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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1908-05-29 · Heft 22 (29.5.1908) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
72 (1908)
Issue
Heft 22 (29.5.1908)
Date
1908-05-29
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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; ■ ' . ' v,~;" y- V bon ä»ahr zu Jahr hingezogen. Syndikus Lillienthäl erAärtej daß ' die Anleihe mit dem Bau-einer Synagoge in Moabit gar nichts zu tun habe, sondern für ganz andere Zwecke festgelegt sei. Die längst beabsichtigte Errichtung einer'neuen Synagoge werde erst nach Fertigstellung der Synagoge Fasanenstraße in Angriff genommen werden. Dieser Bau wäre auch längst weitergefördert, wenn nicht neuerdings das Konkurrenzausschreiben beschlossen worden wäre. — Einen breiten Nauru nahmen alsdann die Verhandlungen über die Uingestaltung der Barmizwahfeier in Anspruch. Zur Frage der Einführung dieser Feier in den Synagogen ohne Orgel waren die Gutachten der Rabbiner eingeholt worden, von denen sich die Herren May bäum, Eschelbacher und Rosenzweig — letzterer unter Ausschluß der alten Synagoge— für, die Herren Weiße, Stier, Blument.hal und Warschau er gegen die Einführung, ausgesprochen - haben. Die gemischte Deputation hat beantragt, die Feier in allen .Synagogen einzuführen, den ersten Teil der jetzigen Feier in den Orgelsynagogen zu kürzen, eitt'e vermehrte aktive Teilnahme der Knaben herbeizuführen, den Vätern der Barmizwahknaben in den vordersten Reihen Plätze anzuweisen und das Gebet des Predigers von der oberen Kanzel aus sprechen zu lassen, während die Knaben vor dem Tische des Dorbeters stehen, und schließlich jedem Knaben ein Geschenkbuch auszuhändigen. in welches durch den Rabbiner ein Spruch einzutragen ist. Die vereinigten Synagogenvorstände haben in Ergänzung dieser Vorschläge empfohlen, zwecks aktiver Beteiligung der Knallen an der Feier den Barmizwah nach der Ansprache des Rabbiners das Schema bis Echod sprechen und daran den Segen des Rabbiners auschließen zu lassen. Was die Feier in den orgellosen Synagogen betrifft, so haben diese sich für die Einführung in allen Gemeindesynagogen entschieden; nur sollen in der alten Synagoge die deutschen Gesänge fortfallen. Die Vorsteher der alten Synagoge hatten sich jedoch prinzipiell gegen jede Verkürzung oder Ausdehnung frei bisherigen Gebete ausgesprochen. Zur Ausführung der Vorschläge ,ift von Herrn Professor Maybaum das Gebet in entsprechender Weise geändert und vom Vorstand genehmigt worden. Als Geschenkwerk hat der Schul- und Talmud-Thora-Vorstand die Schul- und Hausbibel von Jacob Auerbach, ferner für die Orgelsynagogen das Gebetbuch der neuen Synagoge, für die übrigen den Sachsschen Siddur in Vorschlag gebracht. Ein zweites. Werk verfügbar zu haben, erschien dein Talmud-Thora-Vorstand deshalb wünschenswert, weil ein Teil der Knaben möglicherweise schon im Besitze des Auerbachschen Buches sein könnte. Dem Einspruch der Vorsteher der alten Synagoge will der Vorstand Rechnung tragen und von einer Feier Abstand nehmen, dagegen empfiehlt er die Verteilung des Geschenkwerkes auch für die alte Synagoge. Nach den Beschlüssen des Vorstandes sollen den Vätern der Barmizwahknaben vor der ersten-Reihe Plätze angewiesen, die Gebete, einschließlich des für. den Landesherrn, von der oberen Kanzel aus gesprochen werden, während die.Knaben sich unterhalb ausstellen. Jeder Barmizwah soll ein Geschenkwerk mit der Erinnerung an die erfolgte Einsegnung erhalten, und. zwar vorläufig die Auerbachsche Schul- und Hausbibel und je. nach der-Synagoge, in der die Feier stattfindet, das Gebetbuch .der neuen Synagoge oder den Sachsschen Siddur. Diese Beschlüsse sollen für alle Synagogen mit Ausnahme der alten gelten. Der Beschluß betreffs des Geschenkes findet auch auf letztere Anwendung. Auf Antrag des Ausschusses sollen die Knaben das Schema bis Echod nicht nachsprechen,, sondern selbständig, und zwar ein Knabe nach dem andern, ferner sollen auf Antrag Blaschke die Gesänge und die Ansprachen des Rabbiners dem Geschenkbuch ini Druck beigegeben werden, endlich wurde der Antrag Minden beschlossen, die Feier in der alteiy Synagoge einzuführen, sobald der Synagogenvorstand damit . -einverstanden sei. Professor Kali scher betonte, daß die Feier .nur durch eine Ansprache des Rabbiners an jeden Knaben wirkungsvoll gestaltet werden könnte, wenn aber an dem Gebet festgehalten werden .soll, dann müßte es wenigstens frei gesprochen werden. .Professor Blaschke und Justizrat Lilienthal halten dies für,unmöglich. Alsdann wurde der Schluß der Debatte angenommen, und die ganze Vorlage mit den vom Ausschuß und von Professor Blaschke und Dr. Minden vorgeschlagenen Aenderungen angenommen. 2X2 Berlin, 25. Mai. Unmittelbar nach der französischen ift jetzt die deutsche Ausgabe des Jahresberichts der Alliance y WDWHWUMK ... ' tsttiMte^tTni veHeffre für'1907 erschienen.. Der Bericht, ein wohlausgestattctes, ZZänpchen von 232 Seiten Text, legt Rechenschaft ab von der über''drei Erdteile sich 'erstreckenden Tätigkeit der ältesten und' größten jüdischen''Hilfsorganisation.' ' Durch . VerirMlung der Alliancelsraelites-Ujiiverseile wird von.der Judenheit Mr dje Judenheit gearbeitet.?Den wirtschaftlich Notleidenden wird materielle Hilfe gebracht, den geistig Notleidenden^ geistige Speise durch Unterricht und Erziehung geboten. Auch im-Jahre'1907 hat der Wirkungskreis der Alliance Israellte Universelle neue Erweiterung erfahren, ist in dem früher bereits von. ihr beackerten Gebiet die Wohlfahrtstätigkeit intensiver geworden. Der letzte Abschnitt der deutschen Ausgabe des Jahresberichts handelt von der Deutschen Konferenzgemeinschaft, der besondere Aufgaben hinsichtlich der.rumänischen und russischen Glaubensgenossen zngeteilt sind. In stetig wachsendem. Maße hat die Deutsche Konferenzgemeinschaft in herzlicher Uebereinstimmung mit dem Zentralkomitee in. Paris namentlich die Fürsorge für die Auswanderer und Rückwanderer russischer und rumänischer Staatszugehörigkeit übernommen und selbständig organisiert.., Zahlreiche Lücken, die in dem Organisationsnetz vorhanden waren, sind ausgefüllt worden, Die Zustimmung, deren sich die Alliance Israelite Universelle im allgemeinen und die Deutsche. Konferenzgemeinschaft der Alliance Israelite Universelle in Deutschland im besonderen erfreuen, wird bewiesen durch die stetig wachsende Zahl der Mitglieder, die im vergangenen Jahr abermals um Tausende zugenommen hal. S£2 Berlin, 24. Mai. ..Seit etwa zwanzig Jahren ist von den verschiedensten Vereinen und Anstalten viel zur Hebung der jüdischen Bevölkerung. in Palästina getan worden. Aber den tausend Anforderungen, die durch den allgemeinen Fortschritt an die Judenheit gestellt werden, konnte man noch lange nicht nach allen Seiten hin gerecht werden. Eine Neugründung will hier eingreifen. der,, Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina". Er sucht die Gebiete auf, die Frauen am nächsten liegen, vor allem Haushalt und Krankenpflege. Der Verband will schaffen, was in Palästina am meisten nottnt: tüchtige Hausfrauen. . Er will Haushaltungs- . schulen gründen, um die jungen Mädchen für den Beruf in ihrem späteren Heim vorzubereiten. Abteilungen für ländliche Wirtschaftsführung sind für später vorgesehen. Der zweite Punkt betrifft die Errichtung eines Krankenpflegedienstes. Es gibt zwar eine Anzahl jüdischer Krankenhäuser, in Jerusalem allein deren vier; doch reichen sie längst nicht aus, auch nur einen Bruchteil der Hilfesuchenden aufzunehmen. Da kann die gut ausgebildete Pflegeschwester vieles, leisten, deren Mitarbeit die Aerzte in Dorf und Stadt mit Freude begrüßen werden. Eng damit verknüpft ist die Sorge für Wöchnerinnen und Säuglinge. Der letzte Punkt ist die Errichtung eines Frauenheims für Krankenschwestern. Lehrerinnen und andere gebildete Damen. Der Verband, der im Jahre. 1907 begründet worden ist, hat seine Tätigkeit bereits ausgenommen. Vorsitzende ist Frau Professor O. Marburg, Berlin.W. 15, Uhlandstraße 175, an welche Anfragen und Beitrittsanmeldungen zu richten sind. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens drei Mark. Um die vielen und bedeutenden Aufgaben, die sich der Verein gestellt hat, zu erfüllen., bedarf es einer regen Teilnahme der weitesten Kreise der jüdischen Frauen; vor allem aber müssen Lokalkomitees in.jeder größeren Stadt gegründet werden. Es existieren solche schon in Berlin, Hamburg, Köln; dem Berliner Komitee gehören unter anderem an: Frau Dr. Leszynsky, Frau Dr. Friedemann, Frau Dr. Eschelbacher, Frau Professor Philippson, Frau Justizrat Timendorfer.Auch, in Holland und Belgien sind Lokalkomiiees in Gründung begriffen, und es ist begründete Hoffnung, vorhanden, daß die übrigen Länder bald folgen werden. . Die Freunde des Verbandes werden gebeten, sich betreffs der Begründung von neuen Lokalkomiiees mit der Vorsitzenden: Frau Professor O. Marburg, Berlin W. 15, Uhlandstraße 175, oder der Schriftführerin: Frau Dr. Leszynski, Berlin W, Bayrentherstraße 36, in Verbindung zu setzen. Bromberg, 25; Mai. Der Verein jüdischer Lehrer der 'Ostprovinzen veranstaltet seine 20. Jahresversammlung in Brom berg,. „Moritz' Hotel", am 7. Juni d. I. nachmittags von 3 Uhr ab; dieselbe wird am anderen Tage fortgesetzt. Die Tagesordnung lautet: 1. Gesang: „Brüder reicht die Hand zum Bunde." 2. Begrüßungen. 3. Jahres- und Kassenbericht. 4. Vortrag: Der Lehrer-

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