Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1905)
- Date
- 1905-11-03
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3224737-3228636-3228681--62142-3276002- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
, Bevlin, 2. Novem-er. Die Jü-Ifche/Tat)n'be e'h alle, .Kaiserstraße 10, nahm am 1. Noveniber.-ihre'Tätigkeit "wieder 'aus. Allabendlich finden wiederum die/geistigen, und geselligen Veranstaltungen statt, welche den' bedürftigen Schichtenunserer Glaubens^ .geuteLns.chaft'..Ml«ge«heA^biMn-^in-7-der/^Tox»n-Kchalle-.'tostenlos/-Be--.7.>-. lehrung. Anregung und auserlesene Unterhaltung zu finden. -Berlin, > 28.- .Oktöber. -! Das Komitee für Eh'ürruba^j- B e sichtz ststrstg/-versendöt den folgenden'^ Anfrus iZwei- Jahrzehicke; hindurch hat reicher/Segen -auf unserem Liebeswerke geruht/ Wir we-ndeNÄUNs-von. nerlem-voll Zuversicht-an den altbewährten WohltätjgkeitZ.siun unserer Glänbensgenossen' und Genossinnen und bitten herzlich,, uns' auch dieses Jahr zu Chanukoh in den Bestrebungen für unsere Schuljugend zu unterstützen.-- -1329 jüdische Kruder/ welche wir im-mrrig.hr/Jahre'mit Kleidung) Stiefeln und Lehrmitteln versehen konnten,.! denken dastke-rfüllt. au -ihre Wohltäter, welche - ihnen das freudige/Bewußtsein verschafft,'-daß der Arme'nicht verlassen ist Es ist.'.Mser Streben, gewesen-und - wird 'es -immer bleiben, durch die Gabe-mach sorgfältiger Auswahl des Notwendigen- und Nützlichen in deu/Kindern den Sinn für -Ordnung- und"Sauberkeit zu wecken und ihren Fleisti. anzuspornen. Auch dieses Jahr-hoffen viele Hundert yuf - die-gleiche.Wohltatwirsind gewiß.- daßihre Hoffnung, dank Leu edlen.-Gebern /in Erfüllung^ gehen wird. Jedr /dev'Ilnterzeichsteten nimmt/Gaben: an Geld- Stoffen/ .Jugondfchristen -und--so weiter rint Dank entgegen rund erteiltigern/ -nähere Auskunst.- - Das' Komitee für Chstnukah-BeschLrimg>''.st--Fraw. Julie Nenmann, - Vorsitzende, Pö.tsdamerstraße.12,1 e.-- .Frau '. Aiärcus •' Adler. Frau Max Benjamin. Frau/Jnlius Böhm. ..Frau Geheime'Sanitätsrot Flatow. Frau Dri Frcupkl.i "Frau Leopold FriedmaUn. -Frau Dr. Ginsberg. Frau Dr. Grabower.- ..Frau Anna. Jtzig. Frau- Professor Dr. -F. Liebermanü- Frau Sanitätsrat Dr. Mühsam.- Frau- Louise Oliven-. Frau' Louis Oppenheim... FrauHeleneSchömvald.^ Frau 'Emma- Sieskind. - Frau Sarlitätsrat. Dr, Stern. . Frau Dr. Ungerleider. Fron -Sanitätsrat' Dr/,Otto-Wi.esetithal./>--■ i'/J. .Sütflf, 24.^Oktöber. Das hiesige Schützkomitee 'des Hilfs- Vereins .der deutschen. Juden hat /durchden -am 22. d. M. erfolgten Tod feines/Mtgliedes, des Herrn K/L.- Kallenbach einen schweren, kaum., zu'/ersetzenden.- Verlust erlitten. '--Schon vor Errichtung - des KoytsteeL hat-Herr-Kallenbach-durch Sammlungen und aus eigenen Mitteln mit Rat und durch die Tat der -Not und - dem Elend der jüdischen: Auswanderer -mit 'Erfolgäbgeholfen; nachdem das Komitee errichtet und.'unsere-Auswandererherberge-geschaffen-war,., bildete er den/Mittelpunkt: unserer Tätigkeit.- Sein -Praktischer Blick und sein gutes. Herz ließen ihn auchin den schwierigsten- Fällen einen - gangbaren/Weg, finden... Seine--letzten- Lebensjahre - hat er nur unserer guten. Sache gedient.--Wir werden den edlen Mann nicht vergessen, sein Wirken: wird, uns stets vorbildlich fein. / - ..... -- - Xp.^ Bus /.der.'Prövinz^ Posen, - im- Oktober. ' Kaufmann R at harr .Lachnra nn in Bartschin, Ehrenbürger der Stadt, ist na-ch/längerem/Leiden.gestorben/- Lachman-n gehörtelange Zeit der dortigen Städtvertretung an und - hat segensreich gewirkt.' — Die Erben der - jün g st /.in La bi f ch i n verstorbenen Frau Kommissionsrat Lipp ma.nm haben an die dortigen Armen- 309 Mark verteilen lassen. ..Die./Synagoge in Koni-tzist mit elektrischem Lichte versehen worden/' Die Kosten der . Ablage'-und Unterhaltung derselben werden aus. einem', von 'Herrn-Moritz. Tuchler in Dresden dev Synagogengemeinde. seiner. Vaterstadt gestifteten Legat bestritten. — Dem langjährigen Ratsherrn Hugo Ehrenfried in Wreschen ist anläßlich seiner Uebersiedlung nach. Breslau der Kronenorden IV. Klaffe verliehen Wörden.. Der Dekorierte war auch viele Jahre Vorsteher der dortigen Synagogengemeinde. -— Kaufmann... Moritz Weile in Sch lo ch a u ist.-, zum. Ratsmaim däselbst gewählt worden.. — Die Stadtverordnetenstn.Wreschen haben den-Kreisarzt Dr. Michaels >o h'ydaselbst zum Magistratsmitglied neugewählt. — Zum ersten Vorsteher/-er/Synägogengemeinde Ade ln-au ist Kaufuränn Moritz- J.acob.ow iez daselbst"getvählt .worden. - -. -- x. Llffa i. P-, /28. Oktober. An den Tagen-vom 18.-bis zum' 20., Oktober/ hat; das 35.0jährrge Jubelfest. des hiesigen Königlichen^ C o me n i ns - P Y.m N.a s.i um s stattgefünden. Viele auswärtige frühere Schüler - warem züvFeier herbeigeeilt, darunter' auch eine nicht geringe Anzahl jüdischer. Zweien von '.ihnen, dwihre Teilnahme - zügesa'gtz Hatten,/ postr es lejder. nicht' .bergvnnt, dein ^Feste beiznwvhnNr'?' dem Kaufmann Eduard- Mamlok in Glogau und Medizinalrat Dr. Mani-tnnpstz, dem, Mitgliede .des Me^izinalkplleginms der Königlichen Negierung' in Posen/''- Vor -den^nigen aber, die sich eingefunden . hatt-en7^vor. den ' jetzigen jüdischen 'Schülern -"-es- GMn'äsi-ülns"'1ind vor vielen. Gemeindemitgliede.ru fand.aln^)9. ,-., W. . eine erhebende FeLst'.'in "ISetrT-Mesigen fDörMl' GottöWäüse^statt,/-/wobei^' unser Rabbiner Dr. Bäck in Anknüpfung ein den „Baum des Lebens" und . den „Baum der-Erkenntnis" der Bibel in. treffender... undlichtvoller Weise aussührte, wie Religi on und..Wissen.feit jeher die idealen Ziele gewesen sind,. denen das Gymnasium seine Schüler zuzuführen bestrebt Ivar. In einer sehr, verdienstvollen Festschrift, die der Direktor des Comenius-Ghmnasiums, Professor Alfred von San dem zur "Geschichte des Lissaer Gymnasiums. 1555^—1905 herausgegeben hat, weist er unter anderem dcrrauf hin, daß der.jüdische Religionsunterricht durch ministeriellen Erlaß vom IO. Anglist 1873 unter die übrigen Lehrgegenstände ausgenommen/ wurde und fügt, folgendes hinzu: „Deingemäß erhielten von 'da,..ap. die jüdnchen Schüler in.drej^ (später in vier) Abteilungen "ist. ^destM'änmendler/Änstalt" von / dem Geistlichen der Genieittde Neligiostsunterricht.; privatim, hatte er schon einige Jahre vorher begonnen.' Erwähnenswert ist, daß von Anfang an bis stuf den heutigen Tag derselbe Mann, Rabbiner Dr. Bäck, mit seltener Nüstigkeit diesen Unterricht erteilt hat." Die Zahl der gegenwärtigen Schüler des Gymstasinrns beträgt^ 343,; Unter diesen sind.70 jüdische, also 20,4 Prozent. Ihren prozentualen Höhepunkt hat die Zahl der jüdischen Schüler in den 50 Jahren von 1855—1905 in dem Jahre 1879/80 erreicht. ,-Damals waren unter 252 Schülern 87 jüdische, also' '34,s..Prozent. Bemerkenswert - ist die große Aiizahl'v'omStiftungen' llnd Stipendien am Gymnasium, die von Glaübeusgenossen hersstmunen, sodie- Karl Mankiewiez- Stiftung, die' Simon Levy-Stistung',' die Löbel Joel Halberstadtsche Stiftung. dke'/JosePh'. Abraham/ Möllsche Stiftung,' dre- Dr. Buttermilchsche Stiftung, ' die 'Dr."'Hollsteinsche/ Stiftung, ' die .Samtersche Stiftung, die Salifche Stiftung,' die,Julius Dtogauersche Stiftung,^-di.e : Professor' Jürius ToePliß-Stiftung.. —..Ein. früherer Gchüler, Rentier Markus Berliner /in. Berlin,/'der Vox kurzem/ erst der -hiesigen Gelsteinde erhebliche .Zuwenduilgen zum Tempelbau -gemachthatte, hat bei seinem kürzlich erfolgten Tode' der' Sä lömon, Joseph .nud I ohan na Woll hei Nische n ' St i ft list g Hierselbst, beut bekannten humanen Institute, eist Legat vori' 3000 Mark vermacht. m. Breslau. 30. Oktober. Seit mehreren Jahren zeigt ' sich innerhalb einiger Vereinigungen unserer Gemeinde' ein edler Wetteifer in Werken, welche namentlich die s'vziäle, Fürsörge der Kleinen unserer so wenig begüterten Mitgliederbetreffen. Neben Lern Chanukahkomitee, welches sich die 'Ausrüstung unserer - ärmeren Kinder mit Winterkleidung angelegen sein läßt und -an desserl Spitze Herr Theodor Oschinsky, ein ' üui verschiedene 'Wohltätigkeits- * önstalten verdienter Mann, steht, wärebesonders hervorzuheben, der Frauenvevein der hier' bestehenden Lessing-Loge. Neben . so vielen Werken der Barmherzigkeit und Liebe hält es der gedachte Verein als seine vornühmste Aufgabe, .schwächlichen Kindern während der großen Ferienzeit' Kräftigung und Erholung 'dllrch',.Erm.öglichun.L des Aufenthaltes, in gesunder, reiner Luft zu gewähren. Als besonders tätige/Mitglieder wirken hier Frau Rabbiner Dr. Gnttmann und Frau Silberstein, bei denen man immersachverständlgest Rat und stete Hilfsbereitschaft finden kann. Neben diesen Vereinigungen wäre der erst seit einigen Jahren bestehende, aber sehr rührige Schwesterstverein der Gesellschaft „Eintracht" zu nennen, der viel Segensreiches auf dem Gebiete der Nächstenliebe leistet."Dieser Verein hat jetzt die dankenswerte Aufgabe übernommen, einen 'jüdischen' Mäd'chenhort ins Leben zu rufen. Lehrer und Lehrerinnen an unseren Schulen" haben schon längst, mit Betrübnis die' Erfährustg machen müssen/, daß viele Kinder unserer ärmeren Glaubens gen ö sseii, teils durch/ Unkenntnrs, teils durch die Verhältnisse gezwüngen, der nötigen Aus-' sicht und Wartung ermangeln und darum leicht der Gefahr aus-, gesetzt sind, au Körper und Seele Schaden zu leiden. Dringend war darumsthr Wunsch, eine Stätte gegründet zu sehest, 'wo wenigstens Mädchen, bei denen es am notwendigsten wäre; an freien Stundest des Nachmittags unter sachverständiger Leitung "zu Gutem und. Nütz-' lichem än'gehaltem werden. 'Die hier' bestehenden' Horte 'sistd teils'