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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-03-18 · Heft 12 (18.3.1904) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 12 (18.3.1904)
Date
1904-03-18
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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ift die Unterstützung derartiger Gesuche seitens der kommunalen Behörde nicht allein ein Beweis von deren loyaler Gesinnung, sondern sie zeugt auch von den Sympathien, deren sich eine Gemeinde und nicht in letzter Hinsicht ihr Lehrer zu erfreuen hat; und so spricht denn auch diese Oeffentlichkeitserklärung der Schule ein. dentliches Wort für die Gemeinde Beverungen und vor allem für ihren rastlos strebenden wackeren Lehrer! — Ein beachtenswertes Rundschreiben hat der westfälische Gemeindeverband, dessen zeitiger Vorsitzender Herr Isidor Goldschmidt-Dortmund ist, an die Verbandsgemeinden erlassen. Er fordert in demselben auf, die Lehrer, soweit sie an Privatschulen wirken und auf Zeit von den Gemeinden angestellt sind, dauernd anzustelleu und ihnen durch Einkauf in die vom Verbände gegründete Beamtcn-Pensionskasse einen rechtlichen Anspruch auf Pension bezw. ihren Hinterbliebener: ans Wittwenrnrd Waisengelder zu sichern. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Gemeinden dieser Anregung entsprächen und daß dieselbe in anderen Provinzen ein Echo fände. — Zur Erlangung von Bauplänen für das in Unna-Königsborn zu errichtende Altersheim hatte der Vorstand des Vereins „Israelitisches Altersheim in Westfalen" einen Wettbewerb rrnter den Mitgliedern des Dortmunder Architektenvereins und einigen anderen Architekten ausgeschrieben. Daraufhin waren 13 Entwürfe eingegangen. Am 28. v. M. trat das Preisgericht zusammen; es bestand aus den Herren: 1. Königlicher Baurat Spanke-Dortmund, 2. Königlicher Landbauinfpektor Raesfeld-Dortmund, 3. Stadtbaumeister Modersohn-Unna, 4. Kaufmann Isidor Goldschmidt-Dortmund, 5. Dr. med. Bennin-Wattenscheid. Drei Preise waren ausgeschrieben: der erste wurde dem Architekten Herrn H. Robert-Bochum; der zweite dem Architekten Herrn Heinrich Schewe-D ortmund und der dritte dem Architekterr Gustav Mucke-Hagen i. W. (Mitarbeiter Albert Ghsler) Zuerkannt. Ein vierter Plan rvnrde vor: dem Preisrichter außerdem so gut befunden, daß sie denselben dem Vorstande des Altersheims zum Ankauf beztv. zur . weiteren Prämiierung empfahlen. Die Herren Architekten Schmidtrnann und Klemp zu Dortmund sind die Autoren dieses Enttvurfes. Der Bau des Hauses kann nunmehr bald beginnen. Als Tag der Grundsteinlegung ist der 3. Mai (Lag beomer) in Aussicht genommen. Der Vorsitzende des Asylvereins, Herr Rechtsanwalt Dr. Kempenich-Dortmund, ist voll Zuversicht urrd Hoffnung ob des Gelirrgens des guten Werkes. Wie einst Aug. Herrn. Francke8Gulden, die er in der Armenbüchse fand, für ein „ehrlich Kapital hielt, mit dem sich!vas Rechtes anfangen ließe", und damit den Bau der heute noch blühenden Fränkischen Stiftungen in Halle begann, so hofft der Verein rnit derr vorhandenerr bescheidenen Mitteln doch etwas Nennens- »vertes zu leisten. Er rechnet dabei auf die Hilfe aller Glaubensgenossen, die mit dem Vorzug des Besitzes der geistigerr und körperlichen Kräfte des Glückes eines geordneten Erwerbes sich erfreuen. Jederzeit rriurmt Herr Dr. Kenrpernch-Dortmund Sperrderr und Zuivendungeu irr jeder Höhe, sowie auch Anmeldungen von Mitgliedern für den Verein „Israel. Altersheim irr Westfalen"" (Minimaljahresbeitrag 5 Mark) gern errtgegen. N. Köln, 11. März. Die Orgelsrage wird auch in unserer Gerneinde, einer der letzter: Säule:: der Orthodoxie, demrrächst akut werden und voraussichtlich zu heftigen Debatten und ernsten Kämpfen führen. Nachdem die Liberaler: bei den letzten Ergärrzungstvahlerr die Majorität im Repräsentantenkollegiurr: erlangt haben, Haber: sie für die arr: 16. d. M. stattfindende Versammlung folgenden Antrag zur Beratung und Beschlußfassur:g gestellt: „Die Repräsentantenversammlung wolle beschließen, daß in der Synagoge in der Roonftraße zu Köln zur Verschönerung und Hebung des Gottesdienstes eine Orgel ein geführt und daß derr: Vorstände zur Salairirung der dadurch notwendiger: Beamten, sorvie zur Bestreitung aller anderen durch die Einführung der Orgel notwendig werdenden Koster: die erforderlichen Mittel bewilligt werden." Aus eine Einführung der Orgel währerrd des Rechnungsjahres 1904/1905 ist indes nicht zr: rechnen; nach eir:er Bekanntmachung des Vorstandes betreffend die Vermietung der Synagogensitzplätze werden während der Dauer der Mietszeit „in der: Synagoger: feine Aendernngen erfolgen, welche derr beim Gottesdienst zu beobachtender: Ritus betreffen^. Ueber das Ergebnis der weiteren Verhandlr:ngen werden wir demnächst berichten. O. Frankfurt a. M., 10. März. Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler hielt am 5. d. M. in ber Frantfnrtloge unter Vorsitz vor: Eh. Hallgarten ihre zweite ordentliche. Hauptversamrnlung ab. Die Mitgliederzahl ist gestiegen. Irr: abgelausenen Jahre wurde in: Notizblatt Nr. 2 ein reichillustriertes Doppelheft der Mitteilrn:gen über KuttuSgeger:stände in Synagoge und Haus herausgegeben. Der Verein bedarf größerer Beträge urrd Zuschüsse, um feine Ziele fördern zu tonnen.' Mar: will übrigens den: Gedanken nähertreten, die bereits erworbene Sanunlnirg von Photographien, Aquarellen, Kupferstichen, Radierungen, Holzschnitten, Büchern, Pergamentmannfkripten und Origil:algeger:ftändel: zu einer Ausstellung si: vereinigen. Direktor Frauberger-Düffeldorf hat durch wiederholte Reiser: nach Paris, Brüssel, London, Arnsterdanr, Wien, Budapest, Prag, Dresden, Berlir:, München, Straßbrrrg und Basel einer: Ueberblick über die Fortschritte der Gesellschaft gewonnen. Sein Bericht brachte interessante Einzelheiten. Der Kasser:bcricht weist eine Einnahme von M. 4320 und eine Ausgabe von M. 4356 auf; der Kassenvorrat betrug Ende vorigen Jahres M. 2896. o. München, 14. März. In voriger Woche ist hier der hervorragende und allgemein geachtete Arzt Dr. Alfred Sternfeld gestorben. Sein Leichenbegängnis rvar eine große Tranerkundgebung, zu der sich mit den: Gros der Münchener Aerzteschaft Trauergäste aus allen Schichter: der Bevölkerung eingefunder: hatten. Unter anderen waren zugegen Neichsrat Oberlandesgerichtspräsident v. Thelernann, Oberlandesgerichtsrat Grirnm, Professoren und Privatdozeuter: der Universität, Akademieprofeffor Seitz, viele Militärärzte, Deputationei: des Aerztlicher: Vereir:s Und des Bezirksärztlicher: Vereins Müncherr, des Zentralvereins deutscher und des Vereir:s Bayerischer Zahnärzte sowie der meoizinischen Gesellschaft „Isis". Rabbiner Dr. Werner gab in der ergreifender: Gedächtnisrede einer: anschaulicher: Rückblick auf üir: nur kurzes, aber höchst verdienstvolles Leben, voll Arbeit und Seger:. Er schilderte der: Verstorbenen einerseits als geschickten, gesuchten, beliebter: und äußerst berufstreuei: Arzt, der allgemein geschätzt und vor: seinen Berufsgenvssen, die ihr: an die Spitze ihrer Verbände stellten, anerkannt rmd geehrt wurde, anderseits als einer: Mann vor: hoher wissenschaftlicher Bildung, der sich unablässig weiter bildete und von dem eine Fülle von Anregungen ausging, die zun: größter: Teile herrliche Früchte trugen. An dem mit vielen Krär:ze>: gezierter: Grabe legten unter ehrender: Nachrufen Kranzspenden nieder Hofrat Dr. Crämer, der die bedeutende wissenschaftliche Bildung, die liebenswürdige Kollegialität und die ausgezeichneten Charaktereigenschaften des Dahingeschiedene:: würdigend hervorhob, namens des Aerztlichen Vereins und des Aerztlichen Bezirksvereins Müncher:, Nniversitätspröfeffor Dr. Walkhoff irn Namer: des Zentralvereins Deutscher Zahnärzte, um der: sich der Verstorbene, „einer der ersten und hervorragendster: Vertreter der deutschen Zahnheilküude", große Verdienste erworben, und narnens des Vereins Bayerischer Zahnärzte, der den: Dahingeschiedenen, in den: er feinen Gründer und langjähriger: Vorsitzender: betrauert, noch mehr zun: Danke verpflichtet ist, forvie der Medizinischen Gesellschaft „Isis". -6. Stuttgart, 7. März. An: 3. d. M. ist hier in: 72. Lebensjahre der Geheime Hofrat Ernst Pfeiffer gestorben. Die Trauerfeier fand am 5. M. in der israelitischen Kapelle des Pragfriedhofs statt, zu der sich zahlreiche Teilnehmer eingefunder: hatter:, darunter auch der Stadtdirektor Oberregiernngsrat Nickel. Ar: der Spitze der bürgerlichen Kollegien Kannstatts, der Geburtsstadt des Dahingeschiedenen, war Oberbürgermeister Naft erschier:en; auch die Kannstatter Feuerwehr hatte eine Abordnung er:tsar:dt. Mit umflorter Fahne erschienen die Vorstandsmitglieder des Kriegervereins Königin Olga, um den: Verewigter: die letzte Ehre zu erweisen. Gesang der Zöglinge des israelitischen Waisenhauses in Eßlingen leitete die Tranerfeier ein, worauf Rabbiner Dr. Stößel eine tief empsinwerre Rede hielt. Das. Dichterwort, edel sei der Mensch,'hilfreich und gut, sei der. Leitstern i:n Lebensgang des Verstorbener: gewesen. Ein zielbewußter, fester Wille, eine schlichte Sinnesart ::nd echte Menschenfreundlichkeit können als die Grundzüge dieses Lebens betrachtet werden, das in reicher Segensfülle der Wohltätigkeit und werktätiger Nächstenliebe gewidmet gewesen sei. Diese edle Hilfsbereitschaft bedürftigen Mitmenschen gegenüber habe nie vor den Schranken der Konfession Halt gemacht; als wahrer Menschenfreund habe der Dahingeschiedene bei seinen Wohlsahrtsbestrebnngen nur an die. notleidenden Menschen gedacht, und so werde sein Andenken, im Herzen

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