Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1905)
- Date
- 1905-03-10
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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sich daS^ernereKSchicksal '.der-i armemMüchtlmge ^kümmern sollerw«: Jch'>Ähatze:Ä-auch>" schon-^. hier^Fälle Z-gehab^L die,. so unglcyrblich^ sie ^erscheinen-- doch Jvahr^stndv-Es -sind zum- - Beispiel Flüchtlinge nach Triest gekommen?-denen.-man an den. Grenzen^ .eingeredet hat, daßsie -über Rotterdam- Hamburg, Brernen-.die Reise.antreten Könnenwenn sie über Triest fahren. Nachdem; sie -nun -schon,einmal: in Triest sind,.müssen sie mitunter-AO bis- 15 Tage auf:-ein-Schiffwarten.. Zwei Tage. : vor-? .dem -.-Abgang-,des -Dampfers müssen die Leute.. sich von ,einem -Augenärzte -untersuchen.^lassen,- -denn. Wie.: eine oder die andere Gesellschaft möchte nicht gern die von. Amerika Zurückgewiesenen auf r ihre . eigene Kosten hierherbefördern. Wird also ein Individuum schon hier abgewiesen, so wird ihm natürlich die Fahrt von Brody oder einer anderen ^Station bis hierhermbgezogem auch:die Verpflegung, nur der Rest des Geldes wird ihm eingehändigt. Was soll der arme Mann jetzt nun anfangen? Der Dampfer geht bald ab und bringt Pie Leute nach:dem gesegnetem Lande der Freiheit, und da -werden wieder 5 % zurückgewiesen. Die Gesellschaft bringt, sie wohlzurück,aber die. Karte. wird ihnen nicht ,retourniert, was sollen die von allen Mitteln Entblößten-beginnen? Wie. es aber den Glücklichen- - die. den amerikanischen Boden betraten,,. ergeht, dies entzieht, sich meiner Beurteilung.- . Aus weitere,Details .kann ich in diesem Artikel nicht eingehen, ich will bloß das eine noch hervorheben, daßwieAustro-Arnericana- Gesellschaft. mir auf meine Vorstellungen., entgegenkam, und: die Leute auf der Reise rituell -verpflegt. Sie., haben sogar... besoldete Schochtim, die auf der Reise Mächten. . Diesen Umstand .hebe ich besonders hervor> da .ich hier, schon-die größten Unannehmlichkeiten, deshalb erlebt habe; die Agentenin den Grenzstädten versprechen, rituelle Verpflegung, und . da die Armen - hier eine,.Enttäuschung erleben, sind die unangenehmsten und peinlichsten Zwischenfälle enstanden, bei denen die Behörde mitunter intervenieren mußte. Diesem . Uebelstande habe ich jetzt abgeholfen. Nun komme ich aus den Hauptpunkt zurück. . Hier in Triest hat , sich ,auf, meine Veranlassungein Komitee gegründet.. dem . auch meine Wenigkeitangehört, dessen Ausgabe .es. ist, den Leuten mit Rat und Tat an die Hand zu gehen., Dieses .Komitee, bestehend aus Pen-Herren Konsul Giuseppe . Morpurgo, Dr.. Fuchs, Dr. Kolt und Dr. Kleinzeller, hat die Pflicht,, die Reklamationen der Flüchtlinge zu prüfen und gegebenen Falles einzuschreiten. Ich habe auch, hier eine. Art Assekuranz - Gesellschaft eingerichtet, .hie folgendes Prinzip hat :, jeden von . Amerika Zurückgewiesenen in ein anderes, Land zu . senden und natürlich die.Mittel dafür aufzubringen, Woher. die Mittel beschafft, werden? Jeder einzelne der Reisenden hat. eine Krone.-dem Komitee zu übergeben; auf einem Schiffe sind : ungefähr. 6—800 Glaubensgenossen, es kommen also 3—400 fl zusammen; wenn nun 15—20 Personen^ zurückkommen (und man weiß ja nicht, wen das.Unglück.trifft, und.so zahlt jeder die Krone), haben sie bereits ihre eigene Kasse. In der ersten Zeit war es einfach unmöglich, mit den Leuten fertig zu werden. Was konnte ich soviel auf einmal .Zurückgewiesenen leisten? Die Triester Gemeinde resp. einzelne. Mitglieder sind sicherlich . sehr reich (bekanntlich erfreut sich Triest des größten Wohlstandes), es ist aber nicht angenehm, weder für.den Rabbiner noch.sür die einzelnen Mitglieder, wenn sie fortwährend vom Rabbiner mit Kollekten belästigt werden, zumal ich speziell noch . viele , andere Obliegenheiten , habe. Und so hat mich die Not auf. diesen. Assetüranzgedanken gebracht. Würde -aber eine, Zentralstelle sein, so könnte man vielen Uebeln abhelsen. Darin besteht jedoch das G r n n d ü b e l, daß jede Stadt beinahe ihr«, eigenen^ Wege.-.,geht^-7- und -so wird--, ohne- Zwechunbuhne-^-- Ziel gearbeitet. Könnten nicht die I. C. A. Ze^tralverein, UllürNz; sich vereinigen,, und nach einem gemeinsamen Prinzip handeln? Wäre es nicht. geeignet, eigene Be amt en an.den Grenzftationeu-zu Halten,, die im Verein mit denVertrauensmännern. an.Orb und Stelle die Angelegenheit prüfen, die Armen vor.. Ausbeutungen, schützen, ihnen hie. nötigen, Aufklärungen^ . gehen.: — mit dem nötigen Reisegeld: sind ja hie meisten. versorgtes Da nun Amerika jetzt ^strenger,,.in der Einwanderung ist, . so habe ich. auf .meine Rechnung mit den Frätelli Cosulich. Unterhandlungen-.gepflogen, die nach meiner Ansicht, eine reelle. Basis haben.. Hiephasse ich die,Antwort folgen,- die' ich von. der. Austria - Americana auf. meine Vorstellungen, erhaltew. Möge sie von den maßgebenden Faktoren beachtet, und wohl'■' des näheren erwögen, werden. Triest, 10. .Februar.1905. Sehr geehrter Herr Doktor 1. Wir sind' Ihnen sehr verbunden, daß- Sie: unsere Aufmerksäinkeit. auf. einen Artikel in der.Zeitung.des Judentums, lenkten, »welcher., unser Interesse im höchsten Grade wachrief Obgleich mit geringen Mitteln, könnte unser Schiffahrtsunternehmen dem Streben Ihrer Glaubensgenossen soweit entgegenkomrnen,- daß wir bereit sind, jedwede Erleichterung für die Beförderung von Passagieren auf unserer. monatlichen Linie . von Triest, nach Zentral-, amerika und Mexiko zu geben. Wie Sie aus dem vorliegenden-Fahrplane ersehen werden, verkehren die Dampfer nicht direkt mit Mexiko,-'sondern-legen bei-der Ueberfahrt nach Vera .Cruz auch andere Häfen. nämlich. . LaGuahra und. Colon an, und. glauben wir, daß, solange nicht eine, ständige . und kontinuierliche Auswanderung nach . Mexiko zustande kommen . könnte, der Fahrplan auch nicht geändert werden könnte. .Sollte, aber dieses der Fall sein, würden wir gern bereit sein, auch größere und direkte Dampfer in den Dienst, zn stellen. - Das Fassungsvermögen der jetzigen Dampfer beträgt ungefähr 500 Personen .auf wem. Zwischendecke, --pro.-Dampfer, während.- die größeren-in Aussicht genommenen- Dampfer-mehr als:- das Doppelte, - nämlich 1200 bis 1300 Personen im Zwischendeck befördern könnten.:- In Anbetracht der größeren Distanz nach Mexiko beträgt unser äußerster Preis für diese-Relation 150 Kronen, welcher in Berücksichtigung des'Umstandes, daß-die Verpflegung miteinbegriffen ist, ' wohl mäßig zu -nennen---wäre-. -WieEe^wissen;---sind--ww -Ihnen' wegen der rituellen'Verpflegung , bei unseren - regelmäßigen Fahrten nach Newhork entgegengekommen, und würdem gern auch.-bei - diesen -: Reisen für eine strenge. Koscher-Küche sorgen. - Sollte, das Zentralkomitee. ^dieser Auswanderer im .Prinzip damit einverstanden sein, würden wir. gern bereit, sein, des Näheren - auf den Gegenstand einzugehen, um positive Verbindungen mit dem- . selben anzuknüpfen; es müßte jedoch das geehrte Komitee vorher die nötigen. Schritte bei der Mexiko-Regierung unternehmen,. um für die Einwanderer dort den geeigneten Grund und Boden zu verschaffen und auch für dieweitere Existenz -derselben zu sorgen. In dieser Beziehung freut es uns, Ihnen mitzuteilen, daß, soweit:-wir die Ver^ - hältnisse: beobachten können, die mexikanische -Regierung derartigen Fragen: die größte-:Aufmerksamkeit, schenkte und -geneigt- - erscheint,-: jedem positiven Vorschlag in dieser- Beziehung- .- ihre- Unterstützung.' zu geben. Bei dieser Gelegenheit.gestatten wir.uns-.Sie.außerdem-auf den-:.. Umstand aufmerksam zu machen, daß, trotz allen In der letztenZeitin dieser- Oeffentlichkeitgedrüngenen Nachrichten, uns aus positiven Quellen bekannt. ist, daß in den westlichen und südlichen Teilen der Vereinigten Staaten. von Nordamerika noch immer ein sehr 'bedeutender Mangel an Arbeitern sich fühlbarmacht, und daßdaher über Newyork noch immer große Mengen von Auswanderern in die Vereinigten Staates eingeführt werden könnten. Es ist eine große Gesellschaft in der Louisiana, welche ungefähr 10000 Personen -in der allernächsten-:Zeit, für den - Ackerbau in ganz, gesunden Landstrichen braucht. Sie wäre auch-bereit, für die