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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-06-23 · Heft 25 (23.6.1905) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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fachen und mancherlei airsprechende Lieder. Den Titel als Königlicher Musikdirektor führte er seit 1875. P. Marienwerder, 16. Juni. Am 1. d. M. fand hier die diesjährige Versammlung des Westpreußischen Rab b iner- Verbandes statt. Anwesend waren die Kollegen Freudenthal- Danzig, Guttmann - Kulm, Nordheimer - Schwetz, Pick - Strasburg, Rosenberg - Thorn, Rosenthal-Pr -Stargard und Silberslein-Elbing. Rosenberg-Thorn, als Vorsitzender begrüßte die Versammlung und beglückwünschte herzlichst den Kollegen Nordheimer-Schwetz zu dessen 25 jährigem Amtsjubiläum. Gnttmann-Kulm erstattete den Kassenbericht; es wurde ihm Decharge erteilt. Sodann beantragte Freudenthal-Dänzig: 1. daß jeder westpreußische Rabbiner in seinen, die Religionsschulen betreffenden Jnspektionsberichten das Resultat der Prüfung stets, der Uebersicht halber, nnt einör Gesamtnote bezeichne; 2. daß mit der Gründung von westpreußischen Bezirksrabbinaten der Anfang gemacht werde. Beide Anträge wurden angenommen. Ferner wurde, auf Veranlassung von Nordheimer-Schwetz der Verbandsvorsitzende Rosenberg-Thorn beauftragt, in der nächsten Ausschußsitzung des deutschen Rabbinerverbandes den Antrag zu stellen, daß die Reliktenkasse baldigst in Kraft trete. Alsdann wies Guttmann- Kulm in dankenswerter Ausführung darauf hin, daß die Gelegenheit auf. die jugendlichen Gemütern in religiös-sittlicher Beziehung günstig einzuwirken, beim Barmizwahunterricht sich trefflich biete und besten? verwertet werden müsse. Dem stimmte die Versammlung zu. Und Guttmann-Kulm sowie Rosenthal-Pr.-Stargard wurden ersucht, für die nächste Tagung diejenigen religiös-sittlichen Lehren, mit denen die Knaben beim Barmizwahunterricht vertraut zu machen sind, zusammenzustellen. Auch an wissenschaftlicher Anregung fehlte es nicht: Silberstein-Elbing gab eine eingehende, interessante Darstellung von Baeck, Das Wesen des Judentums. Pick-Strasburg sprach über Eschelbacher, Das Judentum und das Wesen des Christentums. Rosenthal-Pr.-Stargard hielt einen sehr fesselnden Vortrag über RaschiS Eigenart als Kommentator. n. Breslau- 18. Juni. Am 13. d. M. tagte in Breslau die? jenige Kommission der „Gesellschaft zur 'Förderung der Wissenschaft des Judentums", die den Auftrag übernommen hat, Vorschläge zur Ausarbeitung einer „üermama judaica“ gü machen. Sie fand unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Guttmann statt. Es waren erschienen: Dr. Bloch-Posen, Seminardozent Dr. Brann-Breslau, Stadtbibliothekar Dr. Freimann-Franksurt a. M., Rabbiner Dr. Löwenstein-Mosbach, Rabbiner Dr. Saalfeld-Mainz.. Nicht erschienen waren Professor Dr. Geiger-Berlin und Rabbiner Dr. Groß-Augsburg. Die Versammelten einigten sich, wie wir gehört haben, unter Benutzung der Vorschläge der Herren Professor Steinschneider und Dr. Brann über einen ins einzelne gehenden Arbeitsplan. Es sollen alle Ortschaften des Deutschen Reiches, in denen von den ältesten Zeiten bis zu den Wiener Verträgen Juden gewohnt haben, alphabetisch verzeichnet und die Geschichten der Gemeinden, sowie der Gelehrten, die in ihnen gelebt haben, kurz und gemeinverständlich dargestellt werden. Dabei sollen die Landschaften, die gegenwärtig zum Deutschen Reich gehören, und diejenigen,. die von ihrer Entstehung an fortdauernd Bestandteile des heiligen römischen Reiches deutscher Nation gewesen sind, also zum Beispiel das Erzherzogtum Oesterreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Böhmen, Mähren, Schlesien rc. berücksichtigt werden. Die Redaktion des Werkes wurde den Herren Dr. Brann-Breslau und Dr. Freimann-Frankfurt a. M. übertragen. Der Gesamtarbeitsplan soll demnächst der Oeffentlichkeit übergeben werden! Ll. Breslnit, 18. Juni. Unsere vornehmste Sondergemeinde, die Synagoge. „Zum Tempel", feierte gestern einen wackeren Mann in würdiger Weise. An diesem Tage waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Marcus Schwarzberg das Amt eines Chasan an dieser Synagoge übernommen hat. Wir sagen mit Absicht „Chasan" und nicht „Kantor", denn Herr Schwarzberg ist hauptsächlich ein Chasan alten Stils, deren Zahl in Deutschland immer geringer wird. Das festlich geschmückte Gotteshaus war dicht besetzt; fast alle hiesigen Freunde und Kenner des „polnischen Chasonus", dessen Meister der Jubilar ist, hatten sich dort ein Rendezvous gegeben. Au ihrer Spitze der Oberkantor der Hauptsynagoge „Zum Storch". Herr Rosental/ der mit seinem Chor erschienen war, um — eine ebenso schöne wie sinnige ^Ehrung!in derRolle eines schlichten' Chordirigenten an diesem Ehrentage seinen Berufsgenossen beim Gottesdienst zu begleiten. Herr Prediger Pionkowski widmete dem Jubilar eine herzige Ansprache, in welcher er nicht! allein die kantoralen, sondern auch die menschlichen Eigenschaften des Gefeierten .pries, und zahllos waren die „Mi scheberach", in denen die zur Thora Ausgerufenen des Jubilars gedachten. Nach dem Gottesdienste erschien der Gesamtvorstand der Gemeinde in der Wohnung des Herrn Schwarzberg. Die Sprecher, Herren Warschauer und Gellert, versicherten in herzlicher Anrede dem Jubilar der. unwandelbaren Liebe und Verehrung ihrer Gemeinde, sowie all derer, die sein unermüdliches Wirken im Dienste der Wohltätigkeit kennen, und überreichten ihm im Namen der Gemeinde eine namhafte Ehrengabe. Diesen Vertreternder Gemeinde folgten Gratulanten ohne Zahl bis zum späten Abend;, sie alle sprachen den Wunsch ans, dem auch wir uns anfchließen: daß Herr Schwarzberg uns und seiner Gemeinde noch recht lange erhalten bleibest möge —. vorläufig bis zu seinem goldenen Jubiläum. N. Breslau, 16. Juni. Arn4.d.M. beging, wie schon gemeldet, Frau Dr. Anna Honig mann in vollster Rüstigkeit ihren siebzigsten Geburtstag. Die allgemeine Verehrung und Wertschätzung, welche sich die Jubilarin in allen Kreisen unserer Gemeinde und weiter darüber hinaus zu erfreuen hat, bekundete sich an diesem Tage in wahrhaft wohltuender Weise. Vielen unserer wohltätigen Institutionen gehört Frau Dr. Honigmann als Vorstandsmitglied an, deren sachgemäßer Rat gern befolgt wird und die ihre Kräfte gern in den Dienst der guten Sache stellt, um die Anstalten weiter zu entwickeln und besser auszugestalten. Groß war darum die Zahl der Erschienenen, welche an diesem Ehrentage darin wetteiferten, >er verehrten Dame ihre Huldigung darzubringen. Ihr Heim glicheinem Blumenhaine und groß waren die Aufmerksamkeiten sonstiger Art, welche der Jubilarin von lieben Verwandten, Verehrern und Verehrerinnen gespendet wurden. Herr Rabbiner Dr. Guttmann würdigte als. erster der Gratulanten in einer gehaltvollen Rede die -Verdienste der Jubilarin um die Industrieschule für israelitische Mädchen, verlas eine in künstlerischer Form von den Lehrkräften der Schule — Fräulein Horn und Lehrer.Moops — ansgeführte Adresse und überreichte eine Palme als Ehrengeschenk. Hauptlehrer Alexander gratulierte im Nameu des Lehrerkollegiums und Schülerinnen der Schule spendeten mit einer Ansprache ein von ihnen selbst angefertigtes, künstlerisch ausgeführtes Ruhekissen. Eine Deputation erschien im Namen des Jungfrauenvereins, Frau Prof. Dr. Badt und andere Damen im Namen des Schwesternheims, um Gratulationen auszusprechen, Vertreter der Kochschule des Pfennigvereins und noch andere Deputationen, um zu gratulieren. Möge es der Jubilarin vergönnt sein, zur Freude und zum Heile der ihr anvertrauten Anstalten noch lange zu wirken. o. Hannover, 15. Juni. AmMontag begann die gut besuchte 41. Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Hannover im Veremslokale Herschelstraße 35. Die Landrabbiner Dr. Gronemann und Dr. Lewinsky sowie der Vorsteher, der hiesigen Synagogengemeinde, Neuberg, und ein Delegierter des Deutschen Lehrerverbandes, Lehrer Steinhardt-Magdeburg, waren anwesend. Dem. erkrankten stellvertretenden Vorsitzenden Stern-Hildesheim, sowie dem treuen Berater und stets hilfsbereiten Freunde des Vereins Realschuldirektor Dr. Adler-Frankfurt a. M. wurde je ein Begrüßungstelegramm gesandt. Allgemeinen Beifall fand Lehrer Rotfchild-Achim mit seinem Vortrage über literarische Neuerscheinungen aus dem Gebiete der Pädagogik und der Religionswissenschaften und die Mittel zur Lösung der Lehrerfortbildungsfrage. Im Anschluß hieran beschloß die Versammlung die Errichtung einer Wanderbibliothek zur autodidaktischen Fortbildung und ermächtigte den Vorstand unter Hinzuziehung des Referenten, die Ausführung in die Wege zu leiten. s. Dresden, 15. Juni. Der Verwaltungsbericht der israelitischen Religionsgemeinde auf das Jahr 1904 teilt mit, daß diese Ende 1904 534 (537) stimmberechtigte Mitglieder hatte. Ausgeschieden sind 1904: 34, davon 11 (19) infolge Ablebens, 20 (9) infolge Wegzuges, 3 (5) wegen Steuerrestes, 0 (1) wegen Austritts aus dem Judentum: Die Religionsschule besuchten 1904: 165 (162) Knaben und 141 (132) Mädchen. Die eingeklammerten Ziffern - find die von 1903. Die Religionsschule hat sechs Knaben- und. sechs Mädchenklassen mit je zweijährigem Kursus für die unterste und die oberste

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