Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1905)
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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der von dem Reichsversicherungsamt ergangenem verschiedenemEnt-^-. scheidunigen dem'Anträge der Fleischerei-Bevufsgenbffenschast"' yuöch^ Ausfüllung des Anmeldeformulars entsprochen Nachdem^aber darauf-" : hin der Vorstand der Fleischerei-Berussgenossenschäst^die Beiträge für / beide Beamte schon für zwei Jahre zurück berechnet' hattet hat der^ Vorstand der Synagogengemeinde sich sowohl wegen 6er "festgesetzten ' Beiträge als auch wegen der. beiden Beamten zur Unfallversicherungselbst an das- Reichs - Versicherungsamt zu Berlin, gewandt. Obgleich nun bereits vier Monate verflossen sinty ist von dem Reichsversicherüngsamt ein Bescheid daraus nicht eingegangen, ebenso aber auch von' dem Vorständeder Fleischereiberufsgenossenschast keine weitere. Auf- - forderung zur Beitragszahlung. > . 8. Hohensalza, 20. August. Fern von der Heimat verschied am 8. d. M. in Berlin der frühere-Kantor der hiesigen Synagogengemeinde, Herr Barüch Fried mann, im Alter von 64 Jahren. Der Verblichene war über 13 Jahre als Kantor und guter Balkare in der hiesigen jüdischen Gemeinde tätig und hat sein Amt mit unermüdlicher- Pflichttreue, mit hingebender Aufopferung für das Gemeinwohl, verwaltet. Der vorzügliche. Fleiß sowie die große Frömmigkeit und Gelehrsamkeit des Dahingeschiedenen verdienen ganz besonders hervorgehoben zu werden. Geachtet und hochgeschätzt von jedermann hat der Verklärte 1902 sein Amt.auf Wunsch seiner Söhne, die in Amerika gut situiert sind, freiwillig niedergelegt. Friedmann hat ca. 35 bis 40 Jahre hindurch in anderen Gemeinden Deutschlands gewirkt. Der Heimgang, dieses biederen Mannes, der sich während seines. Erdenlebens auf/dem Gebiete der Wohltätigkeit stets hervorragend bewährt hat, wird allgemein aufrichtig bedauert. Die Beerdigung fand am 11. d. M. auf-dem neuen israelitischen Friedhof unter großer Beteiligung statt.. Die Mitglieder des Synagogenvorstandes undder Repräsentantenversammlung gaben dem Verklärten das letzte Geleit: Die Trauerrede auf dem Friedhofe hielt Herr Gemeinderabbiner Dr. Kohn, der . in ergreifender Weise das Lebensbild des Verblichenen und seine vorzüglichen Charaktereigenschaften schilderte ' und mit Trostes Worten an die Hinterbliebenen schloß. x. Schneidemühl, 25. August. Wie wir erfahren, verläßt -der Vorsitzende der . hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Bankier H e r tz Berliner, Ende. September unsere Stadt, um nach Berlin überzusiedeln. Diese Nachricht erregt in allen Kreisen unserer Bürger-' schast tiefes Bedauern. Wohl selten hat sich ein Mann, in so hin-, gebender Weife, allen Institutionen einer Gemeinde gewidmet, wie Herr Berliner. Er war 27 Jahre im Dienste der Gemeinde tätig, ist außerdem Vorsitzender des Wohltätigkeitsvereins, Vorsteher im Frauen- und Literaturverein, .Vorsitzender des Literaturverbandes Posen- Nord, Delegierter des D. I. G.B. Auch Frau Berliner hat eine Reihe von Jahren ihre Kräfte in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt. Seit 22 Iahen ist sie Vorsteherin des Vaterländischen Frauenvereins und ist zurzeit Vorsitzende des jüdischen Frauensvereins. Lp. Aus der Provinz Posen, im August. Dem Fabrikbesitzer' und Stadtrat Fabian Frankel in Ostrowo ist anläßlich seiner ununterbrochenen jährigen Zugehörigkeit zur Stadtvertretung daselbst eine Dankadresse überreicht worden. — Der in Pleschen verstorbene Bankier Oppler hat der dortigen Gemeinde letztwillig 2000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß'die Zinsen hieraus an seinem Sterbetagealljährlich zu wohltätigen Zwecken verwendet werden.— Der von Kempen nach Breslau verzogene Kaufmann G utmann hat der Stadt-.'und Synagogengemeinde namhaste Beträge zur Verteilung an Arme gespendet und auch einige Vereine mit Zuwendungen bedacht.— - Kaufmann Moritz Kleinert in Schildberg, langjähriger Repräsentant der Synagogengemeinde daselbst, ist im Alter von 47 Jahren gestorben. — Der Rentier Me n d e l s o h n in Schroda ist zum Ehrenmitglied des dortigen deutschen Männer-Gesangsvereins, dem er seit feiner vor 50 Jahren erfolgten Gründung angehörternannt worden.— In Posen ist kürzlich der im hohen Ansehen, stehende Mühlenbesitzer Salomon Her zog. gestorben. — Das Kaufmann Salomon Baro nsche Ehepaar im Ra wits ch. beging das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse ist ihm die Ehejubiläumsmedaille verliehen worden. — Kaufmann Leo Vergas in Samter ist zum Ratsherrn daselbst auf die Dauer von 6 Jahren wiedergewählt worden. — Lehrer Wolf in Krotoschin gibt seine jetzige Stellung auf, um eine Lehrerstelle an der deutschen Handelsschule in Bukarest zu übernehmen. — Die .--Gemeindevertretung'in.Kempten hat den Bau. eines neuen Bade- 1 hüstseS^beschlossen. ^-<Jn Gnesen ist ein jüdischer Turnverein' ins Leben ^getreten. ' n. Breslmt, 20. August. - Am 19. d. M. feierte Herr Landgerichtsrat Wöllstein seinen 60. Geburtstag. Derselbe gehört dem Vorstande der jüdischen Gemeinde an und ist Vorsitzender verschiedener jüdischer und auch gemeinnütziger. Vereine. . Es. hattensich daherauch-viele Deputationen und auch viele Gemeindemitglieder eingefun.den, um dem Geburtstagskinde ihre Glückwünsche darzubringem Möge es Herrn Landgerichtsrat Wöllstein, der auch zu den bekanntesten Richtern unserer Stadt gehört, vergönnl seich noch lange in ungetrübter Frische seines Amtes zu walten, und noch recht lange, seine Kräfte in die Dienste unserer Gemeinde zu stellen. Büb Snlzbrunü,. 16. August. Einen beträchtlichen finanziellen Zuwachs erhielt der „Verein Jüdisches Kurhospital ' Bad Salzbrunn" dank dem unermüdlichen Eifer des in unserem idyllischen Badeort seit vielen Jahren praktizierenden Arztes Herrn Dr. Rothenberg. Dieser, als Arzt wie als Mensch gleich beliebt, ist anhaltend-bemüht, zugunsten des Vereins künstlerische Kräfte freiwillig in den Dienst der Wohltätigkeit zu stellen. So konnte eine zahlreich erschienene Zuhörerschaft am vergangenen Sonnabend sich an den Vorträgen der Koloratursängerin Fräulein Anna Cohn-Berlin und des Herrn Oberkantors Meysel-Charlottenburg erfreuen, die Lieder und Arien unserer Klassiker in hoher Vollendung zu Gehör brachten. Eingeleitet wurde das Konzert durch eine warmherzige Ansprache des Herrn Dr. Rothenberg, der die edlen Ziele des Vereins därlegte und den Anwesenden für ihr Zahlreiches Erscheinen dankte Im Interesse der Armen und Kranken, für die der Verein feine Tätigkeit einsetzt, ist zu hoffen, daß das Beispiel zur Nachahmung anfeuert. i. Westerland,, im August. Herrn Herrmann I. Hahlo aus Berlin, als ältesten alljährlich besuchenden Badegast von Westerland- Sylt, wurde bei seinem diesjährigen Aufenthalt im Aufträge der Direktion des Seebades von der gesamten Kurkapelle ein Morgenstündchen gebracht und ferner ihm die Ehrenkarte überreicht, wonach derselbe u. a, in Zukunft weder Kurtaxe, noch Bäder rc. re. mehr zu bezahlen hat. Außerdem ward ihm ein prachtvolles Album . mit folgender Widmung übergeben: „Dem langjährigen treuen Freunde unseres Bades, bitten wir die beifolgende Mappe „A n d e n k e n a n Sylt" als ein Zeichen unserer Wertschätzung entgegennehmen zu wollen, gez. Direktion der Nordsee-Bäder Westerland und Wenningsstädt auf Sylt. Der Bürgermeister." , Herrn Hahlo, der sich bei seinem Alter von 76 Jahren noch der besten Rüstigkeit erfreut, wünschen wir, daß er noch lange Jahre als stets willkommener Ehrengast zu uns wiederkehren möge. a. Hamburg, 16. August. Der Israelitische Verein zur Unterstützung armer Greise hielt seine diesjährige Generalversammlung unter dem Vorsitz des Herrn Gemeindevorstehers Alfred Levy.abi. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und betonte be Erstattung des Jahresberichts, daß der Verein auch im verflossenen Jahre in der Lage war, seine segensreiche Tätigkeit durch Unterstützung einer großen Anzahl armer Greise auszuüben. Es wurden nämlich außer den 20 Personen, welche eine lebenslängliche Rente vom Verein erhalten, noch 13 Greise durch das Los zur Unterstützungbestimmt, so daß mit der „Stiftung für alte Eheleute", aus der zwei Ehepaare versorgt wurden, insgesamt 37 Personen unterstützt wurden. Das Alter des ältesten Pfleglings betrug 92 und das des jüngsten 64 Jahre. Aus der alsdann vom Kassierer erstatteten Abrechnung ist zu entnehmen, daß der Verein im Jahre 1904 an Mitgliedsbeiträgen 2064,70 Mark und an Geschenken und Spenden 1905 Mark vereinnahmte. Weitere Einnahmen waren an Legatrenten rc., 732,20 Mark, „Stiftung für alte Leute" 505 Mark. Unter den Ausgaben figuriert an.erster Stelle für Unterstützungen 5958 Mark, „Stiftung für, alte Leute" 504 Mark, Botensalär 300 Mark, Unkosten 81,02 Mark. Die Abrechnung wurde als. richtig anerkannt und dem Kassierer Decharge erteilt. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung, „Statutenänderung" wurde einstimmig beschlossen, den Paragraphen 3 und 4 die folgende Fassung zu geben: „Durch einmalige Zuwendung von 200 Mark wird , die lebenslängliche Mitgliedschaft im Verein erworben. Bei Geschenken und Legaten im Mindestbetrage von 5000 Mark hat der Stifter das