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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-04-28 · Heft 17 (28.4.1905) · p. Seite 202

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 17 (28.4.1905)
Date
1905-04-28
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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noch hie? wichtige/Frage zu beantworten: l Welcher ^-Begriff . ermöglichlrdie 'Anwendung' des.Ssttengesetzes^aüf die-Handlung, damit.-, auch der. 'einzelne .Inhalt des Gesetzes' wirksam' in Erscheinung-trete? , . ‘ w '" > "Die' Beantwortung dieses Mage führt uns' züv zweiten Bedeutung-der Autonomie/zum Begriff der Selbstbestimmung. Bor' allem handelt'-es-' sichjetzt itm die Mage : Welcher Begriff ' vermittelt zwischen dem allgemeinen Inhalt der'Autonomie und dem-einzelnen Inhalt, wie solcher in der Handlung sich aüspra'gt. Der' geförderte Begriff ist ' die Bestimmtheit.- In dem-^Mörsatz^ ' vollzieht sie die fragliche Vermittlung'. Ohne Bestimmung/-ohne Vorsatz keine Handlung, kein Willen: Wenn aber-seder einzelnen Handlung'die Bestimmtheit des Vörsätzes v'örangehen 'muß,'wenn für jede einzelne Handlung ein neuer Anfang gefordert werden muß'/ dann ist auch der Mythus vom angeborenen oder ererbten oder intelligiblen Charakter für immer zerstört. - In dem Momente jedoch, in dem der Vorsatz wirksam wird, wird auch das Denken und- Erkennen als Alleinherrscher ' entthront. In dem Vorsatz tritt zu dem Denken'der Ansatz der Handlung hinzu, der Affekt kommt zu seinem 'Rechte. Mit diesen Deduktionen'aber ist auch der Widerspruch zwischen Kausalität und Freiheit beseitigt. Der' Vorsatz bildet die Brücke zwischen Denken und der Handlung „und. auf dieser Brücke bewegt sich der Wille." Dir grkunürnr HanÄlchnkt. Eine wahre Geschichte.von Oskar T. Schweriner. - - IV. - ■’ 7y /achdem die Fesseln gelöst waren, nahmen die Soldaten den. Verwundeten in ihre Mitte und trugen ihn hinüber zum Feuertops. Dann flößten sie ihm Wein ein, — einen Schlauch l voll, und noch einen, bis er endlich wieder zUm Bewußtsein kam. „Wo bin ich," fragte er, die Augen aufschlagend. Dann schien er sich plötzlich auf etwas zu entsinnen, denn mit einem Fluche versuchte er aufzuspringen, fiel aber sofort stöhnend. auf: seinen. Rücken zurück. . Auf einen Wink des Kommandeurs traten die Soldaten etwas zur Seite, während er sich über den Verwundeten neigte.; ,Mie geht es Euch?" fragte er in der Sprache von Byzanz. „Empfindet Ihr großen Schmerz?" „Nein," erwiderte der Byzantiner. Und doch mußten die Schmerzen in der Kopfwunde furchtbar sein. „Sagt Mir, wo bin ich, was ist passiert?" „Ihr seid überfallen worden und man hätte Euch wohl ermordet, wenn wir nicht zufällig in" der Nähe gewesen, und das Geschrei gehört hätten. Und dafür sei Gott Dänk." Die? Augen des Byzantiner funkelten. ' „Und'Ihr, wer seid Ihr?" „Kriegsleute des ,'großen Königs Chakan Bulan fii des mächtigsten Königs und guten Herrn der Ehazaren sind 'wir, . und —" ' '„Ist es wahr?" unterbrach der Byzantiner, indem er wieder : den Versuch machte, aufzuspringen. Der Kommandeur trat einen Schritt zurück und griff nach : seinem Schwerte. Schon im nächsten Moment aber ließ et>, die Hand wieder sinken. Doch seine Stimme klang verändert, - alA er-antwortete, — jede Spur von. Teilnahme war daraus entschwunden? - während seine' Augenbrauen sich-an 'gerader Linie zusammenzogen. ■ ■ ,,Jst das Euer Dank dafür, daß wir Euch das Leben gerettet?" .: fragte er hart, „dafür zweifelt Ihr an meinem Wort? Fürwahr-' wäret Ihr nicht inein - Gast, ine in Schwert' hätte Euch Antwort gegeben:" ' ' ' - „Wieso Euer Gast?" fragte der Byzantiner überrascht/ „Bin ich nicht.Euer Gefangener?" - " - ,-Vorläufig;seid Ihr unser Gast, bis m-nser- König enM schieden hat, ob Ihr ' Gefangener seid -und Sklave,' oder ob. Ihr Gast sein sollt in unserm Lande. So will es das jüdische Gesetz des Landes- und nun sagt, warum habt Ihr gezweifelt an unserM Wort?"' ' „Glaubt mir, es war nicht so gemeintes war die Ueberraschung," sagte der Byzantiner.' - ' ' ' „Und warum hat es Euch überrascht, daß wir Soldaten sind des Königs der Ehazaren?" ' „Es hat mich sogefreut, daß ich es nicht glauben konnte," erwiderte jener. —" „Doch sagt, — dort wo Ihr mich fandet, lagen , da nicht noch mehr?" . „Wir sahen nur Euch:" ' „Dann, wollt Ihr mir nicht auf meine Füße Helsen, ich will doch schallen." Der Kommandeur winkte einige Soldaten heran, die den Byzantiner unter die Arme griffen und ihm halfen hinzügelangen an den Ort, an dem man ihn gefunden hatte. Der Kommandeur war mitgegangen. ,-Also hier," sagte der Byzantiner als man den Ort des Kampfes erreicht hatte. „Dann geleitet mich ein Stückchen weiter hinunter, hier in der Richtung der rechten Hand. Doch würde ich Euch danken, wenn Ihr erst wollet holen den FeUertopf." Bald hatte ein Soldat den Feuertopf angebracht. Nach schon wenigen Schritten stieß man auf einen Anblick, gar fürchterlich anzuschauen. Sechs Männer, alle in der Tracht von Byzanz, lagen auf und über einander in einem großen Pfuhl von Blut. Neben ihnen standen ihre Pferde und ihre Schwerter lagen nach allen Richtungen zerstreut. Zwei' waren zerbrochen. Ein Pferd, das des Verwundeten, lag da tot, mit einem großen Speerin der Flanke. An der Seite aber standen bepackte' Maulesel, wie fahrende Kaufleüte sie mit sich führen zum Tragen ihrer Waren. Der Verwundete ließ sich dicht an die Leichen führen, ließ den Feuertopf darüber halten, und blickte ihnen ins Gesicht/ „Du auch, Genetos?"' seufzte er dann leise, „einst warst Du mein Freund. Ob Du wohl wußtest, wem es galt." Dann wandte er sich dem Kommandeur zu ' „Es ist, wie ich erwartet," sagte er, „ich bin überfallen worden, von meinen eigenen Landsleuten, aber sie hüben vergessen, daß es war Le — —, mit wem sie werden zu kämpfen haben," unterbrach er sich schnell. „Diese hier fielen im Kampfe. Aber ich wäre doch unterlegen, wenn Ihr nicht dazu gekommen, und die andern vertrieben hättet. Und dafür habt Dank, edler Chazar-" Und indem ex also sprach, streckte er seine rechte Hand dem Führer der Ehazaren entgegen. Dieser aber 'trat einen Schritt zurück und erwiderte: „Gar spät kommt Euer Dank, doch das sei Euch verziehen, denn groß ist Eure Erregung und Euer Schmerz, — und gar groß ist auch Eure Tapferkeit und deshalb sei Euch verziehen. Aber ich bin ein Chazar, und ein Fürst in meinem Lande und ich reiche nicht dar meine Hand jedem Fremdling, den ich nicht kenne. Mein Name ist Moses Jbn Musst: und ich bin ein Führer in dem Heere unseres großen und mächtigen

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