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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-01-13 · Heft 2 (13.1.1905) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 2 (13.1.1905)
Date
1905-01-13
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 abgelehnt. Hoffentlich hat damit die Sache noch nicht ihren Abschluß gefunden. © Bromberg, 2. Januar. Ein Doppeljubiläum konnte gestern in der hiesigen Gemeinde gefeiert werden. Der Landtagsabgeordnete, Stadtrat' und Kommerzienrat Louis Aronsohn, beging fein 25jähriges Jubiläum als Vorsitzender des Vorstandes der hiesigen Shnagogengemeinde und der Stadtverordnete Kaufmann Isidor Barnaß ein gleiches Jubiläum als Mitglied des Repräsentanten- Kollegiums. Um II Uhr vormittags fanden sich zur Ehrung der beiden Jubilars sowohl die Vorstandsmitglieder als auch die Repräsentanten im festlich geschmückten Sitzungssaale der Gemeinde ein. Der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr- Rentier Al bin Cohnfeld, richtete zunächst an beide Jubilars Worte des Dankes und der Anerkennung für ihre langjährige, gedeihliche und selbstlose Tätigkeit im Dienste der Gemeinde. Hierauf brachte der Repräsentantenvorsteher, Landtagsabgeordneter und Landgerichtsrat Peltasohn im Namen des Repräsentantenkollegiums den Jubilaren herzliche Wünsche dar. Nunmehr erfolgte die Enthüllung eines von der Gemeinde gestifteten Porträts des Herrn Kommerzienrats Aronsohn, ein von Professor Hans Fechner in Berlin künstlerisch ausgeführtes Oelgemälde, das fortan den Sitzungssaal schmücken soll. Herrn Barnaß wurde vom Vorstande und den Repräsentanten-Kollegium eine Adresse überreicht. Nach dieser Feier begaben sich die Versammelten nach der Aula der Gemeindereligionsschule. Hier hatten sich bereits Rabbiner Dr. Walter, die Gemeindebeamten, sowie die Vorstandsmitglieder sämtlicher in der Gemeinde bestehenden Wohltätigkeitsbezw. Beerdigungsvereine eingefunden. Zunächst hielt Dr. Walter eine Begrüßungsrede, in der ganz besonders die unschätzbaren Verdienste betont wurden, die Herr- Kommerzienrat A. sich um die Entwicklung der Bromberger Gemeinde erworben hat, und in der auch die Verdienste des Herrn Varnaß ihre Würdigung fanden. Hieraus sprachen Herr Kantor Blaustein im Namen der Gemeindebeamten, Frau Knopf namens des Frauenunterstützungsvereins, Frau Meyersohn für den Frauen- Beerdigungsverein, Herr Adolf Marcus für die Obebra ümlisella, die den Herrn Kommerzienrat A. zu ihrem Ehrenmitgliede ernannten, Herr Brauereibesitzer Michael Rnssak für den Krankenunterstützuugs- und Beerdigungsverein, Herr Rentier Moritz Ephraim für den Brüderverein, Herr Philipp Lazarus für den Verein Gemiluß Chaßodim und Herr Rudolf Jacobi für den Armenunterstützungsverein. Von mehreren Vereinen wurden Kommerzienrat A. künstlerisch ausgeführte Adressen überreicht. Beide Jubilare dankten mit herzlichen Worten für die ihnen bereiteten Ehrungen. Abends fand in Moritz's Hotel ein Festessen statt. Herr Landgerichtsrat Peltasohn brachte bei demselben zunächst den Kaisertoast aus. Sodann toasteten Stadtrat und Rechtsanwalt Bärwald auf beide Jubilare, Rabbiner Dr. Walter auf den Frieden in der Gemeinde; diesen Toasten folgten noch mehrere, ernsten und heiterer: Inhalts. Komnrerzienrat A. dankte in längerer Rede. Am Schluffe wurde ein von Kantor Blaustein gewidmetes, humoristisches Tafellied gesungen. Möge es beiden Jubilaren vergönnt sein, noch viele Jahre ihre Kräfte irr den Dienst der Gemeinde stellen zu können! Kp. Ans -er Provinz Posen, inr Januar. Der Lehrer Pinkus inGnesen tritt nach langjähriger Wirksamkeit an der dreiklassigen jüdischen Volksschule daselbst demnächst in den Ruhestand. Da die Zahl der Schüler nur ca. 50 beträgt, wird die Schule rrnr noch zweiklassig bleiben. — Kaufmann Samuel Rosenbaum in Kempen ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Derselbe war achtzehn Jahre hindurch Stadtverordneter daselbst. — Fabrikbesitzer nnd Stadtrat Fabian Fränkel in Ostrowo ist von der Stadtvertretung daselbst zum Kreistagsmitgliede gewählt worden. — Ter in Berlin lebende Kaufmann Siegfried Schocken' hat seiner Heimatgemeinde Pl eschen 200 Mark zur Verteilung an Hilfsbedürftige der dortigen Gemeinde übersandt. — Hotelbesitzer Oschinski in Jaro tschin ist nach längerer Krankheit im Alter von 51 Jahren gestorben. Derselbe bekleidete sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch der Synagogengemeinde zahlreiche Ehrenämter. — Kommerzienrat Hepner in Krotoschin. beging neulich unter zahlreichen Ovationen seinen 80. Geburtstag. — Kaufmann Samelson in Pa losch ist zum stellvertretenden Bürgernreister daselbst gewählt worden. — Der Begründer des israelitischen Brüdervereins in Pudewitz, Herr L. Krayn, ist daselbst im Alter von 90 Jahren gestorben. —Stadtverordnetenvorsteher Strelitz in Pieschen ist zum Magistratsmitgliede daselbst neugewählt worden. — Kaufmann Grabowski in Berlin hat anläßlich seiner Silberhochzeit seiner Heimatgemeinde in Ostrowo' 400 Mark zur Unterstützung Hilfsbedürftiger übersandt. — Kaufmann Siegmund Löwinsohn in Ob ersitz ko ist zum Kreistagsdeputierten des Kreises Samter gewählt worden. 8. Fritzlar, 9. Januar. Au: 1. d. M. trat Herr Lehrer Katz hier nach 49jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Welcher Hochachtung und Verehrung der Scheidende sich nicht nur in seiner Gemeinde, in der er 36 Jahre gewirkt, sondern in unserer ganzen Stadt erfreut, zeigte sich so recht in diesen Tagen. Nachdem Herrn Katz der Adler der Inhaber des Hohenzollernschen Hausordens vom Landrat unter herzlichen, anerkennenden Worten überreicht worden war, hielt am letzten Tage des alten Jahres unser bisheriger Lehrer zuy: letztenmale Gottesdienst als Beamter in seiner Gemeinde. Die Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Herr Katz, anknüpsend an den Abschied Jakobs vor: seinen Kindern mit tief ergreifenden Worten Abschied nahm von seiner Gemeinde und Schule. Im Namen der Familie verabschiedete sich sodann der Sohn, Herr Lehrer Katz-Nienburg, von der Vaterstadt. Am Abend hatte der Männer-Wohltätigkeitsverein ihrem scheidenden Gründer zu Ehren einen Festkommers veranstaltet. In zündenden Wörter: feierte der Kreisvorsteher -Herr D. Meyerhoff den bisheriger: Vorsitzenden und überreichte ihm unter Dankesworten ein kostbares Geschenk neben der Ernerrnung zun: Ehrenmitglied, indem er dabei den: Bedauern der Gemeinde Ausdruck gab darüber, daß es ihr nicht vergönnt sei, ihren Lieblingswunsch erfüllt zu sehen, nämlich durch die Nachfolge eines der Söhne den Vater in ihrer Mitte zu behalten. Die eigentliche Feier fand am 1. d. M. statt. Mittags erschien eine Deputation des Magistrats, bestehend aus dem Bürgermeister und dessen Vertreter in der Wohnung des Herrn Katz, um die Glückwünsche des Magistrats zur Auszeichnung zu überbringen und zugleich „dem tiefen Bedauern der Stadt Ausdruck zu geben, einen Mann zu verlieren, der in den langen Jahren seiner Wirksamkeit sich nicht nur die Liebe seiner Gemeinde, sondern auch die Hochachtung und Verehrung der ganzen Stadt Fritzlar in reichstem Maße erworben habe." An: Abend hatten sich neben der ganzen Gemeinde viele Freunde des Scheidenden in den Räumen des Frankfurter Hofes zu einer Abschiedsfeier versannuelt. Nach ei::em von Herrn Dav. Löwenstein vorgetragenen Prolog, dem ein lebendes Bild — die Schule — folgte, überreichte der Vorsitzende der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens, Lehrer Amram-Borken, unter innigen Worten dem Freunde eine sehr schöne Adresse. Hiernach ergriff Lehrer Rosenstein- Rotenburg das Wort, un: seinen: alten Lehrer im Namen der Schüler zu danken, die den: Lehrerßerufe sich gewidinet haben. Vorsteher Mannheimer drückte den Dank der Gemeinde für all das segensreiche Wirken des Scheidenden aus. Tief bewegt dankte der so Gefeierte für alle die Ehrungen, die ihm in so außerordentlich reichen: Maße geworden seien. 1. Köln, 6. Januar. Die Beerdigung des früheren Gemeindevorstehers Jakob de Jon ge am 1. d. At. gestaltete sich zu einer würdigen Ehrung des Heimgegangenen. Zur Trauerfeier im Hause, die vom Rabbiner Dr. Nosenthal abgehalten wurde, hatte:: sich Hunderte von Leidtragenden eingefunden, an erster Stelle vollzählig der Vorstand und die Repräsentanz der Synagogen gemein de. Der Nachruf schilderte mit innigen Trostesworten für die Hinterbliebenen den Entschlafenen als Gatten und Vater, als Menschen und Bürger. Dann setzte sich der große Leichenzug nach dem Friedhof in Deutz in Bewegung. Hinter dem Sarge schritten die Angehörigen, die beiden Rabbiner der Synagogengemeinde, gefolgt vom Vorstands- und Repräsentanten-Kollegium. Kostbare Kränze nnd Blumenspenden, die von Korporationen und Privatpersonen dem Heimgegangenen gewidn:et waren, bewiesen die herzliche Anteilnahme aller Kreise unserer Bürgerschaft. Aufdem Friedhof in Deutz entwarf Rabbiner Dr. Frank ein treues Bild von dem segensreichen Wirken des Entschlafenen für die Kölner Synagogengemeinde während der langen Jahre seiner segensreichen Tätigkeit, deren Andenken unvergessen bleiben wird.

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