuteil werden würde. Das Komitee erachtet es daher als seine erste und dringendste Aus-, gäbe, die erforderlichen organisatorischen Maßregeln zu treffen, damit beide Werke,. so innig auch ihr ideeller Zusammenhang ist, formell' zunächst getrennt voneinander weitergeführt werden können, und zwar big; zum Ausbau der beiden in Aussicht genommenen Körperschaften, das ist des gemeinsamen Ausschusses der Organisationen und der Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Organisation. Es sollen demnach zwei voneinander unabhängige vorbereitende Komitees geschaffen werden. Gemäß dem Beschlüsse der Konferenz vom 20. September wird das Komitee für die Bildung eines ständigen Ausschusses der Organisationen in der Weise zusammengesetzt, daß diejenigen. Organisationen, welche der Idee der Kooperation ans Grund des Antrages der Berliner Konferenz im Prinzip zugestimmt haben, aufgefordert werden, in das Unterzeichnete permanente vorbereitende. Komitee ihre Vertreter zu entsenden. Gleichzeitig wird ein gesondertes' erweitertes Komitee für die vorbereitenden Arbeiten der Allgemeinen Indischen Kolonisations-Organisation in der Weise ins Leben gerufen, daß angesehene Glaubensgenossen aus allen Landern, die ihre Sympathien für das geplante Werk bereits bekundet haben, oder bei. denen lebhafteres Interesse hierfür vorausgesetzt werden darf, zum ' Eintritt in dasselbe eingeladen werden. Das permanente Komitee hat alle in Betracht kommenden Verhältnisse einer sorgfältigen Prüfung unterworfen und ist zu der Ueberzeugüng gelangt, daß die - Lage der jüdischen Bevölkerung im Osten die Schaffung der geplanten Organisation heute dringend verlange, daß in den finanziell leistungsfähigen Kreisen unserer Glaubensgenossen gegenwärtig außerordentlich viel Stimmung für das Kolo n i sationswerk vorhanden sei- und daß die Umwälzung in der Türkeinicht nur eine tatkräftige Förderung dieses Werkes im Orient begünstige, sondern seine b a l d i g st e, E r ö f f n u n g uns zur Pflicht mache. Wir zweifeln, nichtdaran, daß Sie gleich vielen anderen hervorragenden Glaubensgenossen die ganze gemeinnützige Tragweite und den zeitgemäßen Charakter dieses Unternehmens anerkennen werden. Kp. Aus der Provinz Posen, im November. Der in Berlin lebende Kaufmann Nathanson hat anläßlich seiner Silberhochzeit kürzlich seiner Heimatgemeinde Lobsens 1500 Mark zu wohltätigen Zwecken überwiesen. — Fabrikbesitzer M. Jacubowski in Du dh bei Schildberg ist neulich zum Schulvorsteher der dortselbst neugegründeten evangelischen Schule gewählt worden. — Justiz-, rat Orgl er in Posen hat dem dortigen Magistrat 1000 Mark für Armenzwecke überwiesen. — JmPosen ist neulich der um das Armenwesen sehr verdiente Kaufmann Israel Neumark gestorben. . Airs Schlesien, im November. Der Verein israelitischer. Lehrer in Schle sie n un d P o sen versendet die Einladungen .zu der . 30. - ordentlichen - Generalversammlung, die am -Mittwoch, den

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