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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-12-27 · Heft 52 (27.12.1895) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 52 (27.12.1895)
Date
1895-12-27
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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59. Jahrgang. Nr. 52. iöerlin, 27. Dezember 1895. Per Gernrin-ebote. Weikcrge zur „Allgemeinen Zeitung öes IuöenLHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. §2 Berlin, 24. Dezember. Heute und morgen tagt hier die vom Deutsch - Israelitischen Gemeinde - Bunde einberufene Konferenz israelitischer Lehrer, behufs Gründung eines Deutsch-Israelitischen Lehrerbundes. Die Verhandlungen, denen wir den besten Erfolg wünschen, finden in dem großen Gemeindesaal, Oranienburgerstraße, statt. Für freundliche Aufnahme der Gäste haben der Vorstand der Gemeinde, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund und die Wissenschaftliche Vereinigung israelitischer Schulmänner Sorge getragen. Da unsere Nummer diesmal früher als sonst in Druck geht, werden wir erst in der nächsten Woche in der Lage sein, Bericht über die Verhandlungen der Konferenz zu bringen. rnk. Berlin, 23. Dezember. Die beiden neuen Adreßbücher für Berlin und seine Vororte (Herausgeber des einen Löwenthal, Verleger des anderen A. Scherl) sind erschienen und enthalten viele auf die jüdische Gemeinde, jüdische Vereine u. s. w. interesstrende Angaben. Durchblättern wir zunächst das früher erschienene im Stile der großen Pariser und Londoner Adreßbücher in einem mächtigen Bande gehaltene „Neue Adreßbuch", so finden wir bis auf einige störende Druckfehler das uns hier angehende Material sorgfältig zusammengestellt. Die Rubrik „Gotteshäuser" nennt neben den drei Gemeindesynagogen die Synagogen an der Potsdamer Brücke, der Gemeinde Adaß Jisroel, Ahavas Reim (irrthümlich Rheim gedruckt), Ahawas Scholaum, Beth Zion, Bne B'rith und das Gotteshaus der Reformgemeinde. Bei allen diesen sind Vorsteher und Kultusbeamte angegeben. Das Lehrerkollegium der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums" ist ebenfalls vollständig aufgeführt, das des „Rabbinerseminar für das orthodoxe Judenthum" fehlt einstweilen. Unter der Abtheilung „Jüdische Schulen" finden wir: Knabenschule der Jüdischen Gemeinde, Große Hamburgerstraße 27, Mädchenschule, Heidereuter-Gasse 5, 1. Religionsschule, Hinter der Garnisonkirche 2 (statt Dirigent Dr. Kirchstein muß es Kirschstein heißen), 2. Religionsschule, Linden 48—50 (Dirigent Dr. Apolant), 3. Religionsschule, Derfflingerstraße 18a (Dirigent Rabbiner Dr. Weisse), ferner Religionsschule Adaß Jisroel, wobei irrthümlich noch als Oberlehrer der verstorbene Dr. Deutschländer angegeben ist, „Beth Zion", Linienstraße 162, Religionsschule des Israelitischen Religionsvereins der Oranienburger Vorstadt, Kesselstraße 3/4, Religionsschule der Reformgemeinde, Johannisstraße 16. Unter Erziehungsanstalten findet sich auch die Dina-Zaduck-Nauen-Cohn'sche Wohlthätigkeitsstiftung, Elsasserstraße 54, zur Verpflegung und Erziehung von jüdischen Knaben von 8—16 Jahren, als deren Dirigent Dr. O. Götz angegeben ist. Die Abtheilung Waisenhäuser giebt neben demAuerbach'schen undReichenheim'schen Waisenhause auch die Moses Mendelssohn'sch en Waisen- Erziehungsanstalten an, als deren Vorsteher Robert v. Mendelssohn angegeben ist, während als Kurator Herr Bernhard Kroner, Karlsbad 12/13, fungirt. Die große Rubrik „Gemeinnützige Anstalten" führt das Israelitische Mädchenheim und die Israelitische Volksküche in der Gormannstraße auf, die Altersversorgungsanstalten Gr. Hamburgerstr. 26 und Schönhauser Allee 22 (hier sind dankenswerther Weise auch die Sprechstunden von 8 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags aufgeführt). Ebenso genau sind die Angaben bei dem Krankenhause der jüdischen Gemeinde, Auguststraße 14—16, die hier wiedergegeben seien. Vorsitzender des Vorstandes Louis Sachs, Brücken-Allee 1, dirig. Aerzte: Professor Dr. I. Israel, Sanitäts-Rath Dr. I. Lazarus. Verpflegungssätze: Extrastation 12,50, 10, 8 und 6 Mk. je nach den Zimmern. Allgemeine Station: Hiesige 2 M, Auswärtige 2,50. Arme kranke Gemeindemitglieder erhalten im Bedürfnißfalle 15-20 M. aus der Rekonvalescentenkasse. Ausgeschlossen von der Aufnahme sind Pockenkranke, Cholera-, Flecktyphuskranke und Schwangere. Sprechstunden sind am Mittwoch, Sonnabend, Sonntag und an allen Festtagen von 3—4. Ebenda befinden sich auch die Polikliniken für unbemittelte äußerlich Kranke und unbemittelte innerlich Kranke (Sprechstunden 12 -1). — In dem langen Abschnitt: „Vereine" finden sich: Der Vorschußverein für hilfsbedürftige Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde (Vorsitzender Aug. Rathenau, Bendlerstraße 25/26, Jüdischer Frauenverein für die Luisenstadt, Vors.: Frau Minna Egers, Prinzenstr. 41, Schriftf. A. Korach, Franzstraße 19, Israelitischer Frauen-Unterstützungverein, Vors. I. Weinberg, Wasserthorstraße 50,GesellschaftHachnassathKallah,Vors.M. Simon, Neust. Kirchstraße 11. Schriftführer Jul. Baswitz, Kaiser Wilhelmstr. 38, Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler, zur Unterstützung in Krankheitsfällen, Vorsitzender H. Landsberger, Hausvoigteiplatz 6 7, Schriftführer L. Auerbach, Taubenstraße 20, Gesellschaft Magine Röim (Verein zu gegenseitiger Hilfe), Vorsitzender M. Manheimer, Thiergartenstraße 5a, Schriftführer Dr. G. Minden, Tempelhofer Ufer Id, Hilfsverein für jüdische Studirende, Vorsitzender Geheimer Sanitäts-Rath Dr. A. Abraham, Bendlerstraße 31, Hilfsverein für Märkisch-Friedland, Vorsitzender: Gen. Kons. Will. Schönlnnk, Köpnickerstraße 71, Schriftführer: Saulmann, Kaiser Wilhelmstraße, Gesellschaft der Freunde, gestiftet 1792, Vorsitzender: Geheimer Kommerzienrath Liebermann, Unter den Linden 6, Schriftführer: H Baschwitz, Bülowstraße 20. Unter Eingeschriebene Hilfskassen (Kranken-, Sterbe- und Unterstützungskassen) findet sich die Kranken-Unterstützungskasse des Humanitätsvereins Gewul Tow für jüdische Gewerbetreibende, Neue Friedrichstraße 47. Unter den Landsmannschaften-Vereinen giebt es einige, welche fast ausschließlich aus Juden bestehen, so der Ostpreußische Unterstützungsverein, Vorsitzender: I. Weinberg, Wasserthorstraße 50, Lissaer Hilfsverein, Vorsitzender: A. Seegall, Siegmundshof 16, Schriftführer Max Kann, Neue Königstraße 60, Verein der Meseritzer, Vorsitzender: I. Guttmann, Neue Friedrichsstraße 36, Verein der Posener, Vorsitzender: Rechtsanwalt Breslauer,KaiserWilhelmstraße3,Schlesierverein,Schweriner-Vereinu.s. w. Zu dem interessanten kulturgeschichtlichen Bilde, das uns diese Rubrik bietet, gehören auch die verdienten jüdischen Logen, über die folgende Angaben interesfiren. Das Logenheim ist Wilhelmstraße 118. Es haben Sitzung: Sonnabend von 9 Uhr ab, die Vereinigte Deutsche Reichs¬ und Leopold Zunz-Loge, Berthold Auerbach-Loge Nr. 238 am Montag 8l/2 Uhr Abends, und die Montefiore-Loge Nr. 352 am Dienstag 8V2 Uhr Abends. In der Abtheilung „Religiöse Vereine" interesfiren uns die Beth-Hamidrasch-Gesellschaft, Heiderentergasse 4/5. Der Kuriosität halber auch die Ges. z. Bef. des Christenthums unter den Juden, deren Vorsitzender der W. G. Ob. Reg. Rath, Unter-Staatssekretär Lohmann ist, auch ein seinen Tendenzen nach uns unbekannter Jerusalem-Verein, Vorsitzender: Graf von Ziethen-Schwerin auf Wustrau. Um so heimischer muthet uns der Talmud-Verein an, Vorsitzender: W. Goldschmidt, Linienstraße 112, und Schriftführer S. Wedell, Holzmarktstraße 60. Während wir den Verein für jüdische Geschichte und Litteratur und unter Zeitschriften alle in Berlin erscheinenden jüdischen Blätter vermissen, erheitert uns noch ein Blick auf die Angabe „Bezalel", Jllustrirte Zeitschrift für christliches Judenthum. Das Alles hat man in Berlin. CA) Berlin, 22. Dezember. Wie wir hören, ist auf Gruno der letzthin gemeldeten Entscheidung des Bezirksausschusses von dem Kläger gegen die Giltigkeit verletzten R epräsentantenw ahl beim königlichen Polizeipräsidium, als der zuständigen Behörde, Protest erhoben worden. Auch von anderen Seiten ist wegen verschiedener Wahlunregelmäßigkeiten bei dem Vorstand der Gemeinde Klage erhoben worden. Wir würden es lebhaft bedauern, wenn diesen Protesten Folge gegeben würde. Derartige Dinge kommen bei allen Wahlen vor, und was uns jetzt viel mehr noth thut als alle Wahlkämpfe, ist der innere Friede der Gemeinde, ohne den auf keinem Gebiete etwas Gedeihliches geschaffen werden kann. 2XD Berlin, 20. Dezember. Aus den Litteraturvereinen. Der Berliner Verein hielt am 19. d. M seine Generalversammlung im

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