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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-09-22 · Heft 38 (22.9.1905) · p. Seite 456

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 38 (22.9.1905)
Date
1905-09-22
Page
Seite 456 (sequence 12)
Language
German
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Da hab'n Se recht. Aber was werd' sein mit de Jidischkeit, wenn Morchel studiert? » Nu, kann ich mer auch nich Helfen. Brauch ich^für. Gott auszusorgen? Ich Hab gewollt, Morchel soll e Rabbiner wer'n. Hat er gesagt: Papa, lieber Steine kloppen Mrs de Chaussee. Haste schon vergessen, wie sie 'n Doktor hab'n behandelt in Margrabowo? Und soll ich abhängig sein von Cohn und von Finkelstein, und von de Frau Heymannsohn, -daß se -mer alle Tag vorwerfen> ich leb' von se? . Nu, hat der Jung nicht recht? Wenn ich ihn könnt' zu 'n Universalerben einsetzen, möchtich 'n . lassen auf Rabbiner studieren. Aber eso! S.: Sch. S: Sch. S.': Se sind e großer Chvchem, Herr SteiNkrcher': - Und Sie sind e groß Chammer, Herr Schöpse Erlauben Se, das is e Gemeinheit, mir. so' was. zu sagen! Is das e Beleidigung? Darf mä zu e Vorsteher nicht sagen: Chammer? Gewiß nicht! . ' Nu, aber zu e Chammer darf me sagen: Herr Vorsteher? Wenn's einem Spaß macht. ' - - - . Nu also, adje, Herr Vorstehr! - '' . G. K. tzebräilchk Lpruchweisheit In freier Übertragung von Viktor Klemperer. ein Leben ist-ein Schatten. — Sei-s zufrieden, UndMirhe dich, den stolzen Baum zu Pflanzen, In dessen Schatten, wenn du längst geschieden, Die Enkel goldnen Jugendreigen tanzen. Du magst den Stachel der Wespe nicht? So tu auch auf ihren Honig Verzicht. Greif in deine volle Truhe, Einen Bettler zu beschenken: Sechsfach wird dirs Gott gedenkend — Spende Worte, die beleben, Spende Trost und Seelenruhe: Elffach wird dich Gott erheben. Glaub dich nicht arm, weil du dein Geld verloren. Klugheit ist Reichtum — arm sind nur die Toren. All'alles was die Welt erduldet, Allein die Dummen haben's verschuldet. Sohnesliebe, Mitleid. Güte Ernten sicher Himmelsschätze,- Aber höchste Tugendblüte Ist das Studium der Gesetze. Willst du tiefe Dinge treiben, Mußt du fern vom Markte bleiben. Das beste, was Gott der Welt beschieden, Ist Frieden. s Es werden auch goldene Aehren gepflückt, Wenn man dem Unkraut, zu Leibe rückt. Wer wandelt noch -im Licht und ist doch - längst gestorben? — Wer keinen Sohn besitzt, und wessen Gut verdorben. Vierblättriges Kleeblatt. Wer uns die Welt -, Am schlimmsten vergällt? Ein Älter, der nach. Schürzen jagt, Ein Bettler, den der Hochmut plagt, Ein Würdenträger, der sich bläht, Ein Reicher, der sein Gold vernäht. Wen sollst du vor dem Propheten Preisen? Den Weifen. Und vor dem Hohenpriester, der wenig vom Wissen beschwert ist? Den Bastard, wenn.er gelehrt ist. Will dich einer arü schlimmsten bekritteln, Beginnt er mit Komplimenten und Titeln. Je größer deine Gewalt und Kraft, Je mächtiger deine Leidenschaft. Ein jeder Doktor sollte eilen, Vor allen Dingen sich selber zu heilen. Einem Brunnen gleicht der Weltenlauf; Die Eimer fahren hinab, herauf; Der volle steigt, der leere sinkt, Der eine spendet, der andre trinkt; Und dieser steigt und jener fällt — Das wechselt wie die Güter der Welt. Sitzt dir das Messer an der Kehle, Was bist du für eine fromme Seele! Gelübde tust du.ungemessen; - Und kommst du davon — so ist alles vergessen. Jähzorn macht den Weisen dumm, Jähzorn den Propheten stumm. Kannst du's auch nicht ganz bestellen, Laß dein Feld nicht unbebaut'; Nimm dir einen guten Gesellen — Und Gott vertraut! Gespräch. Der Mensch: Der Löwe frißt, wen er erschlagen; Das tut Sie nicht; -i Frau Schlange, kann Sie mir wohl sagen, Warum Sie sticht? Die Schlange: Tu' er nicht so sittlich-entrüstet! Geh er zu seinen zweibein'gen Verwandten Und frage den ersten Denunzianten, Weshalb es ihn nach Opfern gelüstet. Willst du ein Kamel bepacken, Treiber, prüfe seinen Nacken! Anmer k u n g: Der Verfasser beabsichtigt in einiger Zeit einen Band solcher Spruch - Übertragungen herauszugeben. Philologisch wörtliche Uebersetzung ist nicht angestrebt. Rur die" Idee des Originals soll immer beibehalten werden; im übrigen liegt dem Verfasser vor allem daran, die alten Schätze für den deutschen Leser wirklich genießbar zu machen. Literarische Mitteilungen. .— Taschenwörterbuch der hebräischen und deutschen Sprache zu den gelesensten Teilen des Alten Testaments voll Professor Dr. K. Feyerabend, kl. 80 VIII, 306 Seiten. Berlin- Schöneberg, Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Professor G. Langenscheidt). 1905. Dieses Taschenwörterbuch soll besonders dön praktischen Bedürfnissen der Spracherlernüng als Mittel für die Vorbereitung zur Lektüre des alten Testaments dienen. Es ist in erster Lime für alle, die auf Gymnasien Hebräisch lernen, bestimmt Es wird aber auch für die meisten Universitätsstudierenden ein ausreichendes und genügend zuverlässiges, dabei bequemes und billiges Hilfsmittel sein. Außerdem wird es allen denen, die für umfassendere Studien ein Handwörterbuch nicht entbehren können, als Notbehelf willkommen sein. Der Wortvorrat aus den ausgewählten Haüptteilen des Alten Testaments ist erschöpfend gegeben, die Bedeutungen sind mit Hilfe der neuesten Kommentare sestgestellt, auf die typo^ graphische Ausstattung ist wie bei allen Publikationen des bekannten Verlages große Sorgfalt verwendet worden. Somit ist das Buch wohl geeignet, Nutzen zu stiften. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. . Verantwortlich für die Redattion: Max Bauchwitz in Berlin.

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