Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-01-01 · Heft 1 (1.1.1904) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3228581-3228583--60482-3274251
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mm- 68," Jahrgang. No. I. Berlin, I. Januar 1904. Vellage zur „Allgemeinen Leitung deS Judentums" KorrelponÄrn-rn und Machrichten. Deutschland. ■A. Berlin, 29. Dezember. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens publiziert nachfolgende Schriftstücke von nicht zü unterschätzender Bedeutung: Der Minister für Handel und Gewerbe. J.-Nr. III 6. 7334. Berlin W. 66, den 26. November 1903. Leipzigerstraße 2. Auf die Eingabe vom 18. September d. I. erwidere ich dem Vorstand, daß ich wegen der Dispensation jüdischer Fortbildungsschüler vom Unterricht an den Sonnabenden und den hohen jüdischen Feiertagen im Sinne Ihres Antrages Entscheidung getroffen habe. In: Aufträge gez.: S i m o n. An den Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Hier NW. 6. Kgl. Ansiedlnugs-Kommission für die Provinzen Westpreußen und Posen. . VII a. T. Z. 9440/03. Posen 0. 1, den 26. November 1903. Mühlen str. 12. Auf das Schreiben vom 4. d. Mts. erwidere ich ergebenst, daß ich Anordnung dahin getroffen habe, daß in Fällen der geschenksweisen Uebereignung von Volksbibliotheken an Ansiedler-Schulen oder -Gemeinden das Buch „Das Volk und seine Treiber" nicht mehr mitüberwiesen wird. Das übersandte Exemplar des fraglichen Buches füge ich wieder bei. Der Präsident gez.: Blomeyer. A. Berlin, 31. Dezember. Von den Mitteilungen des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin ist soeben Nummer 17 mit einem sehr lesenswerten Aussatz: „Der Liberalismus in Berlin" erschienen, in dem die ungeheuerliche Tatsache, daß „die Metropole'der Intelligenz, des Fortschrittes und der Kultur in religiösen Dingen die Führerin der Reaktion werden soll", an der Hand der Tatsachen, speziell in Bezug auf den Kampf gegen die Orgel in der neuzuerbauenden Gemeindeshnagoge, in wirkungsvoller Weise beleuchtet wird. Der Aufsatz schließt mit der beherzigenswerten Mahnung: „Berliner, seid auf der Hut! Schützt euren Kultus, schützt die Wissenschaft und den Unterricht! Schützt die Ehreeurer Gemeinde, schützt die Wohlfahrt eurer Kinder! Denkt an das Beispiel, das ihr anderen Städten und. Gemeinden gebt, denkt an die Lehren eurer eigenen Vergangenheit! Wollt ihr die Führerschaft der Judenheit Deutschlandsnicht verlieren, wollt ihr ein Judentum, das euch selber befriedigt und die Gewähr des Fortbestandes in sich trägt, so sorgt, daß der liberale Geist, in eurer Mitte erhalten bleibt, und daß er dort; wo er vielleicht schon hat weichen müssen, in sein ursprüngliches Recht wiedereingesetzt wird!" Berlin, 30. Dezember. Am 5. d. M. fand die Generalversammlung der Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin statt. Es wurden Rektor Dr. Entmann und Herr Hauff zum 1. bezw. 2. Vorsitzenden wiedergewählt. An Stelle des bisherigen 1. Schriftführers Herrn Golde, der aus Zeitmangel auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Herr Kolodzinsky gewählt. Der 2. Schriftführer Herr Falkenberg und der Schatzmeister Herr Hirfchfeld wurden gleichfalls wiedergewählt. Aus dem Jahresbericht, der.verlesen und genehmigt wurde, entnehmen, wir, daß im abgelaufenen Vereinsjahre acht Sitzungen abgehalten worden sind, und' zwar eine ordentliche und eine außerordentliche Generalversammlung, sowie sechs ordentliche wissenschaftliche Sitzungen. FolgendeVorttäge sind gehalten worden: 1. Dr. Löwenberg, „Die. Neubearbeitung der biblischen Erzählungen von. Auerbach; 2. Rabbiner Dr. Blumenthal, „Die Behandlung des pentateüchischen Gesetzes in der Schule"; 3. Auerbach, „Der Religionsunterricht an den Berliner Gemeindeschulen nach dem neuen Lehrplane"; 4. Dr. Löwenberg, „Lehrmittel im jüdischen Geschichtsunterricht an höheren Schulen"; 5. Hirschfeld, „Die unterrichtliche Behandlung des Talmud in der nachbiblischen Geschichte", und 6. Rektor Dr.. Gutmann, „Wünsche und notwendige Aufgaben auf dem Gebiete des Religionsunterrichts'." Nachdem über die Kasse berichtet und dem Schatzmeister Entlastung erteilt worden war, wurde über einen Antrag betreffs Aenderung des § 5 a der Statuten, daß auch Lehrerinnen in den Verein ausgenommen werden können, debattiert. Der vorgerückten Zeit wegen kam es zu keiner Beschlußfassung über diesen Punkt der Tagesordnung. Zu erwähnen ist noch, daß Herr Dr. Fiegel die Verwaltung der Darlehnskasse des Vereins dem Schatzmeister Herrn Hirschfeld übergab. .<?. Berlin, 29. Dezember. Am 20. d. M. fand im Schwestern? heim des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen die übliche Chanukahfeier statt, welcher der Vorstand, die Oberin und alle abkömmlichen Schwestern und Schülerinnen beiwohnten. Auch die Aerzte des Krankenhauses und Freunde der Anstalt wohnten der Feier bei. Der Vorsitzende, Stadtverordneter Louis Sachs, hielt eine Ansprache und übergab an die Schwestern, welche ihre dreijährige Pflichtzeit vollendet haben, das Vereinsdiplom, durch welches die Schwestern in den Schwestern-Verband ausgenommen sind. Zwölf zu Schwestern ernannte Schülerinnen erhielten das Vereinsabzeichen. Alsdann überreichte die stellvertretende Vorsitzende, Frau Kommerzien- - rat Julie Gerson, den beiden ältesten Schwestern, Therese Marcus . und Bianca Loebell, nach zehnjähriger Dienstzeit die zu diesem Zweck gestiftete goldene Broche mit der Aufschrift „Für zehnjährige txeue > Krankenpflege". Alsdann nahmen die Schwestern an den in zwei Sälen befindlichen Tischen die ihnen aufgebauten Geschenke entgegen - 7 und verweilten noch einige Zeit im Heim, um dann wieder ihren ' Pflichten nachzugehen. Im April des nächsten Jahres wird der / Verein eine zehnjährige Tätigkeit zurückgelegt habeu. Es gehören demselben heute 50 Schwestern und 14 Schülerinnen au, von welchen 8 dauernd im Krankenhause der jüdischen Gemeinde wirken, während _ 14 Schwestern in auswärtigen Filialenstellen und die übrigen - 28 Schwestern für die Privat- und Armenpflege zur Verfügung stehen. Meldungen von Schülerinnen mit der erforderlichen Bildung,'?' welche dem. Vereine beizutreten wünschen, nimmt die Oberin, Fräulein.: : Rose Blau, Auguststraße 17 I, entgegen. ■ '; : A Berlin, 29. Dezember. Der Verein für jüdische Statistik hat, wie uns mitgeteilt wird, bei der Herausgabe seiner ersten Publikation „Jüdische Statistik Band I" die wirksamste Förderung seitens der jüdischen Presse und der jüdischen Intelligenz, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in allen größeren Zentren jüdischen Lebens erfahren. Besonders . rühmenswert ist es, daß zum ersten .■ Male fast alle großen offiziellen jüdischen Verbindungen ein gemeinnütziges Werk auch gemeinsam unterstützt haben. Ferner hat der Verein dank seiner Publikation zahlreiche neue Freunde und Mitarbeiter gewonnen und die Ueberzeugung von der Notwendigkeit jüdisch-statistischer .Arbeit in verschiedenen Ländern geweckt. So sind zunächst in Deutschland zwei neue Sektionen entstanden. In Breslau k habeu sich arbeitsfreudige Elemente der jüdischen Bürgerschaft und die Vertreter der jüdisch-akademischen Vereine unter dem Vorsitze von Dr. Braun zu einer Arbeitsgruppe züsammengetan, welche unter wohlwollender Förderung seitens des Herrn Rabbiners'Dr. Gutmann neben Pen allgemeinen Aufgaben der jüdischen Statistik speziell die Statistik der Judenschaft Schlesiens ins:Auge gefaßt hat. . Desgleichen wurde in München eine Sektion für jüdische Statistik unter dem Vorsitze von Dr. Georg Halpern gebildet. In Oesterreich hat der Verband der zionistisch-akademischen Vereine sich bereit erklärt, an den ' statistischen Arbeiten teilzunehmen. Der Verband steht unter der Leitung des Vereins „Bar-Kochba" in Prag, dem dje Verteilung der Arbeiten obliegt. Er umfaßt 19 Studentenkoxporationen, deren Wohn- , J sitze sich in Wien, Krakau, Lemberg, Stanislau, Stryj, Tarnopol,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.