Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-06-24 · Heft 26 (24.6.1904) · p. Seite 312

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 26 (24.6.1904)
Date
1904-06-24
Page
Seite 312 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3228581-3228608--60910-3274704
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sprung vorhanden sein. Ein Volk ist keine Maschinenarbeit/, kein Deus, der aus einer Maschine herausspringt; kein Volk fällt aus den Wolken, wie ein Erstaunter, oder wie Regen, Schnee oder wie ein anderes unfreundliches Wetter, kein Volk, ist aus der Erde gestanrpft oder in der flachen Hand gewachsen, wie der König Karl in der Jungfrau sagt, welche durch diese Quellenangabe nicht beleidigt sein kann. Ein Volk ist aus dem andern hervorgegangen. Das ist festzuhalten wie ein auf frischer Tat ertappter Einbrecher. Japan hat in der letzten Zeit einen mächtigen Aufschwung genommen im Gegensatz zu China, welches augenscheinlich vom politischen Schauplatz — verzeihen Sie das harte Wort! — abtritt. Daß die Japaner Einwanderer sind, das steht fest. Man fragt also : Woher sind die Japaner gekommen? Und ich glaube, diese brennende Frage auf ihren Herd beschränken zu können, indem ich antworte: D i e I a p a n e r s i n d N a ch - kämmen.der Juden. Das ist nun zwar so leicht gesagt wie eine Bettfeder, ein Quentchen oder ein Haar, aber es wird nicht schwer sein, es zu beweisen. Mehrere der 12 Stämme der Juden sind verschollen.. Was heißt: Verschollen? Verschwunden. Aber Völkerstämme können nicht verschwinden, wie ein Kassenbeamter, ein Liebespaar, ein Gefangener. Völkerstämme lassen sich irgendwo anders nieder, wo es ihnen besser gefällt, und sagen: Hier habe ich mein Dbi gefunden, hier ist mein Ibi. So können denn auch die verschollenen jüdischen Stämme nicht wie von den Trompeten Jerichos völlig weggeblasen sein, sondern sie waren fortgezogen, um nach Jahrtausenden, oder wohl auch noch früher, wieder in die Erscheinung zu treten. Sie haben sich dann sehr verändert, reden eine andere Zunge, haben ihre Farbe und ihre Sitten gewechselt, aber sie sind dennoch diese verschollenen Stämme. Alles deutet nun darauf hin, daß die Japaner diese verschollenen Stämme Israels sind. v Ich will etliche Beweise dafür bringen. Es ist den Russen aufgefallen, daß sie täglich mit alleiniger Ausnahme der Sonnabende gehauen wurden. So angenehm ihnen diese Entdeckung war, so erstaunten sie auch, als ihnen mitgeteilt wurde, daß es den Japanern verboten sei, am Sonnabend zu arbeiten, wozu sie auch das Flechten von Lorbeerkränzen, das Pflücken von Siegespalmen und das Bemühen, einen Feind aufs Haupt zu schlagen, rechnen. Ganz wie die Juden, welche am Sonnabend die Hände in den Schoß legen und höchstens zum Reden gebrauchen, ebenso die Füße, welche der strenggläubige Jude am Sonnabend nicht dazu verwenden darf, große Wege zurückzulegen, was aber im Kriege nicht zu vermeiden wäre, wenn der fliehende Feind verfolgt wird. Sehr auffallend ist die Bemerkung des Konversations- Brockhauses in seinem Artikel Japan: „Schweine werden nur für den Gebrauch der Ausländer gezüchtet." Der Japaner ißt also kein Schwein, sondern hat es nur und zwar zum Leidwesen der Russen. Ich weiß nicht, ob ich es war, der den Satz gesprochen hat: „Sag^ mir jeder, was er nicht ißt, und ich will Dir sagen, was Du bist," und ich könnte jetzt hinzufügen: „Im Schwein ist Wahrheit." Indem der Japaner dem Schwein den Charakter als Genußtier abspricht, ist es offenbar, daß er. dem Speisezettel der Stämme Israels treu geblieben ist. Zwei Orden hat Japan. 1875 wurde der der aufgehenden Sonne, 1876 der der Goldblume gestiftet. Der letztere ist doch gewiß für Kommerzienräte und Bankdirektoren wie geschaffen. .Allerlei japanische Namen sprechen gleichfalls für meine Entdeckung. Vor allen der Namen der Hauptstadt,: Tokio-Tekio lautet ein. Satz in dem Solo, das an Festtagen während des jüdischen Gottesdienstes auf dem Schophar geblasen wurde und auch heute noch geblasen wird. Als die. Japaner nun sagten: „Lasset uns eine Metropole, oder eine Residenz, oder eine Reichshauptstadt bauen, damit wir die ganze Regierungs-, blase beisammen, haben, auf daß sie nicht über das ganze Land zerstreut sei/- da nannten sie diese Stadt wohl aus diesem Grunde Te* oder Tokio. Es kann aber auch sein, daß das Tekioblasen nach einem großen Siege der Juden die Stelle des Viktoriablasens, des sogenannten Tokio geäaulo, . vertrat, und daß die Stadt von dieser musikalischen Salve des Widderhorns ihren Namen erhalten hat. > Ich muß noch weiter darauf Hinweisen, daß die-chinesische und die japanische Sprache Verwandte sind, wenn auch, wie viele Verwandte, feindselige und unangenehme/Der Name der Stadt Weihaiwei ist nun entschieden jüdischen Ursprungs. Dies dürfte wohl auch allgemein unbekannt sein, aber dem Kenner, des jüdischen Büchmann, der noch zu, schreiben sein wird, ist ohne Zweifel der Ausruf Eiweih! ziemlich ohrgerecht, wenn er ihn an Stelle eines Achherjeh! oder: O du meine Güte! laut werden hört. Man darf also annehmen, daß die Japaner ans ihrem Zuge nach d^m Jnselreich eine Stadt gegründet haben, die ihnen vielen Schweiß gekostet hat, weshalb beim Ausbau häufig Eiwei! ausgerufen worden sein mag, wie etwa bei der Gründung dex Stadt Weimar, bei der man damals doch noch nicht die spätere klassische Bedeutung ahnen konnte und deshalb den zitierten Ausruf nicht zu unterdrücken brauchte. Mehr als alles aber spricht für hie jüdische-Abstammung der Japaner der Haß, mit welchem sie an den Russen hängen. Man braucht nur, wie mir Karpeles schreibt, einen Blick in das japanische Regierungsblatt „ Tschuwo “ (lies: Antwort, auch Buße) zu tun, um zu begreifen? wie unmöglich es war, den japanischen Mars im Keime zu ersticken. Der russische , Barbar war auch zugleich der Barbier, der die Juden nie ungeschoren ließ, d. h. sie immer zwickte, während die orthodoxen Juden . sich lieber selbst zwicken, das Scheren .aber für verboten er-, achten. Man braucht nur an Kischinew zu denken, woselbst die Russen wie die wilden Pückler gehaust haben. David Mikado zog gegen den Moskowüterich Goliath aus und wird ihm vor Port Arthur zeigen, was eine Schleuder ist. Allmählich sangen auch die Russen an, zu der Einsicht zu gelangen, daß es falsch war, durch ihre Judenverfolgungen die Japaner zu reizen, und allgemein herrscht unter ihnen die Ansicht, daß. die Japaner sich mit ihrem Siege nur so beeilen, weil sie wünschen, vor den Jomtauwim fertig zu sein und das Neujahrsfest (10, und 11. September), den Versöhnungstag (19. September) und das Laubhüttensest (vom 24. September bis 1. Oktober) in der Heimat zu feiern. So schrecklich den Russen dieser Gedanke ist, so freuen sie sich doch auch, daß sie auf ihn gekommen sind, denn sie erwarten,. daß Europa ihnen nun beistehen wird, damit durch einen Sieg der Japaner die Juden aller Länder nicht ermuntert werden, sich als Kriegsmacht aufzutun, welche mit Waffengewalt zu erreichen sucht, was ihnen noch an -irdischer Glückseligkeit fehlt: das Reserveleutnantspatent, die Revision der Börsengesetze, die Abschaffung der Warenhaussteuer und den Achtuhrschluß der Ziönistengeschäfte. Es frägt sich aber, ob Europa Lust haben wird, sich in die Suppe zu mischen, welche sich Rußland eingebrockt hat. Ich glaube nicht. Europa kennt die Wertlosigkeit der selbst aus dem besten Feuer geholten Kastanien und wird so neutral wie möglich bleiben. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitzin Berlin..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.