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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1894-06-15 · Heft 24 (15.6.1894) · p. Seite 288

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
58 (1894)
Issue
Heft 24 (15.6.1894)
Date
1894-06-15
Page
Seite 288 (sequence 12)
Language
German
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288 diese Auslegung meinem sel. Vater originell zukommt, oder ob es sich dabei um den Gedanken eines Andern handelt, weiß ich nicht. — Vielleicht interessiren diese Zeilen diesen oder jenen unserer Leser. Berlin, 8. Juni. Hochachtungsvoll Dr. I. Pagel. * Geehrter Herr Redakteur! n Nr. 22 Ihres geschätzten Blattes spricht H. Becker in seinem Aufsatz über den deutsch-israelitischen Lehrerbund auch von Unterstützungskassen. B. scheint nichts davon zu wissen, daß schon seit dreißig Jahren ein Verein besteht, der der von ihm gewünschten Centralkasse entspricht. Die Bemerkungen Beckers sind leider wieder ein Beweis dafür, daß die Bestrebungen unserer Achawa, besonders im Osten, nicht bekannt genug sind, und ich erlaube mir daher, Statuten und Jahresberichte des Vereins beizulegen. Alles, was B. an kleinen Kassen tadelt, trifft bei der Achawa nicht zu. Die Zahl der Mitglieder ist groß, die Beiträge sind sehr gering, und die Vortheile nennenswerth. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, wieder einmal an die segensreiche Wirksamkeit der Achawa zu erinnern. Frankfurt a. M., 5. Juni. Hochachtungsvoll der Schriftführer der Achawa: Dr. A. Löhren. * f um Schluffe seines Aufsatzes über Jüdische Rechtswissenschaft in Nr. 18 nnd 19 dieser Blätter bringt Herr Dr. Saul Landau „einige Litteratur-Angaben, die den „vielleicht unbescheidenen" — Anspruch auf Vollständigkeit erheben." Er verneint die Existenz eines dritten, das Strafrecht behandelnden Bandes von Dr. Samuel Maper's „Rechte der Israeliten, Athener und Römer." Dasselbe ist aber 1876 erschienen (vergl. „A. Ztg. d. I." 1876 Nr. 35, Zarncke's Litter. Centralblatt 1876 Nr. 50). Es fehlen aber auch noch folgende Werke: Boden heim er, L., Das Testament unter der Benennung einer Erbschaft und einer Schenkung. Crefeld 1847—1849. Michaelis, Abhandlung von den Ehegesetzen Mosis. Zweite Auflage. 1787. Mosaisch peinliches Recht nebst einem Vergleich des heutigen peinlichen Rechts mit demselben. 1778. Rabbinowicz, I. M., Einleitung in die Gesetzgebung ... des Talmuds. 1881 (Leipzig 1883). (Vergl. „A. Z. d. I " 1881 Nr. 16, Zarncke's Litt. Centralbl. 1884 Nr. 16) Thonissen, Etüden sur l’histoire du droit eriminel des peuples anciens (Inde, Brahmanique, Egypte, Judee) 1869. Ob die im Prospekte über Leopold Löw's gesammelte Schriften in Aussicht gestellte Bearbeitung des Strafrechts erschienen ist, weiß ich nicht. Ebenso muß ich als Laie die Beibringung weiteren bibliographischen Materials, sowie eine Kritik der von Herrn Landau an den bisherigen Bearbeitungen der jüdischen Rechtswissenschaft geübten Kritik berufeneren Persönlichkeiten überlassen. Trier, im Juni. 8. M. Sehr geehrter Herr Redakteur! ^^err Amtsgenoffe Willner in Kattowitz bezweifelt in Nr. 23, daß (die Idee zur Gründung eines Deutsch-israelitischen Lehrerbundes in den betheiligten Kreisen mit der „aufrichtigen Freude", wie Sie, geehrter Herr Redakteur, und auch der Unterzeichnete in Nr. 18 d. Z. festgestellt haben, allgemein begrüßt worden ist — Wenn Herr W. meine Glaubwürdigkeit bezweifelt, so kann ich ihn nur bitten, in den jüdischen Zeitschriften zu lesen, um aus den dort abgedruckten Protokollen fast aller jüdischen Lehrerverfaurmlungen zu ersehen, daß die bestehenden Vereine der jüdischen Lehrer nicht allein mit der Gründung eines Deutschisraelitischen Lehrerbundes „freudig" einverstanden sind, sondern sogar schon Vertreter zu dem ersten „gründenden" Abgeordnetentage gewählt haben. Herr Amtsgenosse W. scheint aber auch nicht viel pädagogische Zeitschriften zu lesen, wenigstens nicht die in seiner Provinz verbreiteten. Wäre das der Fall, so würde er mir, der ich seit Jahren Mitarbeiter der in seiner Heimathsprovinz erscheinenden Lehrerzeitung und vieler anderen pädagogischen Zeitschriften bin, zu allerletzt „konfessionelle Absonderungsgelüste" zum Vorwurfe machen. Ich spreche nicht gerne, I am wenigsten aber öffentlich, über meine rege Betheiligung an allen pädagogischen und Standesfragen, doch der Zweifel an meiner Glaubwürdigkeit und die anscheinend geringe Kenntniß der pädagogischen Tagespresse, welche Herr W. verräth, zwingen mich, aus meiner Zurück- * Haltung herauszugehen. — Wenn ich nun trotz meiner mehr als 20 Jahre langen Zugehörigkeit zu simultanen Lehrervereinen und trotz meiner genauen Kenntniß der Fachzeitungen und Fachschriften für die Gründung eines Deutsch-israelitischen Lehrerbundes eintrete, so thue ich es eben darum, weil ich in neuester Zeit nichts, aber rein gar nichts von „dem ringenden Geiste nach Einigkeit", den Herr W. bemerkt haben will verspürte, sondern genau das Gegentheil. Und der Beschluß, einen Deutsch-israelitischen Lehrerbund zu gründen, den Herr W. so tief beklagt, ist nicht „ein Faustschlag diesem ringenden Geiste nach Einigkeit ins Gesicht", sondern nur die Abwehr eines erhaltenen Faustschlages. Herr W. scheint aber auch nicht einmal den Entwurf selbst in Nr. 18 und dessen Begründung in Nr. 22 d. Ztg., gegen den er seine Angriffe richtet, sorgfältig gelesen zu haben. Denn dort ist ja gerade das als Aufgabe des Bundes bezeichnet, was Herr W. vermißt haben will. Es heißt in Nr. Id der Satzungen ausdrücklich: Der Deutschisraelitische Lehrerbund hat zum Zwecke: die religiöse und allgemeine Fortbildnng des jüdischen Volksschullehrerstandes" Und in der Begründung dieser Satzungen heißt es zu 8 1a: „Es giebt zur Zeit thatsächlich kein durchweg brauchbares Religionsnoch weniger aber ein brauchbares deutsches Lesebuch für jüdische Volksschüler. Beides zu schaffen, das ist eine der ersten und dringlichsten Aufgaben des Deutsch-israelitischen Lehrerbundes." Obwohl nun Herr W. weder die Anhänger des Deutsch-israelitischen Lehrerbundes, noch dessen Zwecke und Ziele kennt, steht es für ihn fest, daß sich diese „relative Mehrheit höheren Gesichtspunkten verschließt". Ich bitte, Herr Amtsgenoffe W., daraufhin geneigtest die Begründung zu 8 2 in Nr. 22 Nachlesen zu wollen. Dort heißt es: „Unsere allgemeinen Lehrertage, welche von Vertretern aller Konfessionen besucht werden und welche wir jüdischen Lehrer auch nach Gründung unseres Verbandes besuchen werden wie vorher, da unser Bund nicht die Zugehörigkeit zu den paritätischen Vereinen verbietet, können unmöglich die Interessen unserer jüdischen Volksschule berücksichtigen, das wäre ein ganz unbilliges Verlangen, darum aber sind zur Hebung der jüdischen Volksschule und ihrer Lehrer besondere Versammlungen und Vereinigungen ein dringendes Bedürfniß. Ebenso wenig können wir aber von den allgemeinen Lehrerzeitungen eine Berücksichtigung unserer eigensten Interessen fordern, weil die jüdischen Leser dieser Zeitungen ja in verschwindender Minderzahl sind, darum ist auch ein besonderes Bundesblatt nothwendig. Aus demselben Grunde bedürfen wir auch einer Bundesbücherei, in welcher jedem strebenden jüdischen Lehrer theurere, zu seiner Fortbildung dringend nothwendige religiöse und geschichtliche Werke zur Verfügung stehen sollen. Die jüdischen Lehrer sind überall nach wie vor Mitglieder der paritätischen oder simultanen Lehrervereine und nur der „ringende Geist nach Uneinigkeit", der sich in unserer Zeit so bemerkbar macht, muß ihnen die Fürsorge um die Erhaltung der jüdischen Volksschule und dieHebung des jüdischen Volkschullehrerstandes zur heiligen Pflicht machen." Wollstein, 8. Juni. Hermann Becker. Sehr geehrter Herr Doktor! <Mn meinem in Nr. 22 der „Allgem. Zeitung" unter „Sprechsaal" <32) abgedruckten Artikel über das Buch von Smend muß es statt: Ketoches: Kedoches heißen; außerdem fehlt in dem Schlußsätze vor dem Absatz der Nachsatz; die ganze Stelle muß lauten: . . . daß während am Chol-ha-moed die Frömmsten, unter den heutigen Juden, die Chassidim in Polen, keine „Tefillin legen", wie der Ausdruck heißt, weil sie den Chol-ha-moed als Halbfeiertag halten, sie am Purim dagegen jene wohl anlegen. Ihr ganz ergebener Greifswald, im Juni. Dr. Babad. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.

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