Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 58 (1894)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1894)
- Date
- 1894-10-05
- Page
- Seite 480 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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WM? 480 6. Friedrich Nietzsches Philosophie (II. Artikel). Von eanä. MI. D. Neumark. 7. Henryk Ibsen. Abhandlung von R. Brainin. 8. Perez ben Schlaumiel. Erzählung in II. Bänden. (Erscheint ip Fortsetzungen.) Von D. S. Silberbusch. 9. Reisebilder aus dem Sudan. Von Prof. G. Selikowitsch. 10. Der kleine Engel. Skizze von D. Frischmann. 11. Blätter im Winde. Feuilleton von I. A Triwasch. 12. Aus der Judengasse. Gedicht von Ch. B. Byalik 13. Gordon an Mieses. Gedicht von L. Gordon » 14. Gedicht von ... 15. Eine Talmudstudie. Abhandlung von Prof. A. Schwarz, Rektor des jüd. theol. Seminars in Wien. 16. „Jgereth haptirah.“ Abschiedsschreiben des Muhamed Abn Bekr, mit Einleitung von Dr. M. Schreiner, Dozent in Berlin. •,*. 17. Die letzten jüdischen Dichter Spaniens. Abhandlung von Dr. A. Kaminko, Rabbiner in Prag. 18. Die Agrikultur in Frankreich und Palästina. (In Fortsetzungen.) Von Prof. Josef Halevy. Mit einer Einleitung von R Brainin.; 19. Recenfronen von I. H. Weiß, R. Brainin 2C. 20. Vis vitalis. Von Prof. Herrm. Schapiro. 21. Anhang: Die doppelte Untersuchung. Erzählung von M. Kamionsky. Das III. Heft ist ebenfalls bereits fertiggestellt und wird ehestens dem Druck übergeben. Eine ganze Reihe von Aufsätzen bedeutender Gelehrter und Schriftsteller, Monographien, Abhandlungen, Erzählungen, Feuilletons, Rezensionen rc. sind der Redaktion eingereicht worden uüd werden successive zur Veröffentlichung gelangen. Sprechsaal. Geehrter Herr Redakteur! gegenwärtigen Zeilen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf den unwürdigen Unfug lenken, der mit Glückwunschkarten zu in Form von Postanweisungen, Cheques rc. getrieben wird. Abgesehen von ihrer Geschmacklosigkeit sind derartige Karten geeignet, Aergerniß und den gerechten Spott unserer Gegner zu erregen — ich verweise auf die antisemitischen Blätter. Ich glaube, im Interesse der Sache sollten Sie in Ihrem gesch. Blatte energisch gegen dieses würdelose Treiben Stellung nehmen, um sowohl die Verleger vor dem Vertrieb, wie das Publikum vor dem Ankauf solcher Neujahrskarten zu warnen, zumal dieselben dpm ernsten Charakter der kommenden Festtage durchaus nicht Rechnung tragen. Ergebenst Halberstadt, 30. September. Benjamin Hirsch. * Geehrte Redaktion! ^err Dr. Stößel verweist mich in seiner Erwiederung auf meine Notiz in Nr. 34 d. Bl. auf die Diskussion der Gemara, wo ich hätte belehrt werden müssen, „daß durch das Verbrennen der innern Organe die Mizwath serefa nicht umgangen werden sollte, daß dieser Modus auf Grund eines Analogieschlusses und mit Rücksicht auf das Gebot der Nächstenliebe gewählt wurde." Diese Diskussion ist mir durchaus nicht neu und hatte ich dieselbe ohne den wohlgemeinten Rath des Herrn Dr. Stößel bereits vor Veröffentlichung meiner Notiz in Augenschein genommen, ohne jedoch etwas darin gefunden zu haben, was gegen meine Auffassung spräche. Will Herr Dr. Stößel etwa damit sagen, daß dieser Modus erst nachträglich, während der talmudischen Zeitperiode gewählt wurde, so verweise ich ihn auf den Grundsatz, wonach ein Analogieschluß TOD*? ist. Herr Dr. Stößel meint nun in seiner Erwiederung weiter: „Verbrennen ist Verbrennen und auf die verschiedenen Arten des Verbrennens hatte ich in meinem Aufsatze lediglich keinen Grund einzugehen." Diese Auffassung des Herrn Verfassers steht aber in direktem Gegensatz mit der ganzen Tendenz des Aufsatzes. Wie Herr Dr. Stößel eingangs selbst weint, will er mit dem Aufsatze der Frage näher treten, ob es biblisch religionsgesetzlich zulässig ist, bei den Aschenresten Solcher, welche durch Feuer bestattet werden, religiösen Beistand zu leisten, und in diesem Rahmen bewegt sich nun die ganze Abhandlung. Nun sollte ich doch meinen, daß'^es von diesem Gesichtspunkte aus ein gewaltiger Unterschied ist, ob die Verbrennung als Todesstrafe nach biblisch-talmudischem Gesetze in buchstäblichem Sinne genommen wird, oder ob dieselbe auf die innern Organe beschränkt wird, während der äußere Körper intakt bleibt, auf welchen dann der Vers angewendet werden kann: Der Leib soll wieder der Erde gegeben werden. Nach der zweiten Auffassung des Herrn Dr. Stößel mußte sich die Frage der Feuerbestattung auch auf solche ausdehnen, welche durch ätzende Stoffe vergiftet sind, wo ebenfalls ein Verbrennungsprozeß der inneren Organe stattfindet. Bei meiner Notiz kam es mir lediglich darauf an, dem Herrn Verfasser entgegen zu halten, daß die Verbrennung als Todesstrafe nach biblisch-talmudischem Gesetze mit der Feuerbestattung nichts zu thun hat, und dies glaube ich an besagter Mischnah genügend nachgewiesen zu haben. Cöthen. Hochachtungsvoll Dr. B. Seligkowitz. Geehrter Herr Redakteur! Äl n der letzten Nummer dieses geschätzten Blattes hatte Herr H B. aus Schneidemühl die Freundlichkeit, mich in die Zukunft ungetrübt schauen zu lassen, indem er mich vertröstete damit, daß das Judenthum doch einen ganz gesunden Kern in sich trägt. Der betreffende Herr meint, ich hätte zu meinen Klagen über den schleichenden Verfall der „Jüdischkeit" gar zu schwarze Tinte gebraucht und ertheilt mir gleichzeitig den wohlgemeinten Rath, mich nicht so zu fürchten Er giebt Hwar zu, daß es „faul" ausfleht, aber durch den Antisemitismus ist seit Jahren eine Wandlung zum Bessern eingetreten. Als Beweis dafür führt der genannte Herr die neuentstandenen Litteratur-Vereine an. Ich hätte viel zu erwiedern, aber ich will doch den Ausspruch beherzigen: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. - Also, dem Antisemitismus haben wir es zu verdanken, daß die Litteratur-Vereine entstanden sind! Und wie sieht es im Judenthum trotz der Vereine in der Thal aus? Wie wird der „Sabbath" und die Feiertage behandelt? Wie Viele legen „Tefillin"? Wie werden im Großen und Ganzen die „Speisegesetze" beobachtet? Fühlt die „Neuwelt" die Weihe und Heiligkeit des Freitagabends in der Familie, wie sie sonst von Klein und Groß empfunden wurde? Weshalb stehen die Gotteshäuser leer? Wie schwer hält es, eine Jahrzeit mit Minjen abzuhalten? Von den kleineren Mizwaus darüber schweigt des Sängers Wort u. s. w. Die Nachlässigkeit der Menschen in der Befolgung der religiösen Vorschriften ist gar zu groß, und die Unwissenheit noch größer, und dieses eben ist die schleichende Krankheit. Ich befürchte durchaus nicht, daß der Kern des Judenthums ertödtet wird. Der Kern mag ja gesund sein, aber auch die Hülle muß gesund erhalten bleiben. Es soll eben Jeder dazu beitragen, in sich zurückkehren, mit sich rechten und sich nicht von Antisemiten dazu aufmuntern lassen. Möge sich dieses im neuen Jahre zum Guten erfüllen! Polzin, im Ellul 5654. Finkelstein * Geehrter Herr Redakteur! ^Mn meiner Plauderei „Die Religion", in der letzten Nr. der Allg. 3*9des Judenthums sind auf Seite 464 zwei Druckfehler stehen geblieben. In der rechten Spalte, Zeile 18 von oben steht: welche den unerläßlichen Gebeten, statt wehe den u. G.; und 19 Zeilen weiter steht: frei zu gestatten, und es soll heißen: frei zu gestalten. Frankfurt a. M., 30. September. Dr. Kuttner. Ä(n meinem Artikel in Nr. 38 find folgende Fehler stehen geblieben: S. 448, Sp. 2: „interessirende" statt absorbirende; S. 449, Sp. 1, Abs. 2: „sollst du oder wirst du"; Sp*2: R.Jomtob „Heller"; Fußnote 1 soll von Zeile 2 ab also lauten: „elegischer Ausrufe u. dgl. Man erinnere sich — beiläufig bemerkt - , welche Kämpfe es gekostet hat, die allzuschnelle Beerdigung der Leiche und manche andere Bräuche (Mißbräuche)" rc.; Fußnote 3: „Saul, der verbrannt". Das. nach „Gedächtniß nicht täuscht", „in irgend einem Midrasch"; S. 450: „Feuerbestatteten" statt Feuerbestattung. Oppeln, 30. September. Dr. A. Wiener. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin-. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.