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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1908-10-30 · Heft 44 (30.10.1908) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
72 (1908)
Issue
Heft 44 (30.10.1908)
Date
1908-10-30
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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mäßigsten Rat gibt wohl Rechtsanwalt Dr. C o h n > Er empfiehlt pen>^Eltern, welche ihre'. Kinder in den ' Gottesdienst!einfüßreuwollen, dies außerhalb der hohen Festtage, zu tun.. Uebrigens.findet^ wie Herr Löwenthal mitteilt, in sieben Lokalen bereits der Gottesdienst. für die Erwachsenen neben dem Jugendgöttesdienstv statt, , damit wenigstens örtlich die Gottesdienste zusammenfallen. Die. Bibliothek-Kommission schließt mit einem Minderverbrauch von . 442 Mark ab. Die' Ausgaben betrugen 19707 Mark: Gegen das Vorjahr beträgt das Plus an Benutzern und Besuchern etwa 7V2O/0- Nach Hause verliehen wurden 7225 Werke, gegen-das Vorjahr ein Plus von etw'a.25O/o. Der Gesamtbestand der Bibliothek betrug am 31. März 1908: 16851 Bände, wobei die Dubletten und die Wolffche Sammlung nicht mitgerechnet sind, gegen 15800 Bände am gleichen Tage des Vorjahres. Aus dem der Bibliothek-Kommission zur Verfügung stehenden Dr. H. Meyer Cohnschen Legat (20000 Mark) wurden bis jetzt erworben: die Complutensische Bibelpolyglotte, Alcala 1514—17 (sechs Bände) und das große Quellenwerk der Uonuiaenta Oermamae distorica (36 Bände). — Nach Erledigung einiger weiterer Rechnungsabschlüsse auf die wir noch in nächster Woche ' zurückkömmen, wird die Ausgabe von 43 6O0 Mark zum Bau einer zweiten Gebethalle beschlossen. Der'Zugang zu dieser Gebethalle wird, wie der Dezernent Herr Netter mitteilt,-vorläufig noch durch den bisherigen Friedhofseingang erfolgen. Sobald die Straße 16 a dem öffentlichen Verkehr übergeben wird, kann erst der Zugang unmittelbar hergestellt werden. — In der neuen Synagoge wird fortan die. Kedus chah während der Wallfahrtsfeste deutsch gesungen werden. — Für das jüdische Krankenhaus wurde die Anstellung von zwei Hilfsassistenzärzten beschlossen, da Volontärärzte sich jetzt nur sehr selten melden. — In dringlicher Vorlage wurde alsdann die Aufstellung des nunmehr vom Bildhauer Marcüse fertiggestellten Moses' Mendelssohn-Denkmals genehmigt. — Zum Schluß der öffentlichen Sitzung wurde noch eine - Schenkung des Herrn Moritz Manheimer im Betrage von 200O0 Mark, zum Gedächtnis des 25 jährigen Bestehens und der segensreichen Wirksam-- keit der Altersversorgüngsanstalt in der 'Schönhauser Allee angenommen. Dieser Schenkung ist die Verpflichtung: beigegeben/ daß das Manheimersche Erbbegräbnis, welches zurzeit das Doppel- - grab seiner Schwiegereltern enthält und später des Stifters und seiner Gattin Grab aufnehmen soll, für alle Zeit in Pflege gehalten werden soll. Am 1. Mat alljährlich, am Geburtstage' des Stifters, soll sein Grab mit einer einfachen Girlande belegt werden, am 2'. Dezember, dem Hochzeitstage des'Stifterehepaares, soll auf allen Gräbern ein einfacher Kranz niedergelegt werden.- Im März, dem Stiftungstage der Anstalt, sollen schließlich den zehn ältesten Hospitaliten je 50 Mark ausgezahlt werden. So bescheiden, wie dieser treffliche Mann im Leben ist,- will er auch nachher bleiben. Den Wunsch des Referenten Direktor Minden, daß die Zeit, wo der einfache Kranz und die Girlande niedergelegt-werden, noch lange fern sein möge, werden alle, die den hochherzigen Wohtäter kennen, aufs innigste teilen. 's. Berlin, 26. Oktober. .Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Iudentums veranstaltete gestern mittag in der Aula ihres neuen Hauses eine Gedächtnisfeier für die in diesem Jahre verstorbenen Kuratoren der Anstalt Sanitätsrat Dr. Salomon Neumann und Professor Dr. Gustav Oppert.' Die Aula war mit Blattpflanzen dekoriert, auf dem Podium hatten inmitten eines'Lorbeerhaines die' Büsten. der' Verewigten Aufstellung gefunden. Die Gedenkrede -für Sanitätsrat Dr. Salomon Neumann hielt Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Hermann Cohen aus Marburg. Wir sind in der Lage, sie in dieser Nummer im vollen Wortlaut publizieren zu können. Die Gedenkrede für Professor Tr. Gustav Oppert hatte der Dozent Dr. A. S. Aahuda übernommen. Er zeichnete den Gelehrten als einen unermüdlichen Forscher des indischen Sanskrit, der auf diesem Gebiete Hervorragendes geleistet habe. Sein Wohlwollen für die' Lehranstalt habe er dadurch noch besonders zum Ausdruck gebracht, daß er ihr sein gesamtes Vermögen vermacht habe. Mit dem Hinweise, daß Oppert und Neumann, jeder in seiner Art. ihren Glaubensgenossen Vorbilder der'Charaktergröße, der Selbstlosigkeit und des jüdischen Idealismus seien, schloß der Redner seine formvollendete Ansprache. Harmoniumklänge beendeten die ernste Feier. s. Berlin, 26. Oktober.^-Der Vorstand 6er „Jüdischen Les e» hallr.und.Bibliothek*/Oranienburger Straße 58 parterre, Hat auf Wunsch deS -zahlreichem Lesepublikums die Lesezeit wesentlich erweitert Das Institut wird vom 1. November ab wochentags von 2—9 Uhr abends ununterbrochen, geöffnet sein, am Sonnabends und Sonntag von^ll- 2 Wr und 7.-10 Uhr .abends. Am . Freitag-Abend wird, das Institut vor Beginn des Gottesdienstes geschlossen. . - Kp. . Aus der Provinz Posen, imOktober. Der in Breslaulebende Kaufmann Moritz Warschauer, hat seiner Heimatgemeinde in Ostrowo 300Ätark zur Errichtung einer Gasbeleuchtung für den kleinen Betraum als Spende überwiesen. —KaufmannLouisKronh e im in Brom berg hat zur Errichtung eines jüdischen Altersheims daselbst einen Betrag von 3000 Mark gespendet. —ZuSchulvorstandsmitgliedern der jüdischen Schulgemeinde in O strowo wurden die Herren Rechtsan-- Walt Gold sch mid t, Mineralwafferfabrikant S. Joseph i und Kaufmann Isidor Hermann gewählt.—Die Stadtverordneten in Ostrow 0 haben die Herren Fabrikbesitzer F. Fr ä n ke l und Oekonomierat D. G 0 l dstein zu Stadträten wiedergewählt. — Frau Auguste Goldstein aus San Francisco hat in Gemeinschaft mit ihrem Bruder, dem Rentier Siegfried Schocken in Berlin, ihrer heimatlichen Synagogengemeinde in Rogasen 2500 Mark als Geschenk überwiesen."— In der Generalversammlung des seit-zirka 100 Jahren bestehenden und 130 Mitglieder zählenden israelitischen Krankenpflege- und Leichenbestattungsvereinsiu - Ostr ow 0 wurde Oekonomierat D. G 0 ld stein - zum ersten Vorsteher Wiedergewahlt. Der Verein verfügt' über ein Vermögen von zirka 9000 Mark. - , e. Breslau, 23. Oktober. Nach dem Vorbilde anderer Großstädte hat sich auch hier ein Verein gebildet, um ein jüdisches V olkshei m , eine Tohnbeehalle, zu schaffen, zunächst, den gesammelten' . Mitteln entsprechend, in gemieteten Räumen Sonnenstraße 30, die am letzten Sonntag feierlich eingeweiht wurden. Nach einem von Oberkantor Cerini gesungenen Psalm ergriff-der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Martin Frankel, das Wort, um, anknüpfend an die l doppelte Bedeutung des Tages: als Fest der Gesetzesfreude und als Geburtstag des Kaisers Friedrich, seine Freude über die Begründung des-jüdischen Volksheims und zugleich seine Hoffnung, auszusprechen ' daß die materielle Hilfe der Glaubensgenossen ihm bald ein eigenes Heim schaffenwerde. Inzwischen werden - namhafte Gelehrte und künstlerische Kräfte dafür sorgen, daß die Arbeit nicht umsonst getan wird, sondern daß die Jugend, der das Haus in erster Reihe gewidmet ist, auf ein höheres geistiges und sittliches Niveau gehoben wird. Die gleiche Hoffnung klang aus der-Weiherede des Rabbiners Dr. Rosenthal. Ein Segen für viele nannte er das Heim, das die Jugend mit der Gesamtheit der Gemeinde in Verbindung halten, sie von den Gefahren der großen Stadt ablenken, und sie stark machen solle im Streben nach dem'Guten und Edlen. Mit freudigen Worten begrüßte auch Rabbiner Dr.' Güttmann bas Liebeswerk. das, der Tatkraft und Entschlossenheit einiger jüngerer Männer der Gemeinde entsprungen, ein Beweis hohen Gemeinsinns sei und die höchste religiöse Pflicht, das Gebot der Liebe, zur Ausführung bringe. Mit Harmoniumspiel und Gesang endete die würdige -Feierder am Montag die Eröffnung des Heims für diejenigen folgte,. für die es bestimmt ist, für die erwerbstätige jüdische Jugend beiderlei Geschlechts, die von nun an hier allabendlich geistige Anregung und leibliche Kräftigung finden soll.' — Anläßlich seines fünfzigjährigen Doktorjubiläums hat die philosophische Fakultät der Breslauer. Universität dem Oberrabbiner Dr. Gttdemann in Wien sein Diplom unter voller Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete der Geschichte der Juden im Mittelalter erneuert. M. Hamburg, 20. Oktober. Das Altenhaus der Deutsch- Israelitischen Gemeinde in Hamburg, dessen Zweck es ist,- betagten Gemeindemitgliedern, die das 60. respektive 65. Lebensjahr überschritten haben, unentgeltlich Wohnung und Verpflegung zu gewähren, verzeichnete im Jahre'1907 45 Personen, nämlich 19 männliche und 26' weibliche als Pfleglinge der Anstalt. Es ist dies die größte'Anzahlvon Personen, die seit Bestehen des Hauses' Aufnahme gefunden, und sind damit alle zur Verfügung stehenden Zimmer besetzt. De-r Vorstand weist daher darauf hin, daß'die Vergrößerung des Ältenhauses durch Errichtung eines Erweiterungsbaues sich als ein Gebot der Notwendigkeit erweist, das nicht mehr lange

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