Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1905)
- Date
- 1905-04-28
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Versammlung mit einer kurzen Ansprache. .Dann hielt Dr. Julius Guttmann einen Vortrag über „Josel.- M Rosheim, ein Politiker des 16: Jahrhunderts.": -Reichen Beifall, lohnte die -glänzenden. Aus- ' führungen. Darauf -folgte 'der Kassenbericht-, und' die Vorstandswähl: —- In der letzten--Repr äsen tanl.enversa mmlung: wurde Mit Stimmenmehrheit - beschlossendie alte Synagoge, die Storchsynagogevollständig-umzubauen. -In derselben Sitzung wurde - auch der Antrag angenommen, die Ecke -des alten Friedhofes aus der Classensträ'ße, die an denFränkelplatz grenzt, an die Stadtgemeinde gegen eine Entschädigung Won 44400 Mark zu überlassen. — Am 27. 931.: hielt der Verein fürdie Interessen der jüdischen Gemeinde seine Generalversammlung ab. Prof. Dr. Badt hielt einen interessanten Vortrag über „Jüdische Volkserziehung unter Leitung der Religion". Den: Schatzmeister wurde Decharge erteilt und nach einer kurzen Ansprache des - Vorsitzenden, Herrn Hirschberg,. schloß die Versammlung. — Hamburg, 16. April. .Der Verein zur' Unterstützung kurbedürftiger Israeliten (Theresien-Stiftung) hielt seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz ' des Herrn Ludwig Mathiason ab. - Der Verein hat im verflossenen Jahre 52 Personen den ihnen ärztlich verordneten Krrransenthatt ermöglicht. 39 weitere Meldungen konnten nicht berücksichtigt werden. Aus dem von Herrn Magnus erstatteten Kassenbericht ging hervor, -daß der Verein an einmaligen Spenden 6500 Mark erhielt, währeüd die Mitgliederbeiträge 3372' Mark betrugen. Als. Subvention der Deutsch-Israelitischen Gemeinde gingen 1000 Mark, an Zinsen 1457 Mark ein. Ausgegeben wurden für Unterstützungen 5605 Mark, für Unkosten 243 Mark. Die' Abrechnung wurde als richtig anerkannt und dem Kassierer Decharge-erteilt. -- -- --- * Neuenahr, 18. April. Der dritte Rechenschaftsbericht des Vereins „Israel. Krankenheim in Bad Neuenahr" für die Jahre 1903/04 bringt die Kunde, daß dem 'Verein die'nötigen Mittel noch nicht zur Verfügung stehen, um für hie Patienten ein eigenes Heim zu Mieten, noch weniger ein eigenes Haus zu gründen. Die bisher aufgenommenen Kranken mußten in Privatpflege untergebracht werden. Im Jahre 1903 fanden 25' Personen, 1904 30 Personen Aufnahme, denen statutengemäß vollständig freie Verpflegung und unentgeltliche ärztliche Behandlung gewährt wurde. Die Erfolge bei den Kränken' waren im ersten Berichtsjahre nach dem ärztlichen Bericht so gute, wie sie nur erreicht werden, weün mit der Anwendung der Kurmittel eine streng diätische gute Verpflegung sich vereinigt. Dagegen wurde im Jahre 1904 nicht in allen Fällen 'der gewünschte Erfolg erreicht. Die Zahl der Verpflegungstage betrug in beiden Berichtsjahren insgesamt 1139'. Der Kassenabschluß pro 4903 bälanzierte in Einnahmen und Ausgaben mit 7654,94 M., der Kassenabschluß pro 1904 mit 7024,67 M. ' Auf der letzten Generalversammlung, die am 19. d. M. in Bonn stattfand, wurde erfreulicher Weise beschlossen, trotz des schlechten Kassenabschlusses diesen Sommer wieder der gleichen Anzahl Kranker, wie' im verflossenen Jahre, die Wohltaten des Vereins zu teil werden zu lassen.' w. Alzey, 14. April Herr Laudesrabbiner Dr. Lew it übernahm mit Beginn dieses ' Monats das hiesige Nabbinat. Das Anstellungsdekret, erhielt Dr. Lewit durch das Ministerium und wurde durch den großherzogl. Kreisrat' hierauf .eidlich verpflichtet. Am Samstag fand die feierliche.Einführung des neuen Rabbiners in der mit Blumen und Pflanzen festlich geschmückten Synagoge statt. Zu Anfang sang der Synagogen-Chor das Lied: „Die Himmel rühmen des- Ewigen Ehre", worauf Dr. Lewit seine Antrittspredigt hielt. Er sprach die Hoffnung aus,' auch in der hiesigen Gemeinde die Liebe und die Treue in den Herzen der Menschen zu finden, wie es ihm in seinem seitherigen Wirkungskreise zu teil geworden. Er legte seiner Predigt den 15. Psalm zu Grunde, nachdem nur derjenige religiös zu nennen, ist, der in Unschuld wandelt ünd Recht übt und Wahrheit redet in seinem .Herzen, der mit seiner Zunge nicht'verleumdet und keinem Menschen ein Leid zufügt. Auf dieser Grundlage wolle er als Künder'des 'Gotteswortes wirken, wobei er auf das Entgegenkommen der Gemeindemitglieder rechne' und den Segen Gottes erflehe. Die Gemeindemitglieder sind von dem Wunsche erfüllt, daß es Herrn - Dr. Lewit in hiesiger Gemeinde und in den'Bezirksgemeinden eifrig zu wirken beschieden sei und daß seine Tätigkeit den Gemeinden und . der Heranwachsenden. Jugend zuni Segen gereichen möge. - - r= Mürrchen, 18.^April.. Ueber eine jüdische Familie, die'in Bayern-eine große Rolle gespielt hat, erfahren wir heute aus Paris- Näheres. Französische Blätter. berichten nämlich, daß - Herr 'Lo u i s b - Eichth al seiner wisseuschafttichen Verdienste-wegen zum Mitglied des.Instituts. ernannt :: worden -ist. Sein > Vater fGustav d'Eichthäl/ der als vierzehnjähriger Knabe zur katholischen Religion .übertrat, war ein bekannter Hellenist, dessen Werke in der französischen Gelehrtenwelt sehr -geschätzt würden. .-M Mrieb.,-gt;K -.-über Bibelkritik. In Frankreich ahsten^' ^o.hk''bie^'wetntzsten nE^daß die- Familie Eichthal, von der ein Zweig schon seit hundert Jahren im Besitze des französischen Bürgerrechts, ist, .von den..Ufern der Isar nach denen wer, Seine gelangte. Denn in.,München .stand die. Wiege. ...dieses Geschlechts, dessen Name ursprünglich „Deligmann" lautete.' -Aron Elias Seligmänn, ein außerordentlich gewandter Finanzmann, war der Hofbänkier des Königs. Max Joseph von.Bayerri unch.da er sich des Vertrauens des Königs, in fast unbegrenztem Maße erfreute, einer, der angesehensten. Männer im Lande. Im Jahre 1814 verlieh der. König ihm den Adel und' Fxeiherrnstand, indem er zugleich, seinen Nanren Seligmann in „Eichthal" verwandelte und ihm das Wappen' der alten erloschenen Familie, hon Thalmann erteilte. Ob er.selbst oder erst seine Söhne. zum Christentum, übertraten, wissen wir, nicht. Von den Söhnen dieses ersten Freiherrn v. Eichthal begründete der älteste, Ludwig, in. Paris das , Bankhaus „Louis d'Eichthql", während ein Jüngerer, Simon mit Vornamen, der Schöpfer , und. -erste Direktor der bayerischen Hypotheken- und.Wechselbank wurde. Von ihm stammt die noch in Bayern blühende Nachkommenschaft des Hofbankiers, hie mit den vornehmsten Familien des süddeutschen Adels verwandt,- .und»verschwägert und sogar mit dem Hause Wittelsbach dadurch in Blutsverwandschaft getreten ist> daß. der - derzeitige . Familienchef, der kaiserliche Legationssekretärm. D.> Freiherr Karl v. Eichthäl, mit einer Gräfin v. Oetting und Fünf-. - stetten, verheiratet ist, — die Grafen Otting, die früher Freiherrn, v. Schönfeld hießen, stammen in. direkter Linie , von dem. Pfal-zgrafen Friedrich Michael v. Zwesbrücken, dem Pater des Königs -Max Josephs Erwähnt sei noch, daß zwei der hervorragendsten. Münchener Maler, die Professoren Leo Samb.erger und Albert v. Keller, jeder mit einer Freiin v. Eichthal vermählt sind. Albert v. Keller hat die schönen Züge seiner . Gemahlin^. die zu den gefeiertsten Erscheinungen.. der': Münchener. Gesellschaft gehört, auf manchem Bilde festgehalten, und -eins ihrer Porträtsist auch, in der Münchener .Neuen Pinakothek, .für. die der Staat es erwarb, zu erblicken. Gesterreich-Änsary. / - □ Wien, 25. April. Düs Sch ächtverbot', -über -dasin einer derletzten Sitzungen des- Gemeinderates vom -Dr. Krenn-referiert wurde, ist in dieser Sitzung nicht erledigt worden. — In einer seiner letzten Redenhat Herr Lueger erklärt, daß im Anfang der von-ihm . inszenierten antisemitischen Bewegung mehrere hohe Präkä den-sich dagegen ausgesprochen hätten. Das scheint jetzt anders geworden zufein. Denn jüngst har in der hiesigen-Leo-Gesellschäft der Domherr- P'rin-z Karl voll Hohenlohe einen Vortrag über das Wiener- - Provinzialkonzil von 1267 gehalten, mit dem - Herr Lueger wohl zu-' frieden sein konnte.: Er wies nach, daß die Judenfrage damals wie heute; bestanden und in welcher Weise sie beantwortet - wurde.- Wie: gefährlich ein solcher Vergleich für die eigene-Sacheist, scheinen-die Herren gar nicht -zu Merken. - Denn er zeigt ' ebennichts -anderes,- als daß der moderne-Antisemitismus ein Rückfall ins finsterste Mittel-- alter ist.— In Czernowitz ist ein Jude,'Regierungsrät Dr. E d ü ard R eiß, zum Bürgermeister-gewähltworden;-- den Ausschlag gaben die Stimmen der Rumänen! Dr. Reiß wurde mnstiMmig ge-- wählt, da die Gegenpartei vollen Rückzug pebläsen, um - wenigstens die 1. VizebürgerMeisterstelle zu erlangen. Die kaiserliche Genehmigung der-Wahl erscheint'zweifellos. Außerin Czernowitz sind noch jüdische Bürgermeister in Radautz: Dr: Bernstein, -Starpzynetz: Dri' Katz und Wiznitz: Larisch, überdies noch im viöle'n---Marktflecken-unv-''DVrferm--'- Galiziens und der Bukowina. — Der Ungarisch - israelitische L an d es - Stip en die n-B ere i n 'verteiltedir'-für das -laufende Schul-' jahr ausgeschriebenen Stipendien von -400, 200', 160 und -100-Krönen an L0 Studierende '-im 'Gesamtbeträge--von- 14 5OÜ Kronen.-Der 'in Neutra verstorbene I o se.P h v. En g el bestimmte, außer einem schönen'