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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-01-06 · Heft 1 (6.1.1905) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 1 (6.1.1905)
Date
1905-01-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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60. Jahrgang. No. 1. \P VlUVlllUvüMtv Berlin, 6. Januar 1005. Vellage zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums" korrelponÄkli?en und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 29. Dezember. Zu einer allerletzten Sitzung in diesem Jahre war heute abend die Repr äsen taute n-Versam in lung einberufen worden, in der einige Vorlagen unwesentlicher Bedeutung meist debattelos zur Verabschiedung gelangten. — Frau Paula Jacob geh. Pringsheim hat der Armenkommission 10000 Mark überwiesen, deren Zinsen an ihrem Geburtstage an altersschwache und würdige Personen verteilt werden sollen; zu Graberhaltungszwecken hat sie der Gemeinde die gleiche Summe zugewendet unter der Bedingung, daß der nicht verwendete Betrag dieser Summe ebenfalls der Armenkommission zufalten soll. — Der Rechnungabschluß der Alterversicherungsanstalt pro 1903.04, über welchen Herr Adolf Mayer referiert, ergibt, daß in den drei Anstalten (Hamburgerstraße, Schönhauser Allee und Exerzierstraße) 234 Insassen Aufnahme gesunden hatten. Die Gesamtunkosten beliefen sich pro Kaps und Jahr auf 607 Mark, gegen 534 Mark im Vorjahre. Diese Mehrauswendnng, die zum wesentlichsten Teil aus die Verteuerung der Lebensmittel zurückzuführen ist, hat zu einem Defizit von 3326,25 Mark geführt, welches aus den Beträgen des eisernen Fonds gedeckt worden ist. Die Gesamtkosten einschließlich Verwaltung und Hauspersonal stellten sich auf 142021,65 Mark, die Einnahmen zum eisernen Fonds betrugen 108047,86 Mark, darunter zum Baufonds 20176,38 Mark. Nachdem Herr Manheimer die Notwendigkeit des Mehrverbrauchs dargelegt hatte, wurde der Verwaltung Entlastung erteilt. Debattelos wurde der Rechnungsabschluß der Kommission zur Unterstützung hilfsbedürftiger durch reisender Juden dechargiert. Aus dem Referate des Herrn Kommerzienrat Friedlünder heben wir die interessante Tatsache hervor, daß im Jahre 1903.04 985 Parteien nach dem Osten zurückgeführt worden sind, während im Vorjahre nur bei 838 Parteien diese Rückbeförderung durchgeführt werden konnte; nach den Seestädten wurden diesmal nur 16 Parteien gegen 54 im Vorjahre verschickt. Von den 1892 gemeldeten Parteien konnten 1360 berücksichtigt werden, für deren Beförderung 13 500 Mark verausgabt worden sind. — In schneller Folge tvurden alsdann noch einige Ausgaben bewilligt: 1500 Mark zur Renovierung der Verwalter-Wohnung, Heidereutergasse 4, zur Beschaffung des Notenmaterials für die Synagoge Nykestraße 438 Mark und zur Anschaffung eines Spindes 225 Mark. — Die als letzter Punkt auf der Tagesordnung befindliche Vorlage betreffend Dienstanweisung für den anzustellenden Schularzt konnte wegen Abwesenheit des Referenten Professor Baginsky nicht zur Verhandlung gelangen. Herr Louis Sachs bittet jedoch, bereits heute den Titel der Dienstanweisung, welche „für die Schulärzte" lautet, in „für den Schularzt" umzuändern. Gleichzeitig empfiehlt er entgegen der Vorlage, dem Schulärzte die Möglichkeit zu lassen, in den Familien, deren Kinder zu feinem Bezirk gehören, auch als Hausarzt die Behandlung der Kinder auf Verlangen der Eltern übernehmen zu dürfen. Herr Sanitätsrat Dr. Stern bestätigt zunächst, daß vom Gemeindevorstand nur ein Schularzt angestellt werden wird; er wie Gemeindesyndikus Justizrat Lilienthal bitten jedoch, die zweite Anregung fallen zu lassen, welche zweifellos zu Konflikten zwischen Schularzt und Privatärzten führen muß. Justizrat Lilienthal weist noch darauf hin, daß die Dienstanweisung für die städtischen Schulärzte radikal jede Behandlung der Kinder verbietet, während die jüdische Gemeindeverwaltung es wenigstens für unbedenklich hält,' daß der Schularzt in denjenigen Familien, in denen er bereits Hausarzt gewesen ist, die Kinder weiter behandeln darf. 8. Berlin, 2. Januar. Die Vereinigung traditionellgesetzestreuer Rabbiner hielt am 28. und 29. v. M. in dem RepräsentanteUsitzungssaal der Adaß-Jisroel-Gemeinde ihre vierte Generalversammlung ab. Anwesend waren 49 Rabbiner und zwar die Herren: Dr. Dr. Ackermann-Brandenburg, Auerbach-Halberstadt, Bähr-Prenzlau, Professor Barth-Berlin. Baßfreund-Trier, Prof. Berliner-Berlin, Berlingcr-Brauubach, Ed. Biberfeld-Berlin, Bleichrode- Berlin, Bondi-Mainz, Carlebach-Lübeck, Cvhn-Kattowitz, Ehrentreu- München, Emmrich-Tarnowitz, Friedmann-Grätz, Galliner-Beuthen, Gradenwitz-Berlin, Goitein-Burgkunstadt, Heppner-Koschmiu, H. Hildesheimer, M. Hildesheimer-Berlin, Rektor Dr. D. Hoffmann-Berlin, M. Hoffmann-Randegg, Horovitz-Frankfurt a. M., Kahn-Eßlingen, Königsberger-Pleschen, Kohn-Ansbach, Direktor Lange-Frankfurt a. M., Lerner-Altona, Lewy-Nenstettin, Lob-Emden, Löwenstein-Mosbach, Löwenthal-Hamburg, Mannes-Schwabach, Münz-Bereut, E. Munk- Berlin, L. Munk-Marburg, Neuwirth-Bingen, Nobel-Leipzig, Pick- Berlin, Petuchowski-Verlin, Rosenack-Bremen, Roseuthal-Pr.-Stargard, Stein-Schweinfurt, Stein-Berlin, Weinberg-Sulzbürg, Weingarten- Ems, Wohlgemuth-Berlin, Wrefchner-Sanlter. Zunächst begrüßte Herr Rosenblüth die Herren namens der Adaß-Jisroel-Gemeinde. Rabbiner Dr. Kohn-Ansbach erstattete hierauf den Bericht. Der Verein zählt 72 Mitglieder. An den Bericht schließt sich eine Debatte, an der sich Dr. Baßfreund-Trier (Schechita-Buch), Dr. Rofenak-Bremen (Jugendliteratur), Auerbach-Halberstadt (Waisenhäuser) beteiligen. Am Schluffe des ersten Tages Nmrde über den Schomre Schabbos- Verein diskutiert. Am zweiten Tage referierte Dr. Lange-Frankfurt a. M. über die religiös wissenschaftliche Fortbildung mit besonderer Berücksichtigung des Jugendunterrichtes. Seine einstimmig angenommenen Thesen wurden einer Kommission zur Erledigung übertragen. Danach hielt Rektor Dr. Hoffmann einen halachischen Bortrag, Rabbiner Dr. Mnnk-Marburg sprach über Trauervorschriften nach Feuerbestattung, Dr. Kohn-Ansbach über das Schächten. Die Mitteilung politischer Blätter, daß ein „Verein aller orthodoxen Inden Deutschlands" begründet wurde, beruht natürlich aus einen Irrtum. Äs Berlin, 2. Januar. Am 28. v. M. fand im Restaurant Baumann die Jahresversammlung des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur statt. Der Vorsitzende gedachte zunächst mit warmen Worten des um die Begründung des Vereins Hochverdienten, aber leider so jäh dahingeschiedenen Herrn W. Bambus, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. Darauf folgte der Bericht über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Mitgliederzahl ist ans 850 gestiegen, die Vorträge erfreuen sich eines sehr starken Zuspruchs und die Fortbildungskurse erweisen sich immer mehr als eine notwendige, zur Förderung der Kenntnis des Judentums segensreich wirkende Einrichtung. Die vor zwei Jahren beschlossene Schrift apologetischen Inhalts liegt bereits druckfertig vor und wird schon in allernächster Zeit ihrer Bestimmung übergeben werden können. Nunmehr sei es an der Zeit, auch der Geselligkeit unter den Mitgliedern die nötige Aufmerksamkeit zu widmen, und wäre es zu wünschen, wenn zu diesem Zweck aus der Mitte des Vereins Heralls eine Kommission aus jüngeren Kräften sich bilden würde. Alsdann erstattete Herr Willibald Löwenthal den Kassenbericht. Danach betrugen die Einnahmen 11975,09 M., die Ausgaben 11659,29 M. und der Kasfenbestand 315,80 M. Auf Antrag der Revisionskommission erteilte die Versammlung einstimmig dem Schatzmeister die Entlastung. Hieranf erfolgte durch Akklamation die W ederwahl des bisherigen Vorstandes und der Revisionskommission sowie die Neuwahl des Herrn Prof. Nosin an Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes W. Bambus. Die von Herrn Benas Levy schon in der vorigen Jahresversammlung gegebene Anregung, den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen, lvurde nun zum Beschluß erhoben und der Vorstand mit den vorbereitenden Schritten zur Ausführung dieser Angelegenheit beauftragt. S2 Berlin, 1. Januar. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat an die Redaktion der „Kreuzzeitung" die nachstehende Berichtigung geschickt: Berlin, 27. Dezember 1904. In der mu 13. d. M. herausgegebenen Nummer Ihres geschätzten Blattes befindet sich folgende Notiz über einen Schulstreit in Wilmersdorf: „Hier hat

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