Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-04-01 · Heft 14 (1.4.1904) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 14 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3228581-3228596--60708-3274490
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

ftimmmiö gegen die Beratung aus. Die zum Titel Baukommission geforderten 54200 M. wurden alsdann bewilligt. — Die erste Lesung hatte damit ihr Ende erreicht. - ,,, S. Berlin, 25. März. Im „Verein für jüdische Geschichte nnd Literatur" hielt am 24. d. M. Herr Rabbiner Dr. Bäck- Oppeln "den zweiten Vortrag seines Zyklus über „Das Wesen des Judentums". Auch dieser Vortrag erfreute sich allgemeinen Beifalls. Wir werden, wie schon bemerkt, auf den ganzen Zyklus nach Volhendung zurnckkommen. — Aus den auswärtigen Literaturvereinen.: In Königsberg i. Pr. sprach Frau Dr. .Rosalie Perles über „Unsere Großmütter"; in Danzig Dr. Max Wittenberg über „Sozialpolitische Reflexe auf die heilige Schrift"; in Jnvwrazlaw Gemeindesekretär Samuel über „Jehuda Halevi"; in Breslau Dr. Braun über „Die Geschichte' der Juden im 18. Jahrhundert"; in Leipzig Rabbiner Dr. Jacob-Göttingen über „Jüdische Propaganda in vorchristlicher Zeit"; Rabbiner Dr. Porges über „Die Geschichte der Juden in Leipzig" (II. Teil); in Bremerhaven Lehrer Bachenhcimer über „Den jüdischen Weltschmerz in der Literatur des 19. Jahrhunderts"; in Dortmund Fräulein Berta Sachs über „Morris Rvsenfeld"; Herr S. Freund über „Jüdische Statistik"; in Köln Fräulein Levnie Meyerhof (Leo Hildeck) über „Heimatknnst und Stammesbewußtsein"; in Beuel Lehrer Nnßbaumüber „Handwerk und Ackerbau bei den Juden"; stud. med. Levy über „Bibel und Philosophie"; in Bruchsal Dr. Doktor über „Die Juden in der bildenden Kunst der Gegenwart"; in Karlsruhe Professor Philippson nber„DasJudentum in Deutschland im 19.JahrhundertJ; Dr. I. Heinemann-Frankfurt a. M. über „Bilder aus der jüdischen Literatur des Mittelalters"; Dr. I. Bergmann über „DasJudentum. Eine völkerpsychologische Studie"; in Nosheim Dr. Goldftein über „Entstehung und Entwicklung des Vereinslebens im Judentum". —-In Olmütz sprachen auf Veranlassung der Bibliothekskommission der GemeindeDr.Oppenheim über „Talmud-Verfolgungen"; Dr. Günzig- Loschitz über „Das Wesen und die Bedeutung des Talmuds". 2£2 Berlin, 21. März. Das I ü d isch e Mü d ch ensti ft, Lothringerstraße 16, welches in einem besonderen, von der Hausmutter Frau Henriette Baer geleiteten Heim unbemittelte jüdische Mädchen für den Dienstbotenberuf heranbildet, versendet feilten 14. Jahresbericht zugleich mit den im Zusammenhang mit der Eintragung des Vereins abgeänderten Satzungen. Die Anstalt hat im abgelaufenen Jahre 6 und im ganzen bereits 64 Zöglinge in den Dienst treten lassen und unter diesen 12 für 2 bis 9 jährige treue Diensttätigkeit bei derselben Herrschaft mit einer Prämie ausgezeichnet. Sie bedarf aber zur Aufrechterhaltung ihres Bestandes von 16 Zöglingen dringend größerer Mittel, da der insgesamt 9040 Mark d. h. 565 Mark pro Kopf betragenden Ausgabe eine satzungsgemäß zur Deckung derselben bestimmte Einnahme von nur 8441 Mark gegenüberstand. Das Vermögen beläuft sich auf 46 887 Marl. Vorsitzende sind Waisenhausdirektor Dr. Stretitz nnd Frau Julie Reumann.; E. Berlin, 28. März. Das Israelitische Erziehungsheim für geistig zurückgebliebene aber noch bildungsfähige Kinder in Niederschönhausen, Uhlandstraße 51, versendet nach einjährigem Bestehen sein neues Programm. In demselben legt der Direktor des Instituts, Herr Rosenbaum, zunächst die Motive dar, die ihn zur Gründung seines Instituts veranlaßten. Obgleich es seit langem bekannt gewesen, daß die jüdische Bevölkerung einen weitaus größeren Teil geistig ^Schwacher aufweise als die christlichen Mitbürger, habe'bisher ein jüdisches Institut unter den ca. 200 Hilfsschulen und Instituten gefehlt. Die jüdischen Kinder mußten daher; wenn ihnenIeine "geeignete Erziehung zuteil werden sollte, christlichen oder sogenannten paritätischen Instituten zugesührt. Doch „man möge", so.,heißt es in dem Programm ganz richtig, „über konfessionelle oder Simultanschulen denken Ivie man ivvlle, aber das eine steht fest: Bei der^Anstaltserziehung muß^das Kind in einer Anstalt feines Bekenntnisses^nntergebracht werden." (Es ist dies derselbe Gedanke, den^auch das,Fürsorgegesetz ansspricht und durchführt.) Das Programm führt^ferner aus, daß das Erziehungsheini von der königlichen Regierung zu Potsdam konzessioniert worden ist. Aus dem zweiten Teile des Programms ersehen wir, daß das Institut durch seine Lage viele Vorteile bietet, daß es in geeigneter behaglicher Weise ausgestattet ist, entsprechend den Gewohnheiten der Fanülien aus denen die Kinder stammen. Als ärztliche Berater stehen dem Direktor die Herren Dr. Mendel (als Nervenarzt) und Dr. Meyersohn (als Hausarzt zur Seite. Der Pensionspreis ist in Anbetracht des Gebotenen ein geringer, zumal bei je zehn Pfleglingen eine Freistelle eingerichtet ist. Zum Schlüsse ladet das Programm Sachverständige und Interessenten zum Besuch des Instituts ein. u. Berlin, 28. März. Am 25. d. M. nahm die verdienstvolle und in weiten Kreisen bekannte Lehrerin, Fräulein Thea Wormaitii nach einer säst 34jährigen, segensreichen Tätigkeit, Abschied von der hiesigen jüdischen Mädchenschule, um der wohlverdienten Ruhe zu pflege». Aus Anlaß dieses Abschieds hatte. sich in der Aula der Direktor Dr. Guttmauu, das gesamte Lehrerkollegium, der Rabbiner Dr. Weiße und sämtliche Schülerinnen versammelt, um in feierlicher Weise die Abschiedsfeier zu veranstalten. Der Direktor Dr. Guttmaitn hob die hervorragenden Verdienste hervor, die die scheidende Lehrerin um die Anstalt sich erworben und drückte ihr öffentlich Dank und Anerkennung aus. Dr. Weiße gab ihr in tief empfundener Rede den Segensspruch auf die weitere Reise des Lebens. Sonnabend Abend vereinigten sich in Kochmanns Sälen zu einer Privatfeier Direktor, Schulkollegium, Direktor Dr. Jutrosinski und zahlreiche Gönner der Schule. Hier wechselten geistvolle Reden von Seiten des Dirigenten Dr. Guttmann, des Dr. Jutrosinski, der Kollegen und Kolleginnen, die alle, auch die hervorragenden Verdienste der Jubilarin zum Ausdruck brachten. Die Feier gab zu erkennen, welcher Liebe und Verehrung die. Jubilarin sich zu erfreuen hat. Lp. Airs -er Provinz Posen, im März. Die Vertretung der Synagogengemeinde in Jnvwrazlaw hat einen Platz für 24000 Mark zum Bau einer neuen Synagoge daselbst käuflich erworben. Das Gotteshaus soll bis zum 1. September 1905 fertiggeftellt sein. — Der Ehrenbürger der Stadt Kobylin, Kaufmann Jungmann daselbst, ist neulich gestorben. — Der erste Kantor der Synagogengemeinde Glogau, Herr Jacoby, ist nach Danzig berufen worden, zu dessen Nachfolger wurde Kantor Heimann aus Bingen gewählt. — Der israelitische Literatur- und Geschichtsverein in Ostrowo veranstaltete kürzlich zum Besten des dortigen jüdischen Franenvereins eine Wohltätigkeitsvorstellung, die einen ansehnlichen Betrag abwarf. — Der langjährige Sekretär und Rendant Selke der Gemeinde Posen beging kürzlich mit seiner Frau das Fest der Silberhochzeit. — Der langjährige Repräsentant der jüdischen Gemeinde in Kempen, Rentier Moritz Schlesinger ist im Alter von 74 Jahren gestorben. — Der Gastwirt Josef Hirschel in Kobylagvra ist zum Ortsvorsteher daselbst wiedergewählt worden. — Gymnasialoberlehrer Professor Dr. Kuttner in Gnesen ist an das Gymnasium in Krotoschin versetzt worden. Derselbe war einige Zeit Stadtverordneter daselbst. —Bei bem vom 7. bis zum 11. d. M. in Posen stattgehabten Schwurgerichte haben drei Geschworene jüdischen Glaubens fungiert und zwar die Herren Generalagent Czapski, Möbelfabrikant Königsberger aus Posen und Buchdrnckereibesitzer Jakob Bernstein aus Schroda. Ein seit vielen Jahren seltener Fall. — In Schroda ist der Buchdruckereibesitzer Jakob Bernstein in das Kuratorium der staatlichen Fortbildungsschule als Vorstandsmitglied gewählt nnd voni Regierungspräsidenten in Posen bestätigt worden. H. Ostrowo 20. März. Am vergangenen Mittwoch feierte der Vorsteher der hiesigen Synagogengemeinde, Rentier Moritz Ro th stein, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß waren am Vormittag Vorstand nnd Repräsentanten im Hause des Jubilars erschienen, um ihre Glückwünsche darznbringen. Nachdent zunächst der Rabbiner Dr. Freund dom Jubilar in einer längeren sinnreichen Ansprache die Glückwünsche der Gemeinde zum Ausdruck gebracht, überreichte der stellvertretende Vorsitzende, des Vorstandes, Rechtsanwalt Goldschmidt, namens der Gemeinde, unter herzlichen Ausdrücken dankbarer: Anerkennung für die treue, fast 30 jährige Wirksamkeit des Jubilars als Mitglied des Vorstandes und zuletzt als dessen Vorsitzender einen wertvollen silbernen Tafelaufsatz mit ensprechender Widmung.'Hierauf verlas der Repräsentantenvorsteher, Jnstizrat Voß eine von der Gemeindevertretung gewidmete, kunstvoll ausgeführte Dankadresse, in ivelcher die Verdienste des Jubilars, die .er sich um die Wohlfahrt unserer Gemeindeinteressen erworben, beredten Ansdruck fanden. Vor Beginn dieser offiziellen Feier, an welcher auch die zahlreich erschienenen Angehörigen teilgenommen, hatte bereits der Krankenpflegeverein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.