Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 72 (1908)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
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am achten Tage seiner Geburt einer gewissen Operation unterzogen hat. Die weiblichen Mitglieder müssen sich.durch die Länge ihrer Nase legitimieren, und . die Theaterdirektoren müssen beim Rabbinat eine Prüfung im Talmud oblegen. Neue Stücke -werden nur von Juden oder jüdischen,Günstlingen angenommen, und. ihr Inhalt muß immer ein Hymnus auf Israel sein... Von den alten Stücken werden nur noch solche gespielt, die eine freundliche jüdische Figur haben. Am Sabbat und den anderen jüdischen Feiertagen . bleiben die Theater geschlossen. Weite „nationale Kreise" haben sich daher schon vom Theater ganz zurückgezogen, und . wenn sie die reine Kunst genießen wollen, dann gehen sie nach —. Moskau oder Petersburg, denn im gesegneten Rußland gibt es keine jüdischen Stücke und wenig jüdische.Darsteller. Wem diese Schilderung zu schwarz erscheint, der lese nur die täglichen Klagen der allein waschecht deutschen antisemitischen Zeitungen, dann wird ihm schon das Lachen vergehen. Woher kommt das Zersetzende in unserem heutigen Theater? Natürlich von den Inden. Woher kommt das „schleichende Gift" in unserer modernen dramatischen Literatur? Wieder nur von den Juden. Woher kommt alles Undeutsche überhaupt? Immer von den Juden allein. So muß, wie ein antisemitischer Literaturfreund' sich ausdrückt, „ein jeder - noch nicht verjudete Mann — gering genug ist diese Gruppe bereits — nach Vermögen dazu beitragen, daß der Geist der Zersetzung vom Theater verdrängt wird". Nach Vermögen? Hm. das Vermögen unserer treuen Antisemiten.in literarischen Dingen ist leider nicht groß. Aber natürlich, protestiert muß werden aus dem deutschen Wesen heraus gegen alles Undeutsche. Was das deutsche Wesen ist, und worin sich das Undeütsche bekundet, wird uns nicht gesagt. Aber — jeder gute Antisemit hat für solche Dinge einen scharfen Riecher. Wir anderen Sterblichen müßten schon' mit einem besonderen Apparat ausgestattet werden, um diese analytische Untersuchung vornehmen zu können. Ja, was wissen wir arme verjudete Seelen von feinen teutonischen Nasen? DeiK gute Herr klagt: „Es ist ja bedauerlicherweise so weit gekommen, daß die Art der besonderen Pflege von Werken, die'Juden zum Träger haben oder von Juden verfaßt wurden, schon gar nicht mehr auffällt, und doch hat die Anhäufung von Werken wie „Der Kaufmann vonVenedig", „Tie Jüdin von Toledo", „Judith" usw. ganz gewiß eine symptomatische Bedeutung, denn einen Zufall wird doch auch der Harmloseste in dieser Anhäufung nicht erblicken. Ja, wer eine ganz besonders tiefe Verbeugung vor dem Judentum zu machen gedenkt, der eröffnet die Spielzeit sogar mit einer „Volksvorstellnng" von Lessings liberalem Paradestück „Nathan der Weise", wie cs zum Beispiel der Elberfelder Theaterdirektor zn tun beliebte." Das sind ja schreckliche Zustände. Wir haben freilich bis jetzt geglaubt, daß „Der Kaufmann von Venedig" nicht gerade philosemitisch gehalten ist und daß auch „Die Jüdin von Toledb" nicht besondere Sympathie für die Juden hervorruft. Aber die ganze Literaturgeschichte ist ja verjudet — mit Ausnahme von Bartels natürlich — und schon, daß Inden auf die Bühne gebracht werden, ist ein himmelschreiendes Unrecht. -Die Juden sollen nach Palästina gebracht werden und. nicht auf die deutsche Bühne. Es ist doch für einen Germanen überhaupt eine unwürdige Zumutung, eine jüdische Nolle zu spielen. Und dann erst „Nathan"! Man bedenke: Nathan! Schon der Name ist schrecklich, und der Nathan kann wohl mit alten Hosen handeln, aber nicht mit Weisheit. Ja, so ein Stück hat nur der damalige Präsident des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, der dazu noch den hebräischen Vornamen Ephraim führte, ein gewisser Magister Lessing, schreiben können. Und in Elberfeld scheint es besonders schlimm mit der Verjudung zu stehen. Das. Wuppertal muß so eine Art jüdischer Atmosphäre ausströmen. Von sechs neuen Aufführungen stammen drei aus jüdischer Feder^und was das zu bedeuten! hat, weiß jeder gute. Antisemit. Denn die Juden schreiben nicht mit Tinte, sondern mit Gift, und der Baal-Zebub führt ihnen die Feder. Aber damit nicht genug: „Die diesjährigen literarischen Matinees scheint Elberfeld den Inden ganz zur Verfügung stellen zu wollen, denn während diese 111 it Schalom Aschs widerwärtigem „Gott der Rache" eingeleitet wurden, brachte die zweite Matinee die „Ledigen Leute" von Felix Dörmann, der nach eigenem Ansspruch nur noch das Kranke, Hysterische lieben kann. Kann, ruän da nicht mit vollem Rechte von einer Vorherrschaft des Judentums reden?" Ja, ja, so etwas muß den Zahmsten wild machen. Es ist gar kein Zweifel: der Synagogenvorstand, der den Theaterdirektor besoldet und das jüdische Theaterpubliküm durch geheime Fäden leitet, hat einfach die Direktion gezwungen, das Theater den schrecklichen Absichten der Juden dienstbar zu machen. Und auch die ganze öffentliche Meinung wird natürlich von den Juden gemacht. Jeder Bürger bekommt aus der unerschöpflichen Judenkasse einen Taler, und dafür muß er alles glauben und alles tun, was die Juden wollen. Unser Autor schreibt mit feiner psychologischer Beobachtung: „Was sagt nun aber die breite Masse zu alledem? Die muß bei obiger Zusammenstellung von der geistigen Regsamkeit und künstlerischen Ueverlegenheit des Judentums doch tief durchdrungen sein! Ich glaube, daß man der Menge diese Ueberzeugung nur beibringen will. Man will offenbar das Judentum mit einem Nimbus umgeben, um ungestört alles zersetzen nnd aus dieser allgemeinen Zersetzung eiwas für sich herausschlagen zu können. Dramatische Werke von dauerndem Wert hat das Judentum unserer Literatur ja noch nicht zugeführt. dafür aber blendende Talmiware und Erzeugnisse eines ausgesprochenen Bordellgeistes in reicher Fülle." Ei, natürlich, man will das Judentum mit einem schönen Nimbus umgeben — das ist der einzige Zweck des modernen Theaters in Deutschland. Und dann die Zersetzung! Das ist ja ein Hauptpunkt des Programms der jüdischen "Geheimgesellschast, die zur Nachtzeit des Halbmondes, wenn der jüdische Stern sich am Horizonte zeigt, in einer Höhle in der Nähe der Wupper ihre Mitglieder versammelt und sie mit der Zauberkraft des Fürsten der Hölle ausstattet, um das Zerstörungswerk mit immer neuer Kraft fortzusetzen. Unser teutonischer Gewährsmann klagt weiter, daß die Theaterdirektoren nicht nach dem sittlichen Wert eines Dramas, sondern nach dem Kaffenerfolge fragen. Das ist selbstverständlich auch nur die Schuld der Juden. Das Geld ist ja eine rein jüdische Erfindung, das merkt man ja schon am hebräischen Namen Mammon. Ein echter Deutscher haßt das Geld — das beweisen ja unsere Antisemiten täglich. Diese „Vorherrschaft des Judentums" zn überwinden scheint vorläufig keine Aussicht vorhanden zu sein, und unser Autor verzweifelt an der Zukunft. Da gibt es nur ein Mittel: neue Theaterdirektoren, die nur vom Idealismus leben, gegen den Strom unserer bösen Zeit schwimmen und nur solche Stücke aufführen, die einen hohen dichterischen und sittlichen Wert haben. Da kann nur noch der antisemitische Literaturpapst Adolf Bartels helfen, denn eines solchen Heroismus ist nur ein echter Antisemit fähig. Vielleicht entschließt sich die deutsch-soziale-Partei, mit gutem Beispiele voranzugehen und ein eigenes Theater zu. eröffnen. An Komödianten fehlt es ihr gewiß nicht, und hinter den Kulissen zu arbeiten, verstehen ja. diese Leutchen ausgezeichnet. Die Stücke, die hier aufgeführt werden, dürfen natürlich, nicht vonjüdischen Autoren