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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-06-09 · Heft 23 (9.6.1905) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 23 (9.6.1905)
Date
1905-06-09
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Ob ersitz ko war, in Posen gestorben. — Die israelitische^ Waisen- - Erziehungsanstalt für Mädchen in Posen würde'im/letztem Jahren von 16 Zöglingen besucht. Die Verpstegung Pro Kopf, und Tag belief sich auf 57^ Pfennig. -—Neulich ist das langjährige Mitglied der Shnagogen-Gemeindevertretung in Ianno Witz, Kaufmann Moses Baer im Alter von 57 Jahren gestorben. — Die Vertretung der Shnagogengemeinde in Ostrowo hat beschlossen, für das Etatsjahr .1905 an Korporationsabgaben 80 Prozent der Staätssteuer, gegen 70 Prozent im Vorjahre zu erheben. — Stadtverordnetenvorstehör Strelitz in Pieschen ist zum Beigeordneten daselbst neugewählt worden. — Fabrikbesitzer Fabian Fränkel in Ostrowo ist zum Kreistagsmitgliede daselbst gewählt worden. Die Gebrüder PH. und I. Todtmann in Berlin haben ihrer Heimatsgemeinde Rawitsch 5000 Mark zu Wohltätigkeitszwecken geschenkt.' Schon früher haben sie der Gemeinde ein Astzlhaus und 12000 Mark bar geschenkt. — Apotheker Sa ling er in S childberg ist zum Vorsitzenden des Kaufmännischen Vereins daselbst gewählt worden.- — In Krotoschin ist das langjährige Mitglied des Repräsentantenkollegiums. Kaufmann Moritz Baum, plötzlich im Alter von 54 Jahren gestorben. , v. Leipzig,. 5. Juni. Es wird Ihre Leser sicher interessieren, daß seit dem 1. d. M. die Straße in Alt-Schönefeld bei Leipzig, die an dem früheren Landsitz deS sel. Professor Dr. Lazarus vorüberführt, ihm zu Ehren und zum Andenken den Namen Lazarusstraße führt. Die betreffende Straße hieß früher Wiefenstraße undist durch Lazarus, entstanden. ei; Zittnrt i. Sa., 31. Mai. Wie schon kurz gemeldet, ist am 13. v. M. der Prediger und Religionslehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Simon Neubauer, im Alter von 65 Jahren gestorben. Im Breslauer Seminar, das damals noch eine Lehrer-Abteilung hatte, ausgebildet, hat der Verstorbene zehn Jahre in Charlottcnburg amtiert und ■ trat am 1. April 1886 seine Stellung in Zittau an. Hier wie dort hatte er sich durch seinen ehrenhaften Charakter und sein offenes Wesen weit über seinen engeren Wirkungskreis hinaus die Hochachtung und Freundschaft vieler Mitbürger erworben. Auch der Verein der freisinnigen Volkspartei wird ihm stets ein treues Gedenken bewahren. Der geistig überaus rege Mann begann vor etwa einem halben Jahre, als seine treue Gattin von schwerer Krankheit heimgesucht wurde, zu kränkeln und hat sich seitdem nur vorübergehend erholt. Die Beerdigung fand am 16. v. M. unter sehr großer Beteiligung statt. Ehre seinem Andenken! X Ems, im Juni. Gerade zu rechter Zeit kommt der siebzehnte Bericht der Emser Heilquelle (Majne hajeschuoh), des Unterstütz ungs-Vere ins für arme jüdische Kurbedürstige pro 1904. Es heißt darin: Ein langer unerfreulicher Winter hat viele Menschen auf das Krankenlager geworfen. Es gibt wohl keinen Ort, in dem nicht Influenza, Husten und Haiskrankheiten sich als unwillkommene Wintergäste eingestellt hätten. Die Anforderungen an unfern Verein werden daher sicherlich außergewöhnlich große sein, und von allen Seiten werden Gesuche um die^Ermöglichung des Gebrauches einer Emser Kur an uns gerichtet werden. Unsere Mittel sind jedoch zu gering, um all den- Unglücklichen zu helfen und die in ihrer Gesundheit Geschwächten durch Gewährung einer Erholung neu gekrästigt ihrer Familie zurückzugeben. Es ergeht daher unser Ruf an alle Edelgesinnten, uns durch Geldmittel reichlich zu unterstützen. Möge jeder Herz und Hand öffnen zur Linderung der Not der armen Kranken, damit sie in dem schweren Kampfe ums Dasein wieder mit verjüngter Kraft für die Ihrigen arbeiten können." — Es wurden im Vorjahre im Ganzen 18 Kurbedürftige ausgenommen. Sie erhielten sämtlich freie ärztliche Behandlung durch Herrn Dr. Aronsohn, sowie Bäder, Inhalationen vom Römerbad und vom Inhalatorium Hetzer, Freifahrt auf den Malberg von der Malberg-Bahngesellschast und freie Pension. Die Einnahmen betrugen 1514 M., die Ausgaben 1454,70 M. Der Vorstand besteht aus den Herren: Dr. Aronsohn, Arzt, Ems, Dr. Weingarten, Bezirksrabbiner, Ems, Jacob Thalheimer, Ems, Hermann Löwenstein, Ems, I. A. Ettlinger-Halpern, Frankfurt a. M. — Darmstndt, 2. Juni.' Der nationalliberale Abgeordnete Neinhart hat an die Regierung die dringliche Anfrage gerichtet, ob' sie bereit sei, noch auf diesem Landtag die Ausbildu-ng Und Anstellung der israelitischen Religionslehrer im. Großherzogtrün-gesetzlich zu regeln, was trotz wiederholter Anregungen bisher immer unterblieb. Dadurch hat sich mit der Zeit eine ganze Reihe von Mißständen ergeben. Gegenwärtig schwebt z. B. wieder ein Konflikt zwischen der hessischen Schulbehörde, und der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde wegen einer Lehrervakanz im Religionsunterricht. ~ ■ ■ > V Freiburg i. B., im Juni. Der achte Bericht des Friedrichsheims für israelitische Sieche und arme Gr.ejse in Gailingen für das Jahr'1904 meldet folgendes: Am 21. August verschied in Karlsruhe die Ehrendame-der Anstalt Frau Hofrat Sophie Moos geb. Haas. Der von der Hingeschiedenen 1896 mit einem Kapital von 20000 M. errichteten Hofrat Prof. Sälomon Moosstiftung, der sie selbst 1903 500 M. zugesetzt hatte, tritt jetzt ein Betrag von 20000 M. hinzu, deren Zinsen gemäß den Bestimmungen der Moosstiftung verwendet werden. Den reicher' gewordenen Mitteln entspricht, ja ihnen eilt voraus die regere Inanspruchnahme — die reichere Besetzung der Pfründnerstellen. 8258 Verpflegungstage sind im verflossenen Jahre-beansprucht worden, wonach die Kosten für Tag und Kopf 1,49 M. im Haushalt allein, (nach den Gesamtkosten 1,73 M. — 1903: nach der richtiggestellten Rechnung 1,74) betragen. Am Jahresschluß wohnten 25 Pfründner (6 Männer, 19 Frauen) im Hause. Wieder darf der Vorstand die freundliche Aufnahme dankend verzeichnen, welche der Jahresbericht bei dem Großherzoge und der Frau-Großherzogin gefunden haben. Außerdem sind noch achk'kleine Stiftungen dem Verein zpgewendet worden. Den Gesamtvorstandbilden folgende Herren: Rabbiner Dr. Lewin, Vorsitzender, Ludwig Weil-, Schriftführer, Heinrich S. Epstein, Kassierer, Freiburg. Erüst Carlebach, Heidelberg: Julius Ettinger, Mannheim. Anwalt Dr. Friedeberg, Karlsruhe. Daniel Josef Guggenheim, „zum Schloß". Isidor Salomon Guggenheim, Leopold Josef Guggenheim, Aamuel Josef Guggenheim, Gailingen. Bened. Herzberger, Breiten. Fritz- Hamburger, Karlsruhe. Jsaac Lang, Altdorf. Rabbiner Dr. Löwenstein, Mosbach.. Louis Marx, Bruchsal. Ludwig Rothschild, Gailingen. Dr. Rothschild, Randegg. Anwalt Dr. Staadecker, Mannheim. Emanuel Strauß, Osterburken. Moritz Strauße Tauberbischofsheim. Leo Wertheimer, Bühl. Josef Zimmern, Mannheim. o. Stuttgart, 1. Juni. Unter dem Vorsitz des Herrn. Kirchenrats Dr. Kroner fand am 24. v. M. die Jahreskonserenz des „Vereins württembergischer Rabbiner" hier statt. Die Konferenz währte zwei Tage. Am ersten referierte zunächst Rabbiner Dr. Stößel-Stuttgart in eingehender Weise über die Frage der Ergänzung der kirchlichen Trauungsbestimmnngen in Württemberg. Sodann verbreitete sich Rabbiner Dr. Treitel-Laupheim über das Thema: „Die Feuerbestattung eine Gefahr für das Judentum", wobei von dem Referenten in treffender Beleuchtung die innere religiöse Seite des Judentums, seine Poesie, seine metaphysischen Vorstellungen und sein Pietätsgedanke als besonders gefährdet hingestellt wurden. An beide Referate schloß sich eine lebhafte Debatte an. Am Abend, an dem immer ein wissenschaftliches Referat zur Diskussion steht, sprach Rabbiner Dr. Kroner-Qberdorf über das Thema: „Das Ms talionis in rabbinifcher Auffassung". Die instruktive und erschöpfende Art der Behandlung des Themas erntete den Beifall aller Kollegen und hielt sie noch bis in die späte Stunde in angeregter Diskussion zusammen. Am anderen Tage verbreitete sich Rabbiner Dr. Berlinger- Braunsbach über die Frage: „Was ist zur Erhaltung der Beschneidung zu tun!" Die halachische sowie die praktische Seite dieser Frage wurde vom Referenten in recht gründlicher Weise erörtert. Auch hieran schloß sich eine eingehende Debatte. Nach Besprechung ^einiger aktueller Fragen schloß mit einem Danke an Herrn Kirchenrat Dr. Kroner für die belebende und fördernde Leitung die diesjährige Jahreskonferenz der württembergischen Rabbiner. ' —t. München, 3. Juni. Während München früher die unbestrittene Metropole des Kunsthandels gewesen ist, wird ihm jetzt bekannterweise durch die Reichshauptstadt, diese Eigenschaft streitig zu machen versucht. Es läßt sich denken, daß das bayerische Königshaus, dessen künftiger Chef erst am Donnerstag wiederum öffentlich versicherte, daß die Kunst wie an seinen Ahnen, so auch an ihm und seinen Nachfolgern sicherlich energische Schützer haben werde) und insbesondere der ehrwürdige Prinzregent von dem größten Eifer erfüllt sind, München seine Stellung' in der Kunst und im Kunst-

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