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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-11-25 · Heft 48 (25.11.1904) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 48 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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UMZ Herr Kantor Kalischer sprach hierauf an der Bahre des Verewigten einen Nachruf im Namen des Kantorenkollegiums -der Gemeinde. Nachdem Herr Kantor Epstein den Psalm „Adaunoj moli odom vvateduebu" würdig vorgetragen, wurde die irdische Hülle,des Dahingeschiedenen zu Grabe geleitet, Gesänge des Chors der Lindenstraßensynagoge eröffneten und beschlossen den Trauerakt. - Seine Kollegen, sowie..alle diejenigen, welche dem Verstorbenen bei Lebzeiten näher gestanden, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. r. Schwetz, 13. November. In Emden feierte Herr Selig Peperwurtel, der sich um die dortige Gemeinde vielfach verdient gemacht hat, in voller Rüstigkeit seinen 90-jährigen Geburtstag. — In Zoppot beabsichtigt die jüdische Gemeinde, einen eigenen Friedhof anzulegen und ist an die Stadt mit der Bitte um Abtretung von zirka vier Morgen Gutsland, das zu diesem Zwecke Verwendung finden soll, herangetreten. Der Magistrat beschloß, dem Anträge aus Abgabe von Land stattzugeben. — In Danzig sind der Landtagsabgeordnete Kommerzienrat Münsterberg und Herr Phil. Simson zu Stadtverordneten wiedergewählt worden; in Marienburg wurde der Stadtverordnete Flatow in das Kuratorium der Landwirtschaftsschule, der Stadtverordnete Kaufmann Saling er als Mitglied für den Kreistag gewählt. Lp. Aus der Provinz Posen, im November. Lehrer Jacobsohn an der zweiklassigen jüdischen Schule zu Labischin tritt demnächst in den Ruhestand. Da die Schule nur noch von 35 Kindern besucht wird, hat der Schulvorstand beschlossen, die zweiklassige Anstalt in eine einklassige zu . verwandeln. — Bäckermeister Adolf Michaelis in Koschmin ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Derselbe war langjähriges Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums daselbst und außerdem Repräsentant der jüdischen Gemeinde. — Der Begründer und langjährige Vorsteher des israelitischen^Krankenpflege- und Leichenbestattungsvereins in Bromberg, Herr Moses Jacoby, fist im Alter von 76 Jahren gestorben. — Der Kommerzienrat Goldarb in Preußisch-Stargard hat sich der Stadtgemeinde daselbst gegenüber erboten, ans dem Grundstück „Goldfarb-Altenheim" daselbst einen den Stiftungszwecken entsprechenden Neubau mit acht Wohnungen auf seine Kosten aufführen zu lassen. — Die Vertretung der israelitischen Gemeinde in Preußisch-Friedland hat die Einführung des Dreillassensystems bei Wahlen von Repräsentanten beschlossen. — Die jüdische Armenkommission in Posen hat beschlossen, dortigen Armen angesichts der herrschenden Teuerung in verschiedenen Lebensmitteln Zuschüsse zum Ankauf derselben zu gewähren. — Der Beigeordnete, Kaufmann Samuel Krause in Wollstein ist zum Kreistagsdeputierten für den Kreis Bomst gewählt worden. a. Parchim, 20. November. Das 50jährige Bürgerjubiläum des Rentners. H erma nn Josephy gestaltete sich gestern zu einer Feier, die weit über den Rahmen eines Familienfestes hinausging. Seitens des Magistrats wurde dem Jubilar eine kunstvoll ausgeführte Bürgerbriefserneuerung, in der gleichzeitig dev gemeinnützigen Tätigkeit desselben Anerkennung gezollt wurde, überreicht. Aus den Kreisen der Bürgerschaft sowie auch von den Gemeindemitgliedern wurden dem Jubilar viele Glückwünsche zuteil. Unter der Bezeichnung „Josephy - Stiftung" hinterlegte der Jubilar 5000 Mark bei der Stadtkasse, deren Zinsen für verschämte Arme verwandt werden sollen. o. Hamburg, 10. November. Das Krankenhaus der Deutsch- Israelitischen Gemeinde, welches Salomon Heineseiner GattinBetty Heine 1841 „zum Andenken" erbaut, ist berühmt, und zwar nicht bloß durch das schöne Gedicht Heinrich Heines, sondern viel mehr noch durch seine großartigen Leistungen seit nun mehr als 60 Jahren. Jetzt ist der Bericht für die Jahre 1901, 1902 und 1903, heransgegeben von der Verwaltung des Krankenhauses, erschienen. Es ist das sehr vernünftig, daß man von dem bisherigen System, jährlicher Berichterstattung übergeht zu Uebersichten über größere Zeitperioden. Das verdient Nachahmung. Niemals seit Errichtung des Krankenhauses hat eine so große Umgestaltung stattgefunden, wie in den letzten Jahren, wo der Neubau zweier massiver Krankenpavillons erfolgte. Diese beiden Pavillons sind auf dem großen freien Platz hinter dem Hauptgebäude errichtet, stehen vollständig frei und gewähren Licht und Luft überall ungehinderten Zutritt. Der aseptische Pavillon enthält außer zahlreichen Oekonomieränmen einen großen Operationssaal nebst Vorbereitungszimmer, zwei große Krankensäle, fünf Privatkränkenzimmer, drei- Badezimmer, einen' Personenaufzug und-Tageräume für Patienten aller Klassen. Der kleinere Jsolierpavillon enthält einen Operationssaal, zwei Badezimmer, Desinfektionsraum und mehrere Krankenzimmer in getrennten Abteilungen. Beide Pavillons sind in jeder Beziehung auf das beste ausgestattet worden und haben bei Behörden und Sachverständigen ungeteilten Beifall gefunden. Zum Bau der beiden Pavillons wurden der Verwaltung 165000 Mark zur Verfügung gestellt. Diesen Betrag verdankt sie der Hochherzigkeit der inzwischen verstorbenen Herren Julius Lewisohn in London. Leonard Lewisohn und Herrn Adolph Lewisohn in Newyork, welche diese Pavillons zum Andenken an ihre verstorbenen Eltern, nämlich des Herrn Sam. Lewisohn und seiner Ehefrau Julie Lewisohn geb. Nathan, errichtet haben. Die Einnahme an Kostgeldern betrug in dem Jahre 1901 52383,25 Mark, im Jahre 1902 55910,50 Mark, im Jahre 1903 66194,30 Mark. Dahingegen stellen sich die Ausgaben im Jahre 1901 86379,71 Mark, im Jahre 1902 88618,11 Mark, im Jahre 1903 100417,54 Mark. Zum erstenmal seit Bestehen des Krankenhauses übersteigen die regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben den Betrag von 100000 Mark. Im Jahre 1902 hat sich unter dem Namen „Israelitisches, Schwesternheim" eine Stiftung gebildet, mit welcher die Verwaltung im engsten Konnex steht. Sie bildet im Krankenhause unter Leitung der Oberärzte und der Oberin die. Lehrschwestern zu Krankenpflegerinnen aus und es sind zurzeit zwei Lehrschwestern tätig. Die-Verwaltung des Krankenhauses bilden nunmehr folgende Herren: M. Beith, Vorsitzender, Dr. Blumenfeld, Schriftführer, Julius Lewandowsky, Kassierer, Martin M. Heilbut, Hausinspektor, Dr. L. Allen, Krankenaufnahme, Dr. A. Alsberg, Oberarzt der chirurgischen Abteilung, Dr. S. Korach, Oberarzt der medizinischen Abteilung. Oberin des Krankenhauses ist - Frl. Kl. Gordou, Inspektor: Herr H. Zuckermann, Prosektor: Dr. I. Michaeü n. Krefeld, 15. November. Am 26. v. M. wurde unser neugewählter Oberrabbiner Dr. Levi durch einen Festgottesdienst in sein Amt eingeführt. Die in reichem gärtnerischen Schmuck prangende Synagoge, deren Umgebung Flaggen- und Girlandenschmuck aufwies, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Außer den fast vollzählig anwesenden Mitgliedern unserer Gemeinde waren zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der 'Behörden, die Direktoren der höheren Schulen sowie die Geistlichen der anderen Bekenntnisse erschienen. Unter den Klängen der Orgel wurde Herr Dr. Levi von dem Vorsitzenden des Vorstandes und den Repräsentanten aus seinen Platz geleitet. Der Gottesdienst selbst wurde durch das von unserm Synagogenchor trefflich gesungene Ma-tauwu eingeleitet, an das sich die Festkeduschah, von Herrn Kantor Mayer und dem Chore meisterhaft zu Gehör gebracht, anschloß^. Alsdann hielt Herr Oberrabbiner Dr.'Levi die sowohl nach Form und Inhalt gleich vollendete Festpredigt. Er gedachte zunächst in Worten höchster Anerkennung des segensreichen Wirkens, das sein Amtsvorgänger, Herr Dr. Horovitz, in unserer Stadt entfaltet hat und dessen'auch in diesen Spalten vor kurzem ehrende Erwähnung getan wurde. Nach dieser Einleitung ging der Redner zu einer packenden und erhebenden Darlegung seiner idealen Auffassung von dem Wesen des Judentums über. Ein Chor und das von Herrn Dr. Levi vor der geöffneten heiligen Lade gesprochene Gebet für Kaiser und Reich beschloß den erhebenden Gottesdienst, der bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Auch die hiesige Tagespresse berichtete in den anerkennendsten Worten über die würdige Feier und die inhaltsreiche Festpredigt; die amtliche Krefelder Zeitung brachte eine ausführliche Inhaltsangabe der letzteren, trotzdem es — wie sie ausdrücklich bemerkte — ihrer Geflogenheit nicht entspricht, über Reden religiösen Inhalts zu berichten. Am Abend des Tages vereinigten sich die Mitglieder unserer Gemeinde zu einem Festbankett, das in der angeregtesten und befriedigendsten Weise verlief. - Oesterreich-Ungarn. LH Wien, 21. November. Während bei den Sitzungen des niederösterreichischen Landtages sich die Schneider und Bieloslavek in wüsten Schimpfworten nicht genug leisten können, besorgt'dieses würdige Geschäft im gälizischen Landtag .der „Priester

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