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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-12-02 · Heft 49 (2.12.1904) · p. Seite 579

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 49 (2.12.1904)
Date
1904-12-02
Page
Seite 579 (sequence 3)
Language
German
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* * -IV? MKW^KWWWM v'v:;vv,'v/;s-\':^^^;;i.^^ 579 berechtigten stieg von 16 895 (pro 1898) auf 18 284 (pro 1901) und betrug diesmal 20 103. Bei der vor drei Jahren statt- W gehabten Wahl waren acht Lokale'zur Abgabe des Stimmzettels H eingerichtet worden, diesmal waren vom Geineindevorstand , D unter Berücksichtigung _ aller Stadtgegenden 12 Lokale zur '■ f Verfügung gestellt worden. Die Zahl der insgesamt abgegebenen Stimmen belief sich auf 8808; es bedeutet das ein Plus von M 1022 Stimmen im Vergleich zur Wahl im Jahre.1901. Auf .H die einzelnen Wahllokale verteilen sich die Stimmen folgender- : -d maßen: - sjl . 1904 1901 Oranienburgerstraße. 1232 1766 Burgstraße.. . . 908 - -— Schönhauser Allee : . . . . 740 . 858 Kaiserstraße.. . . 1226 ■- Lindenstraße . ... . . . 1122 1220 Oranienstraße . . .... . '480 — Potsdamerstraße . . . . . . 1363 1350 Schöneberg, Hauptstraße . . . 173 -—- Horkstraße . . . . . . . . 119 —— Charlottenbrrrg, Berlinerstraße . 148 — Joachimstalerstraße . . . . . 734 611 Holsteiner Ufer. . . . . . . 563 479 Ein Dr. Olivenbaum brachte folgenden Toast ans: „Die jüdischen Einwohner Bottuschanis, diese friedliche, das Vaterland und die Dynastie liebönde Bevölkerung, erhebt durch mich dieses Glas 31t Ehren und auf die Gesundheit des Herrn Ministers, in der Hoffnung, daß unter den befreienden Reformen, welche derselbe vollführt hat und noch vollführen wird, zum Wohle und Fortschritte des rumänischen Landes, er auch feinen Schutz und seine Aufmerksamkeit den jüdischen Gemeinden zuwenden wird, die heute isoliert und ohne gesetzliche Grundlage sind." Der Minister antwortete darauf wörtlich: „Die Judensrage ist eine der wichtigsten in unserem Lande; wir können folglich nicht leicht über dieselbe hinweggehen. Die Juden sind in Rumänien in großer Anzahl und manche von ihnen haben sich seit langer Zeit hier niedergelassen. Wir sind nicht gegen die Juden, welche das Vaterland lieben. Als Beweis dafür können die Naturalisierungen gelten, welche die Regierung in der vorigen Session bewilligt hat. Sagen Sie aber, Herr Doktor, ihren Glaubensgenossen,' daß, wenn sie die Verbesserung ihrer Lage wollen, sie ihre. Blicke nicht über die Grenze richten sollen, denn dies kann ihnen nur noch mehr schaden, aber nicht nützen. Zeigen Sie uns Ihre Leiden, richten Sie an uns Ihre Klagen, denn wir sind die Herren in diesem Lande." ’ Die Rede erregt in Rumänien, wie man sich denken kann, großes Aussehen. Es fragt sich nur, ob und welche Konsequenzen sie für die dortigen Juden haben wird. fr Die Rede, welche der amerikanische PräsidentRoosevelt bei Gelegenheit der Enthüllung des Denkmals Friedrichs des Großen in Washington gehalten, enthält einen beachtenswerten Passus, der folgendermaßen lautet: „Der Zug unter den Nationen geht dahin, daß sie immer enger aneinander geknüpft werden, zum Guten wie züm Schlimmen, und daher wird das Gedeihen der einen immer wichtiger für jede andere. Es bildet für sie nicht eine Bedrohung, sondern eine Hoffnung. Wir in Amerika, wo die Verschmelzung der Völkerschaften zu einem Volke höchst wichtig ist, bemühen uns unaufhörlich, uns das Gute jedes Stammes zunutze zu machen. Es ist unser unaufhörliches Bemühen, das Gute festzuhalten und zu nutzen, das jeder Stamm nach unseren Gestaden bringt, und gleichzeitig mit allen Rassen- und Glaubensfeindseligkeiten unter den verschiedenen Stämmen aufzuräumen. In beiden Richtungen war unserem Bemühen ein erstaunliches Maß von Erfolg beschieden. Wie jdie Jahre hingehen, wird es nicht schwerer, sondern leichter, daß wir in Frieden und Freundschaft unter einander leben." . Mgchklsnge?ur Mprälmtsntknwghl. 8. Berlin, 28. November, ie Liberalen haben einen Sieg errungen! Sie haben diesen Sieg auf der ganzen Linie erkämpft, und es ist erfreulich, daß ein solcher Umschwung in der Stimmung der Wähler sich geltend gemacht hat. In allen Bezirken, im Westen sowohl wie im Süden, im Zentrum wie' im Norden hat sich die bei weitem größere Mehrheit der Wähler für die Liberalen ausgesprochen, und nur in dem einen Bezirk der Kaiserstraße haben die Konservativen eine größere Stimmenzahl erhalten. Im höchsten Grade erfreulich ist es, daß die Beteiligung an den Wahlen eine wesentliche Zunahme erfahren hat. Während vor 6 Jahren nur 36,42 Prozent Wähler zur Urne schritten, vergrößerte sich diese Zahl im Jahre 1901 infolge der kolossalen Agitation auf 42 Prozent und ist in diesem Jahre auf volle 44 Prozent gestiegen. Die Zahl der Wahl- Vor drei Jahren bestanden die Lokale Luckauerstraße und . ',.7 Große Frankfurterstraße, in denen 591 bezw. 911 Wähler von . ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Nach dem diesmal überraschend schnell festgestellten Endergebnis sind als Repräsentanten gewählt die Herren Moritz Man he im er mit 5852 Stimmen, Stadtverordneter w % Louis Sachs (5766), Professor Dr. Blaschke (5637), Kom- .? merzienrat Iulius M a r t i n Fr i e d l än d e r (5635), Syndikus ' i;( Dr. Georg Minden (5618), Stadtrat Dr. Max Weigert (5575), Justizrat Dr. Hermann Veib Simon (5572), Pro- . seffor Dr. S. Kalischer (5521), Professor Dr. Ludwig < Geiger (5519), Willibald Loewenthal (5517), Adolph Mayer (5503).. Es haben demnächst die meisten Stimmen er-; halten und sind als Repräsentanten-Stellvertreter ' : in der ErgänzuNgswahl gewählt die Herren Ben a s Levy (5494), Emil Pincus (5491), Dr. Wilh. Feilchenfeld (5491), Moritz Rofenow (5488), Louis Eduard Sachs (5472), und endlich als Repräsentanten-Stellvertreter in der Ersatzwahl wurde Herr Paul Schlochauer mit 5381 Stimmen gewählt. Im Anschluß hieran geben wir noch die Stimmenzahl, welche für die Erwählten der konservativen Liste abgegeben worden sind: Professor Dr. Landau (3350), Berthold Israel (3330), Isidor Sachs (3277), Oscar Loewenberg (3274), Professor Dr. Pagel (3237), Justizrat Neumann I. (3218), Oscar Wassermann (3185), Manuel Schwarz (3134), Louis Levin (3134), Dr. med. S. Steinthal (3125), Joseph Seelig (3088), Dr. med. Eugen Israel (3065), Richard Seligsohn,(3063), Adolph Lewinski (3063), Max Jaffa (3051), Ludwig Behr (3021), Salli Kirschstein (3005). Zersplittert sind im ganzen 100 Stimmen. Die Differenz zwischen den Kandidaten der liberalen und denen der konservativen Liste beträgt mithin 2031 beziehungsweise 2502 Stimmen; denn die meisten Stimmen vereinigten sich auf den liberalen Kandidaten mit 5852 Stimmen, während die Höchftzahl an Stimmen sich für den konservativen Kandidaten nur auf 3350 Stimmen belief. Der Sieg der Liberalen ist um .so markanter, als bei der Wahl vor drei Jahren in allen Bezirken die Majorität geg en sie gewesen ist. - Einer der Programmpunkte der Liberalen, ,r dör Sonntagsgottesdienst, hatte recht viele ihrer bisherigen |

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