Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1905)
- Date
- 1905-07-21
- Page
- Seite 346 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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346 immer noch /ohne ihn zu sehen, rief' sie. nervös lächelnd: „Tag, Junge!. — und wieder: „Tag) Junge!" ... .Er * drängte sich auf Deck zwischen seinen Kameraden durch und rief, noch einmal: _ „Tag, Mutter! Tag, Mutter!". . > / ' : - -1 Stillstehend. lachte, sie hinauf nach: dem Köpfegewimmel und begann: auf einmal sozu schluchzen, daß sie nichts: mehr sah und. hingefallen wäre, wenn Selten sie - nicht rechtzeitig .festgehalten hätte. ' ‘ „Was weinst Du denn, Mutter?" schrie Sally, der sich .tief: über die Verkleidung neigte. 5Sie bewegte zitternd ihr .altes Köpfchen und schluchzte auf Selten gestützt, die. mit dickverweinten Augen neben ihr. stand, dem Schiff zu und griff suchend nach ihrem Taschentuch. . . . „Was: weinst Du denn?" schrie Sally noch einmal. - Aber Onkel Manu, der endlich auf das Schiff gelangt war und. die Soldaten gefragt hatte, wo Sergeant van Hooten wärV tickte ihm auf die Schulter und sprach eine Zeitlang — eine ganze Zeitlang — mit ihm, bis er es wußte. . . . Dir grkundrnr tzandlchrikt. Eine wahre Geschichte von Oskar T. Schweriner. XVI. ^n dem Jahre 837, wie die Christen es rechnen, habe ich zu J Grabe getragen meinen geliebten Vater, den guten König Chakan Bulan. — Meine liebe Mutter starb schon viel früher. — Hochbetagt war er an Jahren, 70 Jahre nach dem Bibelworte. Und nun haben ich und mein heißgeliebtes Weib Mariam, Tochter der Rachel, mit, dem Vatername Benoni und des Leo aus Byzanz, von denen die Rede ist in der Geheimschrift, gelesen die Geheimschrift des Juhuda ben Halevy aus Rom, die wir zum Teil schon kannten. Und wir sehen darin Gottes große Allmacht und danken ihm. Und unser erstgeborener Sohn Rüben soll kennen lernen den Schlüssel zu der Schrift, wie wir ihn gelernt von unserm Vater (der selig möge ruhen), auf daß er dereinst ihn möge mitteilen seinem Sohne, wie unser Vater befohlen. Niedergeschrieben im Jahre 838, wie die Christen es rechnen, von Joseph, Sohn des Chakan Bulan und König der Chazaren. Ich und mein liebes Weib Lea, aus dem Stamme der Leviten, vom Volke der Chazaren, haben gelesen diese Geheimschrift und Gott gedankt für seine Gnade, nachdem wir zu Grabe getragen unfern geliebten Vater heute vor einem Jahre: Niedergeschrieben im Jahre 857, wie die Christen es rechnen, von mir, Rüben Jbn Joseph, Enkel Chakan Bulans und König der Chazaren. ' Wir haben gelesen die Geheimschrift, wie uns befohlen hatte unser Vater vor seinem Tode. Wir danken Gott — gelobt sei seine Name — für die Hilfe, die er hat angedeihen lassen unfern Ahnen, wie er auch uns hat geholfen. Denn in diesem Jahre haben wir aufs Haupt geschlagen unsere Feinde, die Petschenegen und haben verstärkt und äusgebaut unsere Festung Sarkel. Gott beschütze uns in alle Ewigkeit! Amen! .Niedergeschrieben von mir, Manasse Ihn Rüben- Chakan der Chazaren und der Chakun Esther, im Jahre 892, wie die Christen es rechnen. Auch ich, Chakan Moses Jbn Manasse und die Chakun Rebekka haben gelesen die Schrift, wie befohlen ist unserm Geschlecht, im Jahre 924 nach christlicher Rechnung. - Wenn auch .'gär jung an'Jahrendahingegangen ist' unser guter Vater, der Chakan, so haben wir doch allen Grund zu danken unserm Gotte, denn Frieden herrschet im ganzen Lande. Armut ist nicht zu finden noch Not irgendwo. Und deshalb schreiben wir hier .nieder, im Jahre 934, unfern Dank an Gott und flehen um'seinen weiteren Beistand. Chakan Ahron Jbn. Moses und sein Weibdie Chakun Deborah. Wie hoffnungsvoll hat mein geliebter Vater niedergeschrieben die Schrift vor mir! Wie hat er sich gefreut ob des Wohlstandes seines Reiches. Und wie hat er gelitten in den 45 Jahren seiner Regierung! Armer Vater! Unsere Erbfeinde, die Slawen, haben sich verbündet gegen uns und Swjätoslow hat erobert unsere Festung Sarkel. Wir sehen darin eine Prüfung des Herrn und zittern und zagen nicht! Gott wird sein Volk nicht verlassen! Aber unsere Söhne sollen sich einprägen diese Schrift, auf daß sie nicht.anheimsallen der Tücke unserer Feinde, wie unser guter Vater. Denn nicht immer hilft Gott so wunderbar, wie er Chakan Bulan geholfen! Deshalb, mein Sohn, wenn du dies dereinst liest, höre dieses mein Wort aus dem Grabe: Habe Gott im Herzen undwappne dich gegen die heimtückische Brut der Slawen, den Erbfeinden der Jehudim! Und schließe mit ihnen keine Bündnisse, auf daß es dir nicht ergehe wie deinem Großvater! Jeworechecho adonai wejischmerecho! Amen! Niedergeschrieben im Jahre 979 von mir Chakan Joseph Jbn Ahron, während dabei stand mein Weib, die Chakun Sulamith. Dein Befehl, mein Vater, soll mir heilig sein! Nie. will ich Bündnis schließen mit den Slawen! Aber Blutsbande will ich suchen für meinen Sohn David, mit einem starken Volk ihn zu verschwägern! Dazu sei mir behilflich, du großer Gott! Dann soll neu glänzen unser. Wappen, das Mögen Dovid, in unserm Schild und rächen wollen wir dann deinen zu frühen Tod, geliebter Vater, den dir der Feind bereitet durch Gram und Kummer! Geschrieben von. Chakan Salomon Jbn Joseph und Chakun Sarah im Jahre 984. Soll ich Dir danken, großer, unerforschlicher Herr?! Soll ich wehklagen?! Zu Grabe getragen habe ich meinen Vater, einen alten Mann. Wohl ihm! Auch ich bin ein alter Mann. Wehe mir! Sechzig Jahre war ich alt, als mein Vater starb, Gott lasse ihn selig ruhen; 64 Jahre bin ich heute. Ein armer Mann, ein alter Mann, ein einsamer Mann. Mein einziger Sohn, mein Erbe, erschlagen im Kampfe mit den Slawen, verflucht ihr Name! Mein Weib, meine herrliche Chakun Ruth schon lange tot. Meine Ruth, diemir mein Vater gesucht aus. dem Volke der Ungarn, um uns zü verschwägern mit diesem jungen, starken Volke -in Pannonien- Damals hieß sie Mara und glaubte, kannte nicht den großen Gott. Und mein Vater führte mich zu ihr auf großer Reise, und als sie mich gesehen, da sagte sie: „Wo Du hin gehst, mein Herr und Gebieter, da gehe auch ich!" Und kannte doch gar nicht das herrliche Weib Ruth. Und wegen dieses Ausspruches nannten wir sie Ruth und sie bekannte den einzig wahren Glauben und wurde Chakun. Aber die Ungarn haben viel zu kämpfen gegen eigene Feinde und können uns nicht helfen. Und so sehe ich denn unfern Untergang' vor Augen, denn ohne Nachkommen, ohne Hilfe, unsere Heere geschlagen — so müssen wir untergehen! Vielleicht Ms gut so! Ich bin ein alter Mann, ein gebrochener Greis, und so Ms Gottes Wille? Wer weiß, warum? Mit Gott sollst du nicht richten? Gäm su. letowo! Aber sterben wollen wir, wie das Heldenvolk das'wir waren, bis auf den letzten Mann mit dem Schema Israel auf den Lippen! Kein Chazar .soll unfern