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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-11-03 · Heft 44 (3.11.1905) · p. Seite 519

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 44 (3.11.1905)
Date
1905-11-03
Page
Seite 519 (sequence 3)
Language
German
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WasieHrben'- Meeresgrund bedecket."^UMs nm^rdii^Jtzr üwNanien des Milizen gekönistleN'i-empfanget den Segen^a-us^d.LnrHmtfe^dM'Ewi-tzeju" .loävöreelloebu adönaji*4^^T*- ' - ' - --' •’ Anschluß an bi€fe: Mrliche Ansprache»- die ihren Cittd'buck Ärif d5e-ansehnliche- Versa lnrnkung ^nkcht verfehlte, refer!erte-'-MrstizM -Dr/ 'Eng e n--'Fü chs W'erliii 'in < glänzend'eMilsiethorik über die-' ,/E nt - iv-rMün-st--und' Äirfg'äbeN''des^ BerTbandtz-sder Deutschen- Mi d'en." Redner ist sich/ -so^sü-HM ev^aüs, -.er Veräntwortung, die 'auf dem Aufträge ruht, über - dieEntwicklüng'i und' AMMben des -Verbandes <z'u Berichten, Wohl bewußt: Jw'rinein MeEs^Enckikch bemessenen Zeitraum soll sein 'Vortrug--ein 'erschöpfendes BiW^dev Geschichte nndädevc'Eigenart des Verbundes, -seiner -Leistung -in -der Gegenwart und seiner.Aufgaben -für die Zukunft.geben, soll die Ust- 'tundigen -belehren und die Gegner-bekehren, und, das heißt,-vielleicht ffistne ^Daseinsberechtigung undseine ganzes Zukunft abhängig machen vondem'Stern, dev 'stbeb'dieser"Stunde wältet)^1lnd doch -habe - er kurz entschlossen den Auftrag übernommen):- rveil< es ihn urit Stolz erfülle, 'einen lailggehegten Gedanken verwirklicht"zn ffeheN:weil er von seiner Berechtigung durchdrungen sei, und weil er die^nieMAls trügende-' Hoffnung'.habe.::daß,' ein. .wahrer und berechtigter Gedankt sich selbstzülil-Siege verhelfe. Man. brauche..-rückschauend imr die indischen Bestrebungen und Kämpfe der letzten Jahrzehnte, .sich zu vergegenwärtigen,' um dessen inne zu werden.- daß das geschaffen . werden-mußte, was dev Verband sein wolle und nach.den Gedanken ünd Wünschen seiner Gründer werden solle. -Der Verbandder 'Deutschen Juden sei nicht ein Kind der Laune, nicht'ein überflüssiges Produkt einer vielgeschäftigen Vereinsmeierei,' die für große -Miseren und kleine Freuden Vereine schaffe und durch- Satzungen und Sitzungen große und dringende Zeitaufgaben meistern zu können glaube,- er sei eine-geschichtliche Notwendigkeit.,' notwendig ünd berufen, eine Lücke auszusüllen/die sich-in-der-Geschichte der der Emanzipation nachfolgenden jüdischen- Kämpfe- und Bestrebungen übe'raus fühlbargemacht unddiesich als dringend ausfüllungsbedürstig erwiesen habe. Er sage: der der -Emanzipation -nachsolgenden^Kämpse und Bestrebungen, denn der JudeneManzipation seien -Abwehrkämpfe der deutschen Judenheit in nennenswertem Umfange kaum vorhergegangen. Deutschland sei' zur Judenölnanzipation durch - die geistigen Strömungen und die Auffassung von den Menschenrechten gedrängt worden, welche die große französische Revolution äusgelöst habe. Er wolle wen Verdienstender jüdischen Einzelkämpser, jüdischen Gemeinden und Verbände, die für die' Gleichberechtigung - der- Inden eingetreten' seien und -gerungen haben, nicht zu nahe treten-, aber man dürfe wohl sägen, daß unseren Vätern die -Emanzipation mehr als eine Frucht liberaler Weltäuffassung in den Schoß gefallensei, als. daß sie dieselbe erkämpft und errungen hätten. 'Unsere Emanzipation sei ' nicht - durch jüdisches 'Blut- und -jüdischen Schweiß gekittet, und das habe sichbitter gerächt: -Die Emanzipationzeitigte das Assimilantentum imbösesten Sinne des Wortes. - Die. Juden, die, wie jeder Einsichtige nur-billigen-könne, ihr äußeres'Sein an-, paßten' an die Umgebung nüd sich bestrebten, getreue Söhne-des Vaterlandes "zu werden,--beachteten nicht, daß sie Deutsche sein und Inden bleiben, daß sie das Neue ausnehmen konnten' und das Alte nicht Preiszugeben brauchten, ' daß sie die Erben einer großen Vergangenheitwaren', die es ihnen berbot, die Väter zu verleugnen und restlos unter Preisgabe ihrer Tradiationen in der Mitwelt unterznzsttanchen. Hunderte und Tausende'-assimilierten sich restlos und wurden Renegaten, als der Judenheit - ein neuer Feind erstand, der die Emanzipation bedrohte. -Die Menschenrechte waren den Juden zu mühelos-in den-Schoß gefallen, als daß man sie ihnen unangefochten gelassen "hätte.- Redner schilderte' alsdann das mit elementarer Heftigkeit-erfolgende Einsetzen der antisemitischen Bewegung, welche die Inden zum großen Teil indifferent und durchweg, unorganisiert fand. So wie keine jüdische -Phalanx eintrat, die Emanzipation zu erkämpfen', so-warauch keine da-sie zü verteidigen. Es'fehlte ein Organ, die bedrohten-Rechte Dl-schützen."' Der Deutsch-israelitische Gemeindebünd' verfolgte "im wesentlichen'nur'Erziehungs- und Wöhlfahrtsbestrebun'gen. Im Dezember 1880 würdedas' Lazarussche Komitee' gegründet) das jüdische Notabeln zu gemeinsamer Äbwehrtatigksit verband,- zehn Jahre später der Verein zur Abwehr des | Anti semlt-ksmE der-Juden und' Ehristen rnnsaßt,: rmd imterdem Vorsitzvon Gneistorrnd Rickert eine: verdienstvolle Tätigkeit:entwickelte und-der noch heute -Unter. Barths Vorsitz segensreich wirkt. Cinein- .! Halb Jahr später tritt öäs-Komitee, znr Abwehrantisemitischer Angviffe.-)ti»p Tätigkeit, zuerst unter Führung) von Dr. Nathan, später unter Friedtzmanns Leitung. Auch hierist noch die' Abwehr. in yligarchischer Weife: organisiert,-'die'-.breiten Massen noch nicht zur Mitarbeit herängezvgeM s-4s893 wird dann der Zenträlverein deutscher Staatsbürger j üdischen Glaubens geschaffen und ' damit die -Abwehr demokräAWt.-Unter der Devise n-SMsthilfv Im Lichte der Oeffentlichfcitwerden die.-deutschen Juden zumiMbwehrka'mpf.herangezogen. Mn ÄMeugbaresi;.Verdienst, - das sich der? Zentralverein erworben, ist^Är "Geäst,-dener hinausgeträgen hat, er -haki-die Inden zu Stolz -und SelbstbewuWse'iwwiederzusammengesührt, die-.Gemeinsamkeit der Abwehr hat '.nicht -nurdie: barrgen) Gemüter. erhoben»!sgndern. auch die Charaktere, 'gestählt.Auch-' die-zionistische Bewegung.,-txug: das ihrige-.dazu, bei, '--die.-'-Judenheit .wieder zu beleben und den Jndifferentismüs .zu bannen, n Mit-dein Zentralverein wetteiferte der Zionismus'. Stolz,.- Selbstbewußtsein und?Tr.eue unter den.-Indem zu verbreiten und.- den Geist zu-bannen-, der im- AffimilaNtentum.s o gefährlich fürdie Juden geworden war. Doch-? dein,-Zenträlverein, einem Verein von : Einzelpersonen, fehlts die LegitimätionsidierGesamth.eit'.der Juden: zu;vertreten. Der.:Zentralverein war.-melir-^äntiantisemitiich als positiv? jüdisch,?er steht und? fällt mit; der Antisemitenbewegung. Eine.-Reihe Won Aufgaben war der Kompetenz-Hes Vereins entzogen, so die. Fragender Einwanderung, der Auswanderung der Naturalisation. Statistik.nnd Apologetik-Müßten.unbeachtet bleiben, die Schächtbestrebungen konnten nichtvowihMalleMgeregeltwerden. Kurz, es fehlte, - die. Zusammenfassungder-, geistige ü'-. Kräfte, . die-- in Hunderten von.Organisationen ze.rsPlitt'ert waren, rs.. seHlte^as: einheitliche Band, das sich um-die jüdischen Organisationen schloß?,Md. dadurch das Judentum positiv -kräftigen konnte. Auf Anregung Redners wurde inr Jahre 190.0' in einer Audienz beirn Kultusminister der Mangel einer Gesarntorganisation -als. - das . Grundübelvo.x-. getragen: Das Ergebnis 'jener Konferenz war eine 'Denkschrift,-die damals auf Veranlassung des Kultusministers .von Herrn M. A. Klausner verfaßt, wurde. Seit dieser Zeit ruht diese im Ministerium. Und das ist vielleicht gut. so, 'da uns mit -.nur . einer territorialen Landesvertretung, .die uns der. Preußische. Kultusminister nur geben kam:,, nicht gedient ist,. und' es .ist ferner - auch besser, daß wir uns selbst schaffen) wasüns-setzlt. Wir. wollen .kein 'staatliches-' - Kirchenregiment; was wir hierdurch an. Ordnung und äußerer- Macht gewinnen-könnten, würden 'wir -einbüßen.-.an-innerer Freiheit und innerem Frieden. Als Abhilfe für die -allseitig: empfundenen Msßstände wurde alsdann zuerst von Justizrat Breslauer der Gedanke eines großen Judentages. angeregt, von Prof. .Philippson lebhaft ausgenommen und vertreten. Die konstituierende Versammlung v,o.in Dezember.1900 - lehnte den Jndentag ab und übertrugeinem Ausschuß die Schaffung einer dauernden Vertretung durch- -den Zusammenschluß, dev . schon bestehenden jüdischem-iOrganisatione-iu Daraus . ist. alsdann der Verband der Deutschen. Juden hervor? gegangen. Das Statut ist von Professor Philippson:entworfen» der insbesondere die Organisation der .kleinen Gemeinden glücklich-gelöst hat, so daß nichts imvertreten geblieben ist in der deutschen Indens heit und niemand den Mangel der, Legitimation des Verbandes anfechten kann. Der Verband ist kein Judentag; in dem Judentag ist . das wesentliche die einmalige oder periodisch einzuberufende große ^'Versammlung mit ihren -Protestrufen-,' -in der Verbandsideeist das wesentliche. die Zusammenfassungder Organisationen, und dem Ausschuß ist eine intensivere - und stetigere Arbeit zugewiefen als:der.Hauptversammlung, die nur eine Erscheinungsform ist, inder sich derÄusschuß betätigt. - - Der Verband ist aber auch kein. bloßer Abwehrve-rein, -wieder Zenträlverein, er soll durch positive.'Arbeit für. die Fortentwicklung und Stärkung des Judentums sorgen. Mit allem Nachdruck ist jedoch zur-Be^ ruhigüng ' der. Orthodoxen: zu: .betonen: ..der.;Verband-äst ke.ine Kul tusorganisation, er erstrebt weder...eine -staatliches:. noch , eine . autonome..K-);-lt-u-soMauLs-a-t-i-o-iia.s - S t atstt'- des Verb andes ' ist, derart -veran-kert^,.,-d ...e^n-e- Aenderung unmöglich isst.-.De-r Verband .tpill'

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