Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-12-09 · Heft 50 (9.12.1904) · p. Seite 592

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 50 (9.12.1904)
Date
1904-12-09
Page
Seite 592 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3224737-3228581-3228632--61310-3275128
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

592 Maimonides. Ein Gedenkblatt. I^in Fest, wie es nur selten eine geistige Gemeinschaft feiern kann, begeht in diesen Tagen Judentum in allen Ländern des Erdenrunds. Am 13. Dezember (20. Tebet) werden siebenhundert Jahre verflossen sein, seit Moses Maimonides, der Adler der Synagoge, dem irdischen Dasein entrückt wurde, um unsterblich fortzuleben im Reiche des Geistes. Da geziemt es sich wohl, einen Rückblick zu werfen auf das Leben und Schaffen dieses großen Denkers, dieses gefeierten Gesetzlehrers, der leider noch lange nicht nach voller Gebühr gewürdigt wird in den Werken, die über die Geschichte der Entwicklung des menschlichen Denkprozesses sich verbreiten. „Wer ist Maimonides? Ich gestehe, ich kenne kaum den Namen?" Mit diesem naiven Geständnis begleitete vor Jahren ein französischer Kultusminister die von der Pariser Universität gestellte Preisfrage „Ueber die Philosophie des Maimonides". Merkwürdig, welch' kurzes Gedächtnis doch die Franzosen selbst in Dingen der Wissenschaft haben. Er hat sich die Frage aber rasch beantwortet, indem er statt „Maimonides" einfach „Spinoza" setzte. Freilich, die Philosophie des Spinoza ist etwas bekannter, als die des Maimonides — aber was geht das am Ende einen Unterrichtsminister an? Freilich Hätte der Minister füglich auch wissen müssen, daß der „große" Victor Cousin, um Descartes von der Schmach eines solchen legitimen Sohnes, wie es Spinoza war, zu entlasten, diesen mit Maimonides in die engste Verbindung gebracht und als dessen kühnen Schüler erklärt hat. Vielleicht hätte er auch wissen müssen, daß das Werk des Maimonides durch Salomon Munk's französische Uebersetzung zuerst allgemein zugänglich gemacht wurde, und daß bald darnach E. Saisset in der „Revue de deux Mondes" in einem glänzenden Essay über „Die Philosophie der Juden" die Weltanschauung des Maimonides sy^WPulär wie möglich auseinandergesetzt hat. Er hat d.aß.i alles)^njchts!.gewußt und wenn er es gewußt, hätte er gsrmH/mjcht-^tüekSelMvlerlezlgnung Heinrich Ritters gehabt, der in der zweiten Ausgabe seiner Geschichte der Philosophie erklä^OoMchl-i hatte allerdings geglaubt^ die Philosophie des uZMiWilKi __ drM M MiMapzi^yd,sMssdHptlUW,sgM6NnenrljM/MllgeM6M bekannt und in neuerexLZech^mitl Vvrlieb6-sgeschildort'/wMdenc>> ^i^g^dMMe)PtzHiod.HZjeMsMWWtwyms^r,Mltgeschichte, bc%C] idMdBvEbemkiMEpanieübEteivlnerlMchtvtoW ChciWns neitti i Kulturleben (e#fäftefcen‘ iid-rffdnllMvetzüngenv'sdlirchochäsc-''ganzeÄ MitMäMp'-bis^u- - dit^MrMssäLM -tzßwM iMdbHäs^sesKtnM jeW -MchÄnsEMeE Äan^ bÄÄE daß. die N„,dWtzÄMmtzhefl,MMA, uyzherwanhMl,,iWdßpßsMß. mß HMle-iAaW dM„ EMWtzWygMYicdaSs) Pvrgßnrs^ ihresü Hultur^bens,. cbeiti /ihn« umhergeht, an die sich die überschwängliche ijIükunfprckMpftz^ MhMlr-he§luWopMeK^dM-!'vE der GMgdKoThMüj.tzW'MrWds^^ s<WchiiMMchK ofäim AMWtziZlpeMi's tWrs KnftWblütS6 injMMNlUy lichen Errungenschaften, ihren philosophisch^MtzWkMgDrMj folgen und die Geister der Männer zitieren, die in ihr gelebt und ihr eine welthistorische Bedeutung verliehen haben. Unter diesen nimmt Mose ben Maimon, oder, wie er arabisch hieß: Abu-Amram Musa b. Maimun Obeid Allah, einen hervorragenden Rang ein. Ja, man kann sagen, daß er am Schluffe dieser Periode das Vollbild ihrer wissenschastschaftlichen Bedeutung im Zusammenhänge gewährt. Dies Bild hebt sich von dem Untergründe einer Kulturepoche ab, die den Umkreis des damaligen Wissens umfaßt, und als deren Endziel die Sehnsucht nach einer Verständigung zwischen Religion und Philosophie gelten kann. Je mehr der Geist der Forschung rege und lebendig wurde, desto mehr wuchs dieses Sehnen, desto mehr wurde der Sinn für die Rätsel des Lebens und des Glaubens geweckt. Den eifrigen, wenn auch vergeblichen Bemühungen arabischer und jüdischer Denker, die den Weg zu jenem Ziele bahnten, ohne ihn selbst betreten zu können, mußte endlich ein großer, das ganze Wissensgebiet umfassenden Geist folgen, der dies Ziel zu erreichen, Ruhe und Klarheit mit Energie und Tiefe zu vereinigen, und so die disparaten Elemente der Theologie und Spekulation zu versöhnen imstande sein würde. Dieser universale Geist war Maimonides, der, als die Sonne jener Kultur auf ihrer Mittagshöhe stand, zu Cordova am 30. Marz (14. Nissan) 1135 aus die Weltbühne trat. Wie weit auch unsere Zeit von jenen wissenschaftlichen Anschauungen entfernt sein mag, die Maimonides zu so bedeutungsvollem Ausdruck gebracht hat, sie kann doch den Wert seines Schaffens und die Größe seines Geistes richtig abmessen, wenn sie ihn im Verhältnisse zu seiner Zeit beurteilt, die er so vollständig in sich ausgenommen und so getreu wiederspiegelt, daß er jedem, der mit. geschichtlichen! Auge schaut, in der Tat wie „der sichtbar gewordene Zeitgeist einen eigengearteten Epoche" erscheinen muß. Das Werk, in dem Maimonides die Summe seines Wissens und Könnens niedergelegt hat, führt in arabischer Sprache, in welcher es geschrieben ist, den Titel: Dalalat al-Hai'rin, hebräisch: More Nebuchim, lateinisch: Dux Perplexorum, deutsch: Führer der Irrenden. Das arabische Original galt mit so vielen anderen Schätzen des arabischen Schrifttums lange Zeit für verloren, bis es der gelehrte S. Munk auf der Bibliothek zu Paris entdeckte und herausgab. Die hebräischen Uebersetzungen cch^r riefen einen Sturm hervor, der mit der Verbrennung d^ Huches in. Montpellier und Paris endete; die lateinische Hetzersetzungorührt von Buxtorf her, die deutsche Uebersetzung ist, wie ich glaube, nicht vollständig und steht auch wohl käüm-l ans'--dev^Hiche M^MisMschäft?- "Was enthält nun aber, MM1 üMlM^-d^ KiMbeM-" philosophisches MfleiüMts, Mr so <3 'ifctüto'JM.' .iioimti 'jrörntO v o/r snofrmwJLA'Sa sondern für Philosophen und,,fürs,sexie-«H«stsr^MdM, tiefen--, lSiM,• y -her 0 fUetzxrljeseryngeu o (-MMdringeu 2üvstzständ en. So. /fagt6esuwenigstenß der: iAutov..i,sMHn iin-utzemnErnleitUntzS-P schreiben mnmse inenoLieblurgsjunger:-'Jvfch«IW sAknin. ."DMbl GeiKvffÄeWcMüMschlÄsst^uM ötzü^GeMMü der MM MMüuöeü '-BüOtaben^MrMeküM das^Work.^öD ^DchM^sWbÄrD oder' ÄÜWriM^MIaUsi" . unsol ,ir^fiarjflir^oiuu JüQjaUrgZ. Arnod, mc* nou/iff mnsiivL! 'M,Ws°'<nW irtflHi »WN°- eiKv-Klihqx^eip^.ipdW px,MiMnWft höhMN>,KMen>Mov?MMg.eir-is»sch^> iij gninSM-S »nrä-mn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.