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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-10-20 · Heft 42 (20.10.1905) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 42 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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hervorragendes organisatorisches Talent, ^vermöge ^dessen EsDihm ge-. lang',' dw neue Organisation dev Arme.^Pflegs,HerbeiLuführen^ dier' einzelnen, unmittelbar in der Armenpflege tätigen Organe zu dezentralisieren, auf der andern'Seite .maserner. .Hän^ fasd:älle:/Wo,httätig-7, keitseinrichtungen der Gemeinde zu Zentralisieren und die private Wohltätigkeit in rationelle Bahnen zu leiten und sie den Instituten der Gemeinde anzugliedern.' Vermögedieser Zentralisation: hat er eine geradezu staunenswerte Kenntnis des umfassenden Gebietes besessen und wußte stets, wo die Mittel zur Hilfe zu finden sind: Die Einrichtung'- und Ausgestaltung der Wohltätigkeitsinstitutionen, einer der ersten in Berlin, ist wesentlich dem Verstorbenen zu danken. Ihr zur Seite trat der Verband für jüdische Wohlfahrtspflege, der gleichfalls - die in der Zentralstelle vereinigten Vereine umfaßt zum Zwecke des, gegenseitigen Austausches. der gemachten. Erfahrungen und der Unterstützung dient in einzelnen Fällen, die über das Können der einzelnen Anstalten hinausgehen. Das \ jüdische Genesungsheim, an dessen Einrichtung er hervorragend, beteiligt war,: die jüdische Arbeiterkolonie und den Arbeitsnachweis machte. er der Armenpflege, der Gemeindeverwaltung nutzbar. Wo die. Gemeindeanstalten und die Vereine nicht helfen konnten, da trat er persönlich und durch die. Heranziehung anderer ein; er. warauch hier wie überall ein wahrer und echter. Jude. Seine. Wohltätigkeitspflege, hatte auch /keineGrenze an der religiösen Gemeinschaft, der er angehörte. 'Die einzelne Wohltat war für ihn frei: von jedem konfessionellen und religiösen Beiwerk. Gerade die umfangreiche und erfolggekrönte Tätigkeit als Schatzmeister der Ferienkolonien war' ihm wegen ihrer Jnterkonfessionalität ganz besonders ans Herz gewachsen. Martin Simon würde der letzte gewesen sein, der behauptet hätte, daß aus dem Gebiete, der Wohlfahrtspflege bereits Vollkommenes geschaffen sei; er selbst war bestrebt, weiter auszubauen. Aber das, was er geschaffen^ wird trotzdem für lange'Zeit, die Grundlage bilden für jede, weitere Tätigkeit auf dem Gebiete der Armenpflege innerhalb der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Nachdenrder Redner noch die Tätigkeit Simonsuuf anderen Gebieten der Verwaltung,, so in den Fragen des,Religionsunterrichtes, des Gottesdienstes und besonders der musikalischen Ausgestaltung desselben gewürdigt hatte, hob er noch das warme Interesse hervor, mit dem Simonjederzeit für die Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden in Deutschland eingetreten ist, und seine erfolgreiche Mitarbeit an dem demnächst zum erstenmal zusammentretenden Verband der deutschen Juden. Ueber dem gewissenhaften und unermüdlichen Arbeiter, so führte der Redner zum Schluffe aus, dem großen Organisator unserer Armenpflege steht der liebenswürdige, wohlwollende gute und edle Mensch, mit dem zusammenzuwirken allezeit eine wahre Herzensfreude gewesen ist. Die Spuren.seiner Tätigkeit werden in unserer Gemeinde noch bestehen, auch wenn an die Stelle der jetzigen Vorstandsmitglieder einst andere Männer getreten, sind. Nach dieser Rede setzten unter Violinbegleitung die vollen Klänge des Harmoniums mit dem Abendlied von Schumann ein und schlossen die tiefergreifende und wehmütige Gedächtnisfeier für den leider so früh Verblichenen. Kp. Ans der Provinz Posen, im Oktober. Von einem.freundlichen Verhältnis zwischen den Bewohnern verschiedener Konfessionen, in Putzig liefert die Tatsache einen Beweis, daß bei dem jüngst dort stattgehabten 25jährigen Jubiläum des Pastors Berna die Shnagogengemeinde dem Jubilar eine kunstvoll ausgeführte Adresse überreichte. — In Schildberg ist der langjährige Repräsentant der Shnagogengemeinde, M. Altmann, im . Alter von 69 Jahren gestorben. — Frau Kommerzienrat Levy in Hohensälza hat für die dortigen Stadtarmen 300 M. gespendet. Der israelitische Frauenverein, daselbst hat Frau Kommerzienrat Levh, die kürzlich, nach Berlin verzogen , ist, in Anbetracht ihrer großen Verdienste: um dem Verein zum Ehrenmitglied ernannt. — Gelegentlich eines Besuches in seiner Vaterstadt Kempen hat der in Amerika lebende Kaufmann Stahl dem Verschönerungsverein in Kempen .200 M. gespendet.' — Der Oberpräsident zu Posen hat dem Vorstande des. israelitischen Frauenvereins in Mix stadt genehmigt, eine Verlosung, zum Besten einer dort zu errichtenden Synagoge zu veranstalten. — In Samt e r ist Witwe Minna Memelsdorf, die Begründerin des israelitischen Frauenvereins, daselbst .im Alter von 90 Jahren gestorben. — Lehrer ^-Spieldoch- .w --BWk ,--istzrzüm Vorsitzenden - des dortigen. Lehrervereins. " Wiedergewählt wordeü. .v., ... Ä. Schneidemuyl, 8. Oktober. Wohl selten hat eine Ge- - , Meinde ihren aus Hern Amte scheidenden Vorsteher in so erhebender Weise gefeiert, toie die unsrige ihren langjährigen ersten Vorsteher, " Bankier 'Herz' B ert in e r. Was dieser sür rmsere Gemeinde und dMn Institutionen geleistet, hat .und wie sein Scheiden von der gesamten Bürgerschaft bedauert^ wird,- davon zeugen die-zahlreichen Ehrungen und Aufmerksamkeiten, die ihm und seiner Gattin vor einigen Tagen entgegengebracht wurden. Der eigentliche Ehrentag für das Ehepaar war der 17.. September.: Mittags versammelte sich der Vorstand und eine Deputation des Repräsentantenkollegiums, um sich von Herrn Berliner offiziell zu verabschieden. Im Namen der beiden Kollegien richtete . Herr Isidor Schweriner herzliche Worte des Abschieds an - Herrn Berliner und überreichte.ihm eine kunstvoll ausgestattete Adresse, in welcher Berliner in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich um die hiesige jüdische Gemeinde erworben, zum Ehrenmitglieds derselben ernannt wird. Tief ergriffen dankte Herr Berliner für diese Ehrung und versicherte, daß er niemals vergessen werde, welche Freude ihm bereitet und welche Ehre ihm erwiesen sei. Hierauf erschienen das Direktorium und der Vorstand des jüdischen Frauenvereins, um sich von Frau Berliner, welche Vorsitzende genannten Vereins ist, zu verabschieden. Rabbiner Dr. Lewkowitz sprach im Namen des Direktoriums Frau,.Berliner den herzlichsten Dank für. die Verdienste.aus, die sie sich um den Verein erworben. Auch Frau Luca Baumann, die stellvertretende Vorsitzende, richtete Dankesworte an die scheidende Kollegin und überreichte ihr im Namen des Vorstandes eine Adresse, in welcher der Frau Berliner die Ehrenmitgliedschast verliehen wurde. Frau Isidor Schweriner übergab der Scheidenden im Namen hes Direktoriums und Vorstandes des jüdischen Frauenvereins ein wertvolles Kunstgemälde „Der Eremit" von Böcklin. Mit herzlichen Worten dankte . Frau Berliner für die ihr zuteil gewordenen Ehrungen und versicherte, daß sie den Verein stets in gutem Andenken behalten werde. — Abends 8 Uhr versammelten sich etwa 100 Personen.im Rohlederschen Saale zum Abschied ssesteffen. Nachdem Herr Isidor < Schweriner das Kaiserhoch ausgebracht hatte, gab er im Namen des Vorstandes, und Herr Dr.Mislo Nutzer im Namen des Repräsentantenkollegiums die Versicherung ab, daß die hiesige Gemeinde niemals vergessen werdtz, was Berliner für sie getan. Herr Gustav Sommerfeld sprach im Namen des Frauenvereins, Herr Julius Edel im Namen des Beerdigungsvereins, und Herr Lehrer Lewin dankte Herrn Berliner für das Wohlwollen, das er stets der jüdischen. Volksschule entgegengebracht hat. Im Namen der Gemeinden Usch, Friedheim und Wissetdankte Lehrer Moses Herrn Berliner dafür, daß durch sein Bemühen in den genannten Orten der jüdische Religionsunterricht eingeführt worden sei, im Namen des Literaturverbandes Posen-Nord, dessen Begründer, und Vorsitzender Herr Berliner war,-sprach Herr Maaß- Filehne und im Namen der Gäste Herr Fabian-Schönlanke. Zum , Schluß ergriff Herr Berliner das Wort und dankte in -sichtbarer Rührung. In seiner Rede bemerkte er, daß er hier viel Liebe gesäet haben müsse, da ihm soviel Liebe zuteil geworden sei. Mit einem Hoch auf die Gemeinde schloß derselbe. — Auch der Vaterländische Frauenvereinehrte Frau Berliner in angemessener Weise. In einer außerordentlichen Vorstandssitzung hob die Vorsitzende, Frau Landgerichtspräsident Bischofs, die , Verdienste der Scheidenden hervor und überreichte ihr eine mit dem „Roten Kreuz" geschmückte Adresse, welche folgenden Wortlaut hat: „Der Vaterländische Frauenzweigverein von Schneidemühl ..erlaubt sich, der aus ihrer Mitte scheidenden Frau Bankier Rosa Berliner, geb. Schneider, für ihre jahrzehntelange treue . und unermüdliche Tätigkeit als Mitglied des Vereins und des Vorstandes den innigsten Dank darzubringen. Der Unterzeichnete Vörstand bedauert herzlich das Ausscheiden eines so bewährten Mitgliedes und wird stets der wohltätigen Gesinnung .und. Herzensgüte der Scheidenden mit Dank eingedenk bleiben. Der Vorstand des Vaterländischen Frauenzweigpereins," Breslau, 27. September.. Die Ferienkurseün Religionswissenschaften für jüdische Lehrer haben Dank der hingebenden Tätigkeit der berufenen Organe einem sehr befriedigenden Verlaus genommen. Sie fanden ihren Abschluß durch eine^Schlußseier, welche in der Synagoge „zum Tempel" abgehalten wurde. Zur Erhöhung

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